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Verfahren zur Herstellung von urethanartigen Verbindungen f; s wurde
gefunden, daß man aus Chlorkohlensäureestern von Oxyalkyl- oder Polyoxyalkyläthern
aromatischer oder hydroaromatischer OH-Verbindungen, we!,---he durch einen Kohlenwasserstoff-
oder Acvirest substituiert sind, z. B. von Alkylphenolmono- oder -polyoxyalkyläthern
und den entsprechenden kernhydrierten Produkten durch Umsetzung mit basischen Verbindungen,
welche primären oder sekundären Stickstoff enthalten, urethanartige Verbindungen
erhält. Wenn in den basischen Verbindungen, z. B. in einem vorhandenen Alkyl-, Aryl-
oder Aralkylrest, nicht schon wasserlöslichmachende Gruppen enthalten sind, so können
diese noch nachträglich evtl. in den Kern eingeführt werden. Die Umsetzung zum Urethan
kann in wäßrigem Medium in Gegenwart von Soda, Alkalilauge oder auch in inerten
organischen Lösungsmitteln bei Gegenwart von säurebindenden Stoffen vorgenommen
werden. Sie verläuft glatt bei gewöhnlichen bzw. mäßig erhöhten Temperaturen.
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Bei Verwendung von beispielsweise Isooktylphenyltriglykolchlorkohlensäureest-er
und Sarkosin verläuft die Umsetzung nach folgendem Schema:
Soweit die nach dem Verfahren herstellbaren Verbindungen in ihrem
Molekül wasserlöslichmachende Gruppen, beispielsweise eine Carboxyl-, Sulfo- oder
mehrere Hydroxyl-oder andere hydrophile Gruppen enthalten, sind sie an sich oder
in Form ihrer Salze stark schäumende, dispergierend wirkende Produkte von großer
Netz- und Waschkraft.
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Soweit die eingeführten basischen Verbindungen keime wasserlöslich
machenden Gruppen enthalten, können bei genügend langer Polyoxyalkylkette ebenfalls
wertvolle, in Wasser emulgierfähige bis wasserlösliche Produkte erhalten werden.
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In Wasser unlösliche Produkte können z. B. als Weichmachungsmittel
für Gewebe, ferner als Bestandteile von Emulgier- und Dispergiermitteln verwandt
werden. Auch. diese können durch nachträgliche Einführung von wasserlöslichmachenden
Gruppen, wie z. B. der Sulfogruppe in den aromatischen Kern, wasserlöslich gemacht
werden.
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Zum Teil sind die Urethane in Ermangelung wasserlöslichmachender Gruppen
oder infolge ihres hohen Molekulargewichtes nur in organischen Lösungsmitteln oder
überhaupt nicht löslich, oder sie sind zwar in Wässer löslich, werden aber durch
geeignete B.eband= lung zu mehr oder weniger disperser Abscheidung gebracht.
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Beispiele . i. 4oo Gewichtsteile Chlorkohlensäureester des i-Oktylphenyltriglykoläthers,
der durch Einwirkung von Phosgen auf letzteren in benzolischer Lösung in Gegenwart
von Dimethylanilin gewonnen wurde, wird in Soo Gewichtsteile igo"oiger Sarkosinlösung
bei ständig triazenalkalischer Reaktion, welche durch allmähliche Zugabe von 125
Gewichtsteilen 35@'oiger Natronlauge aufrechterhalten wird, bei 2o bis 3o' eingebracht.
Man rührt etwa 2 Stunden bei 4o bis 5o' nach, bis eine Probe in Wasser klar löslich
ist. Die erhaltene Paste, welche das Natriumsalz des Sarkosids enthält, wird zum
Trockensalz eingedampft, welches in Wasser klare, schäumende Lösungen von großer
Waschkraft ergibt.
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2. 356 Gewichtsteile des Chlorkolilensäureesters des i-Oktylphenyldiglykolätliers
werden, wie in Beispiel i beschrieben, nach und nach in 66o Gewichtsteile einer
22o'oigen Methyltaurinlösung eingetragen, wobei durch Zugabe von 35oloiger Natronlauge
alkalische Reaktion gewährleistet wird.- Die Temperatur wird zwischen
30 und 5o' gehalten und bei dem nachfolgenden Nachröhren auf 7o bis So' erhöht,
bis eine Probe in Wasser klar löslich ist und auch beim Ansäuern nicht mehr ausfällt.
Die Aufarbeitung der pastigen Reaktionsmasse kann wie 111 Beispiel i erfolgen. Das
Methyltaurid des i-Oktylphenyldiglykoläthermonokohlensäur eesters ist ein Produkt,
das in wäßriger Lösung außerordentliche Schaumkraft und vorzügliche Reinigungswirkung
entfaltet.
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3. 25:1 Ge«ichtsteile des Chlorkohlensäureesters des i-Hexylphenylglykoläthers
werden gleichzeitig mit 125 Gewichtsteilen Natronlauge 35 o!oig in die Lösung von
2=o Gewichtsteilen Methylglukamin in 44o Gewichtsteile Wasser bei 6o' eingetragen
und .4 Srunden 'bei So' nachgerührt. Die erhaltene Paste des Methylglukamids wird
auf die gewünschte Stärke eingestellt und ist in Verdünnung mit viel Wasser ein
hervorragendes Schaum- und Dispergiermittel.
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4..312 Ge-,vichtsteile des Chlorkohlensäureesters des i-Oktylphenylmonoglykoläthers
werden unter gleichzeitiger Zugabe von Natronlauge zur Aufrechterhaltung alkalischer
Reaktion bei Raumtemperatur zu i oo Gewichtsteilen Äthylendiamin gegeben, wobei
die Temperatur steigt und zunächst bei .4o' gehalten wird. Man rührt noch etwa 2
Stunden bei 7o bis So' nach zur Vervollständigung der Reaktion. Das Reaktionsprodukt,
welches in Wasser nicht löslich ist, kann durch Herauslösen mit Alkohol oder Benzol
salzfrei erhalten werden. Durch Sulfieren des aus dem Lösungsmittel abgeschiedenen
Produktes nach einem der bekannten Verfahren wird es in wasserlöslicher Form erhalten
und kann als solches, ähnlich den Produkten der vorangegangenen Beispiele, Verwendung
finden.
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5. 85o Gewichtsteile des Chlorkohlensäureesters des i-Dodecylphenyldodecylglykoläthers
wird unter den in Beispiel i angegebenen Bedingungen mit 5oo Gewichtsteilen Sarkosinlösung
umgesetzt. Das in analoger Weise aufgearbeitete Reaktionsprodukt weist vorzügliche
Waschwirkung .auf und ist gegen Kalksalze und in saurer und alkalischer Lösung gleicherweise
gut beständig.
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6. 312 Ge~vichtsteile Chlorkohlensäureester des i-Oktylphenylmonoglykolätherswerden
wie in Beispiel 3 mit So Gewichtsteilen Aminoäthanol in Gegenwart äquivalenter Mengen
konzentrierter Natronlauge bei 2o bis 3o' umgesetzt und bei 6o' noch etwa i Stunde
nachbehandelt. Man kann durch Behandlung des salzfrei isolierten Äthanolamids in
trockenen, inerten Lösungsmitteln mit der berechneten Menge Chlorsulfonsäure zu
wasserlöslichen Produkten kommen, die in der Textilindustrie sich als brauchbare
Hilfsmittel erweisen.
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7. 4o6 Gewichtsteile Chlorkohleiisäureester des i-Oktylcycloliexyltriglykoliitliers
werden in 5oo Gewichtsteile i9o'oige Sarkosinlösung bei triazenalkalischer Reaktion
unter allmählicher Zugabe von 125 Gewichtsteilen 350 biger
Natronlauge
eingetropft. Die Temperatur betrügt 20 bis 30°. Man rührt noch etwa 2 Stunden
bei 5o° nach und erhält eine weiße Paste, welche sich unter Schäumen klar in Wasser
löst.
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B. 470 Gewichtsteile Chlorkohlensäureester des p-Lauroylphenyltizglykolätherswerden
bei 5leichzeitiger, allmählicher Zugabe von I25 Gewichtsteilen 35o/oiger Natronlaugc
-und ständig triazenalkalischer Reaktion im Laufe von 2 bis 3 Stunden in 5oo Gewichtsteile
I9o/oige SarkosinlOsunng (igo/o freie Säure) bei 2o bis 3o° eingetragen, wobei kräftig
gerührt wird. Man erhitzt schließlich noch einige Stunden bei etn-a 50°, stellt
die Paste, welche das Natriumsalz des Sarkosids enthält, neutral auf die gewünschte
Konzentration ein oder trocknet zum Pulver. Dieses löst sich in Wasser klar mit
kräftiger Schaumbildung auf. Die Lösungen haben hervorragend reinigende und netzende
Eigenschaften.
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p. .1.12 Gewichtsteile Chlorkohlensäureester des i-Oktylphenyltripropylenglykoläthers,
der aus letzterem durch Reaktion mit Phosgen in benzolischer Lösung getvonnen werden
kann, läßt man in 53o Gewichtsteile I8o/oige Sarkosinlösung unter Beachtur,-- alkalischer
Re= aktion der Lösung bei 2o bis 3o° einfließen und setzt etwa 13o Gewichtsteile
32 o/oige Natronlauge gleichmäßig zu. Nach etwa 3stündigem Nachrühren bei 4o bis
6o° ist eine Probe klar in Wasser löslich. Die Paste des Sarkosidnatronsalzes kann
zum Trockenpulver eingedampft werden und stellt ein vorzüglich waschendes und schäumendes
Produkt dar.
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t o. 62.1 Gewichtsteile des Chlorkohlensäureesters, den man durch
Umsetzung von Tetradccvlnaphthylpentaglykolätlier in Xylollösung mit Phosgen erhalten
kann, werden allmählich in 65o Gewichtsteile einer 25o/oigen Methyltaurinlösung
gleichzeitig mit etwa I 5o Teilen 32t;%iger Natronlauge bei 30° eingetragen und
mehrere Stunden bei 5o bis 8o° gerührt, bis eine Probe genügend in Wasser löslich
ist und beim Ansäuern klar bleibt. Die Paste des Methyltaurids kann als solche als
Wasch- und Reinigungsmittel Verwendung finden oder in Salzform übergeführt werden.
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i I. 3I2 Gewichtsteile des Chlorkohlensäureesters aus i-Oktylphenylmonoglykoläther
werden bei 4o bis 5o° zu der Mischung aus I85 Gewichtsteilen Dodecylamin und ioo
Gewichtsteilen Pyridin nach und nach zugegeben und 3 Stunden bei 6o bis 7o° nachgerührt.
Hierauf gießt man die Reaktionsmasse in viel Wasser und rührt einige Zeit kräftig
durch, welchen Vorgang man nötigenfalls wiederholt, bis das Dodecylamid der i-Oktylplienylmonoglykolameisensäure
frei von Pyridin ist. Durch Trocknen im Vakuum entfernt man aus dem geschmolzenen
Amid schließlich die letzten Spuren Wasser.
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12. 4oo Gewichtsteile des Chlorkohlensäureesters aus dem i-Oktylphenyltriglykoläther
werden wie im vorigen Beispiel mit 145 Gewichtsteilen Cyclohexyläthanolamin in Gegenwart
von 9o Gewichtsteilen Pyridin bei 30 bis 5o° nach und nach durch Zusammengeben gemischt
und bei 5o bis 7o° kurze Zeit nachbehandelt. Man erhält nach Ab-
trennung
von Pyridinchlorhydrat durch Auswaschen in Wasser mit guter Ausbeute das Cyclohexyläthanolamid
der i-Oktylphenyltriglykolätherameisensäure als sirupös,e Masse.
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13- 284 Gewichtsteile des Chlorkohlensäurcesters des Cyclohexylphenylmonoglykoläthers
werden in eine Lösung von I 7o Gewichtsteilen Methyltaurinnatronsalz in 2ooo Gewichtsteilen
Wasser bei 4o bis 45° unter gutem Rühren eingetragen, wobei man durch gleichzeitige
Zugabe von Natronlauge dafür sorgt, daß die Reaktionsmasse dauernd alkalisch reagiert.
Man läßt 2 bis 3 Stunden nachrühren und neutralisiert dann mit verdünnter Schwefelsäure.
-Nach dem Eindampfen im Vakuum erhält man das Natronsalz
als sirupöse blasse.