DE696578C - Verfahren zum Herstellen einer organischen Stickstoffnahrung als Zusatz zu Gaerfluessigkeiten - Google Patents

Verfahren zum Herstellen einer organischen Stickstoffnahrung als Zusatz zu Gaerfluessigkeiten

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DE696578C
DE696578C DE1936S0125073 DES0125073D DE696578C DE 696578 C DE696578 C DE 696578C DE 1936S0125073 DE1936S0125073 DE 1936S0125073 DE S0125073 D DES0125073 D DE S0125073D DE 696578 C DE696578 C DE 696578C
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organic nitrogen
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DE1936S0125073
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Max Seidel
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor

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  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)
  • Micro-Organisms Or Cultivation Processes Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zum Herstellen einer organischen Stickstoffnahrung'äls Zusatz zu Gärflüssigkeiten Viele in der Praxis -zur -Züchtung von Mikroorganismen Ader zur Erzeugung von Gärungsprodukten verwendeten Zuckerlösungen weisen keine einheitliche Zusammensetzung auf, sondern bestehen aus verschiedenartigen Zuckerarten. Bei der Züchtung der meisten praktisch verwertbaren Mikroorganismen, a insbesondere von Hefen einschließlich der @ Torulaarten, sowie bei der Erzeugung vieler Gärungsprodukte, von denen Äthylalkohol in -seiner Bedeutung,-überwiegt, werden im allgemeinen nur die Hexosen verbraucht= oder vergoren, während aÜdere Zuckerarten, wie Pentosen,. sich als nicht oder .nur sehr schwer assimilierbax, ,oder spaltbar erwiesen haben, so daß man bisher auf ihre Ausnutzung - verzichtet. hat.
  • Die erwähnten Mängel treten besonders bei den durch die Hydrolyse von cellulosehali.-gen Materialien erhaltenen Zuckergemischen, welche teilweise erhebliche Mengen von Pentosen enthalten, in Erscheinung.
  • Man hat nun feststellen können, daß einzelne Mikroorgarismenarten, beispielsweise Oidiumarten, Xylinium, Fusarium, verschiedene Milchsäurehakterien und Schimmelpilzarten; Pentosen abbauen bzw. als Aüfbaustoffe ihrer Körpersubstanz verwerten können.
  • Im Schrifttum ist häufig auf das Vermögen verschiedener Bakterien, Pentosen zu Säuren. abzubauen, hingewiesen, z. B. bei H e n n e b e x g , Handbuch der Gärungsbakteriologie, 2: Bd. 1926, S.72, 73 und S. zo5, ferner bei To 11 e n s - E 1 s n e r , Kurzes Handbuch der Kohlehydrate, 4. Auflage 1935, S. 42.
  • Eine Vermehrung der Mikroorganismen findet jedoch auch. oft mit Zuckerarten statt, die nicht gesäuert werden, so daß der Kreis der in Frage, kommenden Mikroorganismen erheblich erweitert wird. Vgl. hierzu H en n e -b e r g, Handbuch der Gärungsbakteriologie, z. Bd. 1926, S. 92, wo bezüglich der Mileb,". säurebakterien ausgeführt wird: Schon nach 24 Stunden (nach der I~irl-@ impfung von Milchsäurebakterien in reine, Lösungen einzelner Zuckerarten,- z. B. -rön Pentosen) läßt sich an dem Vorhandensein oder Fehlen einer Trübung erkennen, ob eine Entwicklung des Pilzes stattgefunden hat. Eine günstige Entwicklung braucht aber durchaus nicht mit Säurebildung verbunden zu sein usw.
  • Für die aus Pentosen erzeugbaren Mikroorganismen ist aber kaum Bedarf vorhanden. Das Eiweiß dieser Mikroorganismenarten, insbesondere der Oidiumarten, gilt hinsichtlich seiner Güte z. B. gegenüber Hefeeiweiß als minderwertig.
  • Ähnlich liegen die Verhältnisse bei der Gewinnung von Gärungsprodukten. So wird beispielsweise bei alkoholischer Gärung durch die bekannten pentosenvergärenden Mikroorganismen keine oder doch nur eine ungenügende Alkoholbildung erreicht, oder es wird sogar noch Alkohol verbraucht.
  • In pentosenhaltigen Zuckerlösungen, welche ,durch Züchtung von Mikroorganismen, die keine Pentosen assimilieren oder durch eine beispielsweise alkoholische Hefegärung von Hexosen befreit wurden, werden erfindungsgemäß in an sich bekannter Weise Mikroorganismen, beispielsweise Oidiumarten, gezüchtet, welche die vorhandenen Pentosen assimilieren können. Die auf diese Weise erhaltenen Mikroorganismen werden in bekannter Weise plasmolysiert (z. B. durch Erwärmen) und der erhaltene Nährstoffextrakt für die Züchtung von Hefen (Torula oder andere Hefen) oder von anderen Mikroorganismen, welche Pentosen nicht assimilieren, verwendet.
  • Ein aus Fichtenholz gewonnenes Zuckergemisch enthält z. B. etwa io bis 20% Pentosen. Bei Laubhölzern kann der Pentos,enanteil ein Zwei- bis Dreifaches desjenigen bei Fichtenholz betragen.
  • Nach der vorliegenden Erfindung kann ein wesentlicher Teil des in der in üblicher Weise vergorenen oder aufgebrauchten Zuckerlösung noch enthaltenen, vorwiegend aus Pentosen bestehenden Restzuckers zusätzlich nutzbar gemacht werden. Die plasmolysierten, aus den Pentosen erzeugten Mikroorganismen ohne eigenen nennenswerten Nutzwert bilden eine vorteilhafte Quelle für organischen Stickstoff und andere wichtige Nährstoffe (Mineralsalze, Phosphorsäure usw.) in leicht assimilierbarer Form. Die bekannte Armut der genannten Nährlösungen an organischem Stickstoff und anderen wichtigen Nährstoffen wird dadurch vorteilhaft ausgeglichen, so daß die durch das Plasmolysat der an sich min-; derwertigen, aus den Pentoscn .gewonnenen 'Xikroorganismen verbesserte Nährlösung ein _=vorzügliches Nährsubstrat für die Züchtung _. von hochwertigen, nur oder vorwiegend-Hexosen assimilierenden Mikroorganismen bildet. Aus den in der Nährlösung noch vorhandenen Pentosen können neue Mengen der als Quelle für den Zusatznährstoff dienenden . geringwertigen Mikroorganismen erzeugt werden.
  • Die nicht unmittelbar verwertbaren, aus den Pentosen erhaltenen Mikroorganismen können in bekannter Weise zu Plasmolysat verarbeitet werden, das dann der zur Züchtung der gewünschten Mikroorganismen dienenden Nährlösung _zugefügt wird. Die Plasmolyse der aus den Pentosen erzeugten, nicht unmittelbar verwertbaren Mikroorganismen kann aber auch gemeinsam mit der Aufspaltung höhereY, nicht vergärbarer Kohlehydrate, wie Stärke oder .höhere Zucker; durch Erhitzen im angesäuerten Zustand mit oder ohne -Überdruck erfolgen, dadurch, daß die zu plasmolysierenden Mikroorganismen den zu behandelnden Kohlehydratlösungen zugefügt werden. Auch .gemeinsam mit der Verzuckerung cellulosehaltiger Materialien kann die Plasmolyse der aus den Pentosen erzeugten Miki#oorganismen erfolgen, indem diese den zu verzuckernden Stoffen vor deien Verzuckerung zugemischt werden.
  • Das neue . Verfahren ist sowohl für die Herstellung von Bäckereihefe wie von. Futterhefe oder beliebigen anderen Mikroorganismen, welche keine -Pentosen assimilieren, geeignet. Auch können Gärprozesse mit dem Plasmolysat als Zusatzstoff durchgef ührt werden.
  • Ausführungglbeispiel I Nach der alkoholischen Gärung von Sulfitablauge verbleibende von Alkohol. befreite Schlempe wird unter Zusatz der nötigen Nährsalze als Träger für N, P2 0r, Mg, K unter Berücksichtigung der in der Schlempe enthaltenen Mengen dieser 1Vährsalze unter Belüftung im Zulaufverfahren mit Oidium oder anderen Pentcsen assimilierenden Mikroorganismen angestellt. Wenn die Nährstoffaufnahme zum Stillstand gekommen ist, werden die zugewachsenen Mikroorganismen durch Verschiebung der Wasserstoffionenkonzentration mittels Alkalizusatzes zum Absitzen gebracht, die klare, verbrauchte Lösung wird abgegossen und der Bodensatz durch Erwärmen unter Zusatz von i Volumprozent Mineralsäure, vorzugsweise Schwefelsäure oder Phosphorsäure, durch 1/2stündiges Erwärmen auf etwa 8o° C- plasmolysiert. Das Plasmolysat ist ein vorzüglicher Hefenährstoff. Es werden 4o bis 5o% Oidiumsubstanz, bezogen auf den Gehalt der Alkoholschlempe, an reduzierendem Zucker erhalten. Von dem Plasmolysat -wird die gesamte Menge oder ein Teil einer neuen Sulfitablaugealkoholgärung als Gärfördermittel zugesetzt.
  • Ausführungsbeispiel II Nach der Züchtung von Kulturhefe in Holzzuckerlösungen mit 4% reduzierendem Zucker verbleibt eine Lösung .mit i % reduzierendem Zucker, bestehend aus o,go/o Pentosen und` o, i % Hexosen. In dieser Lösung werden wiederum unter Wahrung des Zuläufprinzips und unter Belüftung nach Zufuhr der notwendigen Nährsalze Milchsäurebakterivn oder andere Pentosen assimilierenden Mikroorganismen gezüchtet und. nach beendetem Wachstum von der verbrauchten Lösung durch Separation getrennt und sodann durch Erwärmen abgetötet und z. B. bei der- Nachhydrolyse der ersten Zuckerfraktion sauer aufgeschlossen. Das Plasmolysat teilt sich dabei der frischen Zuckerlösung mit und dient in derselben als organische Stickstoffnahrung bei der folgenden Verwendung zur Hefezüchtung. Die verbleibende Pentosen enthaltende Restlösung wird wieder zur Züchtung von neuen Milchsäurebakterien o. dgl. -,verwendet, die dann wieder plasmolysiert werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Herstellen einer organischen Stickstoffnahrung als Zusatz zu -Gärflüssigkeiten zur Erzeugung von Mikroorganismen oder Gärungserzeugnissen, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Hexosen und Pentosen enthaltenden Flüs-. sigkeit die Hexosen zunächst ifi an sich bekannter Weise verbraucht und danach in der verbleibenden pentosenhaltigen Lösung Pentosen assimilierende Mikroorganismen gezüchtet und letztere der Plasmolyse unterworfen werden.
DE1936S0125073 1936-11-27 1936-11-27 Verfahren zum Herstellen einer organischen Stickstoffnahrung als Zusatz zu Gaerfluessigkeiten Expired DE696578C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE744677C (de) * 1940-12-06 1944-01-24 Biosyn Ges M B H Verfahren zur Gewinnung von Pilzmycelsubstanz aus Cellulosebegleitstoffen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE744677C (de) * 1940-12-06 1944-01-24 Biosyn Ges M B H Verfahren zur Gewinnung von Pilzmycelsubstanz aus Cellulosebegleitstoffen

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