-
Verfahren zum zweistufigen Erhitzen von Preßlingen vorbestimmter.Gestalt
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum zweistufigen Erhitzen von Preßlingen
vorbestimmter Gestalt aus nichtbackender feiner Kohle und einer geringen Menge Pech
in stehenden, von außen beheizten Öfen, deren Entleerung absatzweise erfolgt in
Zeitabständen, innerhalb deren die in dem oberen Ofenteil frisch eingefüllten Preßlinge
nach Durchlaufen des plastischen Zustandes so hart geworden sind, daß sie beim Absinken
in den unteren Ofenteil nicht zerstört werden.
-
Es sind Öfen dieser Art bekannt, in denen die Preßlinge zu Beginn
im Ruhezustand in einem oberen Ofenabschnitt so weit erhitzt werden, daß die Preßlinge
zunächst plastisch und dann wieder hart werden, wonach die Preßlinge in einem unteren
Ofenabschnitt verkokt werden. Bei diesen Öfen wird nur eine Wand des oberen Ofenteils
von außen beheizt, wobei dann die Wärme durch Strahlung auf die gegenüberliegende
Wand ,des gleichen Ofenteils übertragen wird. Während dieser Übertragung maß natürlich
der betreffende Ofenabschnitt leer bleiben. Aus diesem Grunde stößt man bei der
Ausführung des zweistufigen Verfahrens auf eine ernste Schwierigkeit. Setzt man
voraus, daß eine Zeitspanne von annähernd 2 Stunden für die Behandlung in jeder
Stufe genügt, .so stellt man fest, daß es unter .solchen Verhältnissen nicht möglich
ist, die gleiche Zeit und Dauer der Behandlung in beiden Stufen eines auf solche
Weise geheizten Ofens aufrechtzuerhalten. Wird für die Dauer der Verkokung in der
unteren Stufe .die Zeitspanne von 2 Stunden beibehalten, so wird die Behandlung
in der oberen Stufe, die um die Dauer der Erhitzung der bestrahlten Wand verkürzt
werden maß, zu rasch stattfinden, rund die Preßlinge werden zerstört.
-
Will man dagegen die Dauer von 2 Stunden für die Behandlung der Preßlinge
im Ruhezustand beibehalten, so wird die Dauer der Verkokung in der unteren Stufe
gleich der Dauer der Behandlung in der oberen Stufe vermehrt um die Dauer der Erhitzung
der bestrahlten Wand dieses Ofenteils. In diesem Fall entsteht somit ein Zeitverlust.
-
Beim Verfahren gemäß der Erfindung können diese Nachteile nicht entstehen.
Dieses Verfahren besteht darin, daß- die rohen Preßlinge jeweils in Menge annähernd
der halben Ofenfassung unmittelbar nach Abziehen der in der unteren Ofenhälfte verkokten
Preßlinge
in einem nicht mehr ,als 18 cm breiten Ofen eingebracht
werden, dessen Wände in der oberen Ofenhälfte die zur Wiedererhärtung der Preßlinge
auf ihre ursprüngliche Festigkeit erforderliche Temperatur (75o bis 8oo° C) und
in der unteren Ofenhälfte Verkokungstemp-er,atur (85o bis ioo° C) aufweisen.
-
Zu empfehlen ist die Anordnung eines an sich bekannten dritten Ofenteiles
für die Abkühlung oder das Dämpfen der verkokten Preßlinge. Der Rauminhalt dieses
Ofenteils kann ein- oder zweimal größer sein .als derjenige des Ofenteils für die
eigentliche Verkokung.
-
Der zu verwendende, an sich bekannte Ofen ist von halbkontinuierlicher
Art, denn der teilweisen Entleerung folgt ein ebenfalls teilweises Füllen. Dies
entspricht dem Volumen des Ofenteils für die Vorerhitzung. Die entsprechenden Vorgänge
können in Zeitabschnitten von i bis 1,5 Stunden stattfinden. Das vollständige Backen
der Preßlinge ist somit annähernd in a oder 3 Stunden vollendet.
-
Für die Erhitzung dieses Ofens benutzt man vorzugsweise an sich bekannte
waagerechte Kanäle in Verbindung mit Rückgewinnungsvorrichtungen für die Wärme in
solcher Weise, daß die Erhitzung und die Temperatur der Wände den durch die Erfindung
gestellten Bedingungen angepaßt werden. Die Temperatur der Wände beträgt danach,
wie erwähnt, in der Stufe der Vorerhitzung 750 bis 8oo° C und in der Stufe
der .eigentlichen Erhitzung goo bis i i° C, entsprechend dem gewünschten Gehalt
an flüchtigen Bestandteilen. Durch diese Erhitzungsart erreicht man die Gleichzeitigkeit
der Vorerhitzung mit der eigentlichen Erhitzung.
-
Die Zeichnung zeigt einen senkrechten Schnitt durch einen Ofen, der
sich für die Ausübung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignet.
-
Mit Rücksicht auf die gestellten Bedingungen der Erhitzung ist der
Ofen derart eingerichtet, daß er drei Hauptabschnitte enthält: den Abschnitt a-b
für die Vorerhitzung und das Hartwerden, den Abschnitt b-c für die Verkokung, dem
nicht dargestellten Ofenteil des Löschens.
-
Der Ofen ist in drei schmale Kammern geteilt, deren Wände in an sich
bekannter Weise durch Brenner d erhitzt werden, die eine leichte Regelung der Temperaturen
dieser Wände in den verschiedenen Höhen gestatten. Wenn der Teil b-c der Ladung
genügend destilliert -ist, wird er in den Löschabschnitt gebracht, der sich unter
dem Ofen befindet, der Teila-b der Ladung nimmt die Stelle der vorhergehenden ein
und .eine neue Menge roher Preßlinge wird in den oberen Teil des Ofens sofort nach
:dem Auswerfen eingebracht, so daß die Dauer der Vorerhitzung und die Dauer der
Enderhitzung einander merklich gleich sind.
-
. Durch die angegebenen Temperaturen der Kammerwände wird erreicht,
daß die in a-b befindlichen Preßlinge allmählich, z. B. innerhalb ü/2 Stunden, auf
eine Temperatur von annähernd 6oo° C gebracht werden, wogegen die in den Abschnitt
b-c niedergegangenen in der gleichen Zeit von 6oo° auf die Endtemperatur der Destillation
(70o bis goo°) gebracht werden, die dem gewünschten Ausscheidungsgrad der flüchtigen
Bestandteile entspricht.
-
Der dritte Abschnitt des Ofens kann durch eine Kammer mit feuerfesten
Mauerwerk gebildet sein, die durch .einen geräumigen Metalltrichter verlängert ist.
Diese Kammer bildet die Löschvorrichtung. Der Metälltricheer kann mit Vorteil mit
einem Wassermantel versehen sein, durch den die Abkühlung der Agglomerate beschleunigt
wird. Es entsteht darin Wasserdampf, der in den oberen Teil der Löschvorrichtung
eingeführt werden kann. Bei Berührung des Dampfes mit den Agglomeraten werden diese
abgekühlt, und es entsteht Wassergas, wodurch die Ausbeute an Gaswärmeeinheiten
erhöht wird.
-
Das Volumen des Abschnittes b-c ist etwas kleiner als dasjenige des
Abschnittes a-b infolge des Schrumpfens der Preßlinge. Der Löschabschnitt kann ein
größeres Volumen haben, er kann z. B. doppelt so groß sein als der Abschnitt b-c,
unter BerücksiEhtigung des Schrumpfens der Preßlinge im Verlaufe dieser zweiten
Stufe der Erhitzung.
-
Die Kohlen können unter jeder beliebigen Gestalt benutzt werden; man
kann ihnen z. B. die Gestalt _von Briketten oder eine andere Gestalt mit Kanten
und Ecken geben. Sie werden dann in Stücke gebrochen, und diese Stücke werden mit
dem Verfahren gemäß der Erfindung behandelt. Die stufenweise Erhitzung in engen
stehenden Retorten oder in Kammeröfen an sich ist ebenso wie -die Anordnung seiner
nicht erhitzten Verlängerung, in der das aus .der Retorte austretende Gut abgekühlt
wird, nicht Gegenstand der Erfindung.