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Verfahren und Maschine zur Herstellung von Säumen Die Erfindung bezieht
sich insbesondere auf eine Säummaschine mit einer Nähmaschine zum Vernähen übereinan.dergelegter
Werkstückteile.
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Es sind Säummaschinen bekannt, bei denen die übereinandergelegten
Werkstückteile zunächst vernäht, der so gebildete Saum gespreizt, auf den gespreizten
Saum ein Streifen aufgelegt und schließlich der so aufgelegte Streifen mit Hilfe
einer zweiten Nährmaschine mit den Werkstückteilen vernäht wird.
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Diese älteren Säummaschinen haben jedoch den Nachteil, daß sich mit
ihnen nur eine sehr beschränkte Anzahl von Säumen, im wesentlichen nur solche mit
aufgenähten Deckstreifen, herstellen lassen. Das Aufbringen eines klebfähigen Streifens
wäre dagegen infolge der in diesem Falle durch die Auflegevorrichtung auf den Streifen
auszuübenden hohen Anpreßdrucke schon nicht mehr möglich.
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Dieser Nachteil ist nach der Erfindung dadurch behoben, daß die vernähten
Werkstückteile durch eine Führung o. dgl. gespreizt gehalten und geführt und wahlweise
nur einer oder beiden Seiten des Saumes durch eine Auflegevorrichtung ein klebfähiger
Streifen bzw. zwei kleb- oder aufnahmefähige Streifen zugeführt und auf die gespreizten
Werkstückteile aufgepreßt werden. Dabei ist zweckmäßig noch eine zweite Nähmaschine
zum wahlweisen Aufnähen eines Streifens auf nur eine oder beide Seiten der Werkstückteile
bzw. auf die Werkstückteile und die Saumränder vorgesehen.
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Mit der Einrichtung nach der Erfindung ist es also möglich, sowohl
einseitig als auch doppelseitig Streifen aufzulegen und diese Streifen entweder
nur aufzukleben oder nur aufzunähen oder aber sowohl aufzukleben als auch aufzunähen.
Hierdurch ist eine hohe Variationsmöglichkeit gegeben. Es lassen sich daher mit
der Maschine nach der Erfindung die verschiedenartigsten Säume erreichen.
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Die Erfindung ist dann ferner noch auf ein neues Verfahren zur Herstellung
von mit Säumen versehenen Gegenständen gerichtet, nachdem die Werkstückteile in
einer einzigen, Behandlung miteinander vernäht und danach gegenüber dem Saum auseinandergespreizt
werden und schließlich wahlweise auf die eine oder beide Seiten der Werkstückteile
über den Saum hinweg ein Streifen aufgeklebt und/oder aufgenäht wird. Durch eine
solche unmittelbar aufeinanderfolgendeDurchführung der einzelnen Arbeitsvorgänge
innerhalb einer einzigen Behandlung ist ein vollkommen gleichmäßiger Saum gewährleistet.
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Auf der Zeichnung sind mehrere Ausführungsformen der Erfindung dargestellt.
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Fig. r ist eine Seitenansicht der Maschine. Fig. a stellt einen Teil
der oberen Werkstückführung mit einer Anpreß- und Anhebvorrichtung für die Führung
dar.
Fig.3 ist in kleinerem Maßstab eine der Fig. i ähnliche Seitenansicht,
die jedoch auch die Hauptantriebsmittel zeigt.
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Fig. 4 ist eine der Fig. 3 ähnliche Ansicht,' jedoch von der entgegengesetzten
Seite der' Maschine aus.
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Fig. 5 ist eine Draufsicht auf die in dem Fig. 3 und 4 dargestellte
Maschine.
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Fig. 6 ist ein Querschnitt durch die. Steuerung des Hauptantriebs.
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Fig. 7 ist eine den Fig. i und 3 entsprechende Ansicht, welche die
zweite Nähmaschine in einem Winkel versetzt zur Streifenauflegevorrichtung zeigt.
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Fig. 8 ist eine der Fig. 3 entsprechende Ansicht einer anderen Ausführungsform
der Streifenauflegevorrichtung.
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Fig. g zeigt die Vorderansicht der ersten Nähmaschine.
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Fig. to ist eine Vorderansicht der Streifenauf legevorrichtung.
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Fig. i i ist eine Vorderansicht der zweiten Nähmaschine.
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Fig. 12 veranschaulicht in Draufsicht die verschiedenen Arbeitsvorgänge,
denen das Werkstück unterworfen wird.
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Fig. 13 ist eine Draufsicht auf die Hauptführungsvorrichtung für das
Werkstück.
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Die Fig. 14, 15 und 16 zeigen Einzelheiten über die Art und Weise
der Führung, des Nähvorganges und des Beschneidens zweier Werkstückteile nach der
Linie 14-14 in Fig. 12.
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Fig. 17 zeigt das Werkzeug zum Trennen und Spreizen der Saumränder
nach der Linie 17-i7 in Fig. i2.
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Fig. 18 ist eine der Fig. 17 ähnliche Teildarstellung, die jedoch
das Werkzeug in einer I-.age zeigt, in welcher sich die Saumränder in gespreizter
Lage befinden; die Darstellung entspricht der Linie 18-i8 in Fig. 12.
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Fig. ig zeigt Einzelheiten für das zunächst notwendige Umwenden eines
Werkstückteils und für die Führung der Saumränder nach der Linie ig-ig in Fig. 12.
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Fig. 2o zeigt Einzelheiten über die Werkstücktiefe in der oberen Führung,
wobei der untere Werkstückteil fast ganz umgewendet ist, und zwar im Sinne der Linie
2o-2o in Fig. 12.
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Fig. 21 veranschaulicht das Werkzeug zum Niederpressen der Saumränder
auf die Werkstückteile, ferner die obere Führung, welche die Werkstückteile gegen
die Saumränder lenkt.
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Fig.22 zeigt, wie die Streifen lose auf beiden Seiten des Saumes liegen
und ferner die Druckrollen in der Spreizlage gegenüber dem Saum.
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Fig. 23 ist eine teils in Ansicht und teils im Schnitt gehaltene Darstellung
der beiden Rollen, welche die Streifen auf beide Seiten des Saumes pressen.
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Fig.24 ist ein- Teilschnitt der Steppvor-,ti.chtung der zweiten Nähmaschine
nach der `%ie 24-24 in Fig. 12.
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:=`_-Fig. 25 ist ein Teilschnitt der zum absatz--ws=eisen Antrieb
der Streifenauflegevorrichtung dienenden Vorrichtung.
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Fig.26 zeigt eine Endansicht eines Teils der in Fig. 25 dargestellten
Antriebsvorrichtung.
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Fig. 27 zeigt einen Teil der Einstellung für die Antriebsvorrichtung
der Streifenauflegevorrichtung.
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Fig. 28 ist ein Längsschnitt durch die Handsteuerung des Hauptantriebs.
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Fig.2g stellt einen Querschnitt durch die in Fig. 28 veranschaulichte
Vorrichtung nach der Linie 29,z9 der Fig. 28 dar.
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Die Fig. 3oA bis 30E zeigen verschiedene nach der Erfindung hergestellte
Säume mit gefalteten Saumrändern.
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Die Fig. 31 F bis 31 J sind ähnliche Darstellungen wie die Fig.3oA
bis 30E, sie veranschaulichen jedoch andere Säume mit ungefalteten Saumrändern.
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Die Fig. 32 K bis 320 veranschaulichen Säume, die mit überwendlichstichen
hergestellt sind und bei denen die Saumränder -stumpf aneinanderstoßen.
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Die Fig. 33 und 34 zeigen einen Saum mit unten liegenden, gefalteten
Saumrändern bzw. mit ungefalteten Saumrändern.
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Fig. 35 ist eine Endansicht der beiden winklig und seitlich zueinander
versetzt angeordneten Nähmaschinen.
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Fig.36 ist eine schematische Grundrißdarstellung der Werkstückführung
nach Fig. 35.
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Fig. 37 ist eine Draufsicht auf die Spreizführung; sie zeigt die seitliche
Versetzung und die gekrümmteWerkstückführung für die Streifenauflegevorrichtung.
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Die Fig. 38 und 39 sind schematische Darstellungen der Vorrichtung
zur selbsttätigen Unterbrechung des Hauptantriebs.
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Die Maschine gemäß der Erfindung hat einen Rahmen 44 mit einem Tisch
45, auf dem eine erste Nähmaschine 46, eine zweite Nähmaschine 47 und eine dazwischen
angeordnete Streifenauflegevorrichtung 48 angeordnet sind und gemeinsam von einer
Antriebsvorrichtung 49 angetrieben werden. Diese Nähmaschinen und die Streifenauflegevorrichtung
sind bekannter Bauart; sie arbeiten mit Hilfe ihrer üblichen Antriebsmittel, jedoch
mit besonderen Werkzeugen gemäß der Erfindung. Infolge ihrer besonderen Anordnung
und Antriebsweise kann mit der neuen Maschine ein neues Verfahren durchgeführt werden;
es ist ferner eine neue Bauart für
die Herstellung verschiedener
Arten von Säumen geschaffen. Die erste Nähmaschine 46 ist bekannter Bauart mit einem
Gehäuse 5o, dessen unterer Teil 51 die übliche Stoffplatte 52 trägt und in dem die
HauptantrieUswelle 53 gelagert ist. Die Welle 53 treibt einen Stoffschieber 54 und
einen Greifer 55 an. Von der Antriebswelle wird eine obere Welle 56 in dem Gehäusearm
57 betrieben, wodurch die Nadelstange 58 mit Nadeln 59 in Zusammenarbeit mit dem
Greifer 55 hin und her bewegt wird. Ein Stoffdrückerfuß 6o an der Stange 61 mit
Lüftungshebel 62 wirkt in bekannter Weise mit dem Stoffschieber zusammen.
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Die zweite Nähmaschine 47 entspricht der erstgenannten Nähmaschine46,
mit der Ausnahme jedoch, daß sie mit zwei Nadeln 59' und entsprechend zwei Greifern
55' ausgerüstet ist, damit mehrfache Stichreihen 63 hergestellt werden können. Ferner
ist der Drückerfuß 64 mit einem Kanal 65 versehen. Da diese Nähmaschinen 46 und
47 der üblichen Bauart entsprechen, sind ihre Einzelheiten und deren Wirkungsweise
im einzelnen nicht behandelt.
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Die Streifenauflegevorrichtung 48 nach den Fig. i, 2 und io ist ebenfalls
in bekannter Weise ausgebildet, allerdings in geringem Maße für die Zwecke der Erfindung
abgeändert. Die Vorrichtung besteht aus einem Rahmen 66 mit einem überhängenden
Arm 67, der eine Hauptantriebswelle 68 trägt. Die Welle 68 ist an ihrem einen Ende
mit einer mit Unterbrechungen arbeitenden Antriebsscheibe 69' _versehen, mit der
einer oberen Rolle 7o am anderen Ende der Welle eine absatzweise Drehbewegung vermittelt
wird. Mit dieser arbeitet eine zweite Rolle 71 zusammen, die frei drehbar auf einem
an einem Joch 73 sitzenden Zapfen 72 gelagert ist. Das Joch ist an einem Bolzen
74 schwenkbar gelagert, so daß es aus* der mit vollen Linien in Fig. i dargestellten
Betriebslage in die mit strichpunktierten Linien 75 gezeigte Außerbetriebslage geschwenkt
werden kann. In der Regel wird das Joch durch starken Federdruck in der Betriebslage
gehalten, damit das Werkstück 76 festgepreßt und zwischen die oberen und unteren
Rollen geführt werden kann. Mittels eines gebräuchlichen Trethebels, der mit einem
Hebel 77 (s. Fig. 10) des Joches verbunden ist, kann das Joch 73 und die untere
Rolle in die Außerbetriebslage bewegt werden. An dem Trethebel können auch die Hebel
78 und die damit verbundenen Drückerfußstangen 61 angeschlossen sein, um (Fig. 5
und 8) die Drückerfüße 6o und 64 der Nähmaschinen anzuheben. Die Anschlüsse können
zusammenhängend sein, so daß die Streifenauflegevorrichtung und die Drückerfuße
gemeinsam in die Außerbetriebslage bewegt werden können.
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Mit der ersten Nähmaschine 46 kann eine Kantenbeschneidvorrichtung
79 verbunden sein, damit das Werkstück 76, wenn es vernäht worden ist, beschnitten
werden kann. Diese Beschneidvorrichtung ist auf einem Schieber 8o angeordnet, der
zwischen Schienen 81 und 82 mittels eines von der Nadelstange 58 angetriebenen Lenkers
83 auf und ab bewegt wird. Die Beschneidvorrichtung kann gegenüber der Stichlinie
seitlich einstellbar sein. Werkstückführungen und -steuerungen.
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Die Werkstückführungs- und Steuermittel nach der Erfindung sind am
besten aus den Fig. i bis 5 und 12 bis 24 erkennbar, auf die jetzt Bezug genommen
wird. Mit diesen Mitteln können die Saumformen nach den Fig. 3o A bis
30E hergestellt werden. Zur Führung des Werkstücks 76 (Fig- i), beispielsweise
eines Paares von übereinandergelegten Werkstückteilen 86 zwischen der ersten Nähmaschine
46 und der Streifenauflegevorrichtung 48, dient eine in der üblichen Weise einstellbare
Kantenführung87 (Fig.12), welche die Ränder der Teile seitlich gegenüber der Nadel
bzw. Naht 88 und der gegebenenfalls vorhandenen Beschneidvorrichtung 79 führt. Eine
Spreizführung 89 in Form eines Hornes mit einem an den unteren Rollenzapfen 72 anhängbaren
und drehbaren Joch 9o erstreckt sich von der Rolle 7i der Streifenauflegevorrichtung
48 bis in die Nähe der Nadel 59, wo die Spreizführung mit einem dünnen und schmalen
Finger 92 (Fig. i und 13) versehen ist. Dieser Finger paßt zwischen die beiden Werkstückteile,
wird jedoch, je näher er an die Rolle 7i herankommt, im Querschnitt allmählich stärker.
Der Abstand des Fingers 92 von der Stoffplatte 52 kann durch eine Stellschraube-93
an einem Arm des Joches 73 geregelt werden, um einen freien Durchgang für den unteren
Werkstückteil zu ermöglichen. Zwischen dem Arm und der Spreizführung ist eine Feder
94. vorgesehen, welche die Spreizführung in der Betriebslage am Zapfen 72 und der
Stellschraube hält, während sich das Joch in der Betriebslage befindet. Infolge
der Feder 94 kann das Joch ohne Beschädigung in die Außerbetriebslage bewegt werden.
Gegenüber der Spreizführung ist mittels eines auf der Hauptantriebswelle 68 angeordneten
Armes 96 eine obere Führung 95 vorgesehen. Diese obere Führung wird mittels ihres
eigenen Gewichtes, eines Gewichtes 97 (Fig. i), Federn 98 oder 99, oder mittels
einer
Stange loo auf die Spreizführung gepreßt. Durch die Stange ioo (Fig. 1, 2 und 13)
wird der Arm 96 und die Führung 95 in eine der Uhrzeigerbewegung entsprechende Richtung
gepreßt. Die Führung kann entweder durch Anheben von Hand oder mittels eines üblichen
an .die Stange ioo angeschlossenen Trethebels in die mit strichpunktierten Linien
ioi (Fig. i) gezeigte Außerbetriebslage bewegt werden. Die Führung ist zweckmäßig
mit zwei Seitenwänden rot und 103 versehen, deren Enden 104 und 105 in der Nähe
der ersten Nähmaschine flacher ausgezogen sind, damit der Saum loh der miteinander
vernähten Werkstückteile in der Ebene des Werkstückträgers und der Berührungslinie
der folgenden Rollen 70 und 71 bewegt werden kann.
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Zwischen der Streifenauflegevorrichtung 48 und der zweiten Nähmaschine
47 sind ein ähnlicher unterer Werkstückträger 107 und eine obere Werkstückführung
1o8 vorgesehen. Der Werkstückträger 1o7 hat zweckmäßig die Form einer Platte (Fig.
i und 13), die mit einem Ansatz log versehen ist. Der Ansatz 1o9 kann beispielsweise
mittels Schrauben 11i in einer üblichen Schieberöffnung 11o der Nähmaschine befestigt
werden. Der Träger 107 ist mit einer abwärts gebogenen Platte 112 versehen.
Der Träger 107 spreizt und trägt die Werkstückteile 86 in einer waagerechten Ebene
an der Streifenzuführungsvorrichtun . Auf'dem Wege zur zweiten Nähmaschine 47#ist
der Träger 107 mit einem U-förmigen Ausschnitt 113 versehen, der die untere
Rolle 71 in der Nähe der Spreizführung 89 freilegt. Die Platte kann einen flachen
Kanal 114 als Führung für einen Streifen aufweisen, wenn ein solcher Streifen in
der Streifenzuführungsvorrichtung auf die untere Seite des Werkstücks aufgebracht
werden soll. Die obere Führung 1o8 ist mit einem Paar Seitenplatten i 15 und i 16
versehen, die durch eine Querstrebe 117 in einem gegenseitigen Abstand gehalten
werden. Die obere Führung lob weist ein Paar Ausschnitte 118 (Fig. i) auf, mit denen
die Führung an die Welle 68 oder an eine Nabe Zig (Fig.13) der oberen Rolle 7o angehängt
werden kann. Die Führung lob wird mittels ihres Eigengewichtes oder durch ein zusätzliches
Gewicht i2o an die Werkstücktragplatte 107 gedrückt.
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Nach der Erfindung ist eine neuartige Streifenzuführungsvorrichtung
121 mit Spulen 122 vorgesehen. Diese Vorrichtung könnte gleicherweise zum Aufbringen
eines oberen Streifens 123a und zur Aufbringung eines unteren Streifens 123b verwendet
werden und ferner dazu dienen, um den Streifen entweder der Streifenauflegevorrichtung
48 oder der zweiten Nähmaschine 47 zuzuf ühren, ohne daß die Lage der Streifenzuführungsspulen
122 geändert werden müßte. Um das Zuleiten eines Streifens zu einer dieser Stellen
zu erleichtern, ist eine Streifenführung 124 in Form eines [)-Eisens 125 vorgesehen,
das bei z26 drehbar an die Tragzapfen 127 und 128 für die Streifenspulen angeschlossen
ist, so daß die -Streifenführung in der in Fig. i mit vollen Linien dargestellten
Lage gehalten werden kann. Das geschieht durch Federbolzen 129 o.-dgl., die in Löcher
eines Armes 130 und des Joches 73 hineinragen. Die Streifenführung 1a4 kann
aber auch in den mit strichpunktierten Linien angedeuteten Stellungen 131 und 132
gehalten werden, und zwar dadurch, daß die gleichen Federbolzen in die Löcher 133
und i34 eines Ansatzes 135 am Träger der oberen Streifenspule bzw. des Joches
eingeführt werden, so daß der Streifen 123a vorteilhafterweise von der oberen Streifenzuführungsvorrichtung
in den Kanal 65 in dem Drückerfuß 64 oder der Streifen 123b von .der unteren Streifenzuführungsvorrichtung
in den Kanal 114 der Werkstücktragplatte 107 .gelenkt wird.
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Durch entsprechende Feststellringe 136 können die Streifenzuführungsvorrichtungen
an den Hauptzapfen 127 und 128 festgehalten werden, so daß leere Streifenspulen
ersetzt werden können.
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Der Betrieb der soeben beschriebenen Vorrichtungen zur Erzeugung eines
Saumes, wie er in Fig. 3oA dargestellt ist, wickelt sich in der Weise ab, daß die
beiden übereinandergelegten Werkstückteile 86 über die Stoffplatte 52 der ersten
Nähmaschine 46 geführt werden, wo der Finger 92 der Spreizführung 89 in der Nähe
der Nadel 59 zwischen die beiden Teile greift und durch die Kantenführung 87 die
Ränder der Teile gegenüber der Nadel und, wenn eine solche verwendet wird, gegenüber
der Beschneidvorrichtung 79 gleichgerichtet werden. Sodann werden, da die erste
und zweite Nähmaschine 76 und 77 sowie die Streifenzuführungsvorrichtung durch die
weiter unten noch zu beschreibende Antriebsvorrichtung 49 gemeinsam angetrieben
werden, die übereinandergelegten Werkstückteile durch den Stoffschieber 54 und den
Drückerfuß 6o gegenüber der Nadel vorgeschoben, wodurch eine Naht 88 entsteht, welche
die beiden Werkstückteile miteinander verbindet (Fig. 12). Es entsteht ein Hauptsaum
loh mit breiten Saumrändern 137 (während die Beschneidvorrichtung, wenn sie verwendet
wird, die rohen Ränder 138 geradeschneidet, Fig. 12 bis 16). Darauf werden die Saumränder
in der aus den Fig. 17 und 18 ersichtlichen Weise durch ein keilförmiges Werkzeug
139 vorgespreizt.
Sodann wird; wenn das Werkstück in dem freien
Raum (mit der gewünschten Ausdehnung) zwischen der Stoffplatte 52 und der Streifenauflegevorrichtung
48 vorgeschoben ist, der untere Werkstückteil 86 durch ein spitz zulaufendes Werkzeug
iq.o und teilweise unter dem Einfluß seines eigenen Gewichtes umgewendet, so daß
eine ziemlich weitgehende Trennung der beiden Werkstückteile voneinander stattfindet.
Gleichzeitig fällt der obere Teil um die Spreizführung 89 herum, so daß der Saum
1o6 rechtwinklig bewegt wird und die Saumränder 137 von ihrer Seitenlage aus in
eine voll sichtbare obere Lage oberhalb der Spreizführung bewegt werden. Der die
Maschine Bedienende ist daher in der Lage, den Zustand der Naht ungehindert zu prüfen.
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Bei diesem Umwenden kommt die Endwand 104 der oberen Führung mit den
Saumrändern in Eingriff. Dabei werden diese Ränder allmählich in einen Hauptkanal
141, und zwar aus der Stellung nach Fig. i9 in die Lage nach Fig. 2o, bewegt. Bei
der weiteren Fortbewegung der vernähten Werkstückteile durch die obere Führung 95
werden die Saumränder durch ein dem Werkzeug 89 ähnliches keilförmiges Werkzeug
142 von der in Fig. 2o dargestellten rechtwinkligen Lage gegenüber den Werkstückteilen
nach unten in Richtung der Pfeile C in Fig. 2o auf die benachbarten Werkstückteile
gebracht (Fig. 21). Sodann wandern die vernähten Teile zwischen der oberen und unteren
Rolle 7o und 71 hindurch, wo ein oberer Streifen 123d durch die Streifenführung
auf die Saumränder gelegt und ein unterer Streifen 123b durch die untere Streifenführung
auf .die andere Seite des Saumes gebracht wird. Die obere Rolle 7o ist mit Gummiflanschen
144 versehen, die den Streifen über die Saumränder nach unten auf die benachbarten
Werkstückteile pressen, wie das am besten aus der Fig. 23 erkennbar ist. Die untere
Rolle ist zweckmäßig mit einer flachen Nut 145 versehen, welche den Bodenstreifen
gegen die andere Seite des Saumes legt und preßt. Nachdem die Rollen mit dem Werkstück
in Eingriff gekommen sind, dienen sie außer zum Anpressen der Streifen an die Rollen
noch dazu, das Arbeitsstück durch die Führungen 89 und 95 hindurch- und von der
ersten Nähmaschine wegzuziehen.
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Obgleich der obere klebfähige Streifen 123a infolge seiner Verbindung
mit den Werkstückteilen 86 allein ausreicht, um die Saumränder 137 auf den Werkstückteilen
zu halten, ist es doch bei manchen Werkstückarten zweckmäßig, sie zusammenzunähen.
Das geschieht dadurch, daß das Werkstück hinter der Streifenauflegevorrichtung 48
über den Werkstückträger 1o7 geführt wird, wo der Kanal 114 mit dem Bodenstreifen
der Lage nach zusammenfällt und wo die Seitenwände der oberen Führung 1o8 das Werkstück
dadurch führen, daß sie über die Saumränder greifen, in ähnlicher Weise, wie die
Gummiflansche der oberen Rolle (Fig.23) die genaue Lage gegenüber den Nadeln 59'
der zweiten Nähmaschine 47 gewährleisten. Der Kanal 65 des Drückerfußes 64 arbeitet
in der gleichen Richtung, so daß die Übereinstimmung der Lage gesichert ist. Bei
der Hindurchführung des Werkstückes durch die zweite Nähmaschine bilden die Nadeln
59' die Doppelnaht 63, deren Stiche durch den oberen Streifen, die Saumränder, die
Werkstückteile und den unteren Streifen hindurchgehen, wie das mit den voll ausgezogenen
Linien in den Fig. 24 und 3o A dargestellt ist. Die Nähte 63 können auch so geführt
werden, daß sie nicht durch die Saumränder hindurchgehen, wie das mit den in den
gleichen Figuren strichpunktiert dargestellten Nadeln geschehen kann.
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Die in Fig.3oB dargestellte Naht ist in ähnlicher Weise gebildet,
wobei lediglich der untere Streifen 123b fortgelassen ist und die untere Rolle 71
eine volle Druckfläche aufweist. Bei dieser Naht ist keine Hilfsnaht 63 erforderlich,
da der Streifen über die gefalteten Ränder nach unten auf die Werkstückteile 86
gedrückt wird; die Hilfsnaht könnte jedoch, wenn es gewünscht wird, durch den Streifen,
die Saumränder und die Werkstückteile oder durch den Streifen und die Werkstückteile
allein hindurchgelegt werden. Der Saum nach Fig. 30C ist ähnlich gebildet.
Es ist dabei lediglich eine untere Rolle mit voller Druckfläche, eine Spule 122
mit schmaleren Streifen 123d und eine entsprechend schmalere, mit Zapfen 127 angeordnete
Streifenführung 124 verwendet worden. Der Saum nach Fig. 3o D ist dadurch zustande
gekommen, däß die Spule mit den schmaleren Streifen und die schmalere Streifenführung
auf den unteren Zapfen 128 aufgesetzt wird und der obere Streifen 123a in Fortfall
gekommen ist. In diesem Fall könnte die untere Rolle wieder mit einer Nut versehen
sein. Auch der Saum nach Fig.3oE ist dadurch zustande gekommen, daß lediglich die
soeben beschriebenen, zur Herstellung der Säume nach den Fig. 30 C und 3o
D dienenden Vorrichtungen miteinander verbunden worden sind.
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Alle diese Säume nach den Fig.3oA bis 30E können mit einem oder mehreren
klebfähigen Streifen allein (ohne zusätzliche Naht) hergestellt werden, indem die
zweite Nähmaschine 47 weggelassen, das Werkstück unmittelbar hinter der unteren
Rolle 71 aus der Maschine entfernt und der Antriebsriemen
178, wie
aus der Fig. ¢ ersichtlich, durch den Riemen 147 ersetzt wird oder indem die Nadeln
59' der zweiten Nähmaschine entfernt werden. Der nahtlose, mit Streifen versehene
Saum ist zuweilen vorzuziehen, z. B. bei der Herstellung von Damenschuhen und von
wasserdichten Gegenständen. Der Streifen 123
könnte mit irgendeiner klebfähigen
Schicht und sogar mit einer weichen Gummischicht versehen werden, welche unter dem
Druck der Rollen 70, 71 so genügend warm und flüssig wird, daß er an den entsprechenden
Teilen des Werkstückes anhaftet. Bei der Herstellung aller dieser in den Fig. 3o
A bis 30E mit-und ohne Naht hergestellten Säume brauchen an der oberen Rolle
70, den oberen Führungen 95 und Tob, der unteren Spreizführung 89 oder der Tragplatte
1o7 keine Änderungen vorgenommen werden. Es braucht auch die untere Rolle 71 nicht
geändert, sondern durchweg eine Rolle mit ebener Druckfläche verwendet werden.
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Es sei auch darauf hingewiesen, daß die Maschine, soweit sie bis jetzt
beschrieben worden ist, lediglich dadurch, daß die Streifen 123 fortgelassen
werden, ohne Änderung dazu verwendet werden kann, daß das Werkstück umgewendet wird,
so daß die Saumränder 137 nach oben zeigen und sichtbar sind. Ferner können die
Saumränder auf die Werkstückteile 86 aufgelegt, aufgepreßt und die Ränder aufgenäht
werden (ebenso wie bei der Naht 30 C ohne Streifen). Wenn ein nicht klebfähiger
Streifen am Werkstück mittels einer Naht 63 befestigt ist, wie in den Fig. T2 und
3oA bis 30E dargestellt, dann könnte der Streifen in den Streifenzuführungsvorrichtungen
121 unterstützt und den Rollen 70 und 71 in der schon beschriebenen Weise
zugeführt werden. Der Streifen könnte auch in den mit strichpunktierten Linien veranschaulichten
Stellungen 131 und 132 gelagert werden, um dann nach unten in den Kanal 65 des Drückerfußes
64 und nach oben hindurch in den Kanal 114 gefördert zu werden. Der eine oder die
beiden Streifen werden dabei durch die regelmäßige Vorschub-. Wirkung des Stoffschiebers
54 und des Drückerfußes von den Vorratsrollen abgezogen; diese Werkzeuge sind jedoch
nicht stark genug, um einen klebfähigen Streifen fest aufzupressen.
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Die in den Fig. 31 H, 31I und 31 J dargestellten Säume ähneln den
bereits beschriebenen Säumen, sie haben jedoch schmalere Saumränder 148, wie aus
Fig. 31 F hervorgeht. Diese Saumränder sind, wie aus Fig. 31 G hervorgeht, nicht
auf die Werkstückteile 86 zurückgefaltet. Die geringere Breite der Saumränder 148
ist durch entsprechende Einstellung der Kantenführung 87 (und der Beschneidvorrichtung
79, wenn eine solche verwendet wird) bestimmt. Die Werkstückträger, Führungen und
Rollen, sind im wesentlichen gleich denen bei der Herstellung der Säume nach den
Fig.3oA bis 3oE; sie unterscheiden sich im wesentlichen nur durch ihre Abmessungen.
Die erste Spreizvorrichtung T39 ist in Wegfall .gekommen; die Spreizführung 89 ist
die gleiche geblieben; die obere Führung 95 erhält auf ihrer ganzen Länge die aus
Fig.2o ersichtliche geringe Breite (um den nach unten gefalteten Saumrändern in
Fig. 21 entsprechen zu können) ; das keilförmige Werkzeug z42 dient lediglich dazu,
die Kante 149 der Ränder nach unten zu drücken, anstatt sie umzuwenden (die Ränder
werden dabei fast flachgedrückt). Ferner ist der flache Mittelteil 15o der oberen
Rolle 7o schmaler gemacht worden, dagegen sind die Gummiflanschen 144 breiter ausgefallen,
um den Formen der Säume 31 H, 311 und 31 J besser zu entsprechen. Alles dies
sind lediglich geringe Änderungen der Abmessungen, so daß. eine ins einzelne gehende
Beschreibung dieser Teile nicht erforderlich ist.
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Bei der Herstellung der Säume nach den Fig. 31 H, 3T I und 31 J könnte
der Streifen 123 vor oder hinter der Streifenauflegevorrichtung 48 auf eine oder
beide Seiten des Werkstücks aufgebracht werden, und zwar entweder durch Klebwirkung
oder durch eine Naht oder mit beiden Mitteln, wie es im übrigen bei der Erläuterung
der Fig.3oA bis 30E beschrieben worden ist.
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Die Säume nach den Fig. 32 M bis 32 U mit klebfähigen und nichtklebfähigen,
aufgenähten und nichtaufgenähten Streifen 123 werden in der gleichen Weise durch
Verwendung einer üblichen Nähmaschine für Überwendlichnähte hergestellt. Dabei wird
die in Fig.32 dargestellte an sich bekannte Naht 151 gebildet. Im wesentlichen werden
alle die Vorrichtungen und Apparate verwendet, die auch bei der Herstellung der
in den Fig. 31 H, 311 und 31 J dargestellten Säume verwendet werden; ein Unterschied
besteht nur insofern, als Rollen mit ebenen Druckflächen oder, auf denjenigen Seiten,
auf die der Streifen 123 aufgebracht wird, Rollen 71 mit flachen Nuten verwendet
werden. Ferner ist der Keil _ 139 in der oberen Führung 95 tiefer gesetzt,
um den Saum in der aus Fig. 32 ersichtlichen Weise flachstreichen zu können, bevor
er zwischen die Rollen 70 und 71 gelangt. Die Naht hält zunächst die Ränder
der Werkstückteile zusammen, damit die Teile in der Mitte der oberen Führung 95
einlaufen. Der Winkel 140 der Spreizführung 89 und die seitliche Anordnung sowie
der Abstand der Streifenzuführungsvorrichtung 48 in der Längsrichtung gegenüber
der ersten Nähmaschine
46 sind so gewählt, daß das Umwenden des
unteren Werkstückteiles und ein Hervorkehren der in den Fig. 30, 31 und 32 dargestellten
Säume nach oben gleichmäßig und wirksam durchgeführt wird und infolgedessen die
Säume vollständig sichtbar gemacht werden.
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Die Streifenauflegevorrichtung 48 könnte, um die Kosten der gesamten
Maschine zu verringern, in Fortfall kommen. Dafür könnte ein einfacher Ständer an
Stelle des Rahmens 66 mit Zapfen 68 und 72 und 73 verwendet werden, an dem die Führungen
89, 095 und io8 sowie die Zapfen 127, 128 abgestützt sind, damit die Streifenzuführungsvorrichtting
12q. in ähnlicher Weise wie bei der Ausführungsform nach Fig. i unterstützt wird.
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An Stelle der schon beschriebenen Streifenauflegevorrichtung mit Doppelrolle
könnte im Bedarfsfalle eine Stempelsäum-, -preß-und Streifenauflegevorrichtung verwendet
werden, wie sie in Fig. 8 dargestellt ist. Bei dieser Ausführungsform wird das übliche
Stempel- und Beschickungswerkzeug 152 in dem richtigen Verhältnis zu der Beschickung
der ersten und zweiten Nähmaschine angetrie ben. Die Spreizführung 89 ist lediglich
so ausgebildet, daß sie auf die Welle der Rolle 73 aufgehängt wird. Die Werkstücktragplatte
107 kann die gleiche bleiben, ebenso die oberen Führungen 95 und io8. Ein oberer
Streifen 123a könnte dem Stempel mit den üblichen Führungen zugeleitet werden. Ein
besonderer Streifen 123b kann an der Unterseite des Werkstückes dadurch angebracht
werden, daß der Streifen von irgendeinem Vorrat aus nach oben der Rolle 154 in der
Spreizführung 89 zugeführt wird. Der Stempel kann durch Drähte 155 in der üblichen
Weise erhitzt werden, um den Saum io6 oder das Klebmittel der Streifen anzuwärmen.
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Bei langen geraden Säumen, wie sie in Fig. 12 dargestellt sind, werden
die Nähmaschinen 46 und 47 und die Streifenauflegevorrichtung 48 zweckmäßig waagerecht
und seitlich nebeneinander, wie in Fig. 1, 3, 4, 5 lind 13 dargestellt, angeordnet.
Bei krummen Säumen nach Fig. 36 und 37 werden die Vorrichtungen jedoch zweckmäßig
in verschiedenen Ebenen und seitlich aus der Linie heraus in der in den Fig. 8,
9, 35 und 36 und 37 dargestellten Weise angeordnet. Uni dieses deutlich zu zeigen
und die Aufbringung des klebfähigen Streifens in einheitlicher praktischer Verwendung
mit einer Säumnähmaschine darzustellen, bei welcher die Saumränder an der unteren
Seite angeordnet sind, ist die Maschine nach Fig. 7 mit einer oberen Spreizführung
ausgerüstet, mit der der obere Werkstückteil umgewendet wird, während zuerst der
untere und dann beide Werkst ückteile auf der Plattenführung 107 liegenbleiben.
Die Plattenführung 107 ist bei dieser Ausführungsform lang und flach genug, um bis
in die Nähe der. Stoffplatte 52 der ersten Nähmaschine zu kommen.
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Fig. 37 zeigt die seitliche Versetzung der Streifenauflegevorrichtung
48 in bezug auf die Nadel 59, wenn der untere Werkstückteil umgewendet werden soll.
Die Führung 9@5 gewährleistet das Entlangwandern des Saumes an der Kurve 140' und
der Kantenführung 87' einer abgeänderten Spreizführung 89. Die Fig.35 und 36 zeigen
die Versetzung der ersten und zweiten Nähmaschine mit einer oberen Umwendführung
156 und einem unteren Werkstückträger 157. Der Träger 157 ist dabei mit einem Kanal
158 versehen, der die Saumränder und eine an dem Drückerfuß vorgesehene Nase
159 entnimmt, um dadurch den Saum gegenüber den Nadeln 59' auszurichten. Bei der
Ausführungsform nach diesen zuletzt genannten Figuren ist auch ein selbsttätiges
Steuermittel 16o vorgesehen, das bei Erschöpfung des Streifenvorrats 121 den Betrieb
des Elektromotors und damit der Hauptantriebsvorrichtung unterbricht. Die Streifenzuführvorrichtung
121 ist in den Fig. 38, 391 zusammen mit den Streifenführungen 124 der Hauptausführungsform
der Erfindung dargestellt. Antrieb und Steuerung Der Antrieb und die Steuerung der
verschiedenen Vorrichtungen erfolgt in neuartiger Weise. Der Hauptantrieb ist am
besten aus den Fig. 3 bis 6, 9 bis i r und 25 bis 29 zu erkennen; er besteht aus
dem Hauptmotor 161, der durch die Hauptleitung 162 mit dem Schalter 163 gespeist
wird. Der Motor dreht ein Schwungrad 164 auf der Motorwelle. Das Schwungrad ist
in einem Gehäuse 165 eingeschlossen. Auf einem Zapfen 166 des Gehäuses ist ein Hilfsträger
167 und ein unter Federdruck stehender Ring 168 befestigt. Der Ring 168 trägt eine
Scheibe 169, die von dem Ring in Bremseingriff mit dem Hilfsträger gehalten wird.
Durch Verschwenken eines Trethebels 170 wird über eine Anschlußstange 171 und einen
Hebel 172 der Ring 168 bewegt und die Scheibe 169 in Reibeingriff mit dem Schwungrad
gebracht, wodurch die Welle 175 mit den Riemenscheiben 173, 174 in Umdrehung versetzt
wird. Die Umlaufgeschwindigkeit der Scheiben kann durch Schleifen der Reibscheibe
am Schwungrad herabgemindert werden. Die Scheibe 173 treibt über dem Riemen 176
und die Riemenscheibe 177 die erste Nähmaschine an. Die Streifenauflegevorrichtung
48 und die zweite Nähmaschine 49 werden von der
Scheibe 174 über
den Riemen 178 und die Handradscheibe 179 sowie die Scheibe i8o angetrieben.
An Stelle der Riemen und Scheiben könnten auch Ketten und Kettenräder Verwendung
finden.
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Zuweilen ist eine Unterbrechung des Antriebes zwischen den Nähmaschinen
46 und 47 und der Streifenauflegevorrichtung 48 wünschenswert, um Veränderungen,
die durch Rutschen eingetreten sind, geringe Unregelmäßigkeiten bei der Beschickung
und Strekkungen des Werkstückes auszugleichen, z. B. dann, wenn die Streifenauflegevorrichtung
und die zweifle Nähmaschine 47 weiterarbeiten sollen, während die erste Nähmaschine
zeitweilig stillgesetzt ist. Für diesen Zweck sind nach der Erfindung zwei Vorrichtungen
181 und 18.2 vorgesehen. Die erste Vorrichtung i8.i ist für Fußbedienung eingerichtet;
sie besteht aus einer Reibkupplung 183, die zwischen den Scheiben 173 und 174 an
letzterer angeordnet und von einem Trethebel 184 steuerbar ist. Von dem Trethebel
184 aus wird über eine Kette 185 ein Winkelhebel 186 bewegt, der über eine Kupplungsgabel
die Kupplung 183 löst und dadurch die Scheibe 174 von der Treibscheibe 173 freimacht.
Bei Freigabe des Trethebels wird durch eine Feder 188 die freie Scheibe bewegt,
wodurch die Kupplung wieder in Antriebseingriff gelangt. Neben der vollständigen
Entkupplung ist auch ein Schleifen möglich.
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Der Hilfs- oder Handunterbrecher igz ist in der Riemenscheibe 177
an der ersten Nähmaschine vorgesehen, wie im einzelnen aus den Fig.28 und 29 hervorgeht.
Er besteht aus einer an der Hauptantriebswelle 53 befestigten Buchse 188 und einer
Schraube 189, welche die Scheibe 177 frei drehbar abstützt. In der Buchse 188 ist
durch einen Zapfen 192 ein Handrad igo mit einer Reibscheibe 19i eingeschraubt.
Dadurch, daß das Handrad eine geringe Drehung im Sinne des Uhrzeigers ausführt,
wird die freie Riemenscheibe zwischen der Reibscheibe und einem Flansch auf der
Buchse so festgestellt, daß der Riemen 176 die erste Nähmaschine antreibt. Sobald
das Handrad während der Drehung erfaßt wird, bewegt die Schraube die Reibscheibe
von der Scheibe weg, so daß der Antrieb unterbrochen ist. Ein in einer Nut 195 der
Buchse verschiebbarer Keil 194 der Reibscheibe begrenzt den freien Hub des Handrades.
Schrauben 196 dienen zum Befestigen der Reibscheibe am Handrad. Auf diese Weise
kann der Bedienende den Antrieb zwischen den- verschiedenen Hauptvorrichtungen sehr
leicht und wirksam entweder durch Fuß- oder Handbedienung unterbrechen. Das ist
ein Vorteil, wenn es sich um die Bearbeitung von Schuhoberleder 76' handelt, dessen
einzelne Teile durch eine Naht 88 miteinander verbunden werden. Für die Bearbeitung
von Oberleder sind die einzelnen hier dargestellten Ausführungsformen der Erfindung
bestimmt.
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Auch für die Streifenauflegevorrichtung 48 ist, wie im einzelnen aus
Fig. 25 hervox-geht, eine neuartige Antriebseinrichtung 197 vorgesehen. Im allgemeinen
sind die üblichen Streifenauflegevorrichtungen mit einem unmittelbaren Antrieb mit
vollen Scheiben ausgerüstet. Ein solcher Antrieb würde in Verbindung mit der Maschine
nach der Erfindung deswegen nichtbrauchbar sein, weil die Anzahl der Stiche je Zoll
je nach den herzustellenden Gegenständen geändert werden muß. Um die Beschickung
der Streifenauflegevorrichtung ohne Auswechslung der Scheiben einstellen und der
Rolle 70 im Einklang mit der Beschickung der Nähvorrichtung eine absatzweise
Bewegung erteilen zu können, ist nach der Erfindung ein mit einer Scheibe kombiniertes
Handrad 198 vorgesehen. An dem Handrad sind auf einem Zapfen 2o i des Rahmens 66
drehbar ein Ring i99 und ein Exzenter Zoo befestigt.
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Durch das Exzenter Zoo wird ein Hebel 2o2 hin und her bewegt, der
an einen Armteil 203 eines Teiles 204 einer Einwegkupplung 2o5 angeschlossen
ist. Die Kupplung 2o5 besteht aus einem Nabenteil 2o6, der unter Federdruck stehende
Rollen 2o7 trägt und an dem ein Zahnrad 2o8 befestigt ist. Alle Teile sind auf einem
Zapfen 2o9 drehbar. Eine ähnliche Kupplung 2io ist mit einem stationären Nabenteil
211 und Rollen 2i2 versehen, die mit einer Schale 213 verbunden sind. An der Hauptantriebswelle
68 der oberen Rolle 70 ist ein Zahnrad 214 befestigt. Wenn so der Hebel 2o2
nach rechts (in Fig.26 betrachtet) bewegt wird, drehen die Kupplungen 2o5 die Räder
2o8 und 214 und die Rolle 70 in der Richtung der Pfeile D und E; dabei wird
der Welle 68 und der Rolle 7o eine absatzweise Drehbe-,vegung übermittelt. Wenn
sich der Hebel nach der anderen Richtung hin bewegt, verhindert die Kupplung 2io
eine Rückkehrbewegung des Rades ,214, so daß die Rollen 2o7 der Kupplung 2o5 unwirksam
sind. Das Ausmaß der absatzweisen Bewegung kann sehr leicht dadurch geändert werden,
daß durch ein Loch 215 der Scheibe 198 mittels eines Schraubenziehers die-Anschlußschraube
216 des Hebels 2o2 (Fig. 26 und 27) gelockert und an irgendeiner gewünschten Stelle
in einem Schlitz 217 des Armes 203 festgemacht wird. Die Maschine nach der
vorliegenden Erfindung ist ferner so angeordnet, daß sie bei Erschöpfung des Streifenvorrates
selbsttätig stillgesetzt wird.
Das geschieht mittels eines Schalters
16o (s. Fig. 35, 38 und 39), der aus zwei Teilen 2i9 und 22o besteht; zwischen diese
Teile schiebt sich der Auflegestreifen. Solange der Streifen vorhanden ist, ist
der .Schalter durch die Kontakte 221 und 222 geschlossen. _ Wenn jedoch der Streifen
abreißt oder die Spule leer geworden ist, fällt ein Taster 223 herunter, der den
Stromkreis 162 öffnet. Dadurch wird der Motor selbsttätig so lange stillgesetzt,
bis der Streifen wieder eingeführt ist. Diese Vorrichtung hat den Vorteil, daß Verluste
an dem Werkstück, die sonst eintreten würden, vermieden werden; denn es ist praktisch
nicht möglich, ein nur teilweise fertiggestelltes Werkstück durch die Maschine zurücklaufen
zu lassen.
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Die einzelnen Verfahrensschritte bei der Saumbildung nach den Fig.3oA
bis 30E bestehen darin, daß die übereinandergelegten Werkstückteile zwecks Bildung
eines Saumes mit Saumrändern vernäht (wenn nötig auch beschnitten), die Hauptfalten
auseinandergespreizt, die Saumränder niedergedrückt und schließlich auf eine oder
beide Seiten des Saumes ein klebfähiger Streifen aufgepreßt werden, und zwar alles
in einem einzigen Arbeitsvorgang. Diese Saumherstellung könnte noch dadurch ergänzt
werden, daß der oder die Streifen mit oder ohne die Saumränder auf die Werkstückteile
aufgenäht werden, und zwar ebenfalls in dem gleichen Arbeitsvorgang. Bisher hat
man besondere Einzelmaschinen nötig gehabt, und infolgedessen mußten auch die Verfahrensschritte
einzeln durchgeführt werden. Das ganze Verfahren wurde dadurch kostspieliger, das
gewonnene Enderzeugnis war ungleichmäßiger. Die einzelnen Verfahrensschritte bei
der Herstellung der Säume nach den Fig. 21 H, 21 1 und 2I J bestehen darin, daß
die übereinandergelegten Werkstückteile mit einem schmalen Saumrand vernäht, die
Teile auseinandergespreizt und auf die eine oder beide Seiten des Saumes ein oder
mehrere klebfähige Streifen aufgebracht werden (wozu dann noch, wenn es gewünscht
wird, das Vernähen der Streifen an den Werkstückteilen hinzutreten kann), und zwar
wieder alles in einem einzigen Arbeitsvorgang.
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Die Verfahrensschritte bei der Herstellung der in den Fig. 3o A bis
3o E dargestellten Säume mit einem .aufgesteppten nicht klebfähigen Streifen bestehen
darin, daß die übereinandergel.egten Werkstückteile zwecks Bildung eines Saumes
mit Saumrändern vern.ht (gegebenenfalls beschnitten), der eine der Teile umgewendet
und die Saumränder völlig freigelegt und niedergepreßt werden, und schließlich auf
die eine oder beide Seiten des Saumes ein Streifen aufgebracht und der Streifen
mit oder ohne die Saumränder auf den Teilen festgenäht wird.
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Bei der Herstellung der Säume nach den Fig. 32 M bis 32 O wird ähnlich
verfahren wie bei der beschriebenen Herstellung der Säume nach den Fig. 31 H bis
31 J. Die Herstellungsweise des in Fig.33 dargestellten Saumes ist die, daß die
übereinandergelegten Werkstückteile zwecks Bildung eines Saumes mit breiten Saumrändern
vernäht werden, ein Werkstückteil umgewendet wird, sodann die Saumränder auseinandergespreizt
und auf die eine oder beide Seiten des Saumes ein oder mehrere Streifen aufgelegt
werden (mit oder ohne Vernähung des oder der Streifen auf den Teilen und auch mit
oder ohne Vernähung der Saumränder an den Teilen), und zwar alles in einem einzigen
Arbeitsvorgang. Der Saum nach Fig. 34 ist in der gleichen Weise hergestellt wie
der Saum nach Fig.33; die Saumränder sind nicht umgefaltet worden.