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Hochhubsicherheitsventil Zusatz zum Patent 680 739 Die Erfindung
betrifft eine Steuervorrichtung für ein Hochhubsicherheitsventil für Dampfkessel
mit einer .die Verbindung zwischen der Staudruckkammer und der Gegendruckkammer
überwachenden, ,diese Verbindung erst nach .Sanken :des Kesseldrucks auf den gewünschten
Betrag freigebenden Ventilvorrichtung und stellt eine weitere Ausgestaltung ,des
Hochhwbsicherheitsventils nach Patent 680 739 .dar.
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Es isst bereits vorgeschlagen worden, ,die Verbindung zwischen der
Staudruckkammer und der Gegendruckkammer des Ho:chhub,-s:icherheitsventils nachdem
Hauptpatent durch ein (zweckmäßig als .Plattenventil ausgebildetes) Ventil zu überwachen,
das unter der unterschiedlichen Wirkung einer Schließ- und einer Öffnungsfeder steht.
Die Schließfeder ist hierbei stärker als die Öffnungsfeder und in einem Federgehäuse
oder metallischen Faltenbalg eingeschlossen, der unter dem Einflußdes in .der .Staudruckkammer
sich bildenden Druckes als Kolben wirkt und schließlich die Überwindung der Spannung
.der stärkeren Schließfeder :herbeiführt, ,so daß die Gegendruckkammer mit Dampf
gefüllt werden kann.
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Diese an sich vorteilhafte Einrichtung weist insofern eine Unzulänglichkeit
auf; als bei den derzeitigen hohen Kesseldrücken, beispielsweise bei Dampflokomotiven
oder gar bei Hochdruckkesseln, in denen unter Umständen ein Druck :bis zu 8o .atü
und mehr herrscht, der Federungskörper sich auf .die Dauer als zu wenig widerstandsfähig
erweist, nach kurzer Betriebsdauer seine Elastizität einbüßt und .dann seinen Zweck
verfehlt.
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Die erwähnte Unzulänglichkeit zu beheben, ist der Zweck der Erfindung.
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Die Erfindung besteht :darin, daß das Ventil, das @mit dem die genannte
Verbindung überwachenden Ventil gleichachsig in dem mit der Staudruckkammer in offener
Verbindung stehenden Raum nach der entgegengesetzten Richtung wirkend :derart angeordnet
ist,
:.daß es durch sein Schließen das überwachte Ventil ,zum Öffnen freigibt, die Verbin.dung
zwischen der Staudruckkammer und einer ins Freie führenden Öffnung des Ventilgehäuses
überwacht, unter Odem Einfluß einer . Öffnungsfeder steht, ,die stärker ist als
die Öffnungsfeder :dis erstgenannten Ventils, und so bemessen ist, daß es die Verbindung
zwischen der Staudruckkammer und der freien Luft sperrt, wenn der Staudruck seinen
höchsten Werterreicht hat.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung ist auf der Zeichnung in einem
Ausführungsbeispiel im senkrechten Längsschnitt dargestellt.
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Das aus mehreren Teilen zusammengesetzte Ventilgehäuse c ist mit :dem
Anschluß b an ,die Staudruckkammer des Hochhubsicherheitsventils angeschlossen.
Der. Anschluß f vermittelt die Versbindung mit der Gegendruckkammer des Hochhubsicherheitsventils.
Das von der Öffnungsfeder i belastete Ventil e befindet sich ,in einem Raum k und
ist gleichachsig, aber gegenläufig zu einem im Durchmesser etwas größer ausgeführten
Ventil l .angeordnet, das unter der Wirkung der Feder g steht. Diese Feder ist stärker
als die Feder i und stellt daher für .das Ventil l .die Offnungsfeder, für ras Ventil
e .die Schließfeder -dar. Das Ventil l ist normalerweise geöffnet; .das Ventil e
.geschlossen. Der Raum, ,in -dem sich die Feder g befindet, stehtzdurch eine Öffnung
m ständig mit der freien Luft in Verbindung.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende: Wenn das Hochhubsicherheitsventil
geschlossen ist, nehmen die Innenteile der Vorrichtung die auf der Zeichnung dargestellte
Lage ein, gemäß der .das Ventil e gegen ,die Wirkung seiner Öffnungsfeder i durch
.die kräftigere Öffnungsfeder g des Ventils l auf seinen Sitz gedrückt, also ,geschlossen
gehalten wird, während das Ventil l geöffnet ist. Damit ist die Verbindung zwischen
der bei geschlossenem Hochhu'bs.icherheitsventil druckfreien Staudruckkammer und
der Gegendruckkammer ,gesperrt, und die zwischen der Staudruckkammer und der Vorrichtung
nach der Erfindung befindliche Leitung b ist über das geöffnete Ventil Z und die
ins Freie fühsende Bohrung m entlüftet.
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Öffnet sich .das Höchhubsicherheitsventil unter, dem Einfiuß des ,den
zulässigen Höchstwert überschreitenden Kesseldruckes, so strömt der die Staudruckkammer
erfüllende hochgespannte Dampf durch die Leitung b und durch das zunächst offene
Ventil l sowie über die Öffnung m ,ins Freie ab. Die Öffnung m hat einen
kleineren Querschnitt als die Leitung b und ,die D:urchströmöffnung des Venteils
L. Trotz des hierdurch in dem Raum unterhalb des Ventils Z sich bildenden Rückdruckes
wird das Ventil l .durch die Strömungswirkung des Dampfes sehr rasch auf seinen.
Sitz gerissen; es herrscht dann im Raum oberhalb des Ventils l ein -statischer Druck,
der zunächst das Ventil e noch geschlossen hält; das Ventil Z bleibt um so wirksamer
geschlossen, als der im Räum unter ihm befindliche Dampf über .die Öffnung m entweicht.
Sinkt nun infolge des Abblasens des Hochhubsicherheitsventils der Druck im Dampfkessel
und demgemäß inderStau:druckkammer und in dem Raum h, in dem sich die Ventile
e und L befinden, unter den Betrag, der der :Spannung der Feder i
entspricht, so öffnet sich das Ventil e, und der Dampf gelangt in die Gegendruchkam:mer
-des Hochhubsicherheitsventils. Infolge des größeren Durchmessers :des unteren Ventils
l wird dieses :durch ,den zur Gegendruckkammer strömenden Dampf weiterhin .geschlossen
gehalten. Inzwischen schließt sich das Hochhubsicherheitsventil unter dem Einfluß
des Drukkes in der ,Gegendruckkammer. Damit nimmt die auf die Oberseite des ,unteren
Ventils aus-,geübte Belastung ab, der Staudruck verschwindet, .und .die Feder g
öffnet :das untere Ventil l und schließt :das obere Ventil e.