Reibbarrenmahlanlage, insbesondere zum Mahlen von Farben, Tinten und anderem flüssigem Mahlgut. Bei den bisher bekannten Reibbarrenmahl- anlagen ist mit der Reibbarre ein Mahlgut- zufuhrtrichter unmittelbar verbunden.
Dies hat den Nachteil, dass der Mahlgutzufuhr- trichter in seiner Grösse von der Grösse der Barre abhängig ist, was oft dazu führt, dass der Mahlgutzufuhrtrichter mehrfach nach gefüllt werden muss, wodurch ein Mehrauf wand an Arbeitszeit und Bedienungspersonal ,erforderlich wird. Die Anordnung eines Mahlgutzufuhrtrichters unmittelbar an der Reibbarre hat auch noch den Nachteil, dass auch der Mahlgutzufuhrtrichter der Schleif wirkung des Mahlgutes unterliegt.
Um dem dadurch ermöglichten Wegfliessen des Vor ratsgutes Einhalt zu tun, muss dieser Trich ter oder die Walze verstellbar ausgebildet sein, wobei also diese genannten Teile gegen einander angenähert werden können, was die Mühle sehr umständlich macht, verteuert und trotzdem im Gebrauch zu vielerlei Un zuträglichkeiten führt.
Um alle diese Nachteile zu vermeiden, besitzt erfindungsgemäss die Reibbarren mühle einen das Gut zu mindestens einer Mahlfläche der Barre verteilenden und mit ihr verbundenen Kanal, der an eine Speise leitung angeschlossen ist, durch die das Mahlgut von einem mit der Barre räumlich nicht verbundenen Behälter zufliesst.
Dadurch, dass der Behälter, z. B. ein Vor ratstank oder eine Mischvorrichtung, räum lich nicht mit der Barre verbunden ist, wird Raum gewonnen für die Anordnung mehre rer Barren am Umfang der Walze. In Ver bindung mit dieser Erkenntnis ist ermög licht, ein und dasselbe Mahlgut auf ein und derselben Walze gleichzeitig, aber unter schiedlich zu verarbeiten bezw. verschieden farbiges Mahlgut gleichzeitig auf derselben Walze zu vermahlen. Wollte man dagegen bei der Verarbeitung von verschiedenen Far ben auf ein und derselben Walze zu gleicher Zeit jede Barre mit einem Behälter, z. B.
einem Vorratstank bezw. einem Mahlgutzu- fuhrtrichter in bekannter Weise unmittelbar verbinden, dann würde für die Anordnung mehrerer Reibbarren am Umfang der Walze kein genügender Raum vorhanden sein.
Es ist ferner möglich, die Mahlanlage un unterbrochen zu betreiben, da man nicht mehr von dem Fassungsvermögen des Vor ratstrichters abhängig ist, vielmehr eine stän dige Speisung von einem von der Barre ent fernt aufgestellten grossen Vorratstank bezw. der entfernt aufgestellten Mischvorrichtung möglich ist.
Die Reibbarre befindet sich zweckmässig in einem kastenförmig ausgebildeten Ge häuse, wobei sich ihre an der Mahlfläche oder dergl. anliegende Öffnung über fast die ganze Länge der Mahlwalze erstreckt. Die Reibbarre kann als Mehrflächenbarre mit hintereinandergeschalteten oder parallelge schalteten Reibflächen ausgebildet sein. Man kann die Reibbarre aber auch mit teils par allel-, teils hintereinandergeschalteten Mahl flächen ausbilden.
Zweckmässig wird der zu den einzelnen Mahlflächen führende Gutverteilerkanal oberhalb der Reibbarre angeordnet.
Das von den einzelnen Mahlflächen ge mahlene Gut wird zweckmässig aus den hin ter den Mahlflächen angeordneten Gutab- fuhrkanälen irl seitlich der Reibbarre, zweck mässig auf beiden Seiten der Reibbarre, an geordnete Gutsammelkammern geführt.
Vorteilhaft wird auch hinter der letzten Mahlfläche ein an die Gutsammelkammer an geschlossener Gutabfuhrkanal angeordnet, so dass der bisher übliche und notwendige selb ständige Abstreichkasten in Fortfall kommt.
Sollen auf der Mühle im selben Arbeits gang beispielsweise unterschiedliche Farben hergestellt werden, so werden vorteilhaft zwischen den einzelnen Reibbarren besondere Spülbarren zum Zwecke der Walzenreini gung angeordnet, die als Ein- oder Mehr kammerbarren ausgebildet werden können.
Es hat sich nämlich gezeigt, dass die bisher üblichen, hinter den Barren angeordneten selbständigen Gutabstreicher das auf der Walze haftende Mahlgut nicht unter allen Umständen so restlos abstreichen, daB nicht noch Mahlgutteile an der Walze haften bleiben.
Eine Reibbarrenmühle einer gemäss der Erfindung ausgebildeten Reibbarrenmahl- anlage ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt eine Walze mit an ihrem Umfang verteilten, unterschiedlich ausgebil deten Reib- und Spülbarren im Querschnitt; Fig. 2 ist ein Schnitt nach Linie II-II der Fig. 1; Fig. 3 ist ein Schnitt nach Linie III-III der Fig. 1.
In der Zeichnung sind in Fig. 1 im Quer schnitt unterschiedliche Ausführungen für die Reibbarren und Spülbarren dargestellt. Die Barre A, die in den Fig: 2 und 3 auch noch in ,einem waagrechten und senkrechten Längsschnitt dargestellt ist, ist als Mehr flächenreibbarre mit parallelgeschalteten Mahlflächen ausgebildet.
Das Mahlgut tritt bei 1 zunächst in den, von der Walzenmitte aus gesehen, oberhalb der Mahlfläche an geordneten Gutverteilerkanal 2 ein, der, wie die Zeichnung erkennen lässt, oberhalb der Reibbarre angeordnet ist. Aus dem Gut- verteilerkanal 2 tritt das Mahlgut durch Öffnungen 3 in Kammern 4.
Aus den Kam mern 4 wird das Mahlgut durch die sich in Pfeilrichtung drehende Walze 5 unter den Mahlflächen 6 hindurch in die dahinter- liegenden Kammern 7 geführt, wo es sich vor den Abstreichleisten 8 staut. Aus den Kammern 7 tritt das gemahlene Gut durch Gutabfuhrkanäle 9 in die aus Fig. 2 und 3 ersichtlichen,
seitlich der Barre angeordne- ten Gutsammelkammern 10, aus denen es zu beliebigen Verwendungsstellen weitergeleitet wird.
Wie ersichtlich, befinden sich die Barre und der Gutverteilerkanal 2 in einem kasten- förmigen Gehäuse, das durch die von der Walze abgewandte Wand des Gutverteiler kanals und von dieser sich zur Walze er streckenden, im Abstand von den Reibbarren sich befindenden Wänden gebildet wird und das einen durch die Mahlbarre in mehrere Räume unterteilten, gegen die Walze 5 offe nen und fast über deren ganze Länge sich erstreckenden Hohlraum umschliesst.
Die Barre B nach Fig. 1 entspricht in ihrem Aufbau im wesentlichen der Barre A. Während jedoch bei der Barre A die ein zelnen Mahlflächen parallelgeschaltet sind, sind sie bei der Barre B hintereinander geschaltet. Das Gut tritt bei dieser Barre bei 11 in den Gutverteilerkanal 12 ein. Aus dem Kanal 12 gelangt das Gut durch die Öffnungen 13 in die Kammer 14 und wird von dieser durch die Walze 5 nacheinander unter den Mahlflächen 15 bis zu der letzten Kammer 16 geführt, wo es sich vor der Ab streichleiste 17 staut.
Die einzelnen Mahl flächen 15 können dabei in Anpassung an die abnehmende Grobkörnigkeit des Mahl gutes fühlbar schmaler als die unmittelbar vorhergehende Mahlfläche gehalten werden, da das ständig feiner werdende Mahlgut auch die nachfolgende Mahlfläche entspre chend weniger verschleisst. Es ist dann also jede der im Mahlgutstrom folgende Mahl fläche gegenüber der vorhergehenden etwas schmaler zu halten.
Aus der Kammer 16 tritt das gemahlene Gut durch Öffnungen 18 in die wie bei der Barre A seitlich angeordneten Gutsammel- kammern über, aus denen es zu den Verwen dungsstellen fortgeleitet wird.
Die aus Fig. 1 ersichtliche Barre C ist wiederum als Mehrflächenreibbarre ausgebil det, wobei einige Mahlflächen der Reibbarre in Reihenschaltung und die andern Mahl flächen der Reibbarre in Parallelschaltung beschickbar angeordnet sind. Das Mahlgut tritt durch die Öffnung 19 in den Verteiler kanal 20 ein, aus dem es durch Öffnungen 21 in Kammern 22 geleitet wird.
Aus den Kammern 22 wird das Mahlgut unter den hintereinandergeschalteten Mahlflächen 23, 24 hindurch in die Kammern 25 geführt, aus denen es durch die das gemahlene Gut sammelnden Kanäle 26 wiederum in die seit lich der Barre angeordneten Gutsammelkam- mern, geführt wird. Bei der in Fig. 1 dargestellten Barre D tritt das Mahlgut durch die Öffnung 27 in den diesmal vor der ersten Reibbarre 29 lie genden kammerartigen Gutverteilerkanal 28.
Das Mahlgut wird unter der Reibfläche 29 in die Kammer 30 geführt, in die das Mahl gut infolge der an diese Kammer an schliessenden, breiter bemessenen Mahlflä-. chen 31 unter einen verstärkten Druck ge bracht wird. Dieser verstärkte Druck sorgt dafür, dass auch die widerstandsfähigeren Mahlgutteile unter die zweite Mahlfläche 31 gepresst und dort gemahlen werden.
Um einen schädlichen Überdruck in der Kammer 30 zu verhindern, sind in der Trennwand zwischen dieser Kammer und der Kammer 28 genau bemessene Überdruck-Ausgleichsöffnungen 32 vorgesehen, die einen gewissen Rückfluss des Mahlgutes ermöglichen. Diese Öffnungen können auch mit Rückschlagklappen oder dergl. versehen werden. Unter der Mahl fläche 31 hindurch gelangt das Mahlgut in die Gutsammelkammer 33, aus der es zu be liebigen Verwendungsstellen abgeführt wer den kann.
Zu bemerken ist noch, . dass die Längswand des Barrenkastens und die Bar ren 29, 31 radial nach der Walzenachse zu gerichtet sind.
Bei allen beschriebenen Reibbarren ist die Eintrittsöffnung 1 bezw. 11 bezw. 19 bezw. 27 zu dem Gutverteilerkanal 2 bezw. 12 bezw. 20 bezw. 28 an eine nicht darge stellte Speiseleitung angeschlossen, die zu einem ebenfalls nicht dargestellten Behälter, z. B. einer Mischvorrichtung oder einem Vor ratstank führt.
Dieser Behälter ist räumlich nicht mit der Barre bezw. dem Walzenstuhl verbunden bezw. in einer beliebigen Entfer- nung davon angeordnet. Das Gut fliesst aus diesem Behälter durch die Speiseleitung der Reibbarre zu.
Um Mühlen, die mit Reibbarren der oben beschriebenen Art versehen ,sind, für gleich zeitige Vermahlung unterschiedlicher Stoffe, z. B. Farben, wie gelb und braun, verwen den zu können, ist es vorteilhaft, zwischen den Reibbarren, die unterschiedliche Farben verarbeiten, Spülbarren anzuordnen. Der- artige Spülbarren E und F sind in der Zeich nung beispielsweise im Querschnitt darge stellt.
Bei der Spülbarre E tritt ein geeignetes Farblösungsmittel durch die Öffnung 34 in eine Kammer 35, in der es unter Wirbel strömen etwaige Farbreste von der Walzen oberfläche abspült. An der Walzenober fläche fester anhaftende Einzelteilchen wer den durch die Längswand 36 abgestreift. Aus der Kammer 35 gelangt das Lösungs mittel durch in der Wand 36 befindliche Öffnungen 37 in eine zweite Kammer 38, in der nochmals eine Nachspülung der Walzen fläche stattfindet. Aus dieser Kammer wird das Lösungsmittel mit den abgespülten Farb- resten durch die Öffnungen 39 abgeleitet.
Bei der Spülbarre F tritt das Lösungs mittel durch die Öffnung 40 in die Kam mer 41, in der der Drehrichtung der Walze 5 entgegengeneigt Abstreichmesser 42 angeord net sind, die die Loslösung etwaiger auf der Walze sitzender Farbreste unterstützen. Die einzelnen Abstreichmesser 42 sind mit Lö chern 43 versehen, sofern sie sich über die ganze Länge der Walze erstrecken. Die Lö cher 43 erübrigen sich, wenn die Abstreich- messer kürzer ausgeführt und gegeneinander versetzt angeordnet werden. Durch die Öff nung 44 wird das Lösungsmittel mit den ab gespülten Farbresten aus der Kammer 41 ab geführt.
Die Vermahlung unterschiedlicher Farben kann in der Weise geschehen, dass beispiels weise die Barre A bei 1 (Fig. 1) an die von einem braunen Farbtank kommende Zulei tung angeschlossen wird. Die braune Farbe wird dann durch die Mahlflächen 6 in Zu sammenwirkung mit der Walze 5 verarbei tet und tritt durch die Gutabfuhrkanäle 9 in die Kammern 10 und von diesen durch den Ablauf 16 (Fig. 3) aus.
Durch die Spülbarre F (Fig. 1) wird die Walze von etwaigen braunen Farbresten ge säubert, und wenn nun die Barre C bei 19 an die von einem Tank mit gelber Farbe her geführte Leitung angeschlossen wird, so muss aus dieser Barre bezw. ihren Kammern 10 und Auslauf 16 (Fig. 3) wiederum die ge mahlene gelbe Farbe austreten. Während dessen wird die Walze von etwa anhaftenden gelben Farbteilchen durch eine zweite Spül barre E (Fig. 1) gesäubert und der Barre B (Fig. 1) kann nun wiederum eine andere Farbe, vielleicht rot zugeführt werden und so fort,
ohne dass die eine Farbe die andere irgendwie beeinflusst. Um ein etwaiges Einschleifen der Seiten wände der Reibbarren in die Walze zu ver meiden, empfiehlt es sich, wie aus Fig. 2 ersichtlich, diese Seitenwände 45 etwas schräg zur Drehrichtung der Walze verlaufen zu lassen. Sind mehrere Barren am Walzen umfang angeordnet, so empfiehlt es sich aus dem gleichen Grunde, die Barren unterschied lich lang zu bemessen, so dass die schrägen Seitenwände gegeneinander versetzt angeord net sind.
Man kann ferner bei Mehrflächenreibbar- ren einen oder auch mehrere der von den ein zelnen Flächen liegenden Räume mit An schlussstutzen für die Zufuhr von Lösungs- oder Zusatzmitteln versehen. Schliesslich können auch die Gutsammelkammern mit Anschlüssen für Druckmittel (Kohlensäure, Pressluft) oder Spülmittel versehen werden.
Die Barrenlängswände können, wie bei den Barren A, B, C, parallel zueinander ver laufen. Sie können aber auch, wie bei der Barre D, radial oder annähernd radial nach der Walzenachse gerichtet werden. In diesem Fall hat man den Vorteil, dass unter Umstän den noch mehr Reibbarren am Umfang der Walze verteilt angebracht werden können.
Endlich sei noch erwähnt, dass die Reib barren und Verteilerkanäle kühlbar bezw. heizbar sein können.