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Münzfernsprecher für Selbstanschluß-Fernsprechanlagen mit Mehrfachzählung
In Selbstanschluß-Fernsprechanlagen mit Mehrfachzählung bereitet die Ausbildung
der Münzfernsprecher Schwierigkeiten. Es sind Anordnungen bekannt, bei denen durch
Zusatzeinrichtungen in der Vernuttlungsstelle unter dem Einfluß von Stromstößen,
die seitens des Münzfernsprechers nach .der Vermittlungsstelle gesandt wenden, deinerseits
die Zahl der eingeworfenen Münzen geprüft rund andererseits *die für eine aufgebaute
Verbindung zu bqrechnend@e Gebühr ermittelt wird. Nur bei Übereinstimmung der in
den Münzfernsprechern eingeworfenen Münzen: und ,der zu berechnenden Gebühr kann
bei diesen bekannten Anordnungen. eine Gesprächsverbindung zustande kommen. Da diese
Anordnungen erhebliche Zusatzeinrichtungen in der Vermittlungsstelle erfordern,
sind auch bereits Anordnung-en vorgeschlagen worden, bei welchen die Übereinstimmung,dereingeworfenen
Münzen mit der für die Verbindung zu berechnenden Gebühr in dem Münzfernsprechapparat
selbst geprüft wird. Bei einer bekannten Anordnung dieser Art (schweizerisches Patent
178 699) werden die eingeworfenen Münzen in einem Speicherkanal festgehalten. Nach
dem Aufbau einer Fernsprechv#erbindung werden die von einer Zeitzon:anzähleinrichtung
der zur Beeinflussung des der anrufenden Leitung zugeordneten Zählers in .der Vermittlungsstelle
ausgesandten Zählstromstöße über die Anschlüßleitüng zu dem Münzfernsprechapparat
übertragen und bewirken die Verstellung eines Prüfgliedes., welches die in dem Speicherkanal
liegenden Münzen abtastet. Liegt seine entsprechende Anzahl vön Münzen in dem Speicherkanal,
dann wird die Kassierung dieser Münzen bewirkt. Sind jedoch nicht genügend Münzen
eingeworfen worden, dann erfolgt die Auslösung .der aufgebauten Verbindung. Bei
einer anderen bekannten Anordnung (Patent 432 975) wird periodisch während einer
aufgebauten Fernsprechverbindung die D:urchschaltung der Sprechadern unterbrochen
und ein Zählstromstoß zu dem Münzfernsprecher gesandt. TJnber dem Einfluß dieses
Zählstromstoßes wird ;eine in dem Speicherkanal des Münzfernsprechapparates liegende
Münze kassiert. Sodann wird geprüft, ob- noch eine weitere Münze in dem Speicherkanal
liegt. Ist. dies der Fall, dann wird ein Stromkreis zu ,der@Vermittlungastelle geschlossen,
der erneut die Durchschaltung
der Sprechleitungen bewirkt. Diese
bekannten Anordnungen benötigen in dem Münzfernsprechapparat eine erhebliche Anzahl
vön Schaltmitteln, wie Relais u. dgl., um die, Prüfung vorzunehmen, ob die eingeworfenen
Münzen mit der für die jeweilige G@esprächsverbindung°zu berechnenden Gebühr übereinstimmen.
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Die Erfindung bezweckt eine Vereinfachung der Münzfernsprecher für
die Selbstanschluß-Fernsprechanl.agen mit Mehrfachzählung, bei welchen die Kassierung
der eingeworfenen Münzen unter dem Einfluß von Zählstromstößen- der Vermittlungsstelle
erfolgt. Die Vereinfachung wird dadurch erzielt, daß der Aufbau .einer Fernsprechverbindung
nur nach Einwurf einer dem Höchstbetrag der möglicherweise zu berechnenden Gebühr
entsprechenden Anzahl Münzen möglich ist. Diese Münzen werden in einer Speichervorrichtung
gesammelt, aus der bei jedem Zählstromstoß eine Münze entnommen und in den Geldbehälter
befördert wird, während der Rest der Münzen nach Beendigung der Verbindung zurückgegeben
wird. Die Erfindung geht hierbei von der Voraussetzung aus, daß in Selbstanschluß-Fernsprechanlagen
mit Mehrfachzählung die für eine Verbindung zu berechnende Gebühr auf einen bestimmten
Höchstbetrag begrenzt ist. Diese Voraussetzung ist bei den bekannten S:elbstanschluß-Fernsprechanlagen
durch die Bauart der Zeitzonenzähleinrichtungen gegebeui, welche die Aussendung
nur einer beschränkten Anzahl von Zählstromstößen gestattet. Diese durch die Höchstzahl
der Zählstromstöße bestimmte Gebühr liegt somit für eine Selbstanschluß-Fernsprechanlage
fest. Bei deinem an eine solche Fernsprechanlage angeschlossenen Münzfernsprecher
braucht somit lediglich eine einfache Schaltvorrichtung vorgesehen zu sein, welche
die Zahl der eingeworfenen Münzen zählt und nach Einwurf der dem Höchstbetrag der
Gebühren entsprechenden Anzahl von Münzen den Aufbau der Fernsprechverbindung ermöglicht.
Für die übertragung der Zählstromstöße über die Anschlußleitung des Münzfernsprechers
bedarf es in der Vermittlungsstelle nur deiner einfachen Zusatzeinrichtung, die
an sich beispielsweise für die Einstellung von Gebührenanzeigern bei den einzelnen
Fernsprechstellen bekannt ist.
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Die Übertragung dieser Zählstromstöße, welche die Kassierung
je einer Münze bewirken, von der Vermittlungsstelle auf den Münzfernsprecher
erfolgt zweckmäßig nach Beendigung des Gespräches.
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Da bei dem Münzfernsprecher nach der Erfindung der Aufbau einer Fernsprechverbindung
nur nach Einwurf einer dem Höchstbetrag der möglicherweise zu berechnenden Gebühr
entsprechenden Anzahl Münzen möglich ist, bedarf es nicht der bei den bekannten
Anordnungen erforderlichen zusätzlichen Einrichtungen in der Vermittlungsstelle
und im Münzfernsprecher, welche prüfen, ob noch eine Münze in dem Speicherkanal
des Münzfernsprechers liegt. Hierdurch erzielt der Münzfernsprecher nach dar Erfindung
eine wesentliche Vereinfachung, die die Münzfernsprecher in Selbstanschluß-Fernsprechanlagen
mit Mehrfachzählung erheblich wirtschaftlicher gestalten.
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Zur Erläuterung der Erfindung sei angenommen, daß in dem Selbstanschluß-Fernsprechnetz
für eine sich über die längstmögliche Zeitspanne erstreckende Verbindung zu einem
Teilnehmer, der an die weitest entfernt liegende Vermittlungsstelle angeschlossen
ist, höchstens eine Gebühr von .9.3t -.6o berechnet wird. Die Schaltvorrichtung
des an eine solche Fernsprechanlage angeschlossenem Münzfernsprechers ist dann so
ausgebildet, daß sie erst n.ach=Einwurf von sechs Zehnpfennigstücken den Aufbau
einer Verbindung ermöglicht.
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Zur Herstellung einer Verbindung nach einer beliebigen anderen Vermittlungsstelle
des Selbstanschluß-Fernsprechnetzes muß der Sprechgast daher zunächst sechs Zehnpfennigstücke
in den Münzfernsprecher einwerfen. Nach Beendigung des Gespräches erfolgt die Abrechnung
der von dem Sprechgast hinterlegten Gebühr unter dem Einfluß der von der Vermittlungsstelle
zurückgesendeten Zählstromstöße. Durch jeden Zählstromstoß wird mittels eines einfachen
mechanischen Zwischengliedes eine Münze in den Geldbehälter befördert. Werden beispielsweise
über die A,nschlußleitung vier Zählstromstöße übertragen, so vereinnahmt der Münzfernsprecher
vier Zehnpfennigstücke von dem vorher eingeworfenen Betrag von AJL -.6o. Der Restbetrag
von AdL -.2o wird aus der Speichervorrichtung ausgestoßen und kann in hekannter
Weise aus einer Geldrückgabeschale entnommen werden.
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Werden durch die Mehrfachzählvorrichtun-,gen der Vermittlungsstelle
die Zählstromstöße bereits während des Gespräches übertragen, dann kann auch während
des Gespräches durch jeden eintreffenden Zählstromstoß der entsprechende Gebührenbetrag
in dem Münzfernsprecher vereinnahmt werden.