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Steilschrauber mit gegenläufigen Schrauben Macht man bei gegenläufigen
Steilschraubern mit starren Blättern die Blätter gleich schtver und groß, wie es
-an sieh nahe liegt, dann heben sich die Kreiselwirkungen auf, die aber bekanntlich
nützlich sind, um ausgezeichnete Flugeigenschaften und um Stabilität zu erzielen.
Es ist deshalb vielfach darauf verzichtet worden, die Tragschrauben gegenläufig
zu- machen; man hat nur eine Schraube verwendet und das Rückdrehmoment durch andere
Mittel aufgenommen, z. B. durch feste Leitflächen im Schraubenstrahl oder durch
besondere Windräder mit horizontaler Achse, die auf Auslegern sitzen und das nötige
Reaktionsmoment erzeugen. Durch Florine ist bekanntgeworden, zweigleichsinnig umlaufende
Propeller nebeneinander anzuordnen und dabei die Achsen derart windschief zueinander
zu neigen, daß die dadurch entstehenden Horizontalkomponenten des Auftriebes ein
Kräftepaar bilden, welches die Reaktion des Schraubendrehmomentes aufnimmt. Die
Erfindung besteht darin, daß bei zwei gegenläufigen Schrauben eine Kreiselwirkung
dadurch erhalten wird, daß die Blätter der einen Schraube achsgelenkig oder kardanisch
mit der Rotorachse verbunden sind. Die Blätter der Schraube, die den Drall liefert,
sind starr oder verdrehgelenkig (s. Abb. i und a).
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Durch die gegenläufige Anordnung der Schrauben spart man die besonderen
Mittel" um die Reaktion auf das Schraubendrehmoment aufzunehmen. Durch die achsgelenkige
Aufhängung der Blätter der einen Schraube bleibt die Kreiselwirkung der Schraube
mit den starren oder verdrehgelenkigen Blättern erhalten.
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Es liegt nahe, die Schrauben-übereinander anzuordnen. Man kann sie
aber auch nebeneinander anordnen. Dadurch erzielt man bei gegebener @Schraubenkreisbelastung
geringere Durchmesser, und man vermeidet die Gefahr des Zusammenschlagens der achsgelenkigen
mit den starren Blättern. Es ist dabei nicht nötig, die beiden Mittelpunkte einen
Sehraubendurchm,
esser weit auseinanderzulegen; wenn jede Schraube
nur zwei oder drei Blätter hat, können die Schraubenkreise in an sich bekannter
Weise sich weitgehend,.: überschneiden, ohne daß die Drehsterne sich.. berühren
(s. Abb. 3). Auch wenn die kreise; sich derart überschneiden, wird die be=' strichene
Fläche im Verhältnis zum Durchmesser günstig, die Ausleger vom Rumpf zu den Schraubennaben
werden aber kürzer als dann, wenn man die Schraubenkreise sich nicht überschneiden
läßt: Ein.Steilschrauber mit zwei gegenläufigen Sehrauben, die in der beschriebenen
Weise gelagert sind, kann in bekannter Weise durch Leitflächen gesteuert werden.
Günstiger ist es, die Schraubenblätter selbst in ebenfalls an sich bekannter Weise
zum Steuern zu benutzen: Durch unmittelbare Steuerung der Blätter, vor allem der
starren Schraube, lassen sich große Steuermomente und damit rasche Bewegungen erzielen,
wie sie im Luftkampf sehr erwünscht sind. Die Steuerung der Blätter der starren
Schraube liefert auch die Möglichkeit, extreme Fluglagen und Neigungen der Rumpfachsen
aufrechtzuerhalten, was besonders bei Flugzeugen mit starr eingebauten Waffen wichtig
ist; bei Steilschrau-Bern aber, deren Rotor kardanisch öder deren Blätter achsgelenkig
gelagert sind, nicht möglich ist.
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Es ist nicht unbedingt nötig, die achsgelenkigen Blätter der zweiten
Schraube besonders zu steuern. Durch das Zusammenwirken von aerodynamischen und
Massenkräften stellen sie sich stets mehr oder minder rechtwinklig zu ihrer Umlaufachse
ein. Diese wird man in der Regel näherungsweise parallel zur Achse der Schraube
mit den starren Blättern legen (Abb. q.). Die achsgelenkigen Blätter kreisen . also
ohne' weiteres Zutun näherungsweise parallel zu den starren Blättern. Bei Steilschraubern
- reit starren Blättern ist es aus Gründen der ;.,dynamischen Stabilität wichtig,
die Ausdeh--neg des Flugzeuges in vertikaler Richtung `lein zu halten. Deshalb und
auch mit Rücksicht auf den Luftwiderstand und das Gewicht liegt es nahe, den Abstand
der beiden Schrauben, wenn diese übereinanderliegen, so klein zu wählen, wie es
der Schlagwinkel der angelenkten Blätter zuläßt; die angelenkten Blätter dürfen
natürlich unter keinen Umständen mit den starren Blättern zusammenschlagen. Unter
Umständen ist aber auch eine größere Hochlage der Schraube mit den angelenkten Blättern
erwünscht, nämlich dann, wenn Kräfte am Rotorkopf wirken, die erwünschte Momente
um den Flugzeugschwerpunkt erzeugen. Das gilt z. B. für die Dämpfung, die durch
aerodynamische Kräfte auf die obere Schraube entsteht und die den unerwünschten
Stampf-und Taumelbewegungen entgegenwirkt und die durch geeignete Steuerung der
Blätter dieser Schraube willkürlich vergrößert werden kann. Mit Rücksicht darauf
ist es unter Umständen günstig, die obere Schraube höher zu legen, als der Schlagwinkel
der angelenkten Blätter erfordert.