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Die
vorliegende Erfindung betrifft neue fungizide Zwei-Komponentenzusammensetzungen
auf Basis von einen R-Enantiomeren-Gehalt von mehr als 70 Gew.-%
aufweisendem Metalaxyl als einer wesentlichen Komponente und einer
zweiten fungiziden Komponente zur Behandlung von phytopathogenen
Erkrankungen von Nutzpflanzen, insbesondere phytopathogenen Fungi,
und ein Verfahren zur Bekämpfung
von phytopathogenen Erkrankungen auf Nutzpflanzen. Die Metalaxyl-Komponente
wird als aktiver Bestandteil I bezeichnet.
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Das
folgende Fungizid wird als zweite Komponente II der Mischung verwendet:
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Verbindung II
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N-(3'-(1'-Chlor-3-methyl-2'-oxopentan))-3,5-dichlor-4-methylbenzamid
(EP-600 629).
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Diese
Zusammensetzungen sind besonders bei der Bekämpfung oder Prävention
von fungus-bedingten Erkrankungen von Nutzpflanzen wirksam und zeigen
eine synergistische fungizide Aktivität.
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Insbesondere
betrifft die Erfindung Mischungen, die Metalaxyl mit einem R-Enantiomeren-Gehalt
von mehr als 85 Gew.-%, vorzugsweise mehr als 92 Gew.-%, und vor
allem reines R-Enantiomer, das von S-Enantiomer frei ist, umfassen.
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Metalaxyl
ist Methyl-N-(2,6-dimethylphenyl)-N-(methoxyacetyl)-DL-alaninat
der Formel
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Es
besitzt ein asymmetrisches *C-Atom und kann auf übliche Weise in die Enantiomeren
getrennt werden (GB-P-1500581). Seit 1975 war es für den Fachmann
bekannt, dass das R- Enantiomere
dem S-Enantiomeren hinsichtlich der fungiziden Wirkung überlegen
ist und in der Praxis als der eigentliche Wirkmechanismus angesehen
wird. Ebenso wurden Mischungen von Metalaxylracemat kommerziell
oder anderweitig bekannt.
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Die
Komponente I, die als Mefenoxam bekannt ist, wird in WO 96/01559
offenbart und Mischungen von Mefenoxam mit bestimmten anderen Fungiziden
werden in WO 96/01560 und EP-A-0 790 000 offenbart.
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Es
wurde nun völlig überraschend
gefunden, dass R-Metalaxyl in reiner oder mehr als 70%iger Form in
Mischung mit der fungiziden Komponente II eine synergistisch gesteigerte
Wirkung erfährt,
die in einigen Fällen
diejenigen der zuvor bekannten Mischungen auf Basis des Racemats
um einen Faktor von 10 übersteigen.
Unter Berücksichtigung
dessen, dass die Hälfte
des Racemats aus R-Enantiomerem besteht, waren Faktoren von etwa
2 oder höchstens
3 zu erwarten.
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Mit
diesem völlig
unerwarteten Ergebnis stellt die vorliegende Erfindung eine ganz
beträchtliche
Bereichung des Stands der Technik dar und beinhaltet in die Umwelt
schonender Weise mögliche
Mittel, die Gesamtmenge an Fungiziden zu reduzieren, die zur Kontrolle
von phytopathogenen Fungi, insbesondere Oomyceten, auf Pflanzen
verwendet werden.
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Die
Wirkstoffkombinationen sind gegenüber phytopathogenen Fungi wirksam,
die der folgenden Klasse angehören:
Oomycetes (z. B. Phytophthora, Peronospora, Bremia, Pythium, Plasmopara).
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Zielpflanzen
für die
vorliegend offenbarten Indikationsbereiche umfassen im Bereich der
Erfindung zum Beispiel die folgenden Pflanzenspezies: Getreide (Reise,
Sorghum und verwandte Nutzpflanzen); Rüben (Zuckerrüben und
Futterrüben);
Kernobst, Steinobst und Weichobst (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche,
Mandeln, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren); Leguminosenpflanzen
(Bohnen, Linsen, Erbsen, Sojabohnen); Ölpflanzen (Raps, Senf, Mohn,
Oliven, Sonnenblumen, Kokosnuss, Rizinusölpflanzen, Kakao bohnen, Erdnüsse); Gurkenpflanzen
(Kürbisse,
Gurken, Melonen); Faserpflanzen (Baumwolle, Flachs, Hanf, Jute);
Zitrusfrüchte
(Orangen, Lemonen, Crapefruit, Mandarinen); Gemüse (Spinat, Salat, Spargel,
Kohl, Karotten, Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Pfeffer); Lauraceaen
(Avocados, Zimt, Kampfer); oder Pflanzen wie Mais, Tabak, Nüsse, Zuckerrohr,
Tee, Wein, Hopfen, Durian und Naturkautschukpflanzen sowie Zierpflanzen
(Blumen, Sträucher,
breitblättrige
Bäume und
immergrüne
Gewächse,
wie Koniferen oder Beetpflanzen).
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Die
aufzubringende Menge der erfindungsgemäßen Zusammensetzung hängt von
verschiedenen Faktoren ab wie der verwendeten Verbindung, dem Objekt
der Behandlung (Pflanze, Boden, Samen), dem Behandlungstyp (z. B.
Sprühen,
Bestäuben,
Saatbeizung, Einbringen in den Boden, Bestreichen der Stängel, Einspritzen
in den Stamm), dem Zweck der Behandlung (prophylaktisch oder therapeutisch),
dem zu behandelnden Fungus-Typ und der Anwendungsdauer.
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Es
wurde gefunden, dass die Verwendung der Verbindung I in Kombination
mit der Verbindung der Formel II, die Wirksamkeit der letztgenannten
gegenüber
Fungi und umgekehrt überraschend
und in erheblichem Ausmaß verstärkt. Zusätzlich ist
das erfindungsgemäße Verfahren
gegenüber
einem breiten Spektrum derartiger Fungi wirksam, die mit den Wirkstoffen
dieser Methode bei alleiniger Verwendung bekämpft werden können.
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Das
Gewichtsverhältnis
von I : II wird derart gewählt,
dass man eine synergistische fungizide Wirkung erhält. Im Allgemeinen
liegt das Gewichtsverhältnis
von I : II zwischen 10 1 und 1 : 20. Die synergistische Wirkung
der Zusammensetzung geht daraus hervor, dass die fungizide Wirkung
der Zusammensetzung I + II größer ist
als die Summe der fungiziden Wirkungen von I und II.
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Das
Gewichtsverhältnis
liegt zum Beispiel zwischen 10 : 1 und 1 : 10, insbesondere 5 :
1 und 1 : 5, und bevorzugter 2 : 1 und 1 : 2.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
umfasst das Aufbringen auf die Pflanzen oder deren Standort in Mischung
oder getrennt, einer fungizid wirksamen Aggregatmenge von Verbindung
I und einer Verbindung der Komponente II. Eine geeignete Aufbringungsweise
auf die Nutzpflanzen umfasst die Aufbringung einer Tankmischung.
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Die
vorliegend verwendete Bezeichnung Standort soll die Felder umfassen,
auf denen die behandelten Nutzpflanzen gezogen werden, oder wo die
Samen der Kulturpflanzen ausgesät
werden, oder den Ort, wo die Samen in den Boden eingebracht werden.
Die Bezeichnung Samen soll Pflanzenvermehrungsmaterial wie Stecklinge,
Sämlinge,
Samen, gekeimte oder durchtränkte
Samen umfassen.
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Die
neuen Kombinationen sind bei einem breiten Spektrum phytopathogener
Fungi, insbesondere aus den Klassen Fungi imperfecti und Oomyceten
außerordentlich
wirksam. Einige von ihnen besitzen eine systemische Wirkung und
können
als Blatt- und Boden-Fungizide eingesetzt werden.
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Die
fungiziden Kombinationen sind von speziellem Interesse bei de Kontrolle
einer Vielzahl von Fungi bei verschiedenen Nutzpflanzen oder deren
Samen, insbesondere Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis, Mais, Grasarten,
Baumwolle, Sojabohnen, Kaffee, Zuckerrohr, Früchten und Zierpflanzen in Gartenbau
und Weinkultur, und in Gemüse
wie Gurken, Bohnen und Kürbissen.
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Die
Kombinationen werden aufgebracht, indem man die Fungi oder die von
einem Fungus-Befall
bedrohten Samen, Pflanzen oder Materialien oder dem Boden mit einer
fungizid wirksamen Menge der Wirkstoffe behandelt.
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Die
Mittel können
vor oder nach dem Befall der Materialien, Pflanzen oder Samen durch
die Fungi aufgebracht werden.
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Die
neuen Kombinationen sind besonders wertvoll bei der Kontrolle der
folgenden Pflanzenerkrankungen:
Peronospora tabacina auf Tabak,
Bremia
lactucae auf Salat,
Pythium debaryanum bei der Zuckerrübe,
Phytophthora
infestans bei Kartoffeln und Tomaten,
Plasmopara viticola bei
Trauben.
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Bei
einer Anwendung auf Pflanzen wird die Verbindung I in einer Menge
von 500 bis 200 g/ha, insbesondere 75 bis 150 g/ha, z. B. 75, 100
oder 125 g/ha, in Assoziation mit 50 bis 1500 g/ha, insbesondere
60 bis 1000 g/ha, z. B. 75 g/ha, 80 g/ha, 100 g/ha, 125 g/ha, 150
g/ha, 175 g/ha, 200 g/ha, 300 g/ha, 500 g/ha oder 1000 g/ha an Verbindung
II aufgebracht. Zum Beispiel werden 50 bis 200 g a. i. (aktiver
Bestandteil)/ha in Assoziation mit der Verbindung I aufgebracht.
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In
der landwirtschaftlichen Praxis hängen die Aufbringungsmengen
vom Typ des gewünschten
Effekts ab und liegen im Bereich von 0,02 bis 3 kg Wirkstoff je
Hektar.
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Werden
die aktiven Bestandteile zur Behandlung von Samen eingesetzt, sind
im Allgemeinen Mengen von 0,001 bis 50 und vorzugsweise von 0,01
bis 10 g je kg Samen ausreichend.
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Die
Erfindung betrifft auch fungizide Zusammensetzungen, die die Verbindung
I und Verbindung II umfassen.
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Die
erfindungsgemäße Zusammensetzung
kann in jeder herkömmlichen
Form, zum Beispiel in Form einer Doppelpackung, eines Instant-Granulats,
eines fließfähigen oder
benetzbaren Pulvers in Kombination mit landwirtschaftlich verträglichen
Adjuvanzien verwendet werden. Solche Zusammensetzungen können auf
herkömmliche
Weise hergestellt werden, zum Beispiel indem man die aktiven Bestandteile
mit den geeigneten Adjuvanzien (Verdünnungs- oder Lösungsmittel
und gegebenenfalls andere Formulierungsbestandteile wie Tenside)
mischt.
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Geeignete
Träger
und Adjuvanzien können
fest oder flüssig
sein und den gewöhnlich
in der Formulierungstechnologie verwendeten Substanzen entsprechen,
wie zum Beispiel natürliche
oder generierte mineralische Substanzen, Lösungsmittel, Dispergiermittel,
Netzmittel, Klebrigmacher, Verdicker, Bindemittel oder Düngemittel.
Derartige Träger
werden zum Beispiel in WO 96/22690 beschrieben.
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Insbesondere
Formulierungen, die in Spray-Formen angewandt werden sollen wie
wasserdispergierbare Konzentrate oder benetzbare Pulver können Tenside
wie Netz- und Dispergiermittel, z. B. das Kondensationsprodukt von
Formaldehyd mit Naphthalinsulfonat, ein Alkylarylsulfonat, ein Ligninsulfonat,
ein Fettalkylsulfat, und ethoxyliertes Alkylphenol und einen ethoxylierten
Fettalkohol enthalten.
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Eine
Saatbeizformulierung wird in an sich bekannter Weise auf die Samen
aufgebracht, indem man die erfindungsgemäße Kombination und ein Verdünnungsmittel
in einer für
eine Saatbeizformulierung geeigneten Form, z. B. als wässrige Suspension
oder in Form eines trockenen Pulvers mit gutem Haftvermögen an dem
Samen, verwendet. Derartige Saatbeizformulierungen sind aus dem
Stand der Technik bekannt. Saatbeizformulierungen können die
einzelnen wirksamen Bestandteile oder die Kombination der wirksamen
Bestandteile in eingekapselter Form, z. B. als Slow-Release-Kapseln
oder Mikrokapseln, enthalten.
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Im
Allgemeinen umfassen die Formulierungen 0,01 bis 90 Gew.-% des aktiven
Mittels, von 0 bis 20% landwirtschaftlich verträgliches Tensid und 10 bis 99,99%
festes oder flüssiges
Adjuvans bzw. Adjuvantien, wobei das aktive Mittel aus zumindest
der Verbindung der Formel I zusammen mit Verbindung II und gegebenenfalls
weiteren aktiven Mitteln, insbesondere Guazatin und Fenpiclonil,
besteht. Konzentratformen der Zusammensetzungen enthalten im Allgemeinen
zwischen etwa 2 und 80%, vorzugsweise zwischen etwa 5 und 70%, bezogen
auf Gewicht des wirksamen Mittels. Anwendungsformen der Formulierung
können
zum Beispiel 0,01 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 bis 5 Gew.-%,
aktives Mittel enthalten.
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Beispiele
für spezielle
Formulierungskombinationen werden zum Beispiel in WO 96/22690 offenbart, z.
B. für
benetzbare Pulver, emulgierbare Konzentrate, Stäube, Extrudergranulate, beschichtete
Granulate, Suspensionskonzentrate.
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Slow-Release-Kapselsuspension
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Teile einer Kombination der Verbindung I und Verbindung II oder
einer jeden dieser Verbindungen separat werden mit 2 Teilen eines
aromatischen Lösungsmittels
und 7 Teilen Toluoldiisocyanat/Polymethylen-polyphenylisocyanat-Mischung
(8 : 1) gemischt. Die Mischung wird in einer Mischung von 1,2 Teilen
Polyvinylalkohol, 0,05 Teilen eines Entschäumers und 51,6 Teilen Wasser
emulgiert, bis die gewünschte
Teilchengröße erreicht
ist. Zu dieser Emulsion gibt man eine Mischung von 2,8 Teilen 1,6-Diaminohexan
in 5,3 Teilen Wasser. Die Mischung wird gerührt, bis die Polymerisationsreaktion
beendet ist.
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Die
erhaltene Kapselsuspension wird stabilisiert, indem man 0,25 Teile
eines Verdickers und 3 Teile eines Dispergiermittels zusetzt. Die
Kapselsuspensions-Formulierung enthält 28% aktive Bestandteile.
Der mittlere Kapseldurchmesser beträgt 8–15 Mikron.
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Die
entstandene Formulierung wird auf Samen in Form einer wässrigen
Suspension in einer für
diesen Zweck geeigneten Vorrichtung aufgebracht.
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Während man
die Handelsprodukte vorzugsweise als Konzentrate formulieren wird,
wird der Endverbraucher normalerweise verdünnte Formulierungen verwenden.
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Biologische
Beispiele
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Eine
synergistische Wirkung liegt immer dann vor, wenn die Wirkung einer
Kombination von aktiven Bestandteilen größer ist als die Summe der Wirkungen
der Einzelkomponenten.
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Die
für eine
gegebene Kombination von aktiven Bestandteilen zu erwartende Wirkung
E gehorcht der sogenannten COLBY-Formulierung und kann wie folgt
berechnet werden (COLBY, S. R. "Calculating
synergistic and antagonistic responses of herbicide combination". Weeds, Bd. 15,
Seiten 20–22;
1967):
ppm = Milligramm des aktiven Bestandteils (= a. i.)
je Liter Spray-Mischung
X = % Wirkung infolge des aktiven Bestandteils
I unter Verwendung von p ppm des aktiven Bestandteils
Y = %
Wirkung infolge des aktiven Bestandteils II unter Verwendung von
q ppm des aktiven Bestandteils.
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Entsprechend
Colby ist die erwartete (additive) Wirkung der wirksamen Bestandteile
I + II unter Verwendung von p + q ppm der aktiven Bestandteile
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Ist
die tatsächlich
beobachtete Wirkung (O) höher
als die erwartete Wirkung (E), ist die Wirkung der Kombination über-additiv,
d. h. es besteht ein synergistischer Effekt.
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Alternativ
kann die synergistische Wirkung auch aus den Dosis-Reaktionskurven
entsprechend der sogenannten WADLEY-Methode bestimmt werden. Bei
dieser Methode wird die Wirksamkeit des a. i. bestimmt, indem man
den Grad des Fungus-Angriffs auf behandelten Pflanzen mit demjenigen
auf unbehandelten ähnlich
inokulierten und inkubierten Check-Pflanzen vergleicht. Jeder a. i. wird
bei 4 bis 4 Konzentrationen getestet. Die Dosis-Reaktionskurven werden verwendet, um
die EC90 (d. h. die Konzentration eines aktiven Bestandteils, die
zu einer 90%igen Krankheitskontrolle führt) der Einzelverbindungen
sowie der Kombinationen (EC90
beobachtet)
zu ermitteln. Die so experimentell gefundenen Werte der Mischungen
bei gegebenem Gewichtsverhältnis
werden mit den Werten verglichen, die man gefunden hätte, wenn
lediglich eine komplementäre Wirksamkeit
der Komponenten anwesend gewesen wäre (EC90(A + B)
erwartet).
Die EC90(A + B)
erwartet wird entsprechend
Wadley (Levi et al., EPPO-Bulletin, 16, 1986, 651–657) wie
folgt berechnet:
worin
a und b die Gewichtsverhältnisse
der Verbindungen A und B in der Mischung sind und die Indices (A), (B),
(A + B) sich auf die beobachteten EC90-Werte der Verbindungen A,
B oder deren gegebener Kombination A'B beziehen. Das Gewichtsverhältnis EC90(A
+ B)
erwartet/EC90(A + B)
beobachtet drückt den
Wechselwirkungsfaktor (F) aus. Im Fall von Synergismus ist F > 1.
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Beispiel B-1: Wirkung
gegenüber
Plasmopara viticola bei der Traube
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Weinsämlinge der
Varietät
Gutedel werden unter Gewächshausbedingungen
bei 20°C
in einem Standardboden 5 Wochen aufgezogen. Scheiben von 10 nun
Durchmesser werden dann aus den Blättern herausgeschnitten. Die
Blattsegmente werden auf Petri-Schalen gegeben, wobei ihre obere
Seite nach unten gerichtet ist. Die Schalen enthalten 2 ml an 0,2%
Wasseragar. Die Fungizide werden zu dem entmineralisierten Wasser
zugesetzt und in geeigneter Weise verdünnt. Die fungizide Behandlung
erfolgt einen Tag vor der Inokulation. Es wird dann die gesamte
Blattscheibenoberfläche
gleichmäßig bis
zum Tropfpunkt mit einer frisch hergestellten Sporangien-Suspension
(60000/ml) von Plasmopara viticola besprüht. Die Blattscheiben wurden
6 Tage bei 18°C
und einer relativen Feuchtigkeit von 75% mit künstlichem Tageslicht während einer
Dauer von 16 Stunden (3000 lux) inkubiert. Hiernach wird die Bewertung
des Befalls vorgenommen.
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Der
prozentuale Blattbefall wird bewertet und die prozentuale Wirkung
im Vergleich zur Kontrolle berechnet. Der Vergleich zwischen der
prozentualen Wirkung der Mischung R-Metalaxyl (> 95 Gew.-%)/N-(3'-(1'-Chlor-3-methyl-2'-oxopentan))-3,5-dichlor-4-methylbenzamid
(II) und der Mischung Metalaxyl (rac)/N-(3'-(1'-Chlor-3-methyl-2'-oxopentan))-3,5-dichlor-4-methylbenzamid
(II) ergibt den Vergleichsfaktor.
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Beispiel B-2: Aktivität gegenüber Phytophthora
infestans bei Tomaten
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a) Heilende Wirkung
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Tomatenpflanzen
cv. "Roter Gnom" werden drei Wochen
aufgezogen und hiernach mit einer Zoosporen-Suspension des Fungus
besprüht
und in einer Kabine bei 18 bis 20°C
und mit Feuchtigkeit gesättigter
Atmosphäre
aufgezogen. Die Befeuchtung wird nach 24 Stunden unterbrochen. Nach
dem Trocknen der Pflanzen werden diese mit einer Mischung besprüht, die
die als benetzbares Pulver enthaltenden aktiven Bestandteile in
einer Konzentration von 200 ppm enthält. Nach dem Trocknen der Sprühbeschichtung
werden die Pflanzen wieder für
4 Tage in die Feuchtkammer zurückgeführt. Anzahl
und Größe der typischen
Blattbeschädigungen,
die nach dieser Zeitdauer aufgetreten sind, werden als Maßstab zur
Bewertung der Wirksamkeit der Testsubstanzen verwendet.
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b) Präventiv-systemische Wirkung
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Die
wirksamen Bestandteile, die als benetzbares Pulver formuliert sind,
werden in einer Konzentration von 60 ppm (in Bezug auf das Bodenvolumen)
auf die Bodenoberfläche
von drei Wochen alten Tomatenpflanzen cv. "Roter Gnom" in Töpfen eingebracht. Nach einem
Abstand von drei Tagen wird die Unterseite der Blätter mit
einer Zoosporen-Suspension von Phytophthora infestans besprüht. Sie
werden dann 5 Tage in einer Sprühkabine
bei 18 bis 20°C
und mit Feuchtigkeit gesättigter
Atmosphäre
gehalten. Hiernach erscheinen typische Blattbeschädigungen,
deren Anzahl und Größe zur Bewertung
der Wirksamkeit der Testsubstanzen herangezogen wird.
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Beispiel B-3: Aktivität gegenüber Phytophthora
bei Kartoffelpflanzen
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a) Verbliebene Schutzwirkung
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2–3 Wochen
alte Kartoffelpflanzen (Varietät
Bintje) werden 3 Wochen aufgezogen und hiernach mit einer Sprühmischung
(0,02% wirksame Bestandteile), hergestellt mit einem benetzbaren
Pulver der Mischung der wirksamen Bestandteile, besprüht. Nach
24 Stunden werden die behandelten Pflanzen mit einer Sporangien-Suspension
des Fungus infiziert. Der Fungus-Befall wird bewertet, nachdem die
infizierten Pflanzen 5 Tage in einer Atmosphäre mit einer relativen Feuchtigkeit
von 90–100%
und 20°C
inkubiert worden sind.
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b) Systemische Wirkung
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Eine
Sprühmischung
(0,002% der wirksamen Bestandteile bezogen auf das Bodenvolumen),
die mit einem benetzbaren Pulver der Mischung der wirksamen Bestandteile
hergestellt worden ist, wird in der Nähe von 2–3 Wochen alten Kartoffelpflanzen
(Varietät
Bintje), die 3 Wochen aufgezogen worden sind, vergossen. Man achtet
darauf, dass die Sprühmischung
nicht mit den an der Luft befindlichen Teilen der Pflanzen in Kontakt
gelangt. Nach 48 Stunden werden die behandelten Pflanzen mit einer
Sporangien-Suspension des Fungus infiziert. Der Fungus-Befall wird
bewertet, nachdem die Pflanzen 5 Tage bei einer relativen Feuchtigkeit von
90–100%
und 20°C
inkubiert worden sind.
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Die
Wirksamkeit der Testkombinationen und der einzelnen aktiven Bestandteile
in den vorstehenden Tests wird ermittelt, indem man den Grad des
Fungus-Befalls mit demjenigen auf unbehandelten, ähnlich inokulierten
Check-Pflanzen vergleicht.
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Beispiel B-4: Aktivität gegenüber Pythium
debaryanum auf der Zuckerrübe
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Der
Fungus wird aus sterilen Haferkörnern
kultiviert und zu einer Boden/Sand-Mischung zugegeben. Der so infizierte
Boden wird in Blumentöpfe
gegeben und es werden Zuckerrübensamen
ausgesät.
Unmittelbar nach dem Säen
werden die Testpräparate,
die als benetzbare Pulver formuliert wurden, über den Boden als wässrige Suspension
(20 ppm wirksamer Bestandteile bezogen auf das Bodenvolumen) ausgegossen.
Die Töpfe
werden hiernach für
2–3 Wochen
in ein Gewächshaus
bei 20–24°C gegeben.
Der Boden wird durch sanftes Besprühen mit Wasser konstant gleichmäßig feucht
gehalten. Zur Bewertung der Tests werden das Auflaufen der Zuckerrübenpflanzen
und das Verhältnis
von gesunden zu kranken Pflanzen bestimmt. Nach der Behandlung laufen
bei den Bestandteilen der aktiven Mischungen I + II mehr als 80%
der Pflanzen auf und besitzen ein gesundes Aussehen. Bei den Kontrolltöpfen wurden
lediglich isolierte aufgelaufene Pflanzen mit einem kranken Erscheinungsbild
beobachtet.
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Beispiel B-5: Wirkung
gegenüber
Pernonospora tabacina
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Es
werden formulierte Mischungen der aktiven Bestandteile I + II in
einem Konzentrationsbereich (10, 1, 0,1 ppm) mit mit Wasser hergestelltem
Agar gemischt und die Agarmischung wird in Petri-Schalen gegossen.
Nach dem Abkühlen
werden 100 ml einer Sporangien-Suspension (106 Sporen/ml)
auf die Platte aufgestrichen. Die Pflanzen werden 16 Stunden bei
18°C inkubiert.
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Bei
den Mischungen I + II wurde nicht festgestellt, dass sie die Keimbildung
von Peronospora tabacina inhibieren.
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Die
erfindungsgemäßen Mischungen
zeigen gute Aktivität
in diesen Beispielen.