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Verfahren zur Herstellung von Zahneinlagestücken Die Erfindung bezieht
sich auf ein -Verfahren zur Herstelluug von Zahneinlagestükken (Inlays) mit genauem
Randschluß aus Porzellanschlicker mit Hilfe eines in Einet tungsmassen gewonnenen
Zahnmodells.
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Die Erfindung bezweckt, die Herstellung solcher Inlays aus hochschmelzbarem
Porzellan zu lerleichtern und genauer zu gestalten; denn bisher mußte, um das bei
I3000 C eintretende Zusammenbacken hochschmelzender keramischer Einbettungsmassen
mit dem Porzellan zu vermeiden, der Schmelzprozeß in Matrizen aus Platinfolie erfolgen,
wobei die Bildung von Falten, Riss!en und Schrumpfungen der Matrizen nicht zu vermeiden
ist.
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Der Zweck der Erfindung wird dadurch erreicht, daß das in der Einbettungsmasse
gewonnene Zahnmodell vor seiner Füllung mit hochschmelzendem, mit Wasser angerührtem
Porzellanschlicker mit einer zweckmäßig gefärbten Wachsschicht üerz'ogen, der Schlicker
nach dem Füllen von üblerschüssigem Wasser befreit, gegebenenfalls mit einem oder
mehreren Schrumpfungseinschnitten versehen und das Zahnmodell gegebenenfalls gebrannt
und nochmals mit einer Wachsschicht überzogen wird, auf die zur Kenntlichmachung
des Kavitätenrandes ein Tuschrand aufgebracht wird, wonach schließlich mittels Porzellanschlickers
mit genauem Randschluß aufmodelliert, das Ganze gebrannt und das Inlay von dem Zahnmodell
befreit wird. Hierbei ermöglich die Wachsschicht, den Arbeitsgang am trockenen Zahnmodell
aus keramischer Einbettungsmasse, also unter rascher Kondensierung des Schlickers
und mit entsprechendem Zeitgewinn, durchzuführen, weil das Modell entgegen den bisherigen
Verfahren
keiner Tränkung mit Alkohol oder Wasser nach jedem Brand
vor Ergänzen des Schlikkers und keines entsprechenden sorgfältigen Abdampfens vor
jedem neuen Brand bedarf.
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Ferner erleichtert der dunkle Tuschrand der Modellkavität das genaue
Aufmodellieren gegenüber den bisherigen Verfahren, bei denen sich der weiße Porzellanschlicker
nicht von der weiß oder schwach gefärbten Modellkavität abhob.
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Die Einbettungsmasse zur Herstellung des Zahnmodells besteht für
das Verfahren gemäß der Erfindung vorzugsweise aus 30 Teilen reinem gepulvertem
Quarzgals, Korngröße 0,1 bis 0,5 mm, 10 Teilen Quarzstaub, Korngröße 0,01 mm, 10
Teilen feinstem Pariser Gips und 10 bis 12 Teilen destilliertem Wasser.
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Im Gegensatz hierzu eignen sich bekannte, zu keramischen Zwecken
nicht brauchbare, feuerfeste Modellmassen wegen zu hohen Gipsgehaltes, der Zusammenbacken
mit dem Porzellan verursachen würde, für das Verfahren gemäß der Erfindung ebensowenig
wie eine andere, aus Quarz und Gips bestehende, einen Korundkern enthaltende bekannte
Einbettungsmasse. Dieser gegenüberhat die erfindungsgemäße Einbettungsmasse den
Vorzug, keines Korundkernes zu bedürfen und mit Wasser statt mit Alkohol anrührbar
iu sein, also nicht zu rasch zu trocknen und leichter verarbeitbar zu sein.
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Ein Wachsüberzug zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung
besteht zweckmäßig aus einer Lösung von 5 Teilen Tetrachlormethan, 5 Teilen Trichlormethylen,
I Teil Wachs der Zusammensetzung 50 Teile weißes Bienenwachs, 25 Teile Paraffin,
I Teil Alkannarot und aus einer für itntensive Rotfärbung genügenden Menge von Aminoazobenzolazo
- naphthol.
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Die Abb. I bis g stellen beispielsweise die aufeinanderfolgenden
Stufen der Herstellung eines inlays gemäß der Erfindung bzw. der dazu erforderlichen
Form dar.
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Man nimmt von dem zum Einsetzen der Einlage fertig ausgebehrten Zahn
einen Negativabdruck mittels Abdruckmasse (Kerrmasse). Dieser Abdruck wird zunächst
nur an den tiefsten Stellen mit feuchter Einbettungsmasse ausgefüllt und gut verstopft
(Abb. 1). Die Einbettungsmasse wird bereitet, indem man eine abgeschätzte Menge
des in der Einleitung angegebenen Gemisches von gekörntem Quarzglas, Quarzmehl und
Pariser Gips mit der entsprechenden Menge Wasser auf einer Glasplatte gut anteigt.
Einen Teil des Teiges bringt man auf eine Glasplatte und formt ihn zu kleinen Hügel
(Abb. 2), in den man alsdann den an den tiefsten Stellen ausgefüllten Abdruck so
hineindrückt, daß die Bodenftäcke des Abdruckes noch gut sichtbar ist und läßt das
Ganze etwa 30 Minuten erhärten.
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Hierauf erwärmt man die Kerrmasse sowie einen entsprechend starken
Stab aus gleicher Masse an der Flamme, klebt den Stab an den Abdruck an und zieht
die Masse vorsichtig Stück für Stück von dem aus erstarrter Einbettungsmasse bestehenden
Positivmodell ab (Abb. 3), welches außerordentlich genau die Zahnoberfläche mit
den Kavitätenwänden nebst scharfen Rändern wiedergibt (Abb. 4). Dieses Modell wird
nun bis etwas über den Kavitätenrand hinaus mit der in der Einleitung beschriebenen
Wachslösung bepinselt (Abb. 5, 6). Die flüchtigen Lölsungsmittel verdunsten schnell,
so daß alsbald mit dem Einfüllen des Porzellanschlickers gewünschter Farbe begonnen
werden kann, der ein bei etwa 1300 bis 1330°C schmelzendes Porzellan liefert. Zunächst
bringt man m die Form etwa bisl zur halben Höhe der Kavität Schlicker ein, wobei
man bei großen Kavitäten zwei bis drei einzelne Depots anlegen kann, verdichtet
die Masse durch Behandeln mit einem Vibrator und tupft das obenstehende Wasser mittels
Filtrierpapierspitzen ab. Die Porzellanmassle wird hierauf mit einen Messer bis
zur nötigen Tiefe in mehrere peripher gelegene Schrumpfungsabscnitte zerschnitten
(Abb. 7). Die so teilweise gefüllte Form wird alsdann, nachdem man alle überflüssigen
Teile weggeschnitten hat, in einem Brennofen, dessen Pyrometer mit reinem Gold testiert
wurde, nach genügender Vortrocknung bis zu mattem Glanz bei etwa 1300 bis 13150C
gebrannt. Höhere Temperaturen sind zu vermeiden, da sonst die Einbettungsmasse härter
wird und sich schwer ablösen läßt.
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Nachdem man die Form unter der Glasglocke hat abkühlen lassen, bepinselt
man das Ganze nochmals mit der feuchtigkeitisolierenden Wachsiösung und zieht nach
deren Trocknen den schrafen Kavitätenrand mit einem in Tusche getauchten Pinsel
haarscharf nach, worauf man die Umrandung nach außen noch etwas verbreitert (Abb.
8).
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Nun ist man so weit, daß mit dem Aufmodellieren begonnen werden kann,
wobei man infolge des tiefschwarzen Randes der Kavität Überrandungen mit Sicherheit
vermeiden kann. Hierauf verdichtet man wieder, tupft etwaiges Wasser, trocknet und
brennt fertig, wiederum mit der niedrigst möglichen Temperatur und nur bis zum sog.
Eierschalenglanz. Wenn alle Brennarbeit fertig ist, wird die Einbettungsmasse mit
den Fingern weggebrochen. Fester anhaftende Teile werden mit dem kleinen, scharfen
Messerchen abgekratzt, ohne die Ränder zu zerstören, schließlich
mit
Wasser benetzen und mit dem Glaspinsel kräftig bürsten, bis die rauhe brnenseite
des Inlays sauber ist (Abb. 9). Die fertige Einlage wird alsdann, falls nötig, durch
Bemalen mit Porzellanmalfarbe korrigiert, z B. mit Steele Fusing Stains. Auf diese
Weise können die lnlays durch Bemalen getarnt und der Umgebung angepaßt werden wie
Jacketkronen. dies kann nur mit hochschmelzenden Porzellaninlays gemacht werden.
Hierauf kann Idi;e Einlage z. B. mit tels Kryptexzement entsprechender Farbe in
bekannter Weise eingesetzt werden.
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Nach dem angebenen Verfahren und mittels der beschriebenen Form könne
natürlich auch andere als hochschmelzende Porzellane zu Einlagen verarbeitet werden.