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Hintergrund der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Zweistoffelektrode, welche eine
organische Disulfidverbindung enthält und welche in elektrochemischen
Elementen wie beispielsweise Batterien, Elektrochromie-Displays, Sensoren
und Speichern Verwendung finden soll, und sie betrifft ebenso ein
Verfahren zu deren Herstellung. Leitfähige Polymerelektroden sind
seit der Entdeckung des leitfähigen
Polyacetylens im Jahre 1971 gründlich untersucht
worden, weil die Anwendung von leitfähigen Polymeren als Elektrodenmaterial
zu elektrochemischen Elementen mit erstrebenswerten Eigenschaften
führen
kann wie beispielsweise zu Batterien, welche in ihrem Gewicht leicht
sind und eine hohe Energiedichte aufweisen, zu großflächigen Elektrochromie-Vorrichtungen
und zu biochemischen Sensoren, bei denen Mikroelektroden verwendet
werden.
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Da
das Polyacetylen instabil ist und als Elektrodenmaterial praktisch
nicht brauchbar ist, sind andere konjugierte leitfähige Polymere
mit n-Elektronenbindung untersucht worden. Im Ergebnis dessen hat
man relativ stabile Polymere wie beispielsweise Polyanilin, Polypyrrol,
Polyacen und Polythiophen gefunden, und es sind Lithium-Sekundärbatterien
entwickelt worden, bei welchen diese Polymere als Katode Verwendung
finden, Es wird davon ausgegangen, dass die Energiedichte dieser
Batterien in einem Bereich von 40 bis 80 Wh/kg liegt.
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Im
US-Patent Nr. 4.833.048 sind organische Disulfidverbindungen als
organisches Material vorgeschlagen worden, welches die Energiedichte
noch erhöhen
kann. Die am stärksten
vereinfachte Form derartiger Verbindungen wird durch die allgemeine
Formel M+--S-R-S--M+ dargestellt,
worin R eine aliphatische oder aromatische organische Gruppe bedeutet,
S ein Schwefelatom bezeichnet und M+ ein
Proton oder ein Metallkation bezeichnet. Derartige Verbindungen
sind miteinander über
S-S-Bindungen durch elektrolytische Oxidation verbunden und bilden
ein Polymer, welches durch M+-- S-R-S-S-R-S-S-R-S--M+ dargestellt
wird.
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Das
so gebildete Polymer wird durch elektrolytische Reduktion wieder
in die Ausgangsmonomere regeneriert. In dem weiter oben erwähnten US-Patent
ist eine Metall-Schwefel-Sekundärbatterie
vorgeschlagen worden, welche dadurch hergestellt wird, dass man
ein Metall M, welches Kationen (M+) liefert und einfängt, mit
einer organischen Disulfidverbindung kombiniert. Von dieser vorgeschlagenen
Metall-Schwefel-Sekundärbatterie
wird erwartet, dass sie eine Energiedichte von nicht weniger als
150 Wh/kg aufweist, was mit herkömmlichen
Sekundärbatterien
vergleichbar oder sogar besser ist.
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Diese
organischen Disulfidverbindungen bergen jedoch ein Problem in sich.
Dieses besteht darin, dass die wiederholte Oxidation und Reduktion
(d. h. die Aufladung und die Entladung) eine allmähliche Abnahme
der Leistungsfähigkeit
der Elektroden zur Folge haben. Die Oxidation (Aufladung) der organischen
Disulfidverbindung liefert eine Polydisulfidverbindung, welche elektrisch
nichtleitend ist und eine geringe Ionenleitfähigkeit aufweist. Diese Polydisulfidverbindung
besitzt in Elektrolyten eine schlechte Löslichkeit.
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Im
Gegensatz dazu besitzen organische Disulfidmonomere, welche durch
die Reduktion (Entladung) der Polydisulfidverbindung erzeugt werden,
eine hohe Löslichkeit
in Elektrolyten.
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Die
wiederholte Oxidation und Reduktion bewirken daher, dass ein Teil
der Disulfidmonomere in einem Elektrolyten gelöst werden und anschließend an
einer Stelle, welche sich von der ursprünglichen Stelle auf der Elektrode
entfernt befindet, polymerisiert werden. Folglich wird die Polydisulfidverbindung,
welche sich weg von einem leitfähigen
Mittel wie beispielsweise Kohlenstoff abgelagert hat, vom leitfähigen Elektron/Ion-Netzwerk
in der Elektrode isoliert und trägt
nicht zu den Elektrodenreaktionen bei.
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Die
wiederholte Oxidation und Reduktion erhöht die Menge an isolierter
Polydisulfidverbindung und senkt nach und nach die Kapazität der Batterie.
Die organischen Disulfidmonomere, welche eine hohe Löslichkeit
aufweisen, bewegen sich aktiv von der Katode zur Trennwand in den
Elektrolyt hinein und sogar noch weiter bis hin zur Anode. Die Batterie
mit einer Elektrode, welche eine organische Disulfidverbindung als
Katode enthält,
weist folglich solche Nachteile Art auf wie eine herabgesetzte Auflade-
und Entladeeffektivität
und eine verkürzte
Zyklenfestigkeit bezüglich
der Aufladung und Entladung.
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Kurze Darstellung
der Erfindung
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht folglich darin, die weiter
oben erwähnten
Probleme zu lösen
und eine Elektrode bereitzustellen, welche eine hohe Auflade- und
Entladeeffektivität
beibehält
und eine günstige
Kennlinie des Aufladeund Entladezyklus aufweist, ohne dass die charakteristische
Eigenschaft der hohen Energiedichte der organischen Disulfidverbindung
verlustig geht.
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Die
vorliegende Erfindung ist auf eine Elektrode ausgerichtet, welche
einen Komplex aus mindestens einem Kupferion und mindestens einer
organischen Disulfidverbindung umfasst, wobei die organische Disulfidverbindung
mindestens eine Schwefel-Schwefel-Bindung enthält und wobei diese Schwefel-Schwefel-Bindung
aufgespaltet wird, wenn sie elektrolytisch reduziert wird, so dass
sich eine Schwefel-Metallion-Bindung bildet, und wobei diese Schwefel-Metallion-Bindung
wieder in die Schwefel-Schwefel-Bindung
regeneriert wird, wenn sie elektrolytisch oxidiert wird, wobei das
genannte Metallion ein Proton enthält.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung enthält
die Elektrode weiterhin ein leitfähiges Material.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung enthält
die Elektrode weiterhin Polyanilin.
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Vorzugsweise
wird ein Gemisch, welches den Komplex und das leitfähige Material
wie beispielsweise Kohlenstoffpulver oder Polyanilin enthält, von
einem leitfähigen
Trägerelement
wie beispielsweise einer dünnen
Kohlenstoffschicht oder einer Titanfolie getragen.
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Die
vorliegende Erfindung ist ebenfalls auf ein Verfahren zur Herstellung
einer Elektrode ausgerichtet, welches die folgenden Schritte umfasst:
Auflösung einer
organischen Disulfidverbindung in N-R-2-Pyrrolidon, wobei R ein
Wasserstoffatom oder eine Alkaligruppe bezeichnet, um eine Lösung herzustellen;
Hinzufügen
von Polyanilin zu dieser Lösung,
um eine Lösung
A herzustellen; Auflösung
eines Kupfersalzes in N-R-2-Pyrrolidon, um eine Lösung B herzustellen;
Mischen der Lösung
A mit der Lösung
B, um ein Gemisch zu erhalten, und Erhitzen des Gemisches in einer
Inertgasatmosphäre
oder im Vakuum.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst das Verfahren ferner den Schritt
des Auftragens des Gemisches aus der Lösung A und der Lösung B auf
ein leitfähiges
Trägerelement,
und zwar vor dem Schritt des Erhitzens. Die vorliegende Erfindung
betrifft ferner eine Lithium-Sekundärbatterie, welche eine aus
der oben erwähnten
Elektrode bestehende Katode, eine Anode und einen nichtwässrigen
Elektrolyt umfasst. Als Anode kommt eine Elektrode zur Anwendung,
für welche
als aktives Material Lithium verwendet wird wie beispielsweise metallisches
Lithium, eine Lithium enthaltende Legierung oder ein Lithium enthaltendes
Verbundoxid, welches wechselseitig Lithium interkalieren und desinterkalieren
kann. Während
die neuartigen Merkmale der Erfindung insbesondere in den angefügten Ansprüchen aufgezeigt
werden, kann die Erfindung sowohl vom Aufbau als auch vom Inhalt
her im Zusammenhang mit weiteren Gegenständen und Merkmalen der Erfindung
an Hand der nachfolgenden detaillierten Beschreibung in Verbindung
mit dem Zeichnungssatz besser verstanden und beurteilt werden.
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Kurze Beschreibung
der Figuren
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1 ist eine grafische Darstellung,
welche die Entladespannungen von Lithium-Sekundärbatterien zeigt, welche als
Katoden einerseits eine Elektrode A beim Beispiel 1 und andererseits
eine Elektrode A' beim Vergleichsbeispiel
enthalten.
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2 ist eine grafische Darstellung,
welche die Entladespannungen von Lithium-Sekundärbatterien zeigt, welche als
Katoden einerseits eine Elektrode B beim Beispiel 2 und andererseits
eine Elektrode B' beim Vergleichsbeispiel
enthalten.
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3 ist eine grafische Darstellung,
welche die Entladespannungen von Lithium-Sekundärbatterien zeigt, welche als
Katoden einerseits eine Elektrode C beim Beispiel § und andererseits
eine Elektrode C' beim Vergleichsbeispiel
enthalten.
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4 ist eine grafische Darstellung,
welche die Entladespannungen von Lithium-Sekundärbatterien zeigt, welche als
Katoden einerseits eine Elektrode D beim Beispiel 4 und andererseits
eine Elektrode D' beim Vergleichsbeispiel
enthalten.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Die
Elektrode der vorliegenden Erfindung umfasst einen Komplex aus mindestens
einer organischen Disulfidverbindung und mindestens einem Kupferion.
In diesem Komplex hat die organische Disulfidverbindung die Funktion
eines Liganden und ist koordinativ an das Kupferion gebunden.
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Die
für die
Herstellung des Komplexes verwendete organische Disulfidverbindung
wird durch die allgemeine Formel (R(S)y)n dargestellt, in welcher R eine aliphatische
oder aromatische Gruppe darstellt, S ein Schwefelatom bezeichnet,
und y und n eine ganze Zahl nicht kleiner als 1 beziehungsweise
eine ganze Zahl nicht kleiner als 2 bezeichnen. Zur Verfügung stehende
Beispiele für
organischen Disulfidverbindungen enthalten Dithioglykol, dargestellt
durch HSCH2CH2SH
(hier weiter als DTG bezeichnet), 2,5-Dimercapto-1,3,4-Thiadiazol, dargestellt
durch C2N2S(SH)2 (hier weiter als DMcT bezeichnet), s-Triazin-2,4,6-Trithiol,
dargestellt durch C3H3N3S3 (hier weiter
als TTA bezeichnet), 7-Methyl-2,6,8-Trimercaptopurin, dargestellt
durch C6H5N4S3 (hier weiter
als MTMP bezeichnet) und 4,5-Diamino-2,6-Dimercaptopyrimidin, dargestellt
durch C4H6N4S2 (hier weiter
als DDPy bezeichnet).
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Kommerziell
erhältliche
Verbindungen können
so, wie sie angeliefert werden, verwendet werden. Es sind auch Polymere
von solchen organischen Disulfidverbindungen einschließlich derer
Dimere und Trimere verwendbar, welche durch Polymerisation dieser
organischen Disulfidverbindungen mit Hilfe eines chemischen Polymerisationsprozesses
unter Verwendung eines Oxidationsmittels wie beispielsweise Iod,
Kaliumcyanoferrat(III), Wasserstoffperoxid, oder mittels eines elektrolytischen
Oxidationsprozesses gewonnen werden.
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Sowohl
die einwertigen als auch die zweiwertigen Kupferionen können für die Herstellung
des Komplexes verwendet werden, obwohl die zweiwertigen Kupferionen
vorzuziehen sind.
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Der
Komplex aus der organischen Disulfidverbindung und dem Kupferion
(hier weiter als SSCu bezeichnet) wird synthetisch hergestellt wie
zum Beispiel gemäß dem nachfolgenden
Prozess. In diesem Beispiel wird DMcT als organische Disulfidverbindung
verwendet, obwohl dieser Prozess auch auf andere organische Disulfidverbindungen
als DMcT anwendbar ist.
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Eine
Lösung,
welche durch Auflösen
von 0,76 g (6 Millimol) Iod in 50 ml Ethanol hergestellt worden
ist, wird einer Lösung
zugefügt,
welche durch Auflösen
von 1,1 g (6 Millimol) Kupfer(II)chlorid-2-hydrat (CuCl2·2H2O) in 25 ml Ethanol hergestellt worden ist.
Das Lösungsgemisch
wird daraufhin einer Lösung
zugefügt,
welche durch Auflösen
von 1,8 g (12 Millimol) DMcT in 50 ml Ethanol hergestellt worden
ist, wobei sofort ein rötlich-orangefarbiger
Komplex als feste Substanz ausfällt.
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Dieser
Feststoffkomplex wird durch Zentrifugieren abgetrennt und mehrere
Male mit heißem
Alkohol gewaschen. Der Feststoffkomplex wird weiterhin mit Ethylether
gewaschen und im Vakuum getrocknet. Dies ergibt einen Komplex, in
welchem 2 Moleküle
DMcT einem Kupferion koordinativ zugeordnet sind, nämlich Cu(C2HN2S3)2. DTG, TTA, MTMP und DDPy, die als organische
Disulfidverbindungen verwendet werden, liefern Cu(C2H2S2)2,
Cu3(C3N3S3)2, Cu(C6H4N4S3)2 bzw. Cu(C4H4N4S2)2.
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Der
SSCu-Komplex aus der organischen Disulfidverbindung und dem einwertigen
Kupferion wird synthetisch dadurch hergestellt, dass man eine Ethanollösung von
mit SO2 reduziertem Kupfer(II)chlorid mit
einer Ethanollösung
der organischen Disulfidverbindung mischt.
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Das
SSCu- Pulver wird unter Druck zu einer Elektrode geformt. Ein leitfähiges Material
wie beispielsweise ein leitfähiges
Polymerpulver wie Polyanilin, Acetylenruß oder pulverförmiges metallisches
Kupfer können
in dem Prozess zur Anfertigung der Elektrode mit dem Komplex gemischt
werden.
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Besonders
in derjenigen Katode, welche den Komplex und Polyanilin enthält, wirkt
das Polyanilin als leitfähiges
Material genau so wie der Ligand des Kupferions, während die
organische Disulfidverbindung als Dotierungsmittel des Polyanilin
wirkt, um einen Komplex zu bilden. Dies ergibt einen Metall-Polymer-Komplex höherer Ordnung
(hier weiter als SSCuPAn bezeichnet), in welchem die Moleküle der organischen
Disulfidverbindung, die Polyanilinmoleküle und die Kupferionen gegenseitige
Wechselwirkung dreidimensionaler Art aufweisen.
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Dieser
Metall-Polymer-Komplex hält
die organische Disulfidverbindung stärker an der Elektrode fest im
Vergleich zum Komplex aus der organischen Disulfidverbindung und
dem Kupferion. Die sich ergebende Elektrode behält folglich die hohe Reversibilität. Das bevorzugte
Verhältnis
von SSCu zu Polyanilin beträgt
0,1 bis 10 Moleküle
Polyanilin pro einem Molekül
der organischen Disulfidverbindung.
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Das
Polyanilin, welches für
die Herstellung von SSCuPAn Verwendung findet, wird durch Polymerisation
von Anilin oder seiner Derivate entsprechend einem chemischen Polymerisationsprozess
erhalten. Besonders vorzuziehen ist reduziertes Polyanilin im dedotierten
Zustand, welches wirkungsvoll die organischen Disulfidmonomere einfangen
kann.
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Der
Index des Reduktionsgrades (RDI) von Polyanilin wird wiedergegeben
durch das Verhältnis
RDI = I640/I340 der
Intensität
(I640) eines Absorptions-Peaks, welcher
einer Chinondiimin-Struktur zugeordnet werden kann, welche bei etwa
640 nm auftritt, zur Intensität
(I340) eines Absorptions-Peaks, welcher
einer parasubstituierten Benzolstruktur zugeordnet werden kann,
die bei etwa 340 nm auftritt, und zwar in einem Elektronenabsorptionsspektrum
der Lösung,
welche man durch Auflösen
einer Spurenmenge Polyanilin in N-Methyl-2-Pyrrolidon erhält.
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Vorzugsweise
wird Polyanilin verwendet, welches einen RDI-Wert von nicht größer als
0,5 aufweist. Der Grad der Dedotierung von Polyanilin wird durch
die Leitfähigkeit
dargestellt. Vorzugsweise wird Polyanilin verwendet, welches eine
Leitfähigkeit
von nicht höher
als 10–5 S/cm
hat.
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Die
Elektrode, welche SSCuPAn enthält,
wird durch die Mischung von SSCu-Pulver mit Polyanilinpulver erhalten.
Insbesondere wenn N-R-2-Pyrrolidon (hier weiter als NAP bezeichnet)
als Lösungsmittel
verwendet wird, besitzt die entstehende Elektrode die organische
Disulfidverbindung, das Kupferion und das Polyanilin, welche auf
der molekularen Ebene homogen vermischt sind.
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Im
ersten Schritt löst
man die organische Disulfidverbindung in N-R-2-Pyrrolidon auf, um
eine Lösung herzustellen.
Im zweiten Schritt fügt
man Polyanilinpulver zu dieser Lösung
hinzu, um eine Lösung
A herzustellen, während
das Kupfersalz in N-R-2-Pyrrolidon
aufgelöst
wird, um eine Lösung
B zu bereiten. Im dritten Schritt mischt man die Lösung A mit
der Lösung
B, bringt das Gemisch vorzugsweise auf ein geeignetes leitfähiges Trägerelement
und erhitzt das Gemisch in einer Inertgasatmosphäre oder im Vakuum, um eine
Elektrode zu erhalten, welche SSCuPAn enthält.
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NAP,
welches im Prozess zur Herstellung der SSCuPAn enthaltenden Elektrode
verwendet wird, kann ein handelsüblich
verfügbares
Reagens sein, so wie es angeliefert wird, oder ein solches, dessen
Wassergehalt man mit einem Zeolith-Adsorptionsmittel herabgesetzt
hat, so dass dieser nicht größer als
20 ppm ist. Vorzuziehende Beispiele für NAP sind jene, welche ein
Wasserstoffatom, eine Methyl-Gruppe, eine Ethyl-Gruppe und eine
Butyl-Gruppe als R aufweisen; das bedeutet 2-Pyrrolidon, N-Methyl-2-Pyrrolidon- N-Ethyl-2-Pyrrolidon
und N-Butyl-2-Pyrrolidon.
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Ein
organisches Polymerbindemittel wie beispielsweise Poly(vinylpyrrolidon),
Poly(vinylalkohol) oder Poly(vinylpyridin) kann der Elektrode der
vorliegenden Erfindung zugefügt
werden. Ein Gelelektrolyt kann ebenfalls dem Elektrodenmaterial
zugefügt
werden. Dieser Gelelektrolyt wird durch Gelierung aus einem organischen
Elektrolyt mit einem Polymer wie beispielsweise Polyacrylnitril,
Polyethylenoxid, Polyvinylidenfluorid oder Polyacrylsäure erhalten.
Der organische Elektrolyt wird durch Auflösen eines Lithiumsalzes wie
beispielsweise LiBF4, LiPF6,
LiAsF6, LiClO4,
LiCF3SO3 oder LiN(CF3SO2)2 in
einem nichtprotonischen Lösungsmittel
wie beispielsweise Propylenkarbonat oder Ethylenkarbonat hergestellt.
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Die
vorliegende Erfindung liefert eine Elektrode, aus welcher eine Sekundärbatterie,
die eine hohe Energiedichte aufweist, hergestellt werden kann. Die
entstehende Sekundärbatterie
weist eine geringere Freisetzung aktiven Materials aus der Elektrode
im Verlauf der Aufladung und der Entladung und eine geringere Verminderung
der Entladungskapazität
im Verlauf der Aufladung und der Entladung auf. Die vorliegende
Erfindung liefert außerdem
eine Elektrode, welche eine gleichbleibende Entladespannung aufweist.
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In
sämtlichen
Beispielen, die weiter hinten noch besprochen werden, gelangt bei
den Batterien die Elektrode der vorliegenden Erfindung zum Einsatz.
Die Elektrode der vorliegenden Erfindung kann jedoch auch als eine
Gegenelektrode verwendet werden, um Elektrochromie-Geräte mit hohen
Farbgebungs- und Verblassungsgeschwindigkeiten und biochemische
Sensoren wie zum Beispiel Glukosesensoren hoher Empfindlichkeit
zu liefern. Die Elektrode der vorliegenden Erfindung liefert auch
elektrochemische Analogspeicher, welche hohe Schreib- und Lesegeschwindigkeiten
aufweisen.
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Anhand
der weiter unten besprochenen Beispielen wird die vorliegende Erfindung
besser verstanden.
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Beispiel 1
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Ein
Gramm pulverförmiges
Cu(C2HN2S3)2, d. h. der Komplex,
welcher aus Kupfer(II)chlorid-2-hydrat und DMcT synthetisch hergestellt
worden ist, wurde mit 0,05 g pulverförmigen Acetylenrußes gemischt.
Ein durch Auflösen
von LiBF4 in einem Lösungsmittelgemisch aus Propylenkarbonat
und Ethylenkarbonat hergestellter Elektrolyt wurde mit Polyacrylonitril
geliert. Der auf diese Weise erhaltene Gelelektrolyt wurde mit Acetonitril
verdünnt.
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Ein
Gramm der verdünnten
Gelelektrolytlösung
wurde dem Gemisch hinzugefügt.
Die auf diese Weise erhaltene Aufschlämmung wurde auf eine poröse dünne Kohlenstoffschicht
aufgetragen, welche sich aus einem Fluor-Kohlenstoffharz und Acetylenruß zusammensetzt
und die Abmesungen 5 × 10
cm und eine Stärke von
50 μm aufweist,
und anschließend
im Vakuum bei 60 °C
wärmebehandelt.
Dies lieferte eine Elektrode A mit einer Stärke von 78 μm einschließlich der dünnen Kohlenstoffschicht. Die
Gelelektrolytlösung
wurde hergestellt durch Lösen
von 2,3 g LiBF4 in einem Lösungsmittelgemisch
aus 10,5 g Propylenkarbonat und 7,9 g Ethylenkarbonates, Hinzufügen von
3 g Polyacrylonitilpulver zu dem sich ergebenden organischen Elektrolyten,
Erhitzen der Mischung auf 100 °C
zum Zweck der Auflösung
des Polyacrylonitrilpulvers und Verdünnen des Gelelektrolyten mit
20 g Acetonitril.
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Vergleichsbeispiel 1
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Eine
Aufschlämmung,
welche durch Mischen von 1 g DMcT-Pulver mit 0,05 g pulverförmigen Acetylenrußes und
1 g der im Beispiel 1 verwendeten Gelelektrolytlösung erhalten worden ist, wurde
auf die poröse dünne Kohlenstoffschicht
aufgetragen und im Vakuum bei 60 °C
wärmebehandelt.
Dies ergab eine Elektrode A' mit
einer Stärke
von 82 μm
einschließlich
der dünnen
Kohlenstoffschicht.
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Beispiel 2
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Eine
Aufschlämmung,
welche durch Mischen von 1 g pulverförmigen Cu3(C3N3S3)2,
d. h. des aus Kupfer(II)chlorid-2-hydrat und TTA synthetisch hergestellten
Komplexes, mit 0,05 g pulverförmigen
Acetylenrußes und
1 g der im Beispiel 1 verwendeten Gelelektrolytlösung hergestellt worden ist,
wurde auf die poröse
dünne Kohlenstoffschicht,
welche sich aus einem Fluor-Kohlenstoffharz und Acetylenruß zusammensetzt
und die Abmessungen 5 × 10
cm und eine Stärke
von 50 μm
aufweist, aufgetragen und im Vakuum bei 60 °C wärmebehandelt. Dies ergab eine
Elektrode B mit einer Stärke
von 85 μm
einschließlich
der dünnen
Kohlenstoffschicht.
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Vergleichsbeispiel 2
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Eine
Aufschlämmung,
welche durch Mischen von 1 g DMcT-Pulver mit 0,05 g pulverförmigen Acetylenrußes und
1 g der Beispiel 1 verwendeten Gelelektrolytlösung erhalten worden ist, wurde
auf die poröse Kohlenstoffschicht
aufgetragen und im Vakuum bei 60 °C
wärmebehandelt.
Dies ergab eine Elektrode B' mit einer
Stärke
von 88 μm
einschließlich
der dünnen
Kohlenstoffschicht.
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Beispiel 3
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Eine
Lösung
wurde durch Auflösen
von 1,5 g DMcT in 10 g N-Methyl-2-Pyrrolidon (hier weiter als NMP bezeichnet)
hergestellt. Dedotiertes reduziertes Polyanilin, welches eine Leitfähigkeit
von 10–8 S/cm
und einen RDI-Wert von 0,26 aufweist, wurde durch Dedotierung von
Polyanilin (hergestellt von Nitto Denko Corp., Handelsname: Anilead)
in einer alkalischen Lösung
und nachfolgende Reduzierung des dedotierten Polyanilins mit Hydrazin
erhalten. Die Zugabe von 1,0 g des dedotierten reduzierten Polyanilinpulvers
zu der Lösung
ergab eine bläulich-grüne dickflüssige DMcT-Polyanilin-NMP Lösung (das
Polyanilin wird weiter als PAn bezeichnet).
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Eine
Lösung,
welche durch Auflösen
von 0,75 g kristallwasserfreien Kupfer(II)chlorids in 5 g NMP hergestellt
worden ist, wurde danach der DMcT-PAn-NMP-Lösung zugefügt. Dies ergab eine dickflüssige Tinte. Diese
Tinte wurde auf einen Stromsammler aus Titanfolie mit den Abmessungen
5 × 8
cm und einer Stärke von
30 μm aufgetragen
und anschließend
im Vakuum für
zwei Stunden bei 80 °C
getrocknet. Dies ergab eine Elektrode C mit einer Stärke von
55 μm einschließlich der
Titanfolie.
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Vergleichsbeispiel 3
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Die
im Beispiel 3 verwendete DMcT-PAn-NMP Lösung wurde auf einen Titanfolie-Stromsammler aufgetragen
und anschließend
im Vakuum für
zwei Stunden bei 80 °C
getrocknet. Dies ergab eine Elektrode C' mit einer Stärke von 50 um einschließlich der
Titanfolie.
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Beispiel 4
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Eine
Lösung
wurde durch Auflösen
von 1,8 g TTA in 10 g NMP hergestellt. Dedotiertes reduziertes Polyanilin
mit einer Leitfähigkeit
von 10–8 S/cm
und einem RDI-Wert von 0,28 wurde durch Dedotierung von Polyanilin
(hergestellt von Nitto Denko Corp., Handelsname: Anilead) in einer
alkalischen Lösung
und nachfolgende Dedotierung des Polyanilin mit Hydrazin erhalten.
Die Hinzufügung
von 1,0 g des dedotierten reduzierten Polyanilinpulvers zu der Lösung ergab
eine bläulich-grüne dickflüssige TTA-PAn-NMP
Lösung.
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Eine
Lösung,
welche durch Auflösen
von 1,15 g kristallwasserfreien Kupfer(II)chlorids in 5 g NMP hergestellt
worden ist, wurde danach der TTA-Pan-NMP Lösung zugegeben. Dies ergab
eine dickflüssige
Tinte. Diese Tinte wurde auf einen Titanfolie-Stromsammler mit den Abmessungen 5 × 8 cm und
einer Stärke
von 30 μm
aufgetragen und anschließend
im Vakuum für
zwei Stunden bei 80 °C
getrocknet. Dies ergab eine Elektrode D mit einer Stärke von
60 μm einschließlich der
Titanfolie.
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Vergleichsbeispiel 4
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Die
im Beispiel 4 verwendete TTA-PAn-NMP Lösung wurde auf einen Titanfolie-Stromsammler aufgetragen
und anschließend
im Vakuum für
zwei Stunden bei 80 °C
getrocknet. Dies ergab eine Elektrode D' mit einer Stärke von 58 um einschließlich der
Titanfolie.
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Bewertung der Leistungsdaten
der Elektrode
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Es
wurden die Batterien A, B, C, D, A', B',
C' und D' (2 × 2 cm im
Quadrat) dergestalt hergestellt, dass sie die in den Beispielen
1, 2, 3, und 4 und in den Vergleichsbeispielen 1, 2, 3, und 4 erhaltenen
Elektroden A, B, C, D, A',
B', C', und D' als Katoden enthielten,
metallisches Lithium in einer Stärke
von 0,3 mm als Anode diente und ein Gelelektrolyt von 0,6 mm Stärke als
Trennschicht wirkte. Der Gelelektrolyt wurde durch Gelierung von
3,0 g Polyacrylonitril mit 20,7 g Propylenkarbonat/Ethylenkarbonat-Lösung (1:1
im Volumenverhältnis)
erhalten und enthält
1M LiBF4 im darin gelösten Zustand.
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Die
Batterien A bis D und A' bis
D' wurden in einem
Bereich von 4,65 bis 2,0 V und mit einer konstanter Stromstärke von
0,2 mA bei 20 °C
wiederholt aufgeladen und entladen, wobei die Entladekapazität (Maßeinheit:
mAh) bei jedem Auflade- und Entladezyklus zum Zweck der Bewertung
der Kennlinie des Auflade- und Entladezyklus gemessen wurde. Die
Messergebnisse sind in Tabelle 1 dargestellt. Die 1, 2, 3 und 4 veranschaulichen die Entladespannungen
der Batterien A und A',
der Batterien B und B',
der Batterien C und C' bzw.
der Batterien D und D' jeweils
beim fünften
Zyklus.
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Tabelle
1 Entladekapazität(Maßeineit:
mAh)
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Wie
aus den obigen Ergebnissen deutlich zu erkennen ist, fällt in den
Batterien, bei denen die erfindungsgemäßen Elektroden der Beispiele
von 1 bis 4 verwendet worden sind, während der Auflade/Entladezyklen
die Entladekapazität
im Vergleich zu den Batterien, bei welchen die entsprechenden Elektroden
der Vergleichsbeispiele verwendet worden sind, weniger stark ab.
Diejenigen Batterien, bei welchen die Elektroden der Beispiele verwendet
worden sind, haben vergleichsweise gleichbleibende Entladespannungen,
die im Bereich von 3,5 bis 2,5 V liegen, im Vergleich zu denjenigen
Batterien, bei welchen die entsprechenden Elektroden der Vergleichsbeispiele
verwendet worden sind.
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Auch
wenn die vorliegende Erfindung anhand der gegenwärtig bevorzugten Ausführungsformen
beschrieben worden ist, sollte dies so verstanden werden, dass eine solche
Darlegung nicht ausgelegt werden darf, als schränke dies den allgemeinen Erfindungsgedanken
ein Nach Durchsicht der obigen Darlegung wird den Fachleuten auf
dem Gebiet, in das diese Erfindung fällt, zweifellos klar, dass
verschiedenartige Änderungen
und Modifikationen möglich
sind.