DE68896C - Signalapparat mit Einrichtung zur Aufzeichnung des Laufes von Eisenbahnzügen - Google Patents

Signalapparat mit Einrichtung zur Aufzeichnung des Laufes von Eisenbahnzügen

Info

Publication number
DE68896C
DE68896C DENDAT68896D DE68896DA DE68896C DE 68896 C DE68896 C DE 68896C DE NDAT68896 D DENDAT68896 D DE NDAT68896D DE 68896D A DE68896D A DE 68896DA DE 68896 C DE68896 C DE 68896C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
line
recording
battery
trains
circuit
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT68896D
Other languages
English (en)
Original Assignee
J. S. H. PELLAT in Paris, Avenue de l'Observatoire 3
Publication of DE68896C publication Critical patent/DE68896C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B61RAILWAYS
    • B61LGUIDING RAILWAY TRAFFIC; ENSURING THE SAFETY OF RAILWAY TRAFFIC
    • B61L25/00Recording or indicating positions or identities of vehicles or trains or setting of track apparatus
    • B61L25/06Indicating or recording the setting of track apparatus, e.g. of points, of signals

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Train Traffic Observation, Control, And Security (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 2O: Eisenbahnbetrieb.
Vorliegender Signalapparat für Eisenbahnen besteht aus einer Reihe von Vorrichtungen, vermittelst deren der Verkehr der Züge selbstthätig graphisch aufgezeichnet wird, so dafs die gegenseitige Stellung der verschiedenen in der Entfernung von 50 bis 100 km fahrenden Züge yon einem bestimmten Standort aus genau und jederzeit erkennbar ist.
Die durch das Fahren des Zuges selbst bewirkte graphische Aufzeichnung geschieht durch Stifte, welche auf einem gleichmäfsig und langsam (etwa 4 mm pro Minute) fortbewegten Papierstreifen entsprechende Linien oder Punkte ziehen, was unter Anwendung von Elektromagneten geschehen könnte, jedoch besser durch ein elektrochemisches Verfahren, welches auf der Zersetzung einer auf dem.Papier sichtbare Spuren hinterlassenden Lösung beruht, die hier aus Jodkalium bestehen soll. Der Streifen aus ungummirtem, aber etwas stärkemehlhaltigem Papier wird in bekannter Weise in einem Behälter durch eine Auflösung von Jodkalium gezogen und imprä'gnirt. Sodann gelangt er auf einen Cylinder, dessen metallische Oberfläche mit dem negativen Pol einer galvanischen Batterie verbunden ist. Ueber dem Papierstreifen ist eine Reihe von Platinstiften angeordnet, von denen jeder Stift durch eine Leitung mit einem Streckenstromschliefser, der beim Darüberfahren eines Zuges berührt wird, in elektrischer Verbindung steht und mit einem anderen nach dem positiven Pol der Batterie führenden Draht verbunden ist. Der elektrische Strom wird dadurch geschlossen und die mit dem Stromschliefser verbundene Platinspitze erzeugt infolge der elektrochemischen Zersetzung auf dem weifsen Papierstreifen einen scharf sichtbaren schwarzen Punkt. Der beaufsichtigende Beamte ersieht daran, zu welcher Zeit ein Zug den Ort befahren hat, an welchem sich der Streckenstromschliefser befindet.
Fig. ι zeigt in Ansicht, Fig. 2 im Längsschnitt und Fig. 3 im Grundrifs die den Papierstreifen und die Platinstifte tragende Vorrichtung, Fig. 4 stellt in Ansicht und Fig. 5 im Schnitt nach Linie 1-2 die Anordnung eines Streckenstromschliefsers dar.
Fig. 6 zeigt in Ansicht und Grundrifs einen Umschalter mit Ausrückung, Fig. 9 einen solchen ohne Ausrückung, Fig. 7 stellt in Ansicht und Fig. 8 im Schnitt nach Linie 3-4 die Anordnung einer drehbaren Trommel dar, Fig. 10 zeigt als Beispiel die Anordnung der elektrischen Verbindungen an einem Theil eines Eisenbahnnetzes.
Bei der in Fig. 1, 2 und 3 dargestellten Vorrichtung ist auf eine Rolle A der Papierstreifen B aufgewickelt, welcher in dem Behälter C mit Jodkalium imprägnirt und darin unter der Rolle D fortgeführt wird. Der Papierstreifen B gelangt von hier auf den Cylinder E1 an dessen metallischer Oberfläche Stromschlufsbürsten oder -Federn F gleiten, die mit dem negativen Pol einer Batterie P, Fig. 10, verbunden sind. Der Streifen B wird durch Rolle G und Federn H an den Cylinder E gedrückt, welcher seine Drehbewegung am besten durch ein Uhrwerk empfängt. Von letzterem wickelt sich der Papierstreifen B auf eine andere Rolle I auf.
Auf das Papier drücken über Cylinder E mittelst Federn K von' einander abstehende
Platinstifte J, welche nach oben zu in Stahlstreifen endigen, deren jeder durch eine Leitung L mit einem Streckenstromschliefser M verbunden ist (Fig. 4, 5 und 10). Das den Cylinder E bewegende Uhrwerk (Fig. 1, 2 und 3) läfst beispielsweise alle 10 Minuten einen Strom durch zwei Platinstäbe 2, Fig. 1 und 3, fliefsen, wodurch alle 10 Minuten auf dem Papier B eine kleine schwarze Linie erzeugt wird. Auf diese Weise läfst sich erkennen , zu welcher Zeit die Züge die verschiedenen Stellen der Strecke durchlaufen haben, an welchen sich die Stromschliefser befinden. Die Platinspitzen J sind unter einander durch Zahlen, Buchstaben oder Farben, die periodisch wiederkehren können, kenntlich gemacht. Eine besondere Farbe kann z. B. an derjenigen Platinspitze angebracht werden, deren Stromschliefser einer Station am nächsten ist; eine andere Farbe, z. B. roth, könnte den dritten Kilometer vor der Station entsprechen, so dafs der Beamte, sobald er den schwarzen Punkt gegenüber der' rothen Spitze sich bilden sieht, sofort der Zug-Ankunftsstation die nöthigen Zeichen geben kann.
Der auf der Bahn neben den Schienen und innerhalb des Geleises angeordnete Streckenstromschliefser (Fig. 4 und 5) besteht aus einer Flachschiene M, welche auf einem doppelten Federbügel O ruht, der an einer mit den Querschwellen 5 verbundenen Tragschiene Q, befestigt ist; die Schiene M wird durch Leisten T in dem von Rahmstücken V gebildeten Hohlraum U geführt, zu welchem Zwecke in den Rahmstücken V Führungslöcher X für die Zapfen Y der Leisten T angeordnet' sind. In der Mitte dieser Flachschiene M, deren Enden nach unten zu gebogen sind, ist eine vom oberen Federbügel O durch Ebonit isolirte Platte α angebracht, die zwei Röhren b trägt. In den letzteren können die Stäbe c gleiten, die mit in Oeffhungen e der Röhren b geführten Zapfen d versehen sind und von der vom unteren Federbügel O ebenfalls durch Ebonit isolirten Platte g entfernt gehalten werden. Die Stäbe c sind mit Platte α durch biegsame Drähte/und die Platte α ist mit dem Draht L in leitende Verbindung gesetzt.
Sobald nun die Stäbe c durch Herunterdrücken der Schiene M seitens eines vorbeifahrenden Zuges die Platte g berühren, wird der Draht L mit Draht L1 des positiven Poles der galvanischen Batterie P verbunden und der Stromkreis geschlossen. Alle angeführten Stromschlufstheile sind von Gehäusen i und k umschlossen, welche sie vor Regen und Steinen schützen.
Auf den Bahnhöfen mufs eine sehr lange Druckschiene M angewendet werden, um die Dauer des Anhaltern eines Zuges im Bahnhof graphisch zu vermerken. Statt des beschriebenen Stromschliefsers kann auch jede andere geeignete Einrichtung verwendet werden.
Vermittelst einer Reihe von Umschaltern mit Ausrückung (Fig. 6 und 10) ist es dem beaufsichtigenden Beamten möglich, den Lokomotivführern Zeichen zu geben oder von denselben Zeichen zu erhalten, indem er sich derselben Leitungsdrähte L für die Hinleitung und eines besonderen Drahtes m für die Rückleitung bedient. Der Umschalter schickt zu diesem Zwecke den Strom einer galvanischen Batterie n, die an der Beobachtungsstation aufgestellt ist, in ein Relais, das an der Seite des Schienengeleises liegt. Dieses Relais stellt die Verbindung der Ortsbatterie mit einer drehbaren Trommel (Fig. 7 und 8) her, nach dem System Lartigue, diesem gegenüber jedoch mit dem Vortheil, dafs die Einrichtung andauernd wirkt.
Sobald die Bürste einer Lokomotive an der Trommel vorbeigleitet, fliefst der elektrische Strom in den Draht eines Elektromagneten und giebt ein Zeichen etwa dadurch, dafs eine Pfeife auf der Lokomotive ertönt, wonach der Führer langsamer zu fahren und die Strecke gut im Auge zu behalten hat.
Die auf der Lokomotive angebrachte Strom1 schlufsbürste mufs mindestens eine Länge gleich dem Umfange der Trommel haben; infolge der Reibung der Bürste an der Trommel wird letztere in Umdrehung versetzt. Die unteren Theile der Trommel sind vor Regen und Schnee gut geschützt und sichern so eine gute Wirkung.
Die Vorrichtung (Fig. 7 und 8) besteht aus einer mit metallischer Oberfläche versehenen Trommel 0 mit Gewicht o\ das die Trommel nach erfolgter Drehung in ihre Anfangslage zurückführt. Die Trommel ist auf einer Welle ρ gelagert, welche von Böcken q getragen wird, die mit einem auf einer Holzplatte s ruhenden Gestell r verbunden sind. Die das Gestell vom Boden isolirende" Holzplatte s liegt auf einer an den Querschwellen des Geleises angebrachten metallenen Lagerplatte t.
Die Welle ρ ist mit Ringen κ versehen," an welche vermittelst Federn ν Bürsten χ gedrückt werden, die durch den Leitungsdraht ^ mit der Ortsbatterie verbunden sind. Die ganze Vorrichtung ist von einem Gehäusey umschlossen, in welchem eine Oeffnung für den oberen Theil der Trommel 0 vorgesehen ist.
Damit der beaufsichtigende Beamte genöthigt ist, stets die Aufzeichnung zu beobachten,, mufs er verpflichtet sein, jede Station davon zu benachrichtigen, wenn der Zug auf eine gewisse Entfernung (etwa 3 km) sich ihr genähert hat. Die zu dieser Benachrichtigung erforderliche Vorrichtung ist der vorhin beschriebenen,
ähnlich, insofern vermittelst Drahtes L für die Hinleitung und Drahtes / für die Rückleitung unter Benutzung derselben Batterie η durch einen Umschalter ohne Ausrückung (Fig. 9 und 10) ein Relais erregt wird, das auf der Station angeordnet ist und in der Stromleitung einer Ortsbatterie liegt, deren Strom ein elektrisches Läutewerk oder auch einen anderen Zeichengeber in Bewegung setzt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Signalapparat mit Einrichtung zur Aufzeichnung des Orts verkehrender Eisenbahnzüge, gekennzeichnet durch eine Reihe von Aufzeichnungsstiften (J), deren jeder durch einen Leitungsdraht (L) mit einem einem zu befahrenden Ort entsprechenden Streckenstromschliefser (M) derart Verbindung hat, dafs, wenn ein Zug einen der Streckenstromschliefser niederdrückt, der betreffende Stift (J) zufolge Schliefsung des Stromkreises einer Batterie auf einem gleichmäfsig fortbewegten Streifen (B) einen Punkt aufzeichnet und so für jeden folgenden Streckenstromschliefser bezw. jeden folgenden Ort, derart, dafs die Fahrtcurve der Züge durch Punkte mit Bezug auf zwei rechtwinklige Koordinatenachsen aufgezeichnet wird, und daraus jederzeit ihre Schnelligkeit sowohl als auch gegenseitige Stellung ersichtlich ist, während die Zeichengabe zwischen einem Orts-Aufsichtsbeamten und Lokomotivführer vermittelst der Leitungsdrähte (L) bei Herstellung der Verbindung der Ortsbatterie mit einer drehbaren Trommel (0) ermöglicht ist, die vonmetallischen Bürsten einer vorbeifahrenden Lokomotive gedreht wird, den Stromkreis schliefst und dann selbstthä'tig in ihre Ausgangsstellung zurückkehrt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT68896D Signalapparat mit Einrichtung zur Aufzeichnung des Laufes von Eisenbahnzügen Expired - Lifetime DE68896C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE68896C true DE68896C (de)

Family

ID=342407

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT68896D Expired - Lifetime DE68896C (de) Signalapparat mit Einrichtung zur Aufzeichnung des Laufes von Eisenbahnzügen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE68896C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE68896C (de) Signalapparat mit Einrichtung zur Aufzeichnung des Laufes von Eisenbahnzügen
DE362905C (de) Anzeigevorrichtung fuer Bergwerksfoerderkoerbe
DE36165C (de) Apparat zur Verhütung von Zusammenstöfsen der Eisenbahnzüge
DE14059C (de) Neuerungen an elektromagnetischen Signalvorrichtungen für Eisenbahnen
DE215741C (de)
DE14550C (de) Neuerungen an elektromagnetischen Signalvorrichtungen für Eisenbahnen
DE361511C (de) Elektrische Kontaktvorrichtung mit veraenderlichem Widerstand
DE659383C (de) Vorrichtung zum Betriebe von Pfeifsirenen elektrischer Schienenfahrzeuge bei Spielzeugeisenbahnen
DE17151C (de) Elektrischer Apparat zur Vermeidung von Zusammenstöfsen der Eisenbahnzüge
DE34611C (de) Neuerung an elektrischen Eisenbahnen
DE44802C (de) Vorrichtung zum selbsttätigen Signalisiren von Eisenbahnzügen, Weichen und Drehbrückenstellungen
DE463646C (de) Elektrische Zugsicherungseinrichtung
DE136240C (de)
DE456271C (de) Streckenanzeiger fuer Zuege, Strassenbahnen und andere Fahrzeuge
DE565300C (de) Einrichtung an Gleisanlagen fuer Spielzeugeisenbahnen zum Betaetigen von Signalen, Schranken u. dgl.
DE98064C (de)
DE381595C (de) Einrichtung zur selbsttaetigen Anzeige der Stationen in fahrenden Zuegen
DE131015C (de)
DE972613C (de) Weiche fuer elektrische Spielzeugbahnen, deren Gleisstraenge je zwei stromfuehrende Schienen aufweisen
DE15179C (de) Neuerungen an elektrischen Signal-Apparaten für Eisenbahnzüge
DE319564C (de) Als UEberwachungs- und Kontrolleinrichtung dienende Zugsicherung
DE207268C (de)
DE897066C (de) Elektrisches Eisenbahnspiel mit drei voneinander isolierten, zwei Stromkreise bildenden Schienen
DE517942C (de) Vorrichtung zum Herstellen von Schallaufzeichnungen auf elektrolytischem Wege
DE109629C (de)