DE694883C - Verfahren zur Gewinnung von Blausaeure - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Blausaeure

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DE694883C
DE694883C DE1938D0077364 DED0077364D DE694883C DE 694883 C DE694883 C DE 694883C DE 1938D0077364 DE1938D0077364 DE 1938D0077364 DE D0077364 D DED0077364 D DE D0077364D DE 694883 C DE694883 C DE 694883C
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Germany
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hydrogen
cyanide
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hydrocyanic acid
anode
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DE1938D0077364
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Dr Helmut Beier
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Evonik Operations GmbH
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Degussa GmbH
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/02Preparation, separation or purification of hydrogen cyanide
    • C01C3/0254Preparation, separation or purification of hydrogen cyanide from cyanates or from thiocyanates

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Toxicology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Electrolytic Production Of Non-Metals, Compounds, Apparatuses Therefor (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Blausäure Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Blausäure aus Rhodaniden, insbesondere Alkalirhoda;niden, wie z. B. Kaliumrhodanid.
  • Es ist bekannt, daß man durch Einleiten von Wasserstoff in eine Rhodamidsclimelze, z. B. eine solche von Kaliumrhodand, die Rhodanidgruppe unter Bildung von Blausäure und Schwefelwasserstoff bzw. Alkalicyanid und Alkalisulfid aufspalten kann. Diese Aufspaltung tritt aber nur in so beschränktem Maße ein, daß -das Verfahren. für -eine technische Gewinnung der Erzeugnisse nicht geeignet ist, und zwar auch deshalb nicht, weil die Aufarbeitung der Umwandlungsprodukte beim Arbeiten in technischem Maßstab erhebliche Schwierigkeiten bereitet.
  • Nach vorliegender Erfindung werden Blausäure und andere wertvolle Erzeugnisse, aus Alkalirhodaniäen, z. B. Kaliumrhodanid, dadurch gewonnen, daß man da's Alkalirhodanid in schmelzflüssigem Zustand unter Einleitung von Wasserstoff an der Anode mit Gleichstrom. bei Temperaturen elektrolysiert, welche oberhalb des Schmelzpunktes des Cyanids der vorhandenen Baste und zweckmäßig unterhalb des Schmelzpunktes des.entsprechenden Alkalisulfiids gehalten werden.
  • Die anodischen Stromdichten können z. B. etwa 8o Amp./dcm2, die Spannung etwa 6 bis 8 Volt betragen. Die Temperatur der Schmelze wird oberhalb des Schmelzpunktes des Cyanids,der vorhandenen Alkalibase, und zwar zweckmäßig _ unweit oberhalb dieses Schmelzpunktes, genalten. Bei Anwendung von Natriumrhodanid. (Smp 287°) wird man "alsodie Elektrolyse oberhalb des Schmelzpunktes des Natriumcyanids (562°) durchführen;. z. B. zwischen 58o und 6oo°. Dagegen empfiehlt es sich, Temperaturen zu vermeiden, welche oberhalb des Schmelzpunktes des entsprechenden Sulfids, (Natriumsulfid Smp 92o°)_ liegen. .Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Elektrolyse mit niedrigeren-Temperaturen, bei hTatriumcyanid also unweit oberhalb 562° zu beginnen und die Temperatur im Verlauf der Elektrolyse allmählich zu steigern. Hierdurch wird die Bewegung der Rhodanidionen zu der Kathode in dem im Verlaufe des Vorgangs infolge Ausscheidung vorn Alkalisulfid breiig werdenden Elektrolyten begwnstigt. Als Kathodenmaterial haben sich Chrom-Nickel-Stähle, z. B. V2A-Stahl, als Anodenmaterial Kohle, z. B. poröse Kohle, bewährt. Die Zuführung des Wasserstoffs wird zweckmäßig derart bewirkt, daß dieser an der Anodenoberfläche und in der die Anode umgebenden Zone des Elektrolyten in möglichst guter und gleichmäßiger Verteilung vorhanden ist. Mit Vorteil wird der Wasserstoff durch die Anode selbst zugeführt. Man kann z. B. röhrenförmige- Anoden verwenden, die unten geschlossen sind und deren in den Elektrolyten eintauchender Teil, vorzugsweise deren Unterteil, gegebenenfalls mit einer Vielzahl von zweclesnäßig gleichmäßig über die Anodenoberfläche verteilten Durchtrittsöffnungen für den Wasserstoff versehen ist.
  • Bei Durchführung des Verfahrens wird das Rhodanid .glatt unter Bildung von Blausäure und Schwefelwasserstoff zerlegt. Die Blausäure entweicht zusammen mit untergeordneten Mengen von Schwefelwasserstoff in Gasform. Die Trennung und Aufarbeitung der gasförmigen Erzeugnisse kann nach üblichen Methoden, z. B. durch Verflüssigen bzw. Ausfrieren der Blausäure, durch entsprechendes Kühlen, durch Auswaschen. oder Absorption des Schwefelwasserstoffes u. dgl. Maßnahmen erfolgen. Der größere Teil des aus dem Rhodanid in Freiheit .gesetzten Schwefelwasserstoffes bleibt in Form von Alkali-. sulfiden in .der Schmelze zurück. Die Aufarbeitung der - Schmelze bzw. .die Gewinnung der Alkalisulfide aus der.praktisch cyanidfreien Schmelze bann nach üblichen Methoden erfolgen.
  • Beispiele i. Kaliumrhodanid wird in einen Kessel aus V2A-Stahl, der zugleich als Kathode dient, auf ietwa 65o bis 70ö° erwärmt. Als Kathode dient ein zentral angeordnetes>, am unteren Ende geschlossenes Kohlenrohr, welches mit über die Oberfläche des Rohres zweckmäßig gleichmäßig verteilten Austrittsöffnungen für den durch das Rohr zugeführten Wasserstoff verstehen ist. Gegebenenfalls können auch mehrere derart ausgebildete Kohlenrohre in dem als Kathode Klierenden Kessel vorgesehen sein.. Die Schmelze wird unter Einleiten. von Wasserstoff mit Gleichstrom elektrolysiert. Die anodische Stromdichte- kann etwa 8o Amp./dcm2, die Spannung etwa 6 bis 8 Volt betragen. Es entweicht alsbald Blausäure mit geringeren Beimengungen von Schwefelwasserstoff. Durch geeignete Kühlung kann das Gasgemisch in seine Bestandteile (Blausäure und Schwefelwasserstoff) zerlegt werden. Die -praktisch cyanidfreie Alkalisulfid enthaltende Schmelze kann nach üb-]ich-en Methoden aufgearbeitet werden.
  • 2. Eine Kaliumrhodanidschmielze wurde bei 65o° mit einer anodischen Stromdichte von etwa So Amp./dcm2 und einer Spamzung von 6 bis 8 Volt. elektrolysiert, wobei Wasserstoff in gleicher Weise, wie bei Beispiel i beschrieben, eingeleitet wurde. Nach Ablauf i Stunde waren 449 Blausäure in Gasform gewonnen. In der Schmelze war Kaliumcyanid nur in Spuren :nachweisbar. Es sind also Verluste infolge Bildung 'von in der Schmelze zurückbleibendem Kaliumcyanid nicht entständen.
  • 3. Ein Vergleichsversuch, bei welchem in eine Schmelze von gleicher Beschaffenheit bei 65o° die gleiche Menge Wasserstoff wie bei Beispiele Leingeleitet wurde, ergab ohne Elektrolyse nach i Stunde eine Ausbeute von nur 13 g Blausäure. In der Schmelze befanden sich 6 g Kaliumcyanid neben urzersetztem Kaliumrhodanid und Kaliumsulfid.

Claims (3)

  1. i ATENTANSPRÜciir: i. Verfahren zur Gewinnung von Blausäure aus Alkalirhodaniden,dzdurch gekennzeichnet, daß man das Alkalirhodarnid in schmelzflüssigem Zustand unter Einleitung von Wasserstoff an der Anode mit Gleichstrom bei Temperaturen elektrolysiert, welche oberhalb des Schmelzpunktes des Cyanids der vorhandenen Base und zweckmäßig unterhalb des Schmclzpunktes des entsprechenden Alkalisulfids gehalten werden.
  2. 2. Verfahren nach Änspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur im Verlaufe der Elektrolyse erhöht wird, z. B. derart, -daß anfänglich bei unweit oberhalb des Schmelzpunktes des der vorhandenen Alkalib4se entsprechenden Cyanids gearbeitet und ,die Temperatur im weiteren Verlauf der Elektrolyse gesteigert wird.
  3. 3. Verfahren nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserstoff durch die zweckmäßig aus Kohle bestehende, z. B. röhrenförmig ausgebildete Anode, die gegebenenfalls mit gleichmäßig über die Anodenoberfläche verteilten Durchtrittsöffnungen versehen ist, in den Elektrolyten leingeführt wird.
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