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Reibbarrenmühle Die bisher bekannten Reibbarrenmühlen sind für satzweise
Beschickung eingerichtet, und ihr Gutvorratstrichter ist so bemessen, daß möglichst
die ganze Menge des zur Verfügung stehenden Mahlgutes,-also beispielsweise 8o, z
5o oder Zoo 1, auf einmal in die Mühle geschüttet und dann allmählich von dieser
vermahlen wird.
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Zu diesem Zwecke trachtete man ständig danach, den Gutvorratstrichter
durch möglichst geschickte Anordnung zu vergrößern.
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Wollte man z. B. unterschiedliche Farben, wie gelb und braun, vermahlen,
so mußte man erst den ganken Satz gelber Farbe einfüllen und durchmahlen, hiernach
die Mühle stillsetzen, soweit wie möglich auseinandernehmen, um Trichter, Walze,
Barre und Abstreichkasten usw. einer zeitraubenden und umständlichen Reinigung zu
unterziehen. Hierauf folgte die Neuzusammensetzung und endlich die Einfüllung des
vollständigen Satzes der anderen Farbe, beispielsweise braun, und seine Vermahlung.
Es war also bislang unmöglich, auf einer Reibbarrenmühle gleichzeitig unterschiedliche
Farben im selben Arbeitsgang oder etwa unterschiedlich, d. h. die eine einmal, die
andere zweimal, zu verarbeiten und getrennt abzuführen, was vielmehr erst durch
die nachstehend beschriebene neue Ausführung erreichbar wird.
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Der bislang für unentbehrlich gehaltene' Gutvorratstrichter mußte
fast in allen Fällen unmittelbar an die Barre anschließen und infolgedessen auch
an die Walze heranreichen, die meist seinen ganzen Boden bildete. Er nahm also einen
großen Teil und noch dazu den obenliegenden, wertvollsten der Walzenfläche für sich
in Anspruch und entzog diese der eigentlichen Arbeitsleistung oder, mit anderen
Worten, der Anbringung von Reibbarren.
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Ferner unterlag der bisher meist sattelartig auf der Walze angeordnete
Vorratstrichter auch der Schleifwirkung des Mahlgutes. Um dem dadurch ermöglichten
Wegfließen des
Vorratsgutes Einhalt zu tun, mußte dieser Trichter
oder die Walze verstellbar ausgebildet sein, also gegeneinander angenähert, werden
können, was die Mühle sehr umsta i'1-' lich machte, verteuerte und trotzdem im brauch
zu vielerlei Unzulänglichkeiten führte;, Die Erfindung geht von einer Reibbarreü=
mühte aus, bei der die Zufuhr des Mahlgutes durch die Barre hindurch erfolgt. .Gemäß
der Erfindung wird vorgeschlagen, einen allseitig geschlossenen, das Gut zu der
bzw. zu den Mahlflächen der Barre verteilenden und mit ihr verbundenen Kanal an
eine Speiseleitung anzuschließen, die das Mahlgut von einer mit der Mühle oder Barre
räumlich nicht verbundenen' Mischvorrichtung, Vorratstank o. dgl. Herleitet. Bei
dieser Ausbildung der Mühle bzw. Barre kommt der bisher notwendige Vorratstrichter
mit den oben beschriebenen Nachteilen völlig in Fortfall. Es ist möglich, die Mühle
ununterbrochen zu betreiben, da man nicht mehr von dem Fassungsvermögen des Vorratstrichters
abhängig ist, vielmehr eine ständige Speisung von einem von der Mühle entfernt aufgestellten
großen Vorratstank bzw. der entfernt aufgestellten Mischvorrichtung möglich ist:
Die Reibbarre wird zweckmäßig in einem kastenförmig ausgebildeten Gehäuse angeordnet,
wobei sich ihre an der Mahlfläche o. dgl. anliegende üffnung über fast die ganze
Länge der Mahlwalze erstreckt. Auch bei einer Mehrlächenreibbarre werden die Reibbarren
in einem kastenförmigen Gehäuse in Längsrichtung der Mahlwalze o. dgl. sich erstreckend
angeordnet. Die Reibbarre kann in an sich bekannter Weise als Mehrflächenbarre mit
hintereinander geschalteten oder parallel geschalteten Reibflächen ausgebildet sein.
Man- kann die Reibbare aber auch mit teils parallel, teilshintereinandergeschaltetenReibflächen
ausbilden.
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Zweckmäßig wird der zu den einzelnen Reibflächen führende Gutverteilerkanal
oberhalb der Reibbarre angeordnet.
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Das von den einzelnen Reibflächen gemahlene Gut wird erfindungsgemäß
aus den hinter den Reibflächen angeordneten Gutabfuhrkanälen in seitlich der Reibbarre,
zweckmäßig auf beiden Seiten der Reibbarre, angeordneten Gutsammelkammern geführt.
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Vorteilhaft wird auch hinter der letzten Reibfläche ein an die Gutsammelkammer
angeschlossener Gutabfuhrkanal angeordnet, so daß der bisher übliche und notwendige
selbständige Abstreichkasten in Fortfall kommt.
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Infolge Wegfalls des Vorratstrichters ist man in der Lage, am Umfang
der Walze eine ganze Anzahl Barren anzuordnen, wodurch sich zugleich- die Nutzleistung
der Einwalzenmühte um das Mehrfache steigert. Zweckmäßig werde diese Barren unterschiedlich
fang bemessen; um ein etwaiges Einarbeiten der Barrenquerwände in die Walze zu verhindern.
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,. Sollen auf der Mühle im selben Arbeits-X L nge beispielsweise unterschiedliche
Farben hergestellt werden, so wird gemäß der Erfindung weiterhin vorgeschlagen,
zwischen den einzelnen Reibbaren besondere Spülbarren zum Zwecke der Walzenr einigung
anzuordnen, die als Ein- oder Mehrkammerbarren ausgebildet werden können. Es hat
sich nämlich gezeigt, daß die bisher üblichen, hinter den Barren angeordneten selbständigen
Gutabstreicher das auf der Walze haftende Mahlgut nicht unter allen Umständen so
restlos abstreichen, daß nicht noch Mahlgutteile an der Walze haftenbleiben.
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Eine gemäß der Erfindung ausgebildete Reibbarrenmühle ist in der Zeichnung
beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen: Abb. i eine Walze mit an ihrem Umfang
verteilten, unterschiedlich ausgebildeten Reib-und Spülbarren im Querschnitt, Abb.
s ist ein Schnitt nach Linie II-II der Abb. i, Abb. 3 ist ein Schnitt nach Linie
III-III der Abb. i.
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In der Zeichnung sind in Abb. i im-Querschnitt unterschiedliche Ausführungen
für die Reibbarren und Spülbarren dargestellt. Die Barre A, die in den Abb. 2 und
3 auch noch in einem waagerechten und senkrechten Längsschnitt dargestellt ist,
ist als Mehrflächenreibbarre mitparallelgeschaltetenReibflächen ausgebildet. Das
Mahlgut tritt bei i zunächst in den Gutverteilerkanal 2 ein, der, wie die Zeichnung
erkennen läßt, oberhalb der Reibbarre angeordnet ist. Aus dem Gutverteilerkanal
2 tritt das: Mahlgut durch Üffnungen 3 in Kammern 4. Aus den Kammern :I wird das
Mahlgut durch die sich in Pfeilrichtung drehende Walze 5 unter den Reibflächen 6
hindurch in die dahinterliegenden Kammern 7 geführt, wo es sich vor den Abstreichleisten
8 staut. Aus den Kammern 7 tritt das gemahlene Gut durch Gutabfuhrkanäle g in die
aus Abb. 2 und 3 ersichtlichen, seitlich der Barre angeordneten Gutsammelkammern
io, aus denen es zu beliebigen Verwendungsstellen weitergeleitet wird.
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Die Barre B nach Abb. i 'entspricht in ihrem Aufbau im wesentlichen
der Barre A. Während jedoch bei der Barre A die einzelnen Reibflächen parallel geschaltet
sind, sind sie bei derBarreB hintereinander geschaltet. Das Gut tritt bei dieser
Barre bei i i in den Gutverteilerkanal 12 ein. Aus dem Kanal 12 gelangt das Gut
durch die COffnungen 13 in die Kammer 14 und wird von dieser durch die Walze 5 nacheinander
unter den Reibflächen
15, die unterschiedlich breit sein können,
bis zu der letzten Kammer 16 geführt, wo es sich vor der Abstreichleiste 17 staut.
Aus der Kammer 16 tritt das gemahlene Gut durch. öffnungen 18 in die wie bei der
Barre A seitlich angeordneten Gutsammelkaanmern über, .aus denen es zu den Verwendungsstellen
fortgeleitet wird. .
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Die aus Abb. r ersichtliche Barre C ist wiederum als Mehrflächenreibbarre
ausgebildet, wobei die einzelnen Reibflächen teils in Reihen-, teils in Parallelschaltung
beschickbar angeordnet sind. Das Mahlgut tritt durch die Öffnung r9 in den Verteilerkanal
2o ein, aus dem es durch Öffnungen 21 in Kammern 2.2 geleitet wird. Aus den Kammern
22 wird das Mahlgut unter den hintereinandergeschalteten Reibflächen 23, 24 hindurch
in die Kaminern.25 geführt, aus denen es durch Öffnungen 26 wiederum in die seitlich
der Barre angeordneten Gutsammelkammern geführt wird.
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Bei der in Abb. z dargestellten Barre D tritt das Mahlgut durch die
Öffnung 27 in den diesmal vor der ersten Reibbarre 29 liegenden kammerartigen Gutverteilerkanal
28. Das Mahlgut wird unter der Reibfläche 29 in die Kammer 30 geführt, in
die .das Mahlgut infolge der an diese Kammer anschließenden, breiter bemessenen
Reibfläche 3z unter einen verstärkten Druck gebracht wird. Dieser verstärkte Druck
sorgt dafür,. daß auch die widerstandsfähigeren Mahlgutteile unter die zweite Reibfläche
31 gepreßt und dort gemahlen werden. Um einen schädlichen Überdruck in der Kammer
30 zu verhindern, sind. in der Trennwand zwischen dieser Kammer und der Kammer 28
genau beme3sene Überdruck-Ausgleichsöffnungen 32 vorgesehen, die einen gewissenRückfluß
des Mahlgutes ermöglichen. Diese Öffnungen können auch mit Rückschlagklappen o.
dgl. versehen werden. Unter der Reibfläche 3z hindurch gelangt das Mahlgut in die
Gu.tsammelkammer 33, aus der .es zu beliebigen Verwendungsstellen abgeführt werden
kann.
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Um Mühlen, die mit Reibbarren der oben beschriebenen Art versehen
sind, für gleichzeitige Vermahlung unterschiedlicher Stoffe, z. B. Farben, wie gelb'
und braun, verwenden zu können, ist es vorteilhaft, zwischen den Reibbarren, die
unterschiedliche Farben verarbeiten, Spülbarren anzuordnen. Derartige Spülbarren
E und F sind in der Zeichnung beispielsweise im Querschnitt dargestellt.
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Bei der Spülbarre E tritt ein geeignetes Farblösungsmittel durch die
Öffnung 34 in eine Kammer 35, in der es unter Wirbelströmen etwaige Farbreste von
der Walzenoberflache abspült. An der Walzenoberfläche fester anhaftende Einzelteilchen
werden durch die Längswand 36 abgestreift. Aus der Kammer , 3 5 gelangt das
-Lösungsmittel durch in der Wand 36 befindliche Öffnungen 37 in eine zweite
Kammer 38, in der nochmals eine Nachspülung der Walzenfläche stattfindet. Aus dieser
Kammer wird das Lösungsmittel mit den abgespülten Farbresten. durch die Öffnungen
39 abgeleitet.
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Bei der Spülbarre tritt das Lösungsmittel durch die Öffnung 40 in
die Kammer 44 in der der Drehrichtung der Walze 5 entgegengeneigt Abstreichmesser
42 angeordnet sind, die die Loslösung etwaiger auf der Walze sitzender Farbreste
unterstützen. Die einzelnen Absfreichmesser 42 sind mit Löchern 43 versehern, sofern
sie sich über die ganze Länge der Walze erstrecken. Die Löcher ¢3 erübrigen sich,
wenn die Abstreichmesser kürzer ausgeführt und gegeneinander versetzt angeordnet
werden. Durch die Öffnung 44 wird das Lösungsmittel mit den abgespülten Farbresten
aus der Kammer 41 abgeführt.
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Um ein etwaiges Einschleifen der Seitenwände der Reibbarren in die
Walze zu vermeiden, empfiehlt es sich, wie aus Abb.2 ersichtlich, diese Seitenwände
(1.5 etwas schräg zur Drehrichtung der Walze verlaufen zu lassen. Sind mehrere Barren
am Walzenumfang angeordnet, so empfiehlt es sich aus dem gleichen Grunde, die Barren
unterschiedlich lang zu bemessen, so daß die schrägen Seitenwände gegeneinander
versetzt angeordnet sind.
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Man kann ferner bei Mehrflächenreibbarren einen oder auch mehrere
der vor den einzelnen Flächen liegenden Räume mit Anschlußstutzen für die Zufuhr
von Lösungs- oder Zusatzmitteln versehen. Schließlich können auch die Gutsammelkammern
mit Anschlüssen für Druckmittel (Kohlensäure, Preßluft) oder Spülmittel versehen
werden.
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Die Barrenlängswände können wie bei den Barren A, B, C parallel
zueinander verlaufen. Sie können aber auch wie bei der Barre D radial oder annähernd
radial nach der Walzenachse gerichtet werden. In diesem Fall hat man den Vorteil,
daß unter Umständen noch mehr Reibbarren am Umfang der Walze verteilt angebracht
werden können.
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Endlich sei noch erwähnt, daß die Reibbarren und Verteilerkanäle in
bekannter Weise kühlbar bzw. heizbar ausgestattet sein können. ä