-
Schwingmühle Es sind verschiedene Ausführungen von Zerkleinerungsvorrichtungen
bekanntgeworden, die in einem Behälter Zerkleinerungskörper der verschiedensten
Art, wie Kugeln, Wellenabschnitte usw., enthalten -und bei denen durch einen Schwingantrieb
die Behälter mit 'Mahlgut und Mahlhilfskörpern in rasche mechanische Schwingungen
von mehreren hundert bis zu einigen tausend Perioden j e Minute v ei setzt werden.
-
Die Erfindung betrifft eine solche Schwingmühle, bei der aber nicht
der Behälter oder nicht allein der Behälter in Schwingungen versetzt wird, sondern
es werden zwischen die 'Mahlhilfskörper und das Mahlgut schwingende Körper, vorzugsweise
schwingende Leitflächen eingebracht, die für sich allein oder wenigstens relativ
zum Behälter rasche mechanische Schwingungen ausführen. Das hat den Vorzug, daß
die Schwingantriebe leichter ausgeführt und daß außerdem wesentlich größere Flächen
zur Schwingungsübertragung herangezogen werden können, als wenn nur die Behälter
schwingen. Gegenüber der konstruktiv übrigens schwierigen Anbringung von festen
Leitflächen in schwingenden Behältern, die gemeinsam mit den Behältern S,chwvingungen
ausführen, besteht durch die Erfindung der Vorteil, daß unbedingt gegenüber dem
Behälter Relativbewegungen: auftreten müssen und daß der Schwinganti-icb für die
schwingungsübertragenden Flächen; falls nur diese in Schwingungen versetzt werden,
leichter sein kann, als wenn der Behälter mit angeregt werden muß.
-
Ein weiterer Vorteil ist der, daß etwaige Anschlüsse an den Schwingmühlen,
z. B. für Rohrleitungen, bei solchen Einrichtungen gemäß der Erfindung viel einfacher
sind, bei denen der Behälter stillsteht, da sie jetzt
ruhend ausgeführt
werden können und nicht mitschwingen oder durch .bewegliche Kupplungsglieder vor
dem Schwingen geschützt werden müssen, wenn sie an schwingende Flächen anstoßen.
-
In der Zeichnung zeigt Abb.I eine Ausführung der Erfindung im Schnitt.
In- einem feststehenden, langgestreckten, trogförmig°n Behälter i, der durch einen
Deckel z vrschlossen ist, liegt, schwingungsfähig gegen den ruhenden Behälter -i
gelagert und abgedichtet, in der Behälterlängsrichtung ein Rohr 3, in dem ein Schtvingungserreger
.l in Gestalt einer unbalanten umlaufenden Masse untergebracht ist. Dieses Rohr
3 trägt sechs sternförmig angeordnete Leitflächen 5a bis 5i: Der ganze Behälter
einschließlich der Z1vischenräume zwischen den Armen des Sterns ist im Betrieb bis
fast an seinen Rand mit Mahlkörpern 6, z. B. Kugeln, ausgefüllt (in der Zeichnung
nur angedeutet), zwischen denen sich das Mahlgut befindet.
-
Beim Umlauf der unbalanten Masse 4 gerät das Rohr 3 mit den Armen
5a bis 5j in kreisförmige Schwingungen. Falls beim Einfüllen der Mahlkörper und
des Mahlgutes noch da und dort Hohlräume geblieben sind, etwa unter den Leitflächen
5c bis 5@ so füllen sich diese beim Ingangsetzen des Schn@ingungserrcgers sofort
von selbst: Unter dem EiiifluLl der sternförmig angeordneten Schwingflächen 5a bis
51 beginnen nun die Mahlhilfskörper sich rasch und heftig zu bewegen, und
zwar gleichzeitig umzulaufen und zu schwingen, wodurch das Mahlgut sehr, schnell
und weitgehend zerkleinert wird. Damit beim Anlauf und beim Auslauf des schwingenden
Flächensystems keine Sperrungen und hlemmungen zwischen den geschütteten Mahlhilfskörpern
und den Schwingflächen 5ä bis 5r auftreten, ist der Mahlbehälter i innen mit einer
elastischen Schicht 7 ausgekleidet, etwa aus Weichgummi. Bei richtiger Bemessung
dieser Schicht wird auch der nutzbare Druck zwischen den Mahlhilfskö.rpern verstärkt
und damit die Mahlwirkung verbessert. Solche elastischen Schichten können auch am
ganzen Flächensystem oder an Teilen davon angebracht sein.
-
Anstatt sternförmig angeordneter Schwingflächen können auch ,andere
Körper zur Schwingungsübertragung dienen, etwa radial liegende Stäbe, gegebenenfalls
mit Püffc#rllä.chen an den Enden. Alle diese Schwingungsübertrager können beispielsweise
an dem Rohr 3 befestigt sein.
-
Zur Erhöhung der Mahlwirkung kann auch der Mahlbehälter i selbst in
an sich bekannter Weise schwingen, wobei es nur darauf ankommt, daß die Behälterschwingungen
sich nach Bahnkurve, Frequenz, Amplitude oder Phase oder mehreren dieser Komponenten
von den Schwingungen der Flächensysteme unterscheiden. Diese relatii@en Schwingungen
treten z. B. dann ein, wenn der schwingungsfähig gelagerte Behälter elastisch mit
dem Schwingflächensytem gekoppelt ist; wobei die mechanische Ausbildung dieses Koppelsyst°ms
in der verschiedensten Weise erfolgen kann.
-
Als Mahlkörper können Hartporzellan- oder Stahlkugeln, ferner runde
Wellenabschnitte; grobkörniger Quarzsand, Flintsteine usw. verwendet werden. Je
nach den sonstigen Anforderungen -und dem Einbau der Mühle zwischen andere Vorrichtungen
können liegend. oder stehende Behälter und damit senkrechte oder waagerechte Schwingsysteme
benutzt werden. Die schwingenden tJbcrtragungskörper oder Gruppen solcher. Körper
wie auch der Behälter können außer den Schwingbewegungen auch noch umlaufen.
-
Abb.II zeigt eine besondere Anordnung der in Abb. 1 dargestellten,
auf dem Rohr 3 sitzenden Schwingflächen. Die Schwingflächen 5 sind hier schraubenförmig
verwunden, so daß im gleichen Sektor verschiedene Schwingphasen gleichzeitig vorhanden
sind und somit die Mahlkörper mit dem Mahlgut zusätzlich in jedem einzelnen Sektor
umgewälzt werden, wodurch die Mahlwirkung verstärkt werden kann. Es ist bereits
früher vorgeschlagen worden, mit Mahlhilfskörpern in Behältern zi mahlen, in denen
die Mahlhilfskörper durch einen Rühren in Bewegung versetzt werden. Dieses Verfahren
konnte sich aber nicht einführen, da bei der Rührbe-,vegung Sperrungen und Verklemmungen
auftraten und ein sehr starker Kraftaufwand zum Antrieb notwendig würde; der die
Mahlwirkung kaum verbesserte, wohl aber die Mahlkörper und die Einrichtung zerstörte
und einen sehr starken Verschleiß zur Folge hatte.
-
Es ist ein besonderes Kennzeichen bei der Erregung von Mählkörperfüllungen
zu Schwingungen, daß durch die hohe dauernde Beweglichkeit der Füllung das oder
die schwingenden Flächensysteme #eine. zusätzliche, leichtgängige Rührbewegung ausführen
können. Dadurch wird in erster Linie die Durchmischung des Mühleninhaltes gefördert,
während die Mahlwirkung in der Hauptsache durch die Schwingbewegung -erzielt wird.
-
Die Schwingbewegungen. können; wie beschrieben, mit umlaufenden Unbalancen,
sog. Freischwingern, -erregt werden; es können. aber auch in an sich bekannter Weise
dazu elektromagnetische oder pneumatische Erreger oderelastische Koppelantriebe
herangezogen werden. In größeren Mahlbehältern können selbstverständlich auch mehrere
schwingende Systeme von übertragungskörpern eingesetzt oder eingehängt werden,
die
gleichsinnig oder verschieden schwingen; in jedem Falle kommt es immer auf die l-elatiw-bevegung
zwischen Schwingungsübertragungskörpern und mindestens dem Behälter, gegebenenfalls
auch zwischen den Cbertragungskörpern an.
-
Die Vorrichtungen können außerdem zusätzlich an verschiedenen Stellen
gch@izt oder gekühlt werden und für absatzweises oder durchlaufendes Arbeiten in
an sich bc142nnter Weise ausgerüstet sein.