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Gebiet der
Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen das Gebiet von rekombinanten
retroviralen Teilchen für
eine Anwendung beim Gentransfer, z. B. für eine Anwendung bei der Gentherapie.
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Hintergrund
der Erfindung
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Bei
Retroviren handelt es sich um behüllte RNA-Viren, die nach einer
Infektion einer Wirtszelle eine reverse Transkription ihrer RNA-Genome
in ein DNA-Intermediat oder Provirus vornehmen. Der Provirus kann stabil
in die zelluläre
DNA des Wirts integriert werden. Genprodukte, die durch den Provirus
codiert werden, werden anschließend
von der Wirtszelle exprimiert, um retrovirale Virionen zu produzieren,
wodurch das Virus repliziert wird. Da das retrovirale Genom manipuliert
werden kann, um exogene Nukleotidsequenz(en) von Interesse für eine Expression
in einer Zielzelle zu enthalten, sind retrovirale Vektoren wichtige
Hilfsmittel für
einen stabilen Gentransfer in Säugerzellen.
Viele vorgeschlagene Gentherapieanwendungen verwenden retrovirale
Vektoren, um die Fähigkeit
dieser natürlich
infektiösen
Mittel zum Transfer und effizienter Exprimierung rekombinanter Nukleotidsequenzen
in empfänglichen
Zielzellen auszunutzen (siehe z. B. Miller 1992 Nature 357: 455–460; Miller
Curr. Top. Microbiol. Immunol. 158: 1–24). Bei den retroviralen
Vektoren, die für
eine Verwendung in solchen Anwendungen geeignet sind, handelt es
sich im allgemeinen um defekte retrovirale Vektoren, die fähig sind,
die Zielzelle zu infizieren, ihre RNA-Genome revers zu transkribieren,
und die revers transkribierte DNA in das Zielzellengenom zu integrieren,
jedoch nicht fähig
sind, innerhalb der Zielzelle zu replizieren, um infektiöse retrovirale
Teilchen zu produzieren (z. B. weist das in die Zielzelle transferierte
retrovirale Genom einen gag-Defekt auf, das Gen, das für Virionenstrukturproteine
codiert, und/oder einen pol-Defekt, das Gen, das für die reverse
Transkriptase codiert).
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Die
Verwendung von retroviralen Vektoren ist unter vielen Gesichtspunkten
eingeschränkt.
Wenngleich Retroviren schnell-teilende Zellen wirksam infizieren
und stabil in deren Genom integriert werden können, ist z. B. die retrovirale
Integration in das Genom von nicht-teilenden oder langsam-teilenden
Zellen ineffizient (Springett et al. 1989 J. Virol. 63: 3865–3869; Miller
et al. 1990 Mol. Cell. Biol. 10: 4239–4242; Roe et al. 1993 EMBO
J. 12: 2099–2108).
Die meisten Verpackungssysteme ergeben nur niedrige Vektortiter,
und die Fragilität
von retroviralen Vektorteilchen erschwert die Reinigung und Konzentrierung
(Paul et al. 1993 Hum. Gene Therap. 4: 609–615). Schließlich dringen
Retroviren durch Bindung von retroviralen Hüllglycoproteinen (codiert durch
das env-Gen) an spezifische Zielzellen-Oberflächenrezeptoren in die Zielzellen
ein. Diese Hüllprotein-Zelloberflächenrezeptor-Wechselwirkung
ist oft Spezies-spezifisch, und in einigen Fällen sogar gewebespezifisch.
Ferner kann das Ausmaß der
Expression des Zelloberflächenrezeptors
auf den Zielzellen unter den Zielzellen stark variieren. Demzufolge
weisen Retroviren im allgemeinen eine beschränkte Wirtsauswahl (host range)
auf (Kavanaugh et al. 1994 Proc. Natl. Acad. Sci USA 91: 7071–7075; Hopkins
1993 Proc. Natl. Acad. Sci. USA 90: 8759–8760).
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Eine
Strategie sowohl zur Ausdehnung der retroviralen Wirtszellenauswahl
als auch zur Erhöhung
der strukturellen Stabilität
der retroviralen Virionen umfasst die Herstellung von pseudotypisierten
(pseudotyped) retroviralen viralen Vektoren. Pseudotypisierte retrovirale
Vektoren, die bei der Transformation von Zielzellen geeignet sind,
sind im allgemeinen aus retroviralen Virionenstrukturproteinen (z.
B. gag-Proteine),
einem rekombinanten RNA-Genom enthaltend die Nukleotidsequenz von
Interesse, dem pol-Protein für
die reverse Transkription der in dem Virion enthaltenen rekombinanten
RNA und einem nicht-retroviralen Hüllprotein oder einem Hüllprotein
aus einem anderen Retrovirus aufgebaut. Das rekombinante RNA-Genom
weist im allgemeinen einen Replikationsdefekt auf (replication defective),
d. h. einen Defekt in den pol- und/oder gag-Genen, um die Herstellung
von infektiösen
Retroviren nach dem Transfer der Nukleotidsequenz von Interesse
in die Zielzelle zu vermeiden. Das Hüllprotein des pseudotypisierten
Retrovirus ist im allgemeinen derart gewählt, um eine größere Wirtsauswahl
bereitzustellen oder ein selektives Targeting von zu infizierenden
Zellen bereitzustellen.
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Das
Hüllprotein
von Vesicular Stomatitis Virus (VSV), bezeichnet als VSV G, ist
ein wichtiger Kandidat für
eine Anwendung bei der Herstellung von pseudotypisierten retroviralen
Vektoren. VSV G kann eine Vielzahl von Zelltypen aus einem breiten
Bereich von Säuger-
und Nichtsäuger-Spezies,
einschließlich
Menschen, Hamster, Insekten, Fisch und Fröschen, mit einer größeren Effizienz
als traditionelle amphotrophe retroviralen Vektoren infizieren.
Die mutmaßlichen
Rezeptoren) für
VSV umfassen Phosphatidylserin, Phosphatidylinositol und/oder GM3
Gangliosid (Mastromarino et al., 1987 J. Gen. Virol. 68: 2359–2369; Conti,
et al., 1988 Arch. Virol. 99: 261–269), die alle ubiquitär und reichlich
vorhandene Komponenten der Plasmamembranen sind. VSV G pseudotypisierte
retrovirale Vektoren weisen eine verstärkte strukturelle Stabilität auf, die
eine Konzentrierung auf Titer von mehr als 109/ml
mittels Ultrazentrifugation ermöglicht
(Emi et al., 1991 J. Virol. 65: 1202–1207; Yee et al. 1994 Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 91: 9564–9568;
Burns et al., 1993 Proc. Natl. Acad. Sci. USA 90: 8033–8037; Lin
et al. 1994 Science 265: 666–669).
Bei Expression in Verpackungszellen (packaging cells) bildet VSV
G wirksam pseudotypisierte Virionen, wobei das Genom und die Kernbestandteile von
Retroviren wie z. B. murinen Leukämievirus abgeleitet sind (murine
leukemia virus, MuL V). Verpackungszelllinien, die die retroviralen
Gag- und Pol-Gene und das VSV G Hüllprotein exprimieren, produzieren
pseudotypisierte retrovirale Teilchen, die die retroviralen Gag
und Pol-Proteine in einer VSV G-haltigen Hülle eingeschlossen aufweisen
(siehe 1), was zur Herstellung von Virionen führt, deren
Infektiosität
durch anti-VSV G Antikörper
blockiert wird (Emi et al. 1991 supra; Yee et al. 1994 supra). Diese
Eigenschaften von VSV G pseudotypisierten Virionen verbreitern nicht
nur den Anwendungsbereich von retroviralen Vektoren für genetische
Studien in zuvor unzugänglichen
Spezies, sondern erleichtern auch effizientere präklinische
und klinische Studien über
das Potential für
die Humangentherapie.
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Jedoch
ist die Herstellung von VSV G pseudotypisierten retroviralen Virionen
auf einige Schwierigkeiten gestoßen. Zum einen ist VSV G cytotoxisch.
Eine hohe Expression von VSV G in Säugerzellen führt zur Bildung
von Syncytia und zum Zelltod, was die Bereitstellung von stabilen
Zelllinien, die VSV G exprimieren, erschwert (Yee et al. 1994 supra;
Burns et al. 1993 supra). Pseudotypisierte VSV G Virionen wurden über eine transiente
Expression des VSV G Gens nach DNA-Transfektion von 293GP-Zellen, die die Gag
und Pol-Komponenten von MuL V exprimieren, produziert, wobei Vektorpräparationen
mit Titern von 105 bis 106/ml
erhalten wurden (Yee et al. 1994 supra). Jedoch ist die Generierung
von VSV G pseudotypisierten Virionen mittels transienter VSV G Expression
mühsam,
arbeitsintensiv und wahrscheinlich nicht zu klinischen Anwendungen
führend,
bei denen reproduzierbare, zertifizierte Vektorpräparationen
erforderlich sind.
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Es
sind mehrere induzierbare Promotorsysteme beschrieben worden, einschließlich jener,
die durch Schwermetalle (Mayo et al. 1982 Cell 29: 99–108), RU-486
(ein Progesteron-Antagonist) (Wang et al. 1994 Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 91: 8180–8184),
Steroide (Mader und White, 1993 Proc. Natl. Acad. Sci. USA 90: 5603–5607) und Tetracycline
(Gossen und Bujard 1992 Proc. Natl. Acad. Sci. USA 89: 5547–5551; USPN 5,464,758)
kontrolliert werden. Jedoch sind Schwermetalle für Zellen toxisch, was die Verwendung
dieses induzierbaren Promotorsystems beeinträchtigt. Der induzierbare Promotor
des RU-486-Systems wird in Abwesenheit von RU-486 signifikant exprimiert
und wird nur 10- bis 20-mal höher
in Gegenwart von RU-486 induziert (Wang et al. 1994), wodurch dieses
System für
die Expression von VSV G zur Herstellung von pseudotypisierten retroviralen
Virionen nicht erstrebenswert ist.
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Das
Tetracyclin-induzierbare System von Gossen und Bujard wurde zur
Regulierung der induzierbaren Expression von mehreren Genen verwendet
(Gossen und Bujard 1992, supra; Furth et al. 1994 Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 91: 9302–9306;
Howe et al. 19951. Biol. Chem. 270: 14168–14174; Resnitzky et al. 1994
Mol. Cell. Biol. 14: 1669–1679;
Shockett et al. 1995 Proc. Natl. Acad. Sci. USA 92: 6522–6526).
Dieses System verwendet einen chimären Transkriptionsfaktor, als
tTA bezeichnet, zusammengesetzt aus dem Repressor von Escherichia
coli (E. coli) Tetracyclin-Resistenz-Operon (tetR) und der Aktivierungsdomäne (Carboxyl-terminale Domäne) des
Virionenproteins 16 (VP16) von Herpes Simplex Virus (HSV) (Triezenberg
et al. 1988 Genes Dev. 2: 718–729).
Das Gen von Interesse wird abwärts
von einem minimalen Cytomegalovirus (CMV) 1A-Promotor angeordnet,
abgeleitet von den Immediate Early CMV-Genen, verbunden mit multiplen
Kopien von tetO, der Bindungsstelle für den Tetracyclin-Repressor
tetR. In Abwesenheit von Tetracyclin bindet der tetR-Teil des Transaktivators
an die tetO-Sequenzen des Promotors und der VP16-Teil erleichtert
die Transkription. In Gegenwart von Tetracyclin bindet das Tetracyclin
an den tetR-Teil
von tTA, das wiederum die Bindung des tetR-Teils an die tetO-Sequenz(en)
des Promotors verhindert, wodurch die Transkription inhibiert wird.
Da selbst geringe Konzentrationen von Tetracyclin ausreichen, um
die tTA-Funktion zu blockieren, und da die meisten Säugerzellen
Tetracyclin tolerieren können,
stellt dieses System einen straff regulierten Ein-Aus-Schalter für die Genexpression
dar, der durch Variieren der Tetracyclinkonzentration, der die Zellen
ausgesetzt sind, gesteuert werden kann. Jedoch ist die Etablierung
von Zelllinien, die große
Mengen des Tetracyclin-Transaktivators
(tTA) stabil exprimieren, schwierig, da die VP16-Aktivierungs-Domäne die allgemeine
zelluläre
Transkription vermindert oder "unterdrückt" ("squelches"), wenn sie in großen Mengen
in Säugerzellen
exprimiert wird (Gossen und Bujard 1992 supra; Gossen und Bujard
1992, supra; Shockett et al. 1995 supra; Gill et al. 1988 Nature
334: 721–724;
Ptashne et al. 1990 Nature 346: 329–331). Folglich ist das tTA-induzierbare
Expressionssystem für
die Herstellung von VSV G pseudotypisierten retroviralen Vektoren
nichterstrebenswert.
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Es
besteht ein dringendes Bedürfnis
im Stand der Technik nach einem induzierbaren Expressionssystem,
das für
die Herstellung von cytotoxischen Genprodukten geeignet ist, wie
z. B. VSV G, und für
die Herstellung von VSV G pseudotypisierten retroviralen geeignet
ist.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung bietet Zubereitungen und Verfahren für die induzierbare
Expression eines Polypeptids, insbesondere eines normalerweise für die eukaryotische
Wirtszelle, in der es exprimiert werden soll, cytotoxischen Polypeptids.
Eine Nukleotidsequenz, die für
ein Polypeptid von Interesse codiert, ist funktionstüchtig an
einen induzierbaren Promotor verknüpft (z. B. ein Promotor bestehend
aus einem minimalen Promotor verknüpft an multiple Kopien von
tetO, der Bindungsstelle für
den Tetracyclin-Repressor (tetR) von dem Escherichia coli Tetracyclin-Resistenz-Operon Tn10). Die
Expression von dem induzierbaren Promotor wird mittels einem multi-chimären Transaktivierungsfaktor
reguliert, bestehend aus einer ersten Liganden-Bindungsdomäne, die
die Transkription negativ reguliert (z. B. ein prokaryotisches Tetracyclin-Repressor-Polypeptid),
einer Transkriptionsaktivierungs-Domäne und einer zweiten Liganden-Bindungsdomäne, die
die Transkriptionsaktivierungsfunktion des Transaktivators positiv
reguliert (z. B. eine Liganden-Bindungsdomäne eines Steroidrezeptors,
bevorzugt eines Östrogen-Rezeptors
(ER)). Die Transkription der Nukleotidsequenz unter der Kontrolle
des induzierbaren Promotors wird durch den multi-chimären Transaktivator
aktiviert, wenn sowohl der Ligand, der an die erste Liganden-Bindungsdomäne (z. B.
Tetracyclin) abwesend ist und der Ligand, der an die zweite Liganden-Bindungsdomäne (z. B.
ein Steroid) bindet, anwesend ist. Dieses induzierbare Expressionssystem
ist besonders bei der Expression von cytotoxischem Protein VSV G
für die
Herstellung von pseudotypisierten retroviralen Vektoren geeignet.
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Eine
erste Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines Systems für
die induzierbare Expression eines Polypeptids in einer eukaryotischen
Zelle, insbesondere eines Polypeptids, das für die Wirtszelle cytotoxisch
ist, wenn es in normalen bis hohen Levels exprimiert wird.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines Systems zur induzierbaren Expression eines Polypeptids, das
einen Transaktivierungsfaktor verwendet, der die allgemeine zelluläre Transkription
nicht signifikant beeinflusst.
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Noch
eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines induzierbaren Expressionssystems, das zur Erzeugung von Verpackungszelllinien
eingesetzt werden kann, die hohe Titer von VSV G pseudotypisierten
retroviralen Vektoren ergeben.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt in der Bereitstellung
von VSV G pseudotypisierten retroviralen Vektoren mit einer verbreiterten
Wirtsauswahl, um die Transformation von Spezies einschließlich Nichtsäuger-Spezies,
die zuvor nicht zur Verfügung
standen, unter Verwendung von konventionellen Transformationstechniken
zu ermöglichen.
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Ein
Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass jede beliebige
Nukleotidsequenz durch Verwendung des induzierbaren Expressionssystems
gemäß der vorliegenden
Erfindung exprimiert werden kann.
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Ein
weiterer Vorteil liegt darin, dass die Transkriptionsaktivierungsfunktion
des Transaktivierungsfaktors bis zur Aussetzung gegenüber einem
Steroid (oder einem Analogon davon) im wesentlichen inaktiv ist, wodurch
eine mögliche
Beeinträchtigung
der allgemeinen zellulären
Transkription vermindert wird.
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Ein
weiterer Vorteil besteht darin, dass die Aktivierung des induzierbaren
Expressionssystems zwei unabhängige
Signale erfordert (d. h. die Abwesenheit von Tetracyclin und die
Gegenwart von Östrogen),
wodurch die Häufigkeit
von ungewünschter
Transkriptionsaktivierung (z. B. Transkriptionsaktivierung der Sequenz
in funktionstüchtiger
Verknüpfung
an den induzierbaren Promotor unter anderen Bedingungen als die Abwesenheit
von Tetracyclin und die Gegenwart von Steroid) reduziert wird.
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Diese
und weitere Aufgaben, Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung
ergeben sich für
den Fachmann beim Lesen der Einzelheiten der Vektoren, Zelllinien
und Methodologie, im folgenden ausführlich beschrieben.
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Kurze Beschreibung
der Figuren
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1 ist
eine schematische Darstellung der allgemeinen Schritte bei der Herstellung
von VSV G pseudotypisierten retroviralen Vektoren. Der retrovirale
Vektor (
)
wird verwendet, um eine Zelle zu infizieren, und ein Klon mit dem
integrierten retroviralen Vektor wird für die anschließende Herstellung
des VSV G pseudotypisierten Virus gewählt. Die Virionen (o) sind
aufgrund der Abwesenheit von Hüllprotein
auf der Zelloberfläche nicht
infektiös.
Der VSV G pseudotypisierte Virus wird durch Einführen einer VSV G codierenden
Sequenz in den Klon und transienter Expression von VSV G erzeugt.
Infektiöser
VSV G pseudotypisierter Virus (O) wird 24 bis 96 Stunden nach der
Transfektion gesammelt.
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Die 2A, 2B und 2C sind schematische Darstellungen des
induzierbaren Expressionssystems gemäß der vorliegenden Erfindung.
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3 ist
eine schematische Darstellung der Herstellung von tTAER, einem beispielhaften
multi-chimären
Transaktivator gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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Die 4A–4C sind
schematische Darstellung der Nukleotid- und Aminosäuresequenzen
des multi-chimären
Transaktivators tTAER.
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5 ist
eine schematische Darstellung der Konstrukte pCMV-tTAER, phyg-CMV-tTAER, pTetO-G-1, pTetO-G-2,
pLTK-FIX und pLZRNL. Die gepunkteten Boxen stellen den Promotor
des CMV Immediate Early Gens dar. Die schraffierten Boxen stellen
den HSV TK Promotor dar. tTAER, das Gen, das für tTAER codiert; hygR, das
Gen, das für
Hygromycin-B-Phosphortransferase codiert; purR, das Gen, das für Puromycin-N-Acetyltransferase
codiert; neoR, das Neomycin-Phosphotransferase-Gen; tetO, der Minimum-CMV-Immediate-Early-Gen-Promotor
verknüpft
an sieben Tandem-Kopien
der tetR-Bindungsstelle; VSV-G, das Gen, das für VSV-G codiert; LTR, die lange
terminale Wiederholung (long terminal repeat) von MoMLV; FIX, der
Hund-Faktor IX cDNA; po, die interne Ribosomen-Eingangsstelle vom
Poliovirus. Pfeile zeigen die ungefähren Lokalisierungen der Transkriptions-Initiationsstellen
und die Richtung der Transkription an. Die Figur ist nicht maßstabsgetreu
gezeichnet.
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6 ist
eine schematische Darstellung der Konstrukte pTetO-CAT, pTEPN, pTEPN-CAT und pTEPN-G.
tetO steht für
einen minimalen CMV-Immediate-Early-Gen-Promotor verknüpft an sieben Tandem-Kopien
der tetR-Bindungsstelle; CAT, das bakterielle Chloramphenicol-Acetyltransferase-Gen;
LTR, die lange terminale Wiederholung von MoMLV; tTAER, das Gen,
das für
tTAER codiert; PO, die interne Ribosomen-Eingangsstelle vom Poliovirus; neo,
das Gen, das für
die Neomycin-Phosphotransferase
codiert; G, das VSV G-Gen. Pfeile über den LTRs zeigen die ungefähren Positionen
der Transkriptions-Initiationsstellen; die Plasmid-Karten sind nicht
maßstabsgetreu
gezeichnet.
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7 ist
ein Graph, der die induzierbare Expression des lux-Gens durch den
multichimären
Transaktiviator tTAER zeigt.
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8 ist
ein Graph, der die induzierbare Expression der CAT-Aktivität, reguliert
durch den multi-chimären
Transaktivator tTAER, darstellt.
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9 ist
ein Set von vier Graphen, die die Durchfluss-cytometrische Analyse
der induzierbaren Zelloberflächen-VSV
G-Expression in gepoolten LTK-FIX Virus-infizierten 293GP/tTAER/G-Klonen
darstellen.
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10 ist
ein Set von zwei Graphen, die den Zeitverlauf der Herstellung von
VSV G-pseudotypisierten Virus
mittels Zellen des 293GP/tTAER/G-Klons 21 und Zellen des 293GP/tTAER/G-Klons
13 über
einen Zeitraum von jeweils 16 Tagen und 8 Tagen darstellen. Die
Zellen wurden in DMEM allein (Raute), DMEM plus Tetracyclin (Kreis),
DMEM plus 17β-Östradiol
(Quadrat) für
den angegebenen Zeitraum inkubiert. Die horizontalen und vertikalen
Achsen messen jeweils die Fluoreszenz-Intensität und die Anzahl an Zellen.
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11 ist
ein Graph, der die induzierbare CAT-Expression in stabilen tTAER-exprimierenden HT1080-Zellen,
die das pTetO-CAT-Konstrukt enthalten, darstellt. Dunkel gepunktete
Balken, mit Tetracyclin, ohne 17β-Östradiol
(+Tc, –Est);
hell gepunktete Balken, kein Tetracyclin, kein 17β-Östradiol
(–Tc, –Est); gefüllte Kästchen,
mit 17β-Östradiol,
kein Tetracyclin (–Tc,
+Est); offene Kästchen,
mit Tetracyclin und 17β-Östradiol (+Tc,
+Est).
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12 ist
ein Graph, der die induzierbare CAT-Expression in TEPN-CAT Virusinfizierten
HT1080-Zellen darstellt. Dunkel gepunktete Balken, mit Tetracyclin,
ohne 17β-Östradiol
(+Tc, –Est);
hell gepunktete Balken, kein Tetracyclin, kein 17β-Östradiol (–Tc, –Est), gefüllte Kästchen, mit 17β-Östradiol,
kein Tetracyclin (+Est, –Tc);
offene Kästchen,
mit Tetracyclin und 17β-Östradiol
(+Tc, +Est).
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13 ist
ein Set von 6 Graphen, die die Durchfluss-cytometrische Analyse
der induzierbaren Zelloberflächen-VSV-G-Expression
in TEPN-G Virus-infizierten HT1080-Zellen darstellen. Die horizontalen
und vertikalen Achsen messen jeweils die Fluoreszenz-Intensität und die
Anzahl an Zellen.
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Beschreibung
der bevorzugten Ausführungsformen
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Vor
der Beschreibung des vorliegenden induzierbaren Expressionssystems,
der Verwendung des induzierbaren Expressionssystems zur Generierung
von Verpackungs-Zelllinien
für retrovirale
Vektoren pseudotypisiert mit VSV G sowie der Konstrukte, Vektorteilchen,
und Verpackungs-Zelllinien, die damit in Verbindung stehen, soll
angemerkt werden, dass die vorliegende Erfindung nicht auf die konkret
beschriebenen Methodologien, Protokolle, Zelllinien, Retroviren,
Vektoren, Konstrukte und Reagenzien beschränkt ist, die selbstverständlich variieren
können.
Es ist auch davon auszugehen, dass die Rahmen der vorliegenden Beschreibung verwendete
Terminologie nur dem Zweck der Beschreibung von besonderen Ausführungsformen
dient, und nicht den Schutzbereich der vorliegenden Erfindung beschränken soll,
der nur durch die beigefügten
Ansprüche
beschränkt
wird.
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Es
ist festzuhalten, dass im Rahmen der Verwendung in der vorliegenden
Beschreibung und den Ansprüchen,
die Singular-Formen "ein", "eine" und "der/die/das" auch Plural-Bezüge umfassen,
sofern nicht der Kontext deutlich das Gegenteil angibt. Beispielsweise
umfasst die Bezugnahme auf "eine
Verpackungszelle" eine
Vielzahl von solchen Zellen und die Bezugnahme auf "der retrovirale Vektor" umfasst die Bezugnahme auf
einen oder mehrere Vektoren und Äquivalente
davon, die dem Fachmann bekannt sind, und so weiter.
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Sofern
nicht anders angegeben, weisen alle technischen und wissenschaftlichen
Ausdrücke,
die im Rahmen der vorliegenden Beschreibung und der Ansprüche verwendet
werden, die gleiche Bedeutung, wie üblicherweise vom Fachmann auf
dem Fachgebiet der vorliegenden Erfindung verstanden, auf. Auch
wenn beliebige Verfahren, Geräte
und Materialien, die ähnlich
oder äquivalent
zu den in der vorliegenden Beschreibung beschriebenen sind, bei
der Durchführung
oder der Prüfung
der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden können, werden im folgenden die
bevorzugten Methoden, Geräte
und Materialien beschrieben.
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Alle
im Rahmen der vorliegenden Beschreibung zitierten Veröffentlichungen
werden durch Inbezugnahme in die vorliegende Beschreibung aufgenommen,
zum Zwecke der Beschreibung und Offenbarung der Zelllinien, Vektoren
und Methodologien, die in den Veröffentlichungen beschrieben
sind, und die im Zusammenhang mit der vorliegend beschriebenen Erfindung
eingesetzt werden können.
Die vorstehend und innerhalb des gesamten Textes besprochenen Veröffentlichungen
werden ausschließlich
für deren
Offenbarung vor dem Anmeldungstag der vorliegenden Anmeldung bereitgestellt.
In der vorliegenden Beschreibung ist keine Angabe als ein Zugeständnis, dass
die Erfinder nicht berechtigt wären,
die Offenbarung aufgrund der Vor-Erfindung
vorzudatieren, auszulegen.
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Definitionen
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Unter "induzierbares Expressionssystem" wird ein Konstrukt
oder eine Kombination von Konstrukten verstanden, umfassend eine
Nukleotidsequenz codierend für
einen multi-chimären
Transaktivator, einen induzierbaren Promotor, der durch den multichimären Transaktivator
transkriptions-aktiviert werden kann, und eine Nukleotidsequenz
von Interesse, in funktionstüchtiger
Verknüpfung
an den induzierbaren Promotor. Ein beispielhaftes induzierbares
Expressionssystem gemäß der vorliegenden
Erfindung umfasst zum Beispiel eine Nukleotidsequenz, codierend
für tTAER,
und eine Nukleotidsequenz von Interesse in funktionstüchtiger
Verknüpfung
an einen induzierbaren Promotor, aufgebaut aus einem Minimal-Promotor
funktionstüchtig
verknüpft an
wenigstens eine tetO-Sequenz.
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Unter "Transaktivator", "Transaktivierungsfaktor" oder "Transkriptions-Aktivator" wird ein Polypeptid verstanden,
das die Transkription von einem Promotor erleichtert. Wenn der Promotor
ein induzierbarer Promotor ist, aktiviert der Transaktivator die
Transkription in Antwort auf ein spezifisches Transkriptionssignal
oder Set von Transkriptionssignalen. Zum Beispiel ist in dem induzierbaren
Expressionssystem gemäß der vorliegenden
Erfindung tTAER ein Transaktivator, der die Transkription von dem
induzierbaren tetO-Promotor erleichtert, wenn tTAER nicht an Tetracyclin
gebunden und an Östrogen
gebunden ist.
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Unter "multi-chimärer Transaktivator" wird ein Transaktivator
verstanden, zusammengesetzt aus einem Fusions-Protein, abgeleitet
von wenigstens drei unterschiedlichen Polypeptiden. Im allgemeinen
ist der multi-chimäre
Transaktivator gemäß der vorliegenden
Erfindung zusammengesetzt aus: 1) einer ersten Liganden-Bindungs- Domäne, wobei
die Bindung eines ersten Liganden an die erste Liganden-Bindungs-Domäne die Transkriptions-Aktivierung
durch den multi-chimären
Transaktivator negativ beeinflusst (negatively affects transcriptional
activation – NAT-Domäne); 2)
eine Transkriptions-Aktivierungs-Domäne, im allgemeinen von einem
eukaryotischen Transkriptions-Aktivator abgeleitet; und 3) eine
zweite Liganden-Bindungs-Domäne,
wobei die Bindung eines zweiten Liganden an die zweite Liganden-Bindungs-Domäne die Transkriptions-Aktivierung
durch den multi-chimären
Transaktivator positiv beeinflusst (positively affects transcriptional
activation – PAT-Domäne). Bevorzugt
handelt es sich bei der NAT-Domäne
um ein prokaryotisches Tetracyclin-Repressor-Polypeptid und bei der PAT-Domäne um eine
Liganden-Bindungs-Domäne
eines Steroidrezeptors. Bevorzugt ist die Transkriptions-Aktivierungs-Domäne die Carboxylterminale
Domäne
von Virion-Protein 16 (VP16) vom Herpes Simplex Virus (HSV).
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Unter "tTAER" wird ein multi-chimärer Transaktivator
verstanden, aufgebaut aus einem tetR-Polypeptid, als Aktivierungs-Domäne von VP16,
und einer Liganden-Bindungs-Domäne eines Östrogenrezeptors.
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"Tetracyclin-Repressor-Protein", "Tetracyclin-Repressor-Polypeptid", "tetR-Polypeptid" und "tetR-Protein" werden im Rahmen
der vorliegenden Beschreibung wahlweise eingesetzt und stehen für ein Polypeptid, das
sowohl 1) eine spezifische Bindung an Tetracyclin und/oder Tetracyclinderivate,
und 2) eine spezifische Bindung an tetO-Sequenzen aufweist, wenn das tetR-Polypeptid
nicht an Tetracyclin oder ein Tetracyclin-Analogon gebunden ist. "TetR-Polypeptid" ist so zu verstehen,
dass es eine natürlich
vorkommende (d. h. native) tetR-Polypeptidsequenz und funktionelle
Derivate davon umfasst.
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Unter "Transkriptions-Aktivierungs-Domäne" wird eine Polypeptidsequenz
verstanden, die die Transkriptions-Aktivierung aus einem Promotor
erleichtert. "Transkriptions-Aktivierungs-Domäne" umfasst Transkriptions-Aktivierungs-Domänen, die
von der natürlich
auftretenden Aminosäuresequenz
eines Transkriptionsfaktors abgeleitet sind wie auch funktionelle
Derivate davon.
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Unter "Liganden-Bindungs-Domäne eines
Steroidrezeptors" wird
ein Polypeptid verstanden, das 1) eine spezifische Bindung an ein
Steroid und/oder ein Steroid-Analogon
aufweist, und 2) bei Vorliegen in einem multi-chimären Transaktivator
und bei Bindung an ein Steroid oder ein Steroid-Analogon, erleichtert
der multi-chimäre Transaktivator
die Transkription von einem Promotor. "Liganden-Bindungs-Domäne eines
Steroidrezeptors" soll
natürlich
vorkommende (d. h. native) Steroidrezeptor-Liganden-Bindungs-Domänen und
funktionelle Derivate davon umfassen.
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Unter "Hüllprotein" wird ein Polypeptid verstanden, das
1) in eine Hülle
eines Retrovirus inkorporiert werden kann, und 2) Ziel-Zellen binden
kann und die Infektion der Ziel-Zelle durch den RNA-Virus, den es
verpackt, erleichtern kann. "Hüllprotein" soll natürlich vorkommende
(d. h. native) Hüllproteine
und funktionelle Derivate davon umfassen.
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Unter "funktionelles Derivat
eines Polypeptids" wird
eine Aminosäuresequenz
verstanden, abgeleitet von einem natürlich auftretenden Polypeptid,
die im Vergleich zu dem natürlich
vorkommenden Polypeptid aufgrund von Addition, Deletion, Substitution
oder einer anderen Modifikation der Aminosäuresequenz verändert ist. "Funktionelle Derivate", wie sie im Rahmen
der vorliegenden Beschreibung vorgesehen sind, besitzen die Eigenschaften
der natürlich
auftretenden Polypeptide, die für
die Durchführung
der Erfindung wesentlich sind. So bedeutet zum Beispiel ein "funktionelles Derivat
von tetR" ein Polypeptid,
abgeleitet von tetR, das sowohl 1) die Tetracyclin- oder Tetracyclin-Analogon-Bindung
und 2) die Fähigkeit
zur Inhibierung der Transkriptions-Aktivierung mittels tTAER, wenn
an Tetracyclin oder an ein Analogon gebunden, beibehält. Unter "funktionelles Derivat
von einer VP16-Transkriptions-Aktivierungs-Domäne" wird ein Polypeptid
verstanden, abgeleitet von einer VP16-Transkriptions-Aktivierungs-Domäne, die
die Transkription von dem Promotor erleichtern kann. Unter "funktionelles Derivat
von einer Liganden-Bindungs-Domäne
eines Steroidrezeptors" wird
ein Polypeptid verstanden, abgeleitet von einer Liganden-Bindungs-Domäne eines
Steroidrezeptors, das sowohl 1) die Steroid- oder Steroid-Analogon-Bindung
und 2) die Fähigkeit
zur Erleichterung der Transkription durch einen multi-chimären Transaktivator,
wenn an ein Steroid- oder ein Steroid-Analogon gebunden, beibehält. Verfahren
zur Herstellung von funktionellen Derivaten (z. B. unter Verwendung
von rekombinanten DNA-Methodologien, chemischen Modifikationen von
Aminosäureresten
und weiteren Techniken) sind im Stand der Technik bekannt.
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Unter "Promotor" wird eine minimale
DNA-Sequenz verstanden, die ausreicht, die Transkription einer DNA-Sequenz
zu dirigieren, an die es funktionstüchtig verknüpft ist. "Promotor" soll auch jene Promotor-Elemente umfassen,
die ausreichen für
Promotor-abhängige
Gen-Expression, steuerbar für
Zelltyp-spezifische Expression, Gewebe-spezifische Expression oder
induzierbar durch externe Signale oder Mittel; solche Elemente können in
den 5'- oder 3'-Regionen des natürlich vorkommenden
Gens angeordnet sein.
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Unter "induzierbarer Promotor" ist ein Promotor
zu verstehen, der transkriptionell aktiv ist, wenn er an einen Transkriptions-Aktivator
gebunden ist, der wiederum unter einem spezifischen Set von Bedingungen
aktiviert wird, z. B. in Gegenwart einer besonderen Kombination
von chemischen Signalen, die die Bindung des Transkriptions-Aktivators
an den induzierbaren Promotor beeinflussen und/oder die Funktion
des Transkriptions-Aktivators selbst beeinflussen. Der Transkriptions-Aktivator
gemäß der vorliegenden
Erfindung, tTAER, zum Beispiel induziert die Transkription von dem
korrespondierenden induzierbaren Promotor, wenn Östrogen (oder ein Analogon
davon) vorliegt und wenn Tetracyclin abwesend ist, d. h. Tetracyclin
nicht an tTAER gebunden ist.
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Unter "Konstrukt" ist eine rekombinante
Nukleotidsequenz zu verstehen, im allgemeinen ein rekombinantes
DNA-Molekül,
das für
den Zweck der Expression einer spezifischen Nukleotidsequenz bzw.
-sequenzen erzeugt worden ist, oder bei der Konstruktion von weiteren
rekombinanten Nukleotidsequenzen eingesetzt werden soll. Im allgemeinen
bezieht sich "Konstrukt" im Rahmen der vorliegenden
Beschreibung auf ein rekombinantes DNA-Molekül.
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"Funktionstüchtig verknüpft" (operably linked)
bedeutet, dass eine DNA-Sequenz und eine Regulationssequenz bzw.
-sequenzen derart verknüpft
sind, dass sie die Gen-Expression
ermöglichen,
wenn die geeigneten Moleküle
(d. h. Transkriptions-Aktivierungs-Proteine)
an die Regulationssequenz bzw. -sequenzen gebunden sind.
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"Funktionstüchtig insertiert" (operatively inserted)
bedeutet, dass eine Nukleotidsequenz von Interesse benachbart zu
einer Nukleotidsequenz angeordnet ist, die die Transkription und
Translation der eingeführten Nukleotidsequenz
von Interesse dirigiert (d. h. die Herstellung von zum Beispiel
einem Polypeptid, codiert durch eine DNA von Interesse, erleichtert).
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Unter "Transformation" ist eine permanente
oder transiente genetische Veränderung
zu verstehen, bevorzugt eine permanente genetische Veränderung,
induziert in eine Zelle nach Inkorporierung von neuer DNA (d. h.
DNA, die für
die Zelle exogen ist).
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Wenn
es sich bei der Zelle um eine Säugerzelle
handelt, wird im allgemeinen durch Einführung der DNA in das Genom
der Zelle eine permanente genetische Veränderung erzielt.
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Unter "Ziel-Zelle" wird eine Zelle
(Zellen) verstanden, die unter Verwendung der Verfahren und Zubereitungen
gemäß der vorliegenden
Erfindung transformiert werden soll bzw. sollen. Die Transformation
kann ausgestaltet sein, um die Ziel-Zelle(n) nicht-selektiv oder
selektiv zu transformieren. Im allgemeinen wird unter einer Ziel-Zelle, wie sie in
der vorliegenden Beschreibung verwendet wird, eine eukaryotische
Zelle verstanden, die durch einen VSV G-pseudotypisierten retroviralen
Vektor gemäß der vorliegenden
Erfindung infiziert werden kann.
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Unter "transformierte Zelle" wird eine Zelle
verstanden, in die (oder in deren Vorläufer) mittels rekombinanter
DNA-Techniken ein DNA-Molekül
eingeführt
worden ist, das für
ein Gen-Produkt (z. B. RNA und/oder Protein) von Interesse codiert
(z. B. Nukleinsäure,
die für
ein therapeutisches zelluläres
Produkt codiert).
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Unter "Nukleotidsequenz
von Interesse" oder "DNA von Interesse" wird eine beliebige
Nukleotid- oder DNA-Sequenz verstanden, die für ein Protein oder ein weiteres
Molekül
codiert, das für
eine Expression in einer Ziel-Zelle wünschenswert ist (d. h. zur
Produktion des Proteins oder eines anderen biologischen Moleküls (z. B.
ein therapeutisches zelluläres
Produkt) in der Ziel-Zelle). Die Nukleotidsequenz von Interesse
ist funktionstüchtig
verknüpft
an weitere Sequenzen, die für
deren Expression erforderlich sind, z. B. einem Promotor.
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Unter "therapeutisches Gen-Produkt" wird ein Polypeptid,
RNA-Molekül
oder anderes Gen-Produkt verstanden, das bei Expression in einer
Ziel-Zelle eine gewünschte
therapeutische Wirkung aufweist, z. B. die Reparatur eines genetischen
Defekts in dem Zielzellen-Genom (z. B. durch Komplementierung),
Expression eines Polypeptids mit einer gewünschten biologischen Aktivität, und/oder
Expression eines RNA-Moleküls
für Antisense-Therapie
(z. B. Regulierung der Expression eines endogenen oder heterologen
Gens in dem Ziel-Zellen-Genom).
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Unter "Subjekt" oder "Patient" wird ein beliebiges
Subjekt verstanden, für
den eine Zell-Transformation oder Gen-Therapie gewünscht wird,
einschließlich
Menschen, Rinder, Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Mäuse, Insekten,
Pferde, Hühner
und beliebige weitere Arten oder Spezies mit Zellen, die mit einem viralen
Vektor mit einer Hülle
enthaltend VSV G infiziert werden können.
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Unter "transgener Organismus" wird ein nicht-humaner
Organismus (z. B. Einzeller-Organismen
(z. B. Hefe), Säuger,
Nicht-Säuger
(z. B. Nematode oder Drosophila)) mit einer nicht-endogenen (d.
h. heterologen) Nukleinsäuresequenz
verstanden, die als extrachromosomales Element in einem Teil der
Zellen oder stabil in der Keimbahn-DNA vorliegt.
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Unter "transgenes Tier" wird ein nicht-menschliches
Tier verstanden, im allgemeinen ein Säugetier mit einer nicht-endogenen
(d. h. heterologen) Nukleinsäuresequenz,
die als extrachromosomales Element in einem Teil der Zellen oder
stabil in der Keimbahn-DNA integriert vorliegt (d. h. der genomischen
Sequenz der meisten oder der gesamten Zellen). Heterologe Nukleinsäure wird
mittels genetischer Manipulation von zum Beispiel Embryonen oder
embryonalen Stammzellen des Wirtstiers in die Keimbahn solcher transgener
Tiere eingeführt.
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Unter "viraler Vektor" wird ein rekombinantes
virales Teilchen verstanden, das die Transformation einer Ziel-Zelle
mit einer Nukleotidsequenz von Interesse durchführt.
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Unter "Virion", "virales Teilchen" oder "retrovirales Teilchen" wird ein einzelner
Virus verstanden, mindestens aus einem RNA-Genom, einem Pol-Protein
(für die
reverse Transkription des RNA-Genoms nach Infektion), einem Gag-Protein
(Strukturprotein, das in dem Nukleocapsid vorliegt) und einem Hüllenprotein
aufgebaut. Im Rahmen der vorliegenden Beschreibung ist das RNA-Genom
des retroviralen Teilchens im allgemeinen ein rekombinantes RNA-Genom,
d. h. es enthält
eine RNA-Sequenz, die exogen zu dem nativen retroviralen Genom ist
und/oder einen Defekt in einer endogenen retroviralen Sequenz aufweist
(z. B. fehlerhaft in pol, gag und/oder env ist, und bei Anwendung
in der vorliegenden Beschreibung weist es im allgemeinen einen Defekt
in allen drei Genen auf).
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Unter "pseudo-typisiertes
virales Teilchen" oder "pseudo-typisiertes
retrovirales Teilchen" versteht man
ein virales Teilchen mit einem Hüllprotein,
das von einem anderen Virus als dem Virus, von dem das RNA-Genom
abgeleitet ist, stammt. Das Hüllprotein
kann von einem Retrovirus einer anderen Art als der Retrovirus sein,
von dem das RNA-Genom stammt, oder von einem nicht-retroviralen
Virus sein (z. B. Vesikular Stomatitis Virus (VSV)). Bevorzugt handelt
es sich bei dem Hüllprotein
des pseudo-typisierten retroviralen Teilchens um VSV G.
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Unter "VSV G" oder "VSV G-Hüllprotein" wird das Hüllprotein
von Vesicular Stomatitis Virus (VSV) oder ein davon abgeleitetes
Polypeptid oder ein rekombinantes Fusions-Polypeptid, bei dem eine VSV G-Polypeptidsequenz
an eine heterologe Polypeptidsequenz fusioniert ist, verstanden,
wobei das VSV G-abgeleitete Polypeptid vom rekombinanten Fusions-Polypeptid
in einer viralen Hülle
eines pseudo-typisierten retroviralen Teilchens enthalten sein kann
und die Infektiosität
für eine
ausgewählte
Ziel-Zelle beibehält
(z. B. eine Auswahl von erwünschten
eukaryotischen Zellen oder einer spezifischen Ziel-Zelle von Interesse).
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Unter "VSV G-pseudotypisierter
Virus", (VSV 6 pseudotyped
virus) "VSV G-pseudotypisierter
Retrovirus", "VSV G-pseudotypisiertes
virales Teilchen" oder "VSV G-pseudotypisiertes
retrovirales Teilchen" wird
ein Retrovirus mit einem Hüllprotein
VSV G verstanden, entweder in Kombination mit oder im wesentlichen
statt der endogenen retroviralen Hülle. Bevorzugt ist VSV G in
der VSV G-pseudotypisierten viralen Hülle in einer solchen Menge
vorhanden, dass VSV G etwa 50% der Hüllproteine, die in der Hülle vorliegen,
darstellt, noch bevorzugter etwa 75%, und ganz besonders bevorzugt
etwa 90% bis 95%, noch bevorzugter mehr als etwa 95%, am bevorzugtesten
etwa 100% oder derart, dass VSV G im wesentlichen das einzige Hüllprotein
darstellt, das in der pseudotypisierten viralen Teilchenhülle vorliegt.
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Die
vorliegende Erfindung wird im folgenden ausführlich beschrieben.
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Überblick über das
induzierbare Expressionssystem gemäß der Erfindung
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Die 2A–2C stellen eine schematische Darstellung
der Hauptkomponenten des induzierbaren Expressionssystems gemäß der vorliegenden
Erfindung dar. Das induzierbare Expressionssystem umfasst wenigstens
zwei Hauptkomponenten: 1) einen multi-chimären Transaktivator, und 2)
einen induzierbaren Promotor, wobei die Transkription von dem induzierbaren
Promotor durch den multi-chimären
Transaktivator erleichtert wird (2C).
Der multi-chimäre
Transaktivator ist ein Fusions-Protein,
zumindest aufgebaut aus: 1) einer ersten Liganden-Bindungs-Domäne, die
bei Bindung des Liganden die Transkriptions-Aktivierung durch den multi-chimären Transaktivator
negativ beeinflusst (im folgenden als die Bindungs-Domäne bezeichnet,
die die Transkription negativ beeinflusst, oder NAT-Domäne), 2)
einer Transkriptions-Aktivierungs-Domäne (TAD), im allgemeinen von
einem eukaryotischen Transkriptions-Aktivator abgeleitet, und 3)
einer zweiten Liganden-Bindungs-Domäne, die
bei Bindung an den entsprechenden Liganden die Transkriptions-Aktivierung durch
den multi-chimären
Transaktivator positiv beeinflusst (im folgenden als die Bindungs-Domäne bezeichnet,
die die Transkription positiv beeinflusst oder PAT-Domäne). Die
Domänen
des multi-chimären
Transaktivators sind bevorzugt geordnet vom N-Terminus zum C-Terminus
NAT-TAD-PAT, auch wenn die Domänen
anders angeordnet sein können
(z. B. vom N-Terminus zum C-Terminus, PAT-TAD-NAT).
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Im
Rahmen einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist die NAT-Domäne der Repressor des Escherichia
coli (E. coli)-Tetracyclin-Resistenz-Operons (tetT), die TAD-Domäne ist die
Aktivierungs-Domäne
(Carboxyl-terminale Domäne)
vom Virionprotein 16 (VP16) von Herpes Simplex Virus (HSV) (Triezenberg
et al., 1988, Genes Dev. 2: 718–729),
und die PAT-Domäne
ist der Liganden-Bindungs-Teil
eines Steroid-Rezeptors, bevorzugt ein Liganden-Bindungs-Teil eines ÖstrogenRezeptors
(ER), eines Glucocorticoid-Rezeptors (GR), eines Mineralcorticoid-Rezeptors (MR), eines
Androgen-Rezeptors (AR), oder eines Progesteron-Rezeptors (PR),
insbesondere ein Östrogen-Rezeptor.
Die relativen Positionen von tetR, VP16, ER und tetO induzierbarer
Promotor in der bevorzugten Ausführungsform
des induzierbaren Expressionssystems sind in der 2C dargestellt.
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Im
allgemeinen, wie beispielhaft in der 2 angegeben,
wird die Transkription von dem induzierbaren Promotor nur aktiviert,
wenn sowohl die ER-Domäne
(PAT-Domäne) an Östrogen
(ein PAT-Ligand) gebunden und die tetR-Domäne (NAT-Domäne)
nicht an Tetracyclin (ein NAT-Ligand) gebunden ist (2B).
Wenn der Ligand an die NAT-Domäne
gebunden ist oder die PAT-Domäne
ohne Ligand ist, kann der multi-chimäre Transaktivator die Transkription
von dem induzierbaren Promotor nicht signifikant erleichtern (2A).
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Gemäß einer
Ausführungsform
ist das induzierbare Expressionssystem gemäß der vorliegenden Erfindung
aufgebaut aus: 1) einem multi-chimären Transaktivator, tTAER,
der ein Fusionsprotein ist, aufgebaut aus (bevorzugt vom N-Terminus
zum C-Terminus)
dem E. coli tetR-Polypeptid, der Transkriptions-Aktivierungs-Domäne von HSV
VP16, und der Liganden-Bindungs-Domäne von dem Östrogen-Rezeptor (ER); und 2)
einem minimalen Promotor abgeleitet von dem Immediate Early Gen
von CMV funktionstüchtig
verknüpft
an sieben Tandem-Kopien von tetO, das wiederum an eine Nukleotidsequenz
von Interesse funktionstüchtig
verknüpft
sein kann. Wenn Östrogen
an dem ER-Teil von tTAER gebunden ist, erleichtert tTAER die Expression von
dem tetO-induzierbaren Promotor durch die Bindung von der tetR-Domäne an eine
tetO-Sequenz bzw. -Sequenzen des induzierbaren Promotors, wodurch
der VP16-Domäne
die Erleichterung der Transkriptions-Aktivierung ermöglicht wird.
tTAER führt
zu keiner signifikanten Veränderung
der Transkription aus dem tetO-induzierbaren
Promotor in Abwesenheit von Östrogen.
Die Transkriptions-Aktivierung des tetO-induzierbaren Promotors
durch tTAER ist in Gegenwart von Tetracyclin inhibiert, das an den
tetR-Teil von tTAER bindet. Diese Ausführungsform wird im folgenden
ausführlich
beschrieben. Wenn die PAT-Domäne
des multi-chimären
Transaktivators an einen PAT-Liganden gebunden ist und die NAT-Domäne nicht
an einen NAT-Liganden gebunden ist, ist die Transkription von dem
induzierbaren Promotor etwa 10-fach bis etwa 50-fach erhöht, bevorzugt
von etwa 40-fach bis 90-fach,
noch bevorzugter von etwa 40-fach bis 100-fach, und kann 200-fach oder
mehr in Bezug auf die Transkription in Gegenwart des NAT-Liganden
betragen. Die Transkription von dem induzierbaren Promotor ist etwa
2-fach bis etwa 4-fach, bevorzugt etwa 3-fach bis 10-fach höher, wenn
der Transaktivator durch den PAT-Liganden
gebunden ist, als wenn der Transaktivator von sowohl dem NAT-Liganden
als auch dem PAT-Liganden gebunden ist, oder wenn der Transaktivator
durch keinen Liganden gebunden ist.
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Bevorzugt
kann der multi-chimäre
Transaktivator in hohen Niveaus in einer eukaryotischen Zelle exprimiert
werden, ohne die allgemeine zelluläre Transkription in der Wirtszelle
signifikant nachteilig zu beeinflussen, d. h. ohne den "Unterdrückungseffekt", der mit einer hohen
Expressionsstärke
von weiteren Transaktivator-Proteinen assoziiert ist (z. B. tTA
des Tetracyclin-induzierbaren Systems von Gossen und Bujard, siehe oben).
Unter "hohen Niveaus" wird eine Menge
an Expression des multichimären
Transaktivators verstanden, die ausreicht, die Transaktivierung
des induzierbaren Promotors zu erleichtern, aber nicht für die Zelle
schädlich
ist (d. h. nicht-toxisch
für die
Zelle). "Hohe Niveaus" kann eine Expressionsstärke sein,
die die Detektion des Transaktivators mittels Western-Blot von etwa
106 Zellen oder weniger ermöglicht.
Der multi-chimäre Transaktivator
kann vorzugsweise in einer breiten Vielfalt von Zelltypen exprimiert
werden, einschließlich Säugerzellen
und Nicht-Säugerzellen
wie zum Beispiel, aber nicht beschränkt auf, Menschen-, Affen-,
Mäuse-, Hamster-,
Rinder-, Insekten-, Fisch- und Froschzellen.
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Der
multi-chimäre
Transaktivator kann entweder in vivo oder in vitro exprimiert werden,
und die Expression des Transaktivators kann durch Selektion des
Promotors gesteuert werden, an den die Nukleotidsequenz, die für den Transaktivator
codiert, funktionstüchtig
verknüpft
wird. Zum Beispiel kann es sich bei dem Promotor um einen konstitutiven
Promotor oder einen induzierbaren Promotor handeln. Beispiele für solche Promotoren
umfassen den humanen Cytomegalovirus-Promotor IE (Boshart et al.,
1985, Cell, 41: 521–530), ubiquitär exprimierende
Promotoren wie zum Beispiel HSV-Tk (McKnight et al., 1984, Cell,
37: 253–262)
und β-Actin-Promotoren
(z. B. der humane β-Actin-Promotor
wie von Ng et al., Mol. Cell Biol., 1985, 5: 2720–2732 beschrieben).
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Bei
dem Promotor des multi-chimären
Transaktivators kann es sich um einen Zelltyp-spezifischen oder Gewebe-spezifischen
Promotor handeln, der bevorzugt die Transkription des Transaktivators
in einer gewünschten
Zelle eines Gewebetyps erleichtert. Beispielhafte Zelltyp-spezifische
und/oder Gewebe-spezifische Promotoren umfassen Promotoren wie zum
Beispiel Albumin (Leber-spezifisch; Pinkert et al., 1987, Genes Dev.,
1: 268–277),
Lymphoid-spezifische Promotoren (Calame et al., 1988, Adv. Immunol.
43: 235–275);
insbesondere Promotoren von T-Zell-Rezeptoren (Winoto et al., 1989,
EMBO J. 8: 729–733)
und Immunglobuline (Banerji et al., 1983, Cell 33: 729–740; Queen
und Baltimore, ebenda, 741–748),
Neuronen-spezifische Promotoren (z. B. der Neurofilament-Promotor;
Byrne et al., 1989, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 86: 5473–5477), Pankreas-spezifische
Promotoren (Edlunch et al., 1985, Science, 230: 912–916) oder
Brustdrüsen-spezifische Promotoren
(Milchmolken-Promotor,
US-Patent Nr. 4 873 316 und europäische Patentanmeldung, Veröffentlichungs-Nr.
264 166). Promotoren für
die Expression des multi-chimären
Transaktivators können
auch entwicklungsgesteuerte Promotoren wie zum Beispiel die murinen
Homeobox-Promotoren (Kessel et al., 1990, Science, 249: 374–379) oder
der α-Fetoprotein-Promotor
(Campes et al., 1989, Genes Dev., 3: 537–546) sein. Der Promotor kann
in Kombination mit Kontrollregionen verwendet werden, was eine Integrationsstellen-unabhängige Expression
des Transaktivators ermöglicht
(Grosveld et al., 1987, Cell, 51: 975–985). Bevorzugt ist der Promotor
in den jeweiligen Zelltypen konstitutiv. Bevorzugt handelt es sich
bei dem Promotor um einen CMV-Promotor, noch bevorzugter um einen
CMV Immediate Early Gen-Promotor.
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Liganden-Bindungs-Domäne für die Inhibierung
der Transkription durch den multichimären Transaktivator
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Die
Liganden-Bindungs-Domäne,
die die Transkription aus dem induzierbaren Promotor negativ beeinflusst
(NAT-Domäne
des Transaktivators), kann von einem beliebigen Polypeptid abgeleitet
sein, das die Transkription von einem Promotor inhibiert, wenn an
einen spezifischen Liganden gebunden. Bei Bindung an ihren spezifischen
Liganden inhibiert die NAT-Domäne
bevorzugt die Transkription durch Verhindern der Bindung des multi-chimären Transaktivators
an eine spezifische Nukleotidsequenz innerhalb eines Promotors, noch
bevorzugter handelt es sich bei der spezifischen Sequenz, an die
der multi-chimäre
Transaktivator bindet, um die Transkription zu erleichtern (wenn
die NAT-Domäne
nicht an ihren Liganden gebunden ist) um eine Sequenz, die einfach
in einen gewünschten
Promotor inkorporiert werden kann, um die Transkriptions-Regulation des
Promotors durch die multi-chimäre
Transaktivator-Bindung
zu erleichtern.
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Bei
der NAT-Domäne
kann es sich zum Beispiel um ein Repressor-Protein handeln, das
an eine spezifische DNA-Sequenz in einer NAT-Liganden-abhängigen Weise
bindet. Wenn der NAT-Ligand nicht vorliegt, bindet folglich die
NAT-Domäne
an die spezifische Nukleotidsequenz in dem induzierbaren Promotor,
wodurch es der Transkriptions-Aktivierungs-Domäne (TAD) des multi-chimären Transaktivators
ermöglicht
wird, die Transkription von dem induzierbaren Promotor zu erleichtern.
Bevorzugt ist die Bindung der NAT-Domäne an die spezifische Nukleotidsequenz
relativ stark, d. h. mit einer Bindungs-Konstante (ka)
von wenigstens 105 M–1, bevorzugt
wenigstens etwa 106 M–1,
noch bevorzugter wenigstens etwa 108 M–1 bis
109 M–1, und kann bei 109 M–1 oder mehr liegen.
Wenn der NAT-Ligand anwesend ist, bindet der NAT-Ligand an die NAT-Domäne, wodurch
verhindert wird, dass die NAT-Domäne an die spezifische Nukleotidsequenz
in dem induzierbaren Promotor bindet, wodurch die multi-chimäre Transaktivierungs-vermittelte
Transkriptions-Aktivierung inhibiert wird. Beispielhafte NAT-Domänen umfassen,
sind aber nicht beschränkt
auf, den Repressor (tetR) des prokaryotischen Tetracyclin-Resistenz-Operons,
den lac-Repressor von weiteren prokaryotischen Lactose-Operons, GAL4
des Galactose-Operons (Conner et al., 1993, Virol. 195: 569, die
jun- und creb-Transaktivatoren aus Säugetieren (Yin et al., 1995,
J. Virol. 69: 6209–6218)
und in Pflanzen gefundene Transaktivatoren (Wilde et al., 1994,
Plant Mol. Biol., 24: 38).
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Bevorzugt
ist die NAT-Domäne
des multi-chimären
Transaktivators ein natives tetR-Polypeptid
oder ein funktionelles Derivat von tetR, da tetR seine spezifische
DNA-Sequenz (tetO)
mit höherer
Affinität
als entweder LacR oder GAL4 ihre jeweiligen Sequenzen binden. Zum
Beispiel bindet tetR Tetracyclin sehr viel stärker (ka ~
109 M–1; Takahashi et al.,
J. Mol. Biol., 187: 341–348
(1986) als lacR an IPTG komplexiert (ka ~
106 M–1; Barkley & Bourgeios in
The Operon, Miller & Rezinkoff,
hrg. Cold Spring Harbor Lab., Cold Spring Harbor, N. Y., 1980, S.
177–220).
Folglich wirken sehr geringe, nicht-toxische Konzentrationen von
Tetracyclin auf effiziente Art und Weise. Unter "funktionelles Derivat von tetR" wird ein Polypeptid
verstanden, das von tetR abgeleitet ist, das sowohl 1) die Tetracyclin-
oder Tetracyclin-Analogon-Bindung und 2) die Fähigkeit zur Inhibierung der
Transkription von dem induzierbaren Promotor durch Verhindern der
Bindung der tetR-Domäne
an tetO-Sequenzen innerhalb des induzierbaren Promotors beibehält. Die
für tetR
codierende Nukleotidsequenz kann nach Postle et al., 1984, Nucl.
Acids Res. 2: 4849–4863,
durch Inbezugnahme in die vorliegende Beschreibung aufgenommen,
erhalten werden. Weitere tetR-Sequenzen, die im Rahmen der vorliegenden
Erfindung geeignet sind, und die jeweiligen Bindungsstellen für diese
Repressoren sind in den folgenden Veröffentlichungen beschrieben
(Waters et al., 1983, Nucl. Acids Res. 11: 6089–6105; Postle et al., wie oben;
Unger et al., 1984, Gene. 31: 103–108; Unger et al., 1984, Nucl.
Acids Res. 12: 7693–7703;
Tovar et al., 1988, Mol. Gen. Genet., 215: 76–80); für einen Vergleich und Überblick
siehe Hillen und Wissmann in Protein-Nuclein Acid Interaction, Topics
in Molecular and Structural Biology, Saenger und Heinemann (hrg.),
Macmillan, London, Bd. 10, S. 143–162 (1989)).
-
Der
Ligand, der an die Liganden-Bindungs-Domäne der NAT-Domäne des Transaktivators
bindet, kann ein natürlicher
Ligand sein, der die NAT-Domäne
bindet oder ein Analogon des natürlichen
Liganden. Bevorzugt ist der natürliche
Ligand und/oder ein Analogon des natürlichen Liganden im wesentlichen
nicht-toxisch für
eukaroytische Zellen bei Konzentrationen, die für die NAT-Domänen-vermittelte
Regulation des induzierbaren Promotors erforderlich sind, und kann
an Tiere und/oder Menschen in diesen Konzentrationen mit wenigen
oder keinen schweren Nebenwirkungen verabreicht werden.
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Wenn
es sich zum Beispiel bei der NAT-Domäne um tetR handelt, ist der
natürliche
Ligand Tetracyclin. Bei Tetracyclin-Analoga kann es sich um eine
Vielzahl von Verbindungen handeln, die mit Tetracyclin eng verwandt
sind und an den tet-Repressor mit einer Ka von
wenigstens etwa 106 M–1 binden.
Bevorzugt bindet das TetraCyclin-Analogon
mit einer Affinität
von etwa 109 M–1 oder
mehr, z. B. bindet es mit einer Affinität von etwa 1011 M–1.
Beispiele für
solche TetraCyclin-Analoga umfassen, sind aber nicht beschränkt auf
die in den folgenden Veröffentlichungen
offenbarten: Hlavka und Boother, "The Tetracyclines" in: Handbook of Experimental Pharmacology,
78, R. K. Blackwood et al., (hrg.), Springer-Verlag, Berlin-New
York, 1985; Mitschef, "The
Chemistry of the Tetracycline Antibiotics", Medicinal Research, 9, Dekker, New
York, 1978; Noyee Development Corporation, "Tetracycline Manufacturing Processes", Chemical Process
Reviews, Park Ridge, N. J. 2 Vol. 1969; Evans, "The Technology of the Tetracyclines", Biochemical Reference
Series 1, Quadrangle Press, New York, 1968; und Dowling, "Tetracycline", Antibiotics Monographs
Nr. 3, Medical Encyclopedia, New York, 1955; jede davon wird durch
Inbezugnahme im Hinblick auf die Tetracyclin-Analoga in die vorliegende
Beschreibung aufgenommen.
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Liganden-Bindungs-Domäne für die Aktivierung
der Transkription durch den multichimären Transaktivator
-
Die
Liganden-Bindungs-Domäne,
die die Transkription von dem induzierbaren Promotor positiv beeinflusst
(PAT-Domäne
des Transaktivators) kann von einem beliebigen Polypeptid abgeleitet
werden, das die Transkription aus einem Promotor fördert, wenn
an einen spezifischen Liganden gebunden. Wenn jedoch der Transaktivator
an einen Liganden an dessen NAT-Domäne gebunden ist (z. B. Tetracyclin
ist an die tetR-Domäne
gebunden), inhibiert die NAT-Domäne
die Transkriptions-Aktivierung durch den multi-chimären Transaktivator,
selbst wenn die PAT-Domäne
an einen PAT-Liganden gebunden ist.
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Die
PAT-Domäne
kann von einem beliebigen Polypeptid abgeleitet sein, das eine Liganden-Bindungs-Domäne aufweist,
die bei Bindung an Liganden das Polypeptid nicht-funktionell macht,
jedoch bei Bindung an Liganden das Polypeptid funktionell macht.
Beispiele für
Polypeptide mit solchen Liganden-Bindungs-Domänen, die als eine PAT-Domäne in dem
multi-chimären
Transaktivator gemäß der vorliegenden
Erfindung eingesetzt werden können,
umfassen, sind aber nicht beschränkt
auf die Liganden-Bindungs-Domäne von
Thyroid-Rezeptoren, Retinoid-Rezeptoren und Stereoid-Rezeptoren.
Bevorzugt handelt es sich bei der PAT-Domäne um eine Liganden-Bindungs-Domäne eines
Steroid-Rezeptors. Der Steroid-Rezeptor kann ein Rezeptor für Östrogen
(ER; Eilers et al., 1989, Nature 340: 66–68); Glucocorticoid (GR; Picard
et al., 1988, Cell 54: 1073–80),
Mineralcorticoid (MR; Frankhauser et al., 1994, Biochem. Biophys.
Res. Commun. 200: 195–201),
Progesteron (PR; Mattioni et al., in: Methods in Cell Biology, Kapitel
16, 43: 335–352)
oder Androgen (AR; Mattioni et al., wie oben) sein. Bevorzugt ist
der Steroid-Rezeptor ein Östrogen-Rezeptor
(ER). Die Isolierung der Östrogen-Bindungs-Domäne des Östrogen-Rezeptors
ist beschrieben worden (Kumar et al., 1986, EMGO J. 5: 2231–2236),
in die vorliegende Beschreibung durch Inbezugnahme im Hinblick auf
die Isolierung der ER-Liganden-Bindungs-Domäne
aufgenommen) und die Sequenz ist bestimmt worden. Bei dem Liganden,
der die Liganden-Bindungs-Domäne
der PAT-Domäne
des Transaktivators bindet, kann es sich um einen natürlichen
Liganden handeln, der an die PAT-Domäne bindet, oder um ein Analogon
des natürlichen
Liganden. Bevorzugt ist der natürliche
Ligand und/oder das Analogon des natürlichen Liganden im wesentlichen nicht-toxisch
für eukaryotische
Zellen bei Konzentrationen, die für die PAT-Domänen-vermittelte
Regulation des induzierbaren Promotors benötigt werden, und kann an Tiere
und/oder Menschen in diesen Konzentrationen mit wenigen oder keinen
schweren Nebenwirkungen verabreicht werden.
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Wenn
zum Beispiel die PAT-Domäne
des multi-chimären
Transaktivators von einer Liganden-Bindungs-Domäne eines Östrogen-Rezeptors (ER) abgeleitet
ist, handelt es sich bei dem natürlichen
Liganden um Östrogen. Östrogen-Analoga,
die mit ER-enthaltenden
Transaktivatoren eingesetzt werden können, umfassen 17β-Östradiol,
17β-Östradiol,
17α-Östradiol
und weitere Östrogen-
und Östradiol-Derivate,
die an die Östrogen-Bindungs-Domäne des Östrogen-Rezeptors
binden können.
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Ohne
an eine bestimmte Theorie gebunden werden zu wollen, wird davon
ausgegangen, dass wenn die PAT-Domäne eine Liganden-Bindungs-Domäne eines
Steroid-Rezeptors
ist, dass dann die Inaktivierung der Transkriptions-Aktivierungsfunktion
durch den multi-chimären
Transaktivator durch einen Komplex vermittelt wird, der ein Hitzeschock-Protein
90 enthält
(HSP90) (Picard et al., 1988, wie oben; Yamamoto et al., 1988, Cold
Springs Harbor Symp. Quant. Biol. 53: 803–811; Picard, 1993, Trends
Cell Biol. 3: 278–280).
HSP90 wie auch einige weitere Proteine ist mit den ungebundenen
Steroid-Bindungs-Domänen
von allen fünf
Steroid-Rezeptoren von Wirbeltieren assoziiert (ER, GR, AR, MR und
PR) (Pratt, 1990, Mol. Cell. Endocrinol., 74: C69–76; Smith
et al., 1993, Mol. Endocrinol. 7: 4–11). Eine Steroid-Bindung
führt zu
einer Freisetzung des HSP90-Komplexes und einer Protein-Aktivierung.
Die Steroid-reversible Protein-Inaktivierungsfunktion der Steroid-Bindungs-Domäne könnte über einen
Mechanismus ablaufen, an dem sterische Hinderung durch den HSP90-Komplex beteiligt
ist. Folglich ist jede beliebige PAT-Domäne mit einem Liganden-Bindungs-Teil, der ohne
Bindung an einem Liganden an einen HSP90-enthaltenden Komplex bindet
und sterisch die Transaktivierung durch den multi-chimären Transaktivator
verhindert, für
eine Anwendung in der vorliegenden Erfindung geeignet.
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Transkriptions-Aktivierungs-Domäne
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Die
Transkriptions-Aktivierungs-Domäne
kann von einem beliebigen Transkriptions-Aktivator abgeleitet werden. Im allgemeinen
handelt es sich bei den Transkriptions-Aktivierungs-Domänen um Polypeptidsequenzen
mit besonderen Konformations- und/oder
Ladungs-Eigenschaften. Zum Beispiel handelt es sich bei "acid blob"-Domänen
um Transkriptions-Domänen
von HSV-Transkriptions-Aktivatoren, die die Transkriptions-Aktivierung
durch Wechselwirkung der stark negativ geladenen Domänen-Polypeptidsequenz
mit Proteinen, die für
die Transkriptions-Aktivierung wesentlich sind, erleichtern. (siehe
Triezenberg et al., 1988, Genes Dev., 2: 718–729). Bevorzugt handelt es
sich bei der Transkriptions-Aktivierungs-Domäne des multichimären Transaktivators
um die negativ geladene C-terminale Domäne von VP16, dem Transaktivator
von Herpes Simplex Virus Immediate Early Gen Expression, beschrieben
in Triezenberg et al., 1988, Genes Dev., 2: 718–729, die durch Inbezugnahme
im Hinblick auf die Transkriptions-Aktivierungs-Domäne von VP16
in die vorliegende Beschreibung aufgenommen wird. Bevorzugt ist
die Transkriptions-Aktivierungs-Domäne des multi-chimären Transaktivators
aus den C-terminalen 130 Aminosäuren
von VP16 zusammengesetzt.
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Induzierbare
Promotoren
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Im
allgemeinen handelt es sich bei dem induzierbaren Promotor, der
zusammen mit dem Transaktivator in dem induzierbaren Expressionssystem
gemäß der vorliegenden
Erfindung eingesetzt wird, um einen beliebigen Promotor, aus dem
die Transkription durch den multi-chimären Transaktivator reguliert
werden kann. Bevorzugt ist die Transkription von dem induzierbaren
Promotor sowohl positiv als auch negativ durch den Transaktivator
reguliert. Wenn zum Beispiel der Transaktivator an Liganden an dessen
NAT-Domäne
gebunden ist (z. B. eine tetR-Domäne), kann der Transaktivator
nicht an den induzierbaren Promotor binden, und die Transkription
findet nicht in signifikanter Stärke
statt, selbst wenn der Transaktivator an seiner PAT-Domäne an einen
Liganden gebunden ist (z. B. eine Steroid-Bindungs-Domäne), der
Transaktivator bindet an den induzierbaren Promotor, um die Transkription
zu erleichtern.
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Die
Zusammensetzung des induzierbaren Promotors hängt mit den wichtigen Komponenten
des multi-chimären
Transaktivators zusammen, und kann als multiple Tandem-wiederholte
Kopien vorliegen. Wenn die NAT-Domäne des Transaktivators zum
Beispiel ein tetR-Polypeptid ist, handelt es sich bei dem induzierbaren Promotor
bevorzugt um einen minimalen Promotor enthaltend wenigstens eine
tetO-Sequenz, bevorzugt wenigstens 2 oder mehr Tandem-wiederholte
tetO-Sequenzen, noch bevorzugter wenigstens 5 oder mehr Tandem-wiederholte
tetO-Sequenzen, ganz besonders bevorzugt wenigstens 7 Tandem-wiederholte
tetO-Sequenzen oder mehr. Wenn die NAT-Domäne hingegen von lacR abgeleitet
ist, enthält
der induzierbare Promotor wenigstens eine laci-Sequenz. Der minimale
Promotorteil des induzierbaren Promotors kann von einem beliebigen
erwünschten
Promotor abgeleitet sein, und ist ausgewählt aus Zelllinien, in denen
das induzierbare Expressionssystem verwendet werden soll. Wenn es
sich bei der Zelle um eine Säugerzelle
handelt, ist ein bevorzugter minimaler Promotor von CMV abgeleitet,
bevorzugt von dem CMV Immediate Early Gen 1A.
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Bevorzugt
handelt es sich bei dem induzierbaren Promotor um einen minimalen
Promotor in funktionstüchtiger
Verknüpfung
an wenigstens eine tet-Operator-Sequenz (tetO). Die tetO-Sequenz
kann zum Beispiel nach Hillen & Wissmann,
1989, wie oben, erhalten werden, die jeweils durch Inbezugnahme
im Hinblick auf die Beschreibung und die Sequenz von tetO in die
vorliegende Beschreibung aufgenommen werden. Weitere tetO-Sequenzen,
die bei der Durchführung
der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden können, können nach den folgenden Literaturstellen
erhalten werden: Waters et al., 1983, wie oben; Postle et al., 1984,
wie oben; Unger et al., 1984, wie oben; Unger et al., 1984, wie
oben; Tovar et al., 1988, wie oben; zum Vergleich und Überblick
siehe Hillen und Wissmann, 1989, wie oben, deren Offenbarungen werden
durch Inbezugnahme vollständig
in die vorliegende Beschreibung aufgenommen. Es können eine
zwei drei vier fünf,
sechs, sieben, acht, neun oder zehn oder mehr Kopien der tet-Operator-Sequenz
eingesetzt werden. Da multiple Kopien der tet-Operator-Sequenz einen
synergistischen Effekt für
die Fähigkeit
zur Expressionskontrolle von diesen tetO enthaltenden Promotoren
ergeben, ermöglichen
Promotoren mit einer größeren Anzahl
von tetO-Kopien einen größeren Bereich
der Transaktivator-Regulation der Transkription von dem Promotor.
Die Regulation von Tetracyclin-regulierbaren Promotoren enthaltend
tetO-Sequenzen ist in USPN 5 464 758 und in Gossen und Brujand,
1992, Proc. Natl. Acad. Sci., USA, 89: 5547–5551, besprochen, die jeweils
durch Inbezugnahme in die vorliegende Beschreibung aufgenommen werden.
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SEQUENZ
VON EINEM INDUZIERBAREN PROMOTOR
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Konstrukte
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Die
Hauptkomponenten des induzierbaren Expressionssystems, d. h. die
Nukleotidsequenz codierend für
den Transaktivator und der induzierbare Promotor in funktionstüchtiger
Verknüpfung
mit einer Nukleotidsequenz von Interesse, können in einem einzelnen Konstrukt
oder innerhalb von zwei getrennten Konstrukten enthalten sein. Das
Konstrukt kann von einer Vielzahl von Konstrukten abgeleitet sein,
die im Stand der Technik bekannt und/oder kommerziell erhältlich sind,
und können
für eine
Replikation in prokaryotischen Zellen, eukaryotischen Zellen oder
bevorzugt sowohl prokaryotischen als auch eukaryotischen Zellen
befähigt
sein.
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Zusätzlich zu
den vorstehend beschriebenen Komponenten kann das Konstrukt zusätzlich eine
Nukleotidsequenz enthalten, die für Gene) codiert, die als selektierbare
Markierungen dienen, z. B. Antibiotika-Resistenz-Gene (z. B. Ampicillin,
Hygromycin, G418), β-Galactosidase
oder weitere Gen-Produkte, die für
eine Selektion von Zellen, die das Konstrukt enthalten, verwendet
werden können.
Das Konstrukt kann zusätzlich weitere
Expressions-erleichternde Sequenzen enthalten, wie zum Beispiel
Verstärker,
Introns oder andere Sequenzen, die die Expression des Transaktivators
und/oder gegebenenfalls die Expression der Nukleotidsequenz von
Interesse erleichtern, in funktionstüchtiger Verknüpfung an
den induzierbaren Promotor.
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Wirtszellen
-
Jede
beliebige eukaryotische Zelllinie, die stabil mit dem induzierbaren
Expressionssystem gemäß der vorliegenden
Erfindung transformiert werden kann, kann eingesetzt werden, um
ein gewünschtes
Gen-Produkt induzierbar zu exprimieren, z. B. ein cytotoxisches
Polypeptid. Geeignete Wirtszellen umfassen Zellen von sowohl Säuger-Ursprung (z. B. Mensch,
Affe, Hund, Katze, Pferd und Nagetier) und Nicht-Säuger-Ursprung (z. B. Insekt,
Reptil, Fisch und Vogel). Besondere beispielhafte Wirtszellen umfassen
293GP-Zellen und HT1080-Zellen. Die Wirtszellen können entweder
eine in vitro-Zellkultur darstellen oder in einem Organismus in
vivo vorliegen.
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Bevorzugt
wird das induzierbare Expressionssystem in die Zelle als eine einzelne
rekombinante Nukleotidsequenz eingeführt (z. B. eher als zwei separate
Sequenzen, wobei die eine für
den Transaktivator codiert und die andere für das Gen-Produkt von Interesse
unter Kontrolle des induzierbaren Promotors codiert). Die Einführung der
Nukleotidsequenz codierend für
das induzierbare Expressionssystem in Wirtszellen kann entweder
in vitro oder in vivo nach aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren
durchgeführt
werden (siehe z. B. Sambrook et al., 1987, Molecular Cloning: A
Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Press, Cold Spring Harbor,
New York). Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
wird das induzierbare Expressionssystem in die Wirtszelle durch
Infektion mit einem retroviralen Vektor eingeführt, der die Nukleotidsequenz
codierend für
den multi-chimären
Transaktivator und/oder den induzierbaren Promotor in funktionstüchtiger
Verknüpfung
mit der Nukleotidsequenz von Interesse enthält, und die Nukleotidsequenz
codierend für
das induzierbare Expressionssystem wird stabil in dem Wirtszellen-Genom
integriert.
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Eine
Nukleotidsequenz bzw. -sequenzen codierend für das induzierbare Expressionssystem
gemäß der vorliegenden
Erfindung kann verwendet werden, um transgene Tiere für eine regulierte
Expression einer Nukleotidsequenz von Interesse zu erzeugen. Solche
transgene Tiere können
hergestellt werden durch (1) zum Beispiel Injizieren eines Nukleotidmoleküls codierend
für den
multi-chimären
Transaktivator und/oder einen individuellen Promotor in funktionstüchtiger
Verknüpfung
an die Sequenz, die für
ein Gen-Produkt von Interesse codiert, in ein befruchtetes Ei. Man
lässt das
befruchtete Ei zu einem ausgewachsenen Tier entwickeln. Genauer
gesagt werden einige Hundert DNA-Moleküle in den Vorkern eines befruchteten,
einzelligen Eis injiziert. Die mikro-injizierten Eier werden anschließend in
Eileiter von pseudoschwangeren Pflegemüttern transferiert und man
lässt sie
wachsen. Bei Verwendung dieses Verfahrens werden etwa 25% der sich
entwickelnden Mäuse
eine oder mehrere Kopien der mikro-injizierten DNA erben (Brinster
et al., 1985, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 82: 4438–4442).
Alternativ dazu können
transgene Tiere durch Verwendung von rekombinanten ES-Zellen für die Generierung
der Transgene eingesetzt werden, wie von Gossler et al., 1986, Proc.
Natl. Acad. Sci. USA, 83: 9065–9069,
beschrieben.
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Tiere,
die für
den multi-chimären
Transaktivator unter der Transkriptions-Kontrolle von einem der
vorstehend beschriebenen Promotorsequenzen und/oder die Sequenzen
unter Kontrolle dieses Regulations-Proteins transgen sind, können z.
B. durch Co-Injektion
der beiden Moleküle
erzeugt werden. Alternativ dazu können unabhängige Tierlinien, die nur für eine der
Sequenzen transgen sind, durch Züchten
der beiden transgenen Tierlinien erhalten werden.
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Die
Expression der Nukleotidsequenz in dem induzierbaren Expressionssystem,
das in der Wirtszelle vorliegt, entweder in vitro oder in vivo (z.
B. in transgenen Tieren), kann durch Exponieren der Zelle gegenüber Tetracyclin
(oder Analoga davon) und Östrogen
(oder Analoga davon, bevorzugt 17β-Östradiol)
reguliert werden. Die Expression in transgenen Tieren kann durch
Verabreichen von Tetracyclin und/oder Östrogen über geeignete Mittel reguliert
werden, z. B. oral, transdermal oder durch Injektion über eine
parenterale, subkutane, intravenöse,
intramuskuläre
oder intraperitoneale Route. Die verabreichte Dosierung variiert
von einer Vielzahl von Faktoren einschließlich dem Alter, der Gesundheit
und dem Gewicht des Tiers.
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Verpackungs-Zelllinien
unter Verwendung des induzierbaren Expressionssystems
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Das
induzierbare Expressionssystem gemäß der vorliegenden Erfindung
kann verwendet werden, um Verpackungszellen zu erzeugen, die bei
der Herstellung von rekombinanten pseudo-typisierten retroviralen Vektoren
geeignet sind, die für
eine Anwendung bei der Einführung
einer DNA-Sequenz von Interesse in eine Ziel-Zelle und der regulierten
Expression der eingeführten
Nukleotidsequenz entweder in vitro oder in vivo geeignet sind. Bei
pseudo-typisierten retroviralen Teilchen handelt es sich um retrovirale
Teilchen, die ein Hüllprotein
aufweisen, das von einem anderen Virus als dem Virus, von dem das
virale RNA-Genom abgeleitet ist, abstammt. Das Hüllprotein kann von einem Retrovirus
einer anderen Art als der Retrovirus, von dem das RNA-Genom abgeleitet
ist, oder von einem anderen nicht-retroviralen Virus abstammen (z.
B. Vesikular Stomatitis Virus (VSV)). Üblicherweise weisen die pseudotypisierten
retroviralen Vektoren einen Defekt auf, d. h. der retrovirale Vektor
ist von einem natürlich
vorkommenden Virus abstammend, der genetisch verändert worden ist, um den Virus
replikations-defekt zu machen. Sobald der Virus sein genetisches
Material in eine Ziel-Zelle transferiert, bringt der Virus die rekombinante
Nukleotidsequenz in die Zelle ein, bevorzugt als eine stabile chromosomal-integrierte
Sequenz, erzeugt jedoch keinen zusätzlichen infektiösen Virus
bei der Expression der eingeführten
retroviralen Sequenz. Alternativ dazu kann der retrovirale Vektor,
der die Nukleotidsequenz von Interesse enthält, abgeschwächt werden,
d. h. keine signifikante Pathologie oder Morbidität in dem infizierten
Wirt verursachen (d. h. der Virus ist nicht-pathogen oder verursacht
nur geringe Erkrankungssymptome).
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Pseudo-typisierte
retrovirale Teilchen können
durch Einführung
eines defekten rekombinanten retroviralen Genoms in eine Verpackungszelle
hergestellt werden (z. B. durch Infektion mit einem defekten retroviralen
Teilchen oder mittels anderer Mittel zur Einführung von DNA in eine Ziel-Zelle
(z. B. konventionellen Transformationstechniken)). Das defekte retrovirale
Genom enthält
mindestens die langen terminalen Wiederholungen, die exogene Nukleotidsequenz
von Interesse, die transferiert werden soll, und eine Verpackungssequenz (φ). Im allgemeinen
stellt die Verpackungszelle die fehlenden retroviralen Komponenten
bereit, die für
die retrovirale Replikation, Integration und Einkapselung essentiell
sind, und exprimiert ferner eine Nukleotidsequenz, die für das gewünschte Hüllprotein
codiert. Jedoch enthält
die Verpackungszelle nicht alle Komponenten, die für die Produktion
von retroviralen Teilchen essentiell sind. Die Nukleotidsequenz
bzw. -sequenzen, die die fehlende virale Komponente bzw. Komponenten
in der Verpackungszelle codieren, können entweder stabil in das
Verpackungszellen-Genom integriert und/oder durch ein coinfizierendes
Helfer-Virus bereitgestellt werden.
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Die
Nukleotidsequenzen, die für
die retroviralen Komponenten und das retrovirale RNA-Genom codieren,
können
von einem beliebigen gewünschten
Retrovirus abstammen (z. B. Maus-, Affen-, Vogel- oder Human-Retroviren).
Die meisten defekten Retroviren, die für Gen-Therapieanwendungen entwickelt
worden sind, sind murine Retroviren (z. B. muriner Leukämie-Virus
(MuLV), Moloney-Mäuse-Leukämie-Virus
(MoMLV)) (siehe z. B. Miller et al., 1992, Nature, 357: 455–460; und
Mulligan, 1993, Science, 260: 926–932). Im allgemeinen können die
retroviralen Komponenten von einem beliebigen Retrovirus abgeleitet
werden, der pseudo-typisierte retrovirale Teilchen mit dem gewünschten
Hüllprotein
bilden kann, z. B. VSV G. Wenn VSV G das gewünschte Hüllprotein darstellt, können die
retroviralen Komponenten von MuLV, MoMLV, Vogel-Leukose-Virus (ALV), Human-Immunschwäche-Virus
(HIV) oder irgendeinem anderen Retrovirus abgeleitet werden, der
mit VSV G als einziges Hüllprotein
oder mit VSV G und einer relativ geringen Menge eines retroviralen
Hüllproteins
einen pseudo-typisierten Virus bilden kann.
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In
einem Beispiel eines pseudo-typisierten Retrovirus, hergestellt
gemäß der vorliegenden
Erfindung, enthält
die freie Virionen-Form eines pseudo-typisierten defekten murinen
Retrovirus die strukturellen und enzymatischen Proteine des Retrovirus
(einschließlich
der reversen Transkriptase), zwei RNA-Kopien des retroviralen Genoms
und einen Teil der Zellplasmamembran, in der das gewünschte virale
Hüll-Glycoprotein eingebettet
ist (z. B. VSV G). Das Genom ist in vier Hauptregionen unterteilt:
die lange terminale Wiederholung (long terminal repeat – LTR),
das gag-Gen, das pol-Gen und das env-Gen. Die drei Gene gag, pol
und env, die zwischen den terminalen LTRs angeordnet sind, codieren
jeweils für
interne virale Strukturproteine und reverse Transkriptase, und das
env-Gen codiert für
das Hüll-Glycoprotein,
das dem Virus die Infektiosität
und Wirtsauswahl-Spezifizität
verleiht. Bevorzugt ist das retrovirale Genom in einem oder allen
dreien dieser Gene defekt. Zusätzlich
kann das retrovirale Genom eine Nukleotidsequenz von Interesse enthalten,
die letztendlich in eine Ziel-Zelle transferiert werden soll. Wenn
das defekte, rekombinante retrovirale Genom in die Wirtszelle in seiner
proviralen Form integriert wird, ist LTR an beiden Enden des proviralen
Genoms gelegen, und bildet ein Composit der 5'- und 3'-Enden des RNA-Genoms. Das LTR enthält cis-agierende
Elemente, die für
die Initiation und Termination der Transkription notwendig sind.
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Eine
beispielhafte Verpackungszelle gemäß der vorliegenden Erfindung
enthält
Gene, codierend für Gag
und Pol, wie auch das gewünschte
Hüllprotein,
enthält
jedoch kein Verpackungssignal "φ". Somit kann eine
Verpackungszelle nur leere Virion-Teilchen bilden; sobald ein retrovirales
RNA-Genom (das die Nukeotidsequenz von Interesse enthält) in die
Verpackungszelle eingeführt
ist, kann die Verpackungszelle pseudotypisierte defekte retrovirale
Teilchen produzieren. Die Verpackungszellen stellen somit die fehlenden
retroviralen Komponenten bereit (d. h. die Komponenten, für die das
retrovirale Genom defekt ist), die für die intransvirale Replikation
notwendig sind. Verfahren zur Herstellung von Replikations-defizienten,
retroviralen Genomen enthaltend eine Nukleotidsequenz von Interesse
sowie Verfahren zur Erzeugung einer Verpackungszelllinie, die gag-
und pol-Gene exprimiert, sind aus dem Stand der Technik wohlbekannt
und beispielsweise beschrieben in USPN 4 861 719; PCT-Anmeldung
Nr. WO 92/05266, veröffentlicht
2. April 1992; und PCT-Anmeldung Nr. WO 92/14829, veröffentlicht
2. September 1992, die jeweils durch Inbezugnahme im Hinblick auf
die Herstellung von Replikations-defizienten, retroviralen Genomen
und Verpackungszelllinien, die die retroviralen Gag- und Pol-Gene
exprimieren, in die vorliegende Beschreibung aufgenommen werden.
Bevorzugt wird die Zelllinie 293GP verwendet, um eine Verpackungszelllinie
gemäß der vorliegenden
Erfindung zu erzeugen. Retrovirale Verpackungszelllinien können von
einer beliebigen Säuger-
und Nicht-Säuger-Zelle
abgeleitet werden, die die retroviralen gag- und pol-Proteine exprimieren
kann, und das gewünschte
Hüllprotein
exprimieren kann (z. B. die Expression von VSV G für mehrere
Stunden bis mehrere Tage, bevorzugt wenigstens eine Woche bis zwei
Wochen oder mehr, tolerieren kann).
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Die
pseudo-typisierten retroviralen Teilchen werden gemäß der vorliegenden
Erfindung durch Einführen
eines defekten rekombinanten retroviralen Genoms enthaltend eine
Nukleotidsequenz von Interesse in eine Verpackungszelllinie hergestellt,
die Nukleotidsequenzen codierend für 1) funktionelle retrovirale
Proteine, für
die das eingeführte
RNA-Genom defekt ist (z. B. gag und pol) und 2) ein induzierbares
Expressionssystem gemäß der Erfindung,
das die Expression eines gewünschten
Hüllproteins
erleichtert, enthält.
Das defekte, rekombinante RNA-Genom kann in die Verpackungszelllinie
mittels beliebiger Mittel eingeführt
werden, einschließlich
der Infektion mit einem defekten viralen Teilchen oder weiteren
konventionellen Mitteln zur Transformation. Bevorzugt exprimiert
die Verpackungszelle ein retrovirales Gag Protein, ein retrovirales
Pol-Protein und ein gewünschtes
Hüllprotein,
das induzierbar unter Verwendung des Systems gemäß der vorliegenden Erfindung
exprimiert wird.
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Das
induzierbare Expressionssystem, das in der Verpackungszelllinie
enthalten ist, ist aufgebaut aus 1) einer Nukleotidsequenz codierend
für einen
multi-chimären
Transaktivator, und 2) einer Nukleotidsequenz bestehend aus einem
induzierbaren Promotor in funktionstüchtiger Verknüpfung an
eine Nukleotidsequenz codierend für das gewünschte Hüllprotein. Das induzierbare
Expressionssystem kann als Einzelkonstrukt oder als multiple Konstrukte
eingeführt
werden.
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Bevorzugt
handelt es sich bei dem multi-chimären Transaktivator um ein Fusionsprotein,
aufgebaut aus einer tetR-Domäne,
einer Transkriptions-Aktivierungs-Domäne (bevorzugt einer Transkriptions-Aktivierungs-Domäne von VP16),
und einer Liganden-Bindungs-Domäne
eines Steroid-Rezeptors (bevorzugt einer Liganden-Bindungs-Domäne eines Östrogen-Rezeptors).
Der induzierbare Promotor ist bevorzugt ein minimaler Promotor,
der von einem CMV Early Gen Promotor abgeleitet ist, der in funktionstüchtiger
Verknüpfung
an wenigstens eine tetO-Sequenz vorliegt, bevorzugt wenigstens 2
oder mehr Tandem-wiederholte tetO-Sequenzen, noch bevorzugter wenigstens
5 oder mehr Tandem-wiederholte tetO-Sequenzen, am bevorzugtesten
wenigstens 7 Tandem-wiederholte tetO-Sequenzen oder mehr.
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Die
Nukleotidsequenz, die für
das gewünschte
Hüllprotein
zur Herstellung von retroviralen Teilchen codiert, ist bevorzugt
eine Nukleotidsequenz codierend für VSV G, dem Hüllprotein
vom Vesicular Stomatitis Virus (VSV) oder ein funktionelles Derivat
davon. Die Nukleotidsequenz codierend für VSV G ist in Rose et al., 1982,
Cell, 30: 753–762
beschrieben, durch Inbezugnahme im Hinblick auf die Offenbarung
des VSV G-Nukleotids und der Aminosäuresequenzen in die vorliegende
Beschreibung aufgenommen. Wenn es sich bei dem gewünschten
Hüllprotein
um VSV G handelt, kann VSV G als einziges Hüllprotein in dem pseudo-typisierten retroviralen
Virion vorliegen, oder kann in Kombination mit weiteren Hüllproteinen
vorliegen (z. B. dem retroviralen Hüllprotein, das normalerweise
mit dem Retrovirus, aus dem die retroviralen Komponenten eines anderen
pseudotypisierten Virions abgeleitet sind, in Verbindung steht).
Bevorzugt liegt VSV G in der viralen Hülle derart vor, dass VSV G
etwa 50% der Hüllproteine
ausmacht, die in der viralen Hülle
vorliegen, bevorzugter etwa 75%, noch bevorzugter etwa 90% bis etwa
95%, noch bevorzugter mehr als 95%, am bevorzugtesten etwa 100%
oder derart, dass VSV G im wesentlichen das einzige Hüllprotein
in der viralen Hülle
darstellt. VSV G kann ein natives (d. h. natürlich vorkommendes) VSV G darstellen
oder ein funktionelles Derivat davon.
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Funktionelle
Derivate von VSV G umfassen, sind aber nicht beschränkt auf
VSV G-abgeleitete
Polypeptide, die Aminosäuresubstitutionen,
Deletionen, Additionen und/oder chemische Modifikationen, bezogen auf
das native VSV G, aufweisen. Funktionelle VSV G-Derivate umfassen
somit, sind aber nicht beschränkt auf
VSV G-abgeleitete
Polypeptide mit einer anderen Funktion als oder zusätzlich zu
der normalerweise mit nativem VSV G assoziierten Funktion. Zum Beispiel
kann VSV G an ein Polypeptid fusioniert werden, das von einem Antikörper mit
einer Bindungs-Affinität
für ein
Gewebe-spezifisches oder Zell-spezifisches Antigen abgeleitet ist.
Pseudotypisierte virale Teilchen mit einem solchen VSV G-Einzelketten-Antikörper-Fusionsprotein, das
in der viralen Hülle
vorliegt, können
bevorzugt Zellen infizieren, die auf ihrer Oberfläche das
Antigen exprimieren, an das die Antikörperkette bindet. Weitere VSV
G-funktionelle Derivate können
ebenfalls die Wirtszellen-Auswahl des pseudotypisierten viralen
Teilchens verändern
und/oder weitere erwünschte
Eigenschaften bereitstellen. Im allgemeinen kann jedes VSV G-funktionelle
Derivat eingesetzt werden, das pseudo-typisierte retrovirale Virionen
gemäß der vorliegenden
Erfindung bilden kann.
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Wenn
die Hüllen-exprimierende
Verpackungszelle Tetracyclin (oder einem Analogon davon) ausgesetzt
wird, wird im wesentlichen keines oder nur sehr wenig VSV G von
dem induzierbaren Promotor exprimiert. In Abwesenheit von Tetracyclin
und in Gegenwart von einem Steroid oder einem Analogon davon, der den
Steroid-Rezeptor-Teil
des multi-chimären
Transaktivators bindet, wird die Expression des Hüllproteins etwa
10-fach bis etwa 50-fach erhöht,
bevorzugt von etwa 40-fach bis 90-fach, noch bevorzugter von etwa 40-fach
bis etwa 100-fach, und kann bei 200-fach oder mehr im Vergleich
zu der Transkription in Gegenwart von Tetracyclin liegen. Zusätzlich kann
die Expression des multi-chimären
Transaktivators durch eine funktionstüchtige Verknüpfung der
Nukleotidsequenz codierend für
den multi-chimären
Transaktivator an einen regulierbaren Promotor reguliert werden.
Somit kann die Verpackungszelle gemäß der vorliegenden Erfindung zwei
oder mehr Levels der Expression des gewünschten Hüllproteins bereitstellen: 1)
negative Regulation der Expression des Hüllproteins durch Zugabe von
Tetracyclin; 2) positive Regulation durch Entfernen von Tetracyclin
und Zugabe von Steroid oder einem Steroid-Analogon; und gegebenenfalls
3) regulierte Expression der Nukleotidsequenz codierend für den multichimären Transaktivator.
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Die
Verpackungszelllinie gemäß der vorliegenden
Erfindung, befähigt
für eine
induzierbare Expression eines gewünschten Hüllproteins, kann eingesetzt
werden, um pseudo-typisierte retrovirale Vektoren in viralen Titern
(vor der Zentrifugation) von mindestens mehr als 104/ml
herzustellen, bevorzugt mehr als 105/ml,
noch bevorzugter mehr als 106/ml. Die Verpackungszellen
können
unter Bedingungen gehalten werden, die die Produktion von infektiösen pseudo-typisierten
Virionen (z. B. in Gegenwart von Steroid und in Abwesenheit von Tetracyclin)
für wenigstens
4 Tage ermöglicht,
bevorzugt wenigstens 8 Tage, noch bevorzugter wenigstens 12 Tage,
und können
für 16
Tage oder mehr aufbewahrt werden. Im allgemeinen können die
VSV G-pseudo-typisierten Virus-Verpackungszelllinien gemäß der vorliegenden
Erfindung 104 bis 106 infektiöse virale
Teilchen pro ml produzieren und können infektiöse Viren
für etwa
5 Tage bis etwa 16 Tage oder mehr produzieren, in Abhängigkeit
von der Sensitivität
der Verpackungszelle auf VSV G.
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Gemäß einer
Ausführungsform
sind die Verpackungszellen zum Beispiel innerhalb eines transgenen Tiers
für eine
in vivo-Produktion von pseudo-typisierten retroviralen Teilchen
vorhanden, die aus den Tieren geerntet werden können (z. B. durch Sammeln und
Isolieren der pseudo-typisierten Virionen aus dem Blut der Tiere
oder einer anderen Körperflüssigkeit).
Die Nukleotidsequenz(en) codierend für die retroviralen Gag und Pol-Proteine
und die Nukleotidsequenz(en) codierend für das induzierbare Expressionssystem
können
verwendet werden, um nach Verfahren aus dem Stand der Technik, die
vorstehend beschrieben worden sind, transgene Tiere zu generieren.
Diese Tiere können
mit infektiösen,
Replikations-defekten retroviralen Virionen infiziert werden, die
die Nukleotidsequenz von Interesse enthalten, die dann die in-vivo-Verpackungszellen,
die in dem transgenen Tier vorliegen, infizieren können, um
hohe Titer von pseudo-typisierten retroviralen Vektor-Teilchen zu
produzieren. Die Expression des Hüllproteins, das durch das induzierbare
Expressionssystem codiert wird, kann durch Verabreichung von Tetracyclin
oder Steroid an das transgene Tier reguliert werden, wie vorstehend
angegeben.
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Die
pseudo-typisierten retroviralen Vektor-Teilchen gemäß der vorliegenden
Erfindung, die unter Verwendung der Verpackungszelllinien erzeugt
worden sind, können
eingesetzt werden, um den Transfer einer Nukleotidsequenz von Interesse
in einer Wirtszelle entweder in vitro oder in vivo zu erleichtern.
Zum Beispiel können
die pseudo-typisierten retroviralen Vektor-Teilchen bei Gen-Therapieanwendungen
eingesetzt werden, um eine therapeutische Gen-Produkt-codierende
Sequenz in ein Subjekt zu transferieren, z. B. einem Säuger-Subjekt,
bevorzugt einem humanen Subjekt. Die pseudo-typisierten retroviralen
Vektor-Teilchen können auch
verwendet werden, um verschiedene Erkrankungs- oder Versuchstiere
oder in vitro-Modelle zu erzeugen. Die Verfahren zur Verabreichung
von retroviralen Teilchen an ein Subjekt zur Durchführung einer
in vivo-Transformation sind im Stand der Technik wohlbekannt (siehe
z. B. Mulligan, 1993, Science, 260: 926; Anderson, 1992, Science,
256: 808; Miller, 1992, Nature, 357: 455; und Crystal, 1995, Science,
270: 404). Die Methoden für
alle in vitro-Transformationen sind ebenfalls aus dem Stand der
Technik bekannt.
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BEISPIELE
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Die
folgenden Beispiele wurden angegeben, um dem Fachmann eine vollständige Offenbarung
und Beschreibung der Ausführung
der Erfindung bereitzustellen, und stellen keine Beschränkung des
Umfangs von dem, was die Erfinder als ihre Erfindung betrachten,
dar. Man war um Genauigkeit im Hinblick auf die verwendeten Zahlen
(z. B. Mengen, Temperaturen, usw.) bemüht, jedoch sollte einige experimentelle
Fehler und Abweichungen berücksichtigt
werden. Sofern nicht anders angegeben, stehen Teile für Gewichtsteile,
das Molekulargewicht steht für
gewichtsmittleres Molekulargewicht, die Temperatur ist in Centigraden
angegeben, und der Druck ist Atmosphärendruck oder nahezu Atmosphärendruck.
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Beispiel 1: Konstrukte
zur Verwendung in dem induzierbaren Expressionssystem
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Die
Nukleotidsequenz codierend für
den multi-chimären
Transaktivator tTAER wurde durch Isolieren eines 1-Kilobasen-Paar
(kb) EcoRI-BamHI DNA-Fragments, enthaltend das tTA-Gen aus dem Konstrukt pUHD15-1,
erzeugt (Gossen et al., 1992, wie oben) (3). Das
1 kb EcoRI-BamHI-Fragment wurde an ein 0,95-kb BamHI-SstI DNA-Fragment
ligiert, das die Östrogen-Rezeptor
(ER) Liganden-Bindungs-Domäne
aus pHE14 enthielt (Kumar et al., 1986, EMBO J. 5: 2231–2236) (3).
Das erhaltene Konstrukt codiert für tTAER, das aufgebaut ist
aus (vom N-Terminus zum C-Terminus)
tetR, der Aktivierungs-Domäne
von VP16, und dem ER (3). Die Nukleotid- und Aminosäure-Sequenz
von tTAER sind in den 4A–4C dargestellt.
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Es
wurden mehrere Konstrukte hergestellt, um die Expression und Funktion
von tTAER zu untersuchen, und um stabile Zelllinien, die tTAER exprimieren,
herzustellen. Das Konstrukt pCMV-tTAER (5) wurde
wie folgt hergestellt: Insertieren des 1,95-kb EcoRI-Fragments enthaltend das komplette
tTAER-Gen in die einzige BamHI-Stelle in pCMV-Bam (Yee et al., 1994,
supra); die Expression von tTAER aus dem pCMV-tTAER-Konstrukt ist unter der Kontrolle
des CMV Immediate Early Gen 1A Promotors. Das Konstrukt phyg-CMV-tTAER
(5), das bei der Herstellung von stabilen Zelllinien
eingesetzt wird, wurde durch Isolieren eines 2,0-kb BamHI-HindIII-DNA-Fragments enthaltend
das Gen, das für
die Hygromycin B Phosphotransferase codiert (hygR; Gritz et al.,
1983 Gene 25: 179–188)
unter der Kontrolle des HSV Thymidin-Kinase (TK) Promotors aus pTK-hyg isoliert.
Dieses hygR-codierende Fragment wurde an der einzigen NotI-Stelle
unmittelbar aufwärts
von dem CMV Immediate Early Gen Promotor in pCMV-tTAER insertiert.
Das pTetO-CAT-Konstrukt (6) wurde durch Insertieren eines
1,5-kb BamHI-HpaI-DNA-Fragments enthaltend das Gen, das für die bakterielle
Chloramphenicol-Acetyltransferase (CAT) codiert, isoliert aus pTKCAT
(Yee, J. K., 1989 Science 246: 658–661), in die einzige BamHI-Stelle
von pUHG10-3 erzeugt (Furth et al., 1994 Proc. Natl. Acad. Sci. USA
91: 9302–9306).
Das pTEPN-Konstrukt
(5) wurde durch Isolieren von dem 2-kb EcoRI-DNA-Fragment
enthaltend das tTAER-Gen aus pCMV-tTAER und Insertieren dieses Fragments
in die einzige BamHI-Stelle von pLPONL6 erzeugt (Yee et al., 1994
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 91: 9564–9568).
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Es
wurden mehrere Konstrukte mit durch tTAER induzierbaren Promotoren
hergestellt, um die tTAER-Expression und Funktion zu untersuchen.
Das pTetO-G-1-Konstrukt
(5) wurde durch Isolieren eines 1,6-kb BamHI-DNA-Fragments
enthaltend das VSV-G Gen aus pCMV-G (Yee et al., 1994, supra) und
Insertieren des VSV-G-codierenden
Fragments in die einzige BamHI-Stelle in pUHG10-3 (Gossen et al.,
1992, supra) hergestellt (5). Das
pTetO-G-2-Konstrukt (4) wurde durch
Isolieren eines 2,3-kb BamHI-DNA-Fragments enthaltend das Gen codierend
für Puromycin-N-Acetyltransferase
(purR; Lacalle et al., 1989 Gene 79: 379–384) unter der Kontrolle des
HSV TK Promotors aus pTK-pur hergestellt. Das purR-codierende Fragment
wurde anschließend
in die einzige BgIII-Stelle abwärts
von dem VSV-G Gen in pTetO-G-1 insertiert. Das pLTK-FIX-Konstrukt
(5) wurde durch Legieren eines 1,5-kb EcoRI-DNA-Fragments
enthaltend den Hund-Faktor IX cDNA (FIX) aus pLNCdFIX (Roman et
al., 1992 Somat. Cell Genet. 18: 247–258) an das 3'-Ende eines 0,2-kb
XbaI-DNA-Fragments, das den HSV TK Promotor verknüpft an vier
Kopien des BIII-Verstärkers
des Tyrosin-Aminotransferase-Gens aus ptat-TKCAT (Boshart et al.,
1990 Cell 61: 905–916) hergestellt.
Das 3'-Ende des
FIX-codierenden Fragments wurde an das 5'-Ende eines 7-kb XhoI-SalI-DNA-Fragments
von LPONL (Yee et al., 1994, supra) legiert. Das pTEPN-CAT-Konstrukt
(6), das sowohl das Gen codierend für tTAER
als auch TetO, einen durch tTAER induzierbaren Promotor, und das
1,9-kb XhoI-XbaI-DNA-Fragment enthaltend die TetO-CAT-Kassette enthielt,
wurde aus pTetO-CAT isoliert und in die einzige XhoI-Stelle unmittelbar
abwärts
des Gens insertiert, welches für
das Neomycin-Phosphotransferase(neo)-Gen in pTEPN codiert (6).
Das pTEPN-G-Plasmid (6) wurde ähnlich konstruiert durch Insertion
des 2,1-kb XhoI-DNA-Fragments enthaltend die TetO-G-Kassette, isoliert
aus pTetO-G-1, in die einzige XhoI-Stelle in pTEPN.
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Beispiel 2: Induzierbare
Expression des Luciferase-Gens unter Verwendung des tTAER-induzierbaren
Expressionssystems
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Die
Transaktivierungs-Funktion von tTAER wurde durch Co-Transfektion
von humanen 293GP-Nierenzellen (293GP-Zellen) mit pCMV-tTAER und
pUHC13-3 untersucht, das das lux-Gen von Glühwürmchen unter der Kontrolle
eines minimalen Promotors enthält,
der an sieben Tandem-Kopien von tetO verknüpft ist (Gossen et al., 1992,
wie oben). Die humane 293GP-Nierenzelllinie exprimiert die Gag-
und Pol-Proteine von MoMLV und ist bereits beschrieben worden (Burns
et al., 1993, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 90: 8033–8037; PCT
veröffentlichte
Anmeldung Nr. WO 92/05266, veröffentlicht
2. April 1992, die jeweils durch Inbezugnahme im Hinblick auf die
Herstellung von Konstrukten codierend für die Gag- und Pol-Proteine
von MoMLV (insbesondere das Konstrukt pSVgp, das die Expression
von MoMLV Gag- und Pol-Proteine
bereitstellt) und die Erzeugung der 293GP-Zelllinie, die das pSVgp-Konstrukt
enthält
und von der humanen Nierenzelllinie 293 abgeleitet ist (ATCC CRL
1573), in die vorliegende Beschreibung aufgenommen werden). Die
Transfektion wurde nach dem Calciumphosphat-Co-Präzipitierungsverfahren
durchgeführt
(Graham et al., 1973, Virology, 52: 456–467). Die 293GP-Zellen, die
tTAER enthielten (293GP/tTAER) wurden in Dulbecco's modifiziertem essentiellen
Medium (DMEM) enthaltend 10% fötales
Kalbsserum (FCS), 1 μg/ml
Tetracyclin, 1 μg/ml
Puromycin und 800 μg/ml
Hygromycin aufbewahrt.
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Die
VSV-G-Expression wurde induziert, indem das Tetracyclin-enthaltende
Medium entfernt wurde, die Zellen zweimal mit DMEM mit einer mindestens
30-minütigen
Inkubation in DMEM zwischen den Waschvorgängen gewaschen wurden. Die
Zellen wurden anschließend
in DMEM/10% FCS enthaltend 17β-Östradiol
in einer Konzentration von 2 μM
aufbewahrt. Die Luciferase(lux)-Aktivität wurde in Zellextrakten detektiert,
die wie folgt hergestellt wurden: Die Zellen wurden drei Zyklen
von Gefrieren-Auftauen in Lyse-Puffer (0,1 M Kaliumphosphat/1 mM
Dithiothreitol, pH 7,8) unterworfen, gefolgt von Zentrifugation
bei Raumtemperatur für
3 Minuten, um den Zell-Debris zu entfernen. Die Lux-Aktivität wurde
wie von de Wet et al., 1987, Mol. Cell. Biol. 7: 725–737 beschrieben,
bestimmt. Die Ergebnisse dieser Experimente sind in 7 dargestellt.
Die Zahlen über den
Balken in dem Graph stehen für
die relative x-fache Induktion durch Normalisierung der lux-Aktivität von jeder
Bedingung im Vergleich zu dem Tetracyclin-enthaltenden Medium, das
willkürlich
auf 1 gesetzt wurde. Bei den Daten handelt es sich um den Mittelwert
von zwei unabhängigen
Versuchen.
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Die
Entfernung von Tetracyclin oder die Zugabe von Tetracyclin plus
17β-Östradiol
aktivierte die lux-Expression; jedoch wurde die maximale lux-Expression
nur nach simultaner Entfernung von Tetracyclin und Zugabe von 17β-Östradiol
beobachtet (7). Die Beobachtung, dass tTAER
für die
maximale Induktions-Aktivät
in 293GP-Zellen
17β-Östradiol
erfordert, deutet darauf hin, dass die VP16-Transaktivierungs-Funktion durch die
ER-Liganden-Bindungs-Domäne
von tTAER reguliert wird. Ferner wird auch der negative Effekt der
VP16-Aktivierungs-Domäne
auf die allgemeine zelluläre
Transkription (d. h. der "Unterdrückungs"-Effekt) durch die
ER-Liganden-Bindungs-Domäne in tTAER
reguliert, was eine verstärkte
Effizienz bei der Isolierung von tTAER-exprimierenden Zelllinien
in Abwesenheit von 17β-Östradiol
ermöglicht.
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Im
Gegensatz zu den berichteten Schwierigkeiten bei der Herstellung
von stabilen Klonen, die tTA exprimieren (Shocket et al., 1995,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 92: 6522–6526) zeigt die relativ einfache
Herstellung von stabilen Klonen, die tTAER exprimieren, in dieser
Studie, dass das vorliegende System für die induzierbare Expression
der tet-regulatorischen Elemente und weiterer potentiell toxischer
Gen-Produkte von
Vorteil ist.
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Beispiel 3: Expression
von tTAER aus einem retroviralen Vektor
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Der
bicistronische retrovirale Vektor, pTEPN, wurde mit dem tTAER-Gen
gefolgt von der internen Ribosomen-Eingangsstelle, die vom Poliovirus-Genom
abgeleitet ist, und dem Neomycin-Phosphotransferase-Gen (neo) konstruiert
(6). Die Expression beider Gene war unter der Kontrolle
der MoMLV 5'-langen terminalen
Wiederholung (long terminal repeat – LTR). Die humanen HT1080-Fibrosarcoma-Zellen
(ATCC CCL 121) wurden co-transfektioniert mit pTEPN und mit pTetO-CAT,
enthaltend das CAT-Gen
unter der Kontrolle von tetO, das aus einem minimalen Promotor des
CMV Immediate Early Gens verknüpft
mit sieben Tandem-Kopien der tetR-Bindungs-Stelle aufgebaut ist
(6).
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Die
G418-resistenten NT1080-Zellen wurden routinemäßig in 1 μg/ml Tetracyclin und 800 μg/ml G418 enthaltenden
Medium aufbewahrt. Das Tetracyclin wurde durch Waschen der Zellen
mit einem Medium ohne Tetracyclin und Inkubieren der Zellen bei
37°C für 30 Minuten
entfernt. Der Waschvorgang wurde mindestens dreimal wiederholt.
Für die
Induktion der Gen-Expression wurden die Zellen in Phenol-rot-freiem
DMEM enthaltend 10% Aktivkohle/Dextran-behandeltes fötales Kalbsserum
und 2 μM
17β-Östradiol
für 72
Stunden inkubiert, bevor der Zell-Extrakt hergestellt wurde. Ungefähr 48 Stunden
nach der Transfektion wurde die CAT-Aktivität nach dem Verfahren von Sleigh
bestimmt (Sleigh, M. J., 1986, Anal. Biochem. 156: 251–256). Eine
100 μl-Probe
der Reaktionsmischung enthielt 150 mM Tris-HCl (pH 7,8), 1,6 mM
Chloramphenicol, 90 μM Acetyl-Coenzym
A (Pharmacia), 1 μCi
[14C]-Acetyl-Coenzym A (Amersham; 60 mCi/mmol)
und 10 μl
des Zell-Extrakts. Die Mischung wurde bei 37°C für 60 Minuten inkubiert, und
das markierte Chloramphenicol wurde durch Flüssigszintillations-Zählung nach
Extraktion in der Ethylacetatphase quantifiziert. Die Protein-Konzentration
wurde nach dem Verfahren von Bradford bestimmt (Bradford, M. D.,
1976, Anl. Biochem., 72: 248–254).
Die Ergebnisse dieser Experimente sind in der 8 dargestellt.
Die Zahlen über
den Balken in dem Graph stellen die relative x-fache Induktion durch Normalisierung
der CAT-Aktivität
jeder Bedingung zu jener des Tetracyclin-enthaltenden Mediums dar,
das willkürlich
auf 1 gesetzt wurde.
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Wie
in der 8 dargestellt, wurde CAT-Expression in Gegenwart
von Tetracyclin allein oder Tetracyclin plus dem Östrogen-Analogon
17β-Östradiol
nicht aktiviert, in Übereinstimmung
mit dem Modell, dass tTAER die DNA in Gegenwart von Tetracyclin
nicht binden kann. Im Gegensatz zu der Transaktivierungs-Funktion von
tTA, verfehlt tTAER die Aktivierung der CAT-Expression bei der Entfernung
von Tetracyclin aus dem Kulturmedium. Die CAT-Expression wurde lediglich
stark aktiviert, wenn Tetracyclin entfernt und 17β-Östradiol
zu dem Kulturmedium zugegeben wurde. Diese Ergebnisse zeigen erneut,
dass die Transaktivierungs-Funktion von VP16 in tTAER durch die
ER-Liganden-Bindungs-Domäne
in cis moduliert wird, und dass die Aktivität von tTAER unter der Kontrolle
von sowohl Tetracyclin als auch 17β-Östradiol ist.
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Beispiel 4: Etablierung
von 293GP-Zellen, die stabil tTAER exprimieren
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Um
stabile tTAER-exprimierende Klone herzustellen, wurden 5 × 105 293GP-Zellen, die die Gag- und Pol-Proteine
von MoMLV exprimieren (Yee et al., 1994, wie oben), mit 20 μg phyg-CMV-tTAER
transfiziert, enthaltend das Hygromycin-Resistenz-Gen unter der
Kontrolle des HSV TK-Promotors und des tTAER-Gens unter Kontrolle
des CMV-Promotors (5). Dreißig Hygromycin-resistente Kolonien
wurden ausgewählt
und expandiert.
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Um
die stabile tTAER-Expression zu prüfen wurden Zellen, die von
diesen dreißig
Klonen abgeleitet waren, mit dem tetO-lux enthaltenden Konstrukt
pUHC13-3 transfiziert. Die pUHC13-3-transfizierten Zellen wurden
in Gegenwart von Tetracyclin oder 17β-Östradiol gehalten, und die
lux-Aktivität
wurde 48 Stunden nach der Transfektion bestimmt. Alle 30 Klone reagierten
auf die 17β-Östradiol-Induktion
mit steigenden lux-Aktivitäten
im Bereich von 2-fach bis 90-fach, im Vergleich mit jener in Tetracyclin-enthaltendem
Medium. Dieses Ergebnis ist in Übereinstimmung
mit der Vorhersage, dass tTAER weniger toxisch als tTA ist und dass
stabile Zelllinien, die tTAER exprimieren, folglich leichter etabliert
werden können.
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Beispiel 5: Etablierung
von 293GP-Verpackungs-Zelllinien für VSV-G-pseudo-typisierte retrovirale
Vektoren
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Der
Klon, der im Beispiel 2 die höchste
Induktionsstärke
der lux-Aktivität
erzeugte, wurde für
die Einführung
von pTetO-G-2 für
eine induzierbare VSV-G-Expression ausgewählt. Ungefähr 5 × 105 der
vorstehend beschriebenen 293GP/tTAER-Zellen wurden mit 20 μg pTetO-G-2
transfiziert (5). Ungefähr 70 Puromycin-resistente
Kolonien wurden ausgewählt
und expandiert. Die 293GP/tTAER/G-Zellen wurden in DMEM enthaltend
10% FCS, 1 μg/ml
Tetracyclin, 1 μg/ml
Puromycin und 800 μg/ml Hygromycin
aufbewahrt. Ungefähr ein
Drittel dieser Puromycin-resistenten Klone überlebten die Serien-Passage
selbst in Gegenwart von Tetracyclin nicht, wahrscheinlich aufgrund
der hohen basalen Niveaus der VSV-G-Expression.
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Die übrigen Puromycin-resistenten
Klone wurden auf induzierbare VSV-G-Expression mittels Immunoblot-Assay
gescreent. Ungefähr
1 × 105 Zellen von jedem Klon wurden nach 48 Stunden
Inkubation in einem Medium enthaltend entweder 1 μg/ml Tetracyclin
oder 2 μM
17β-Östradiol
gesammelt und die Zellen wurden in 25 μl Puffer lysiert, der 50 mM
Tris-HCl (pH 7,5), 150 mM NaCl, 1% Nonidet P-40, 0,5% Deoxycholsäure und 0,1%
SDS enthielt. Ein μl
des Extrakts wurde auf eine Nylon-Membran (Micron Separation Inc.) punktförmig aufgetragen
und das VSV-G-Protein wurde mittels dem ECL Western Blotting System
(Amersham) mit dem I1-monoklonalen Antikörper, spezifisch für VSV G
(erhalten von John Holland, University of California in San Diego),
detektiert. Die 17β-Östradiol-induzierbare
VSV-G-Expression konnte in 34 Klonen bestätigt werden.
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Die
induzierbare Expression des VSV-G-Gens durch 17β-Östradiol wurde durch Untersuchung
der VSV-G mRNA-Expression in zwei 293GP/tTAER/G-Klonen bestätigt (Klone
13 und 21). Kurz gesagt, parenterale 293GP/tTAER-Zellen (negative
Kontrolle) und Zellen von zwei 293GP/tTAER/G-Klonen (Klone 13 und
21) wurden in Gegenwart von Tetracyclin oder 17β-Östradiol gezüchtet und
die gesamte RNA wurde nach dem Verfahren von Chomczynski und Sacci
isoliert (Chomczynski et al., 1987, Anal. Biochem. 162: 156–159). Die mRNA
wurde unter Verwendung des polyATract-mRNA-Isolationssystems (Promega) isoliert,
auf einem 2,2 M Formaldehyd/1% Agarose-Gel aufgetrennt, und auf
eine Nylon-Membran (Micron Separation Inc.) transferiert. Die Membran
wurde mit 32P-markierten Sonen hybridisiert,
hergestellt mittels dem statistisch-geprimten DNA-Markierungs-Kit
(Boehringer Mannheim). Die Sonde für VSV-G wurde von einem 1,6-kb
BamHI DNA-Fragement von pCMV-G enthaltend das VSV-G-Gen abgeleitet (6)
(Yee et al., 1994, wie oben). Die Sonde für β-Actin von Kaninchen stammte
von einem 2-kb PstI DNA-Fragment von pUCA1 ab (Cleveland et al.,
1980, Cell, 20: 95–105).
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Die
VSV-G mRNA im Klon 13 war in Gegenwart von Tetracyclin nur schwach
detektierbar. Nach 17β-Östradiol-Induktion
stieg der Level von VSV-G mRNA dramatisch an. Im Gegensatz dazu
war die VSV-G mRNA im Klon 21 in Gegenwart von Tetracyclin nicht
detektierbar, konnte jedoch nach 17β-Östradiol-Induktion detektiert
werden.
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In Übereinstimmung
mit den Levels von VSV-G mRNA führte
die 17β-Östradiol-Induktion von Klon
13 zu schweren cytopathischen Effekten und dem Zell-Tod innerhalb
von 4 Tagen, während
die Zell-Morphologie vom Klon 21 unter den gleichen Bedingungen
relativ normal blieb.
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Beispiel 6: Induzierbare
Produktion von VSV-G pseudo-typisierten retroviralen Vektoren auf
293GP/tTAER/G-Zellen
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Die
Zellen, die von den in Beispiel 6 beschriebenen Klonen 13 und 21
abstammen, wurden mit einem retroviralen Vektor LTK-FIX infiziert,
der sowohl den Hund-Faktor IX cDNA als auch das Neomycin-Resistenz-Gen
unter Kontrolle des HSV TK-Promotors
enthielt (5). Der retrovirale Vektor LTK-FIX
wurde durch Transfektion von 20 μg
pCMV-G in 293GP-Zellen enthaltend Plasmid pLTK-FIX erzeugt. Der
Virus wurde 60 Stunden nach der DNA-Transfektion geerntet und der
erhaltene Virus wurde verwendet, um den Klon 13 und 21 zu infizieren.
Nach zweiwöchiger
G418-Selektion wurde
die G418-resistenten Kolonien gepoolt und das Level der Zell-Oberflächen-VSV-G-Expression
wurde bestimmt, indem die Zellen mit dem monoklonalen anti-VSV-G-Antikörper I1
umgesetzt, mit Fluorescein-Isothiocyanatkonjugierten Ziegen-anti-Maus-Immunglobulinen
(Biosource) angefärbt,
und die angefärbten
Zellen durch Durchfluss-Cytometrie analysiert wurden, wie bereits
beschrieben (Burns et al., 1993, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 90:
8033–8037).
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Wie
in der 9 dargestellt, war die Zell-Oberflächen-Expression
von VSV-G in LTK-FIX-Virus-infizierten
Klon 21-Zellen in Gegenwart von Tetracyclin nicht nachweisbar und
wurde nach Entfernung von Tetracyclin und der Zugabe von 17β-Östradiol
induziert. Im Gegensatz dazu wurde in den LTK-FIX-Virus-infizierten
Klon 13-Zellen selbst in Gegenwart von Tetracyclin ein signifikanter
Level von VSV-G-Expression detektiert, und der Level von VSV-G wurde
nach 17β-Östradiol-Induktion
weiter gesteigert. Die Level von VSV-G auf der Oberfläche von
Zellen in Gegenwart von Tetracyclin oder 17β-Östradiol sind in guter Übereinstimmung
mit dem Level von VSV-G mRNA in diesen beiden Klonen unter den gleichen
Bedingungen (siehe Beispiel 5).
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Beispiel 7: Herstellung
von VSV-G pseudo-typisierten retroviralen Teilchen enthaltenden
LTK-FIX codierende RNA aus 293GP/tTAER/G-Verpackungszellen
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Der
pseudo-typisierte Virus wurde aus Zellen der LTK-FIX-Virus-infizierten
Klone 13 und 21 durch Züchten
der Zellen in Tetracyclin-enthaltendem Medium bis zu einer Konfluenz
von ungefähr
90% hergestellt. Diese Zellen wurden anschließend gewaschen und das Medium
wurde in ein Tetracyclin-freies Medium mit oder ohne 17β-Östradiol geändert, wie vorstehend beschrieben.
Der pseudo-typisierte Virus wurde zu unterschiedlichen Zeiten gesammelt
(z. B. 48 Stunden und/oder 2, 4, 6 und 8 Tage nach der Infektion)
und der Titer des Virus wurde durch Selektion von infizierten 208F-Rattenzellen
in G418-enthaltendem Medium bestimmt. Virus-Stocks wurden auf das
Vorliegen von Replikations-kompetentem Helfer-Retrovirus (replicationcompetent
helper retrovirus – RCR)
getestet, zuerst durch Amplifizierung der Virus-Stocks in NIH3T3-Zellen (ATCC CCRL 1658;
gezüchtet
in Glukose-reichem DMEM/10% FCS) für zwei Wochen, und Untersuchen
auf das Vorliegen von RCR unter Verwendung des Marker-Rescue-Assays
in HT1080/LSHL-Zellen (gezüchtet
in Glukosereichem DMEM/10% FCS) wie beschrieben (Yee et al., 1994,
wie oben).
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Der
LTK-FIX-Virus, hergestellt aus den infizierten Zellen der Klone
13 und 21, wurde nach 48 Stunden Inkubation in Tetracyclin- oder
17β-Östradiol-enthaltendem
Medium geerntet und die Virus-Titer wurden mittels einer Infektion
von 208F-Rattenzellen wie vorstehend beschrieben bestimmt, gefolgt
von der Selektion von G418-resistenten Kolonien. Wie in der Tabelle
1 dargestellt, erhöht
sich die Virus-Produktion in beiden Klonen nach 17β-Östradiol-Induktion.
Obwohl der Klon 13 nach Induktion signifikant mehr VSV-G exprimiert,
waren die Virus-Titer, die durch die beiden Klone erzeugt wurden, ähnlich.
Der Grund dafür
könnte
in dem cytopathischen Effekt liegen, der durch die Über-Expression
von VSV-G in Klon 13-Zellen nach 17β-Östradiol-Induktion erzeugt wird (siehe nachstehend).
Der Befund, dass die Klon 13-abgeleiteten
Zellen ungefähr
20-fach mehr Virus als Klon 21-abgeleitete Zellen in Gegenwart von
Tetracyclin erzeugen, ist in Übereinstimmung
mit den höheren
Basal-Levels von
VSV-G, die in Klon 13-Zellen unter der nicht-induzierten Bedingung
exprimiert werden (Beispiel 5 und 9).
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Tabelle
1
Induzierbare Erzeugung des pseudo-typisierten LTK-FIX-Virus
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Die
Tatsache, dass der Klon 13 detektierbare Mengen von VSV-G in Gegenwart
von Tetracyclin exprimiert und mehr als sechs Monate in Kultur aufbewahrt
werden kann, deutet darauf hin, dass humane 293-Zellen niedrige
Levels von VSV-G-Expression tolerieren können. Trotz der höheren Level
von VSV-G-Expression in Klon 13 als in Klon 21 nach Induktion sind
jedoch die Virus-Mengen, die von den beiden Klonen erzeugt werden,
48 Stunden nach 17β-Östradiol-Induktion ähnlich zueinander
(Tabelle 1 und 10). Dies kann auf den cytopathischen
Effekt zurückgeführt werden,
der im Klon 13 nach 17β-Östradiol-Induktion
beobachtet wird, ein Effekt, der möglicherweise durch den relativ
hohen Level von VSV-G-Expression verursacht wird. Die Toxizität von VSV-G
ist wahrscheinlich das Ergebnis von dessen Expression auf der Zell-Oberfläche, die
zur Bildung von Syncytia führt.
Die Level von VSV-G-Expression in den Klonen 13 und 21 korrelieren
gut mit dem beobachteten Ausmaß des
cytopathischen Effekts in diesen Klonen nach der 17β-Östradiol-Induktion.
Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass ein niedrigerer Level
von VSV-G-Expression wie jener in Klon 21-Zellen den Vorteil aufweisen
könnte,
dass die Produzentenzellen längere
Zeiträume
nach der 17β-Östradiol-Induktion überleben
können,
wodurch mehr pseudotypisierte Viren von den Produzentenzellen (producer
cells) produziert werden.
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Beispiel 8: Dauer der
VSV-G pseudo-typisierten retroviralen Produktion aus 293GP/tTAER/G-Verpackungszellen
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Das
17β-Östradiol
nicht nur die Virus-Produktion sondern auch die VSV-G-Akkumulierung in
Zellen induziert, welche zwangsläufig
zum Zelltod führt,
ist es wichtig, die Dauer der Virus-Produktion der Produzentenzellen
nach der Induktion zu bestimmen. Vom Klon 21 oder Klon 13 abstammende
Zellen wurden mit dem LTK-FIX-Virus
infiziert und für
die G418-Resistenz ausgewählt.
Die G418-resistenten Kolonien wurden gepoolt und in DMEM (Raute),
DMEM plus Tetracyclin (Kreis) oder DMEM plus 17βÖstradiol (Quadrat) für den in
der 10 angegebenen Zeitraum inkubiert. Das Medium
der gepoolten Zellen wurde alle 48 Stunden ausgetauscht und der
Titer des akkumulierten Virus wurde zum angegebenen Zeitpunkt bestimmt;
mittels Infektion von 208F-Rattenzellen gefolgt von einer Selektion
in G418 enthaltendem Medium.
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Das
Kulturmedium von gepoolten LTK-FIX-Virus-infizierten Zellen vom
Klon 21 wurde über
einen Zeitraum von 16 Tagen gesammelt. Wie in 10 dargestellt,
blieb der Virus-Titer aus den Klon 21-Zellen bei einem niedrigen,
jedoch konstanten Level in Gegenwart von Tetracyclin über den
gesamten Zeitraum. Im Gegensatz dazu führte die Induktion mit 17β-Östradiol
zu einer schrittweisen Zunahme der Virus-Titer in Klon 21. Bis zwei
Wochen nach der 17β-Östradiol-Induktion
konnte kein cytopathischer Effekt festgestellt werden, eine Verzögerung,
die auf den relativ niedrigen Level von VSV-G-Expression in Klon
21-abgeleiteten Zellen zurückgeführt werden
kann (Beispiel 5 und 9).
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Interessanterweise
stiegen die viralen Titer von 103 cfu/ml
auf 4 × 106 cfu/ml über
einen Zeitraum von zwei Wochen nach Entfernung von Tetracyclin in
Abwesenheit von 17β-Östradiol-Induktion
(10, Klon 21). Nach drei Wochen Inkubation in diesem
Medium trat ein Massenzelltod auf, begleitet von einer Reduktion
des Virus-Titers.
Der Grund für
diese dramatische Zunahme der Virus-Titer ist zur Zeit nicht bekannt.
Um zu bestimmen, ob die Zunahme im Virus-Titer aufgrund des Auftretens
von Helfer-Virus-Kontaminierung stattfand, wurden die Virus-Stocks,
die am Tag 14 und Tag 16 nach der 17β-Östradiol-Induktion gesammelt
worden waren, in NIH3T3-Zellen
amplifiziert, gefolgt von einem Marken-Rescue-Assay, wie vorstehend
beschrieben. Unter Verwendung dieses Assays konnte kein Helfer-Virus
detektiert werden.
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Ähnliche
Verfahren wurden angewendet, um die Dauer der Virus-Produktion aus
den gepoolten LTK-FIX-Virus-infizierten Zellen vom Klon 13 zu bestimmen
(10, Klon 13). Die Virus-Titer stiegen ungefähr 100-fach
zwei Tage nach der 17β-Östradiol-Induktion. Jedoch
nahmen die Titer mit anhaltender Inkubation in Gegenwart von 17β-Östradiol
ab, diese Abnahme wurde von einer Zunahme der Anzahl von anscheinend
toten Zellen begleitet. Die Zunahme des Zelltods findet wahrscheinlich
aufgrund der Akkumulierung von hohen Levels von VSV-G nach 17β-Östradiol-Induktion
in diesem Klon statt. Ähnlich
zu den Klon 21-abgeleiteten Zellen stiegen die Titer von Klon 13-abgeleiteten
Zellen in Abwesenheit von 17β-Östradiol
weiter an für
bis zu 8 Tage nach Entfernung von Tetracyclin (10).
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Der
LTK-FIX-Virus-Titer von individuell isolierten G418-resistenten
Kolonien von infizierten Klon 21-Zellen wurde ebenfalls bestimmt
(Tabelle 2). Die Entfernung von Tetracyclin und die Zugabe von 17β-Östradiol
für 60
Stunden führte
zu einer Zunahme des Virus-Titers um mehr als 3–4 Größenordnungen. Ähnliche Ergebnisse
wurden mit Klon 13-abgeleiteten Zellen erhalten (Ergebnisse nicht
dargestellt).
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Tabelle
2
Die Virus-Titer erzeugt aus unabhängig isolierten Klonen von
LTK-FIX-Virusinfizierten Klon 21-Zellen
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Beispiel 9: Vergleich
von viralen Titern, die durch transiente Transfektionsmethoden produziert
werden, mit viralen Titern, die unter Verwendung des induzierbaren
Expressionssystems gemäß der vorliegenden
Erfindung produziert werden
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Unter
Verwendung des TLK-FIX-Konstrukts wurde das transiente Transfektionsverfahren
zur Virus-Produktion mit der Virus-Produktion verglichen, bei der
die stabilen Verpackungszelllinien-Klone 13 und 21 verwendet wurden.
Die transiente Transfektion wurde mittels Co-Transfektion des LTK-FIX-Konstrukts
mit pCMV-G (das VSV G aus dem CMV Immediate Early Gen Promotor exprimiert)
in 293GP-Zellen nach der Calciumphosphat-Copräzipitierungsmethode durchgeführt (Graham
et al., 1973, Virology, 52: 456–467).
Sechzehn Tage nach der Transfektion wurde der Virus geerntet. Ein
nach dem transienten Transfektionsverfahren hergestellter 293GP/LTK-FIX-Klon
produzierte den LTK-FIX-Virus mit einem Titer von 3 × 106 cfu/ml.
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Im
Gegensatz dazu wurde bei Verwendung des gleichen LTK-FIX-Vektor-Konstrukts
ein Virus mit einem Titer von 4 × 105 cfu/ml
aus einer gepoolten Population von Virusproduzierenden Klon 21-Zellen
48 Stunden nach Einführung
des TLK-FIX-Konstrukts
in die Klon 21-Zellen erzeugt. Dieser letztere Ansatz gemäß der vorliegenden
Erfindung weist nicht nur den Vorteil auf, dass der zeitaufwendige
Schritt der Identifizierung von stark-produzierenden Klonen vermieden
wird, es ist wahrscheinlich, wie in anderen Retrovirus-Produktionsverfahren,
dass die Isolierung von optimalen Produzenten-Klonen sogar zu höheren Virus-Titern
führen
würde. Somit
sind die in der vorliegenden Beschreibung und den Ansprüchen beschriebenen
Verpackungszelllinien für
eine großtechnische
Produktion von Viren in klinischer Qualität geeignet, insbesondere für Studien
im Bereich der Human-Gen-Therapie.
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Beispiel 10: Produktion
von VSV-G pseudo-typisierten retroviralen Teilchen enthaltend β-Galactosidase-codierende
RNA aus 293GP/tTAER/G-Verpackungszellen
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Der
retrovirale Vektor pLZRNL (Yee et al., 1994, wie oben; 5),
der β-Galactosidase exprimiert, wurde
zur Infizierung der 293GP/tTAER/G-Klone 13 und 21 eingesetzt, um
Verpackungszelllinien zu produzieren, wobei die vorstehend für die Herstellung
von LTK-FIX-Virus-produzierenden Zelllinien bechriebenen Verfahren
angewendet wurden. Die LZRNL-produzierenden 293GP/tTAER/G-Produzentenzelllinien
von Klon 13 und Klon 21 zeigten ähnliche
virale Titer wie die vorstehend beschriebenen LTK-FIX293GP/tTAER/G-Produzentenzelllinien
von Klon 13 und Klon 21. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Klone
13 und 21 als Verpackungszelllinien für die Produktion von VSV-G
pseudo-typisierten retroviralen Vektoren dienen können.
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Beispiel 11: Herstellung
von HT1080-Zellen, die tTAER stabil exprimieren
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Ein
infektiöser
TEPN-Virus wurde durch Transfektion des pTEPN-Plasmids in 293GP-Zellen durch Verwendung
von Calciumphosphat-Copräzipitierung
hergestellt (Graham et al., 1973, wie oben). Achtundvierzig Stunden
nach der Transfektion wurde der infektiöse TEPN-Virus geerntet und
verwendet, um HT1080-Zellen zu infiziren. Siebzehn individuelle
G418-resistente HT1080-Kolonien wurden ausgewählt und expandiert. Um die
tTAER-Aktivität
zu untersuchen, wurde das Plasmid pTetO-CAT in diese Klone transfiziert
und die CAT-Expression wurde 72 Stunden nach der Transfektion bestimmt.
Wie in der 11 dargestellt, wiesen sechzehn
der siebzehn G418-resistenten
HT1080-Klone eine CAT-Aktivität
nur dann auf, wenn Tetracyclin entfernt und Phenol-rot-freies DMEM
enthaltend 10% Aktivkohle/Dextran-behandeltes fötales Kalbsserum und 2 μM 17β-Östradiol
zugegeben wurde. Das Ausmaß der
Induktion variierte von 3-fach bis 40-fach (ein Mittelwert von 20-fach).
Die Variation in der Induktion könnte
die unterschiedlichen Levels von tTAER in jedem individuellen Klon
aufgrund der statistischen Retrovirus-Integration in die Wirtszellen-Chromosome
widerspiegeln. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Zugabe der ER-Liganden-Bindungs-Domäne die Transaktivierungs-Funktion
von tTA unter die Regulation von Östrogen stellt. Da die Mehrheit
der isolierten Klone tTAER exprimieren, wird ferner die Toxizität, die mit
einer stabilen tTA-Expression verbunden ist, durch die Zugabe der
ER-Liganden-Bindungs-Domäne gemildert.
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Beispiel 12: Produktion
von tTAER und induzierbare CAT-Expression aus einem einzelnen retroviralen
Vektor in HT1080-Zellen
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Zusätzlich zu
der tTA-Toxizität
leidet das tTA-basierende induzierbare System unter der Tatsache, dass
die Etablierung von Zelllinien zwei Schritte benötigt und dass nur Zelllinien
mit guten Transfektions-Wirksamkeiten einfach eingesetzt werden
können.
Daher wurde ein induzierbares Expressionssystem gemäß der vorliegenden
Erfindung entwickelt, so dass stabile Produzenten-Klone unter Verwendung
eines einzigen retroviralen Konstrukts in einem einzigen Transfektionsschritt
hergestellt werden können.
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Das
pTEPN-CAT-Konstrukt (6), das sowohl die TetO-CAT-Kassette
(unmittelbar abwärts
von dem neo-Gen in pTEPN insertiert) als auch die CMV-tTAER-Kassette
enthält,
wurde in 293GP-Zellen unter Verwendung der Calciumphosphat-Copräzipitierung
transfiziert (Graham et al., 1973, wie oben). Achtundvierzig Stunden
nach der Transfektion wurde ein infektiöser TEPN-CAT-Virus geerntet
und zur Infizierung von HT1080-Zellen eingesetzt. Zwölf G418-resistente
TEPN-CAT-HT1080-Klone wurden ausgewählt und expandiert, und die CAT-Expression
wurde wie vorstehend beschrieben untersucht. In zehn von zwölf TEPN-CAT-HT1080-Klonen wurde
die CAT-Expression nur nach Entfernung von Tetracyclin und Zugabe
von 17β-Östradiol
aktiviert (12). Die Induktion der CAT-Expression
variierte von 8-fach bis 27-fach (ein Mittelwert von 15-fach). Die zwei
Klone, die keine 17β-Östradiol-induzierte
CAT-Expression zeigten,
exprimierten die CAT-Aktivität
in Levels nahe zum Hintergrund unter allen Bedingungen, möglicherweise
als Ergebnis der Integration des retroviralen Vektors an eine Stelle,
die für
eine Gen-Expression ungünstig
ist, oder aufgrund von Mutationen, die in das retrovirale Genom
während
dem Verfahren der reversen Transkription eingeführt worden sind. Diese Ergebnisse
zeigen, dass das induzierbare Gen-Expressionssystem in Säugerzellen
mit hohen Wirkungsgraden über
einen retroviral vermittelten Gen-Transfer transduziert werden kann.
Ferner kann das vollständige Östrogen-induzierbare
Expressionssystem enthaltend das tTAER-Gen und das durch den induzierbaren
tetO-Promotor kontrollierte Ziel-Gen in eukaryotische Zellen mit
einem einzigen retroviralen Vektor transduziert werden.
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Beispiel 13: Induzierbare
Expression von VSV-G in HT1080-Zellen unter Verwendung des tTAER-induzierbaren
Systems in einem einzigen retroviralen Vektor
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Das
CAT-Gen in pTEPN-CAT wurde durch das VSV-G-Gen ersetzt, um das Konstrukt
pTEPN-G zu erzeugen. Infektiöse
TEPN-G-retrovirale Vektoren wurden aus 293GP-Zellen, die mit pTEPN-G transfiziert worden
waren, hergestellt und zur Infektion von HT1080-Zellen verwendet,
wie vorstehend im Beispiel 12 beschrieben. Die induzierbare Expression
von VSV-G mit 17β-Östradiol
konnte in dreißig
von fünfunddreißig individuell
abgeleiteten G418-resistenten TEPN-G 293GP-Klonen mittels Immunoblot-Analyse wie vorstehend beschrieben
bestätigt
werden.
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Die
VSV-G-Expression an der Zelloberfläche wurde in fünf dieser
dreißig
Klone TEPN-G 293GP-Klone wie
vorstehend beschrieben mittels Durchfluss-cytometrische Analyse
bestimmt. Wie in 13 dargestellt, exprimierten
alle fünf
Klone zweiundsiebzig Stunden nach der Entfernung von Tetracyclin
und Zugabe von 17β-Östradiol
signifikante Levels von VSV-G auf der Zelloberfläche. Im Gegensatz dazu konnte
keine VSV-G-Expression auf der Zelloberfläche dieser gleichen Klone detektiert
werden, wenn sie in Tetracyclin-enthaltendem Medium gezüchtet wurden.
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Um
zu bestimmen, ob die induzierbare VSV-G-Expression auf der Zelloberfläche aufgrund
einer Zunahme des Levels des Transkripts, initiiert von dem tetO
enthaltenden Promotor in dem TEPN-G-Virus, auftritt, wurde der Klon
24 in Tetracyclin- oder 17β-Östradiol-enthaltendem Medium
gezüchtet,
und die mRNA wurde isoliert und mittels Northern-blot-Analyse analysiert.
Die Northern-blot-Analyse wurde wie vorstehend beschrieben durchgeführt, außer dass
die Probe für
das VSV-G-Gen von einem 1-kb KpnI-Fragment von pTetO-G-1 abgeleitet
war (5).
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Sowohl
das 7,1-kb retrovirale genomische Transkript, initiiert von dem
5'LTR, als auch
das 2,2-kb Transkript, initiiert von dem tetO enthaltenden Promotor,
wurden mit der VSV-G-Gen-Probe in Zellen detektiert, die in Tetracyclin-enthaltendem
Medium gezüchtet
wurden (siehe 5 für die relativen Positionen
des 7,1-kb- und 2,2-kb-Transkripts).
Zusätzlich
wurden wenigstens drei weitere kleine Banden mit einer Größe von 6,8
kb, 6 kb und 4,5 kb festgestellt. Da die 5'-Spleiß-Donor-Stelle von MoMLV in
pTEPN-G beibehalten wurde, könnten diese
kleineren Transkripte von der Verwendung dieser Spleiß-Donor-Stelle
und den abwärts
gelegenen kryptischen Spleiß-Akzeptor-Stellen
stammen.
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Nach
der 17β-Östradiol-Induktion
stiegen die Level der 7,1-kb-genomischen Transkripte in den TEPN-G
NT1080-Zellen um etwa das 4-fache, während der Level des 2,2-kb-Transkripts
unter den gleichen Bedingungen ungefähr um das 28-fache anstieg
(bestimmt mittels densitometrischer Analyse). Die Zelloberflächen-Expression
von VSV-G nach Induktion korrelierte folglich mit einer Zunahme
der Transkription des VSV-G-Gens von dem tetO enthaltenden Promotor.
Diese Ergebnisse zeigen, dass Zelllinien, die Gene enthalten, die
für potentiell
toxische Gen-Produkte codieren, mit dem induzierbaren System, das
in der vorliegenden Studie beschrieben ist, einfach etabliert werden
können,
und dass das induzierbare System in die Wirtszelle als ein einziges
Konstrukt transferiert werden kann.
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Diese
mRNA-Expressionsstudien zeigen, dass die Wirkung des LTR-Verstärkers auf
den tetO-enthaltenden Promotor in dem TEPN-G-Konstrukt, wenn überhaupt,
minimal ist. Folglich bestehen nur wenig Bedenken, dass der tetO-enthaltende
Promotor in dem retroviralen Konstrukt durch den MoMLV LTR-Verstärker, der in
vielen Säuger-Zelltypen
wirksam ist, zufällig
aktiviert werden könnte.
Die minimale LTR-Verstärker-unterstützte Transkription
von dem induzierbaren tetO-Promotor könnte auf der Tatsache beruhen,
dass der induzierbare tetO-Promotor außer der TATA-Box keine weiteren
Regulationselemente aufweist, von denen eine LTR-Verstärkeraktivierte
Transkription stattfinden könnte.
Eine Transkriptions-Aktivierung des tetO-enthalten-den Promotors durch tTAER
könnte
aufgrund der großen
Nähe der
tetO-Stellen zum
Promotor auftreten.
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Überraschenderweise
stiegen die Levels von mRNA, initiiert von dem 5'LTR, nach 17β-Östradiol-Induktion. Das Vorliegen
von möglichen Östrogen-ansprechenden
Elementen in dem MoMLV LTR könnte
den beobachteten Anstieg begründen.
Alternativ dazu könnte
die starke Transaktivierungs-Domäne
von VP16 in tTAER die LTR-Promotor-Aktivität nach Bindung
von tTAER an die tetO-Stellen verstärken.