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Regeleinrichtung für Umlaufdampfheizungen von Eisenbahnfahrzeugen
Im Patent 6¢r 398 ist eine Regeleinrichtung für Umlaufdampfheizungen von Eisenbahnfahrzeugen
beschrieben, die ein von einem Temperaturfühler im rückkehrenden Dampf-Luft-Gemisch
gesteuertes Einlaßreglerventil enthält. Bei dieser Einrichtung ist eine Umgangsleitung
für die den Rückdampfkühler enthaltende oder bildende Leitung und ein dazugehöriges
Wechselventil angeordnet, das das rückkehrende Dampf-Luft-Gemisch während des Anheizens
der Umgangsleitung und nach Beendigung des Anheizens dem Rückdampftemperaturfühler
zuleitet. Durch diese Anordnung wird erreicht, daß während des Anheizens eine Beaufschlagung
des Rückdampftemperaturfühlers mit Rückdampf und damit eine Regelung der Frischdampfzufuhr
in Abhängigkeit von der Rückdampftemperatur nicht stattfindet, das Frischdampfventil
also voll geöffnet bleibt und so eine Verkürzung der Anheizzeit erzielt wird. Bei
dieser Regeleinrichtung besteht, daeine Regelung der Frischdampfzufuhr während des
Anheizens nicht stattfindet, die Gefahr, daß der Heizung mehr Dampf zugeführt wird,
als in den Heizkörpern niedergeschlagen wird, und daß demzufolge 'Dampf unausgenutzt
durch die Entwässerungseinrichtung ins Freie entweicht. Dieser Nachteil wird bei
der erfindungsgemäßen Einrichtung vermieden.
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Bei Umlaufdampfheizungen von Eisenbahnfahrzeugen, bei denen das umlaufende
Dampf-Luft-Gemisch nach Durchströmen der Vor-und Rücklaufleitungen und der daran
angeschlossenen Abteilheizkörper vor Rückleitung zum Einlaßregler noch durch einen
nachgeschalteten Heizkörper geleitet wird, der zur Beheizung des Seitenganges und
gegebenenfalls der Einsteigräum-e und der Aborte dient, wird gemäß der Erfindung
die Umgangsleitung von der Leitung zwischen der Rücklaufleitung von den Abteilheizkörpern
und
dem nachgeschalteten Heizkörper abgezweigt und mittels eines
Ventils absperrbar gemacht, das von Hand oder von einem Thermostaten gesteuert wird.
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Durch die Umgangsleitung, deren Ventil während des Anheizens geöffnet
ist, strömt der größte Teil des aus den Abteilheizkörpern kommenden Dampf-Luft-Gemisches,
- angesaugt von dem durch das Einlaßreglerventil eintretenden Frischdampf, zurück
zum Einlaßreglerventil, wo es erneut in Umlauf versetzt wird. Ein geringer Teil
des aus der Abteilheizung kommenden Dampf-Luft-Gemisches strömt über die Entwässerungseinrichtung
zu dem nachgeschalteten Heizkörper. und anschließend über den Rückdampftemperaturfühler
zum Einlaßreglerventil zurück. Dieser Fühler wird also im Gegensatz zur der Einrichtung
nach dem Hauptpatent auch während des Anheizens von einem Dampf-Luft-Gemisch beaufschlagt,
jedoch nicht, wie bei bekannten Heizungen, von dem Rückdampf der gesamten Heizung,
sondern von dem Rückdampf des nachgeschalteten Heizkörpers, der nur von einem Teil
des Rückdampfes der Abteilheizung durchströmt wird. Infolge der geschwächten Beheizung
steigt die Temperatur des Ganges und damit die Temperatur dieses Rückdampfteilstromes
und des von ihm beaufschlagten Temperaturfühlers nur sehr langsam an, so daß ein
vorzeitiges Abdrosseln des Einlaßreglerventils nicht eintritt. Es wird also gegenüber
bekannten Einrichtungen ebenso, wie mit der Einrichtung nach dem Hauptpatent, eine
wesentliche Verkürzung der Anheizzeit erzielt, wobei jedoch Dampfverluste durch
unausgenutzt ausströmenden Dampf vermieden werden, da der Frischdampfzusatz auch
während der Anheizzeit geregelt wird. Die Einrichtung eignet sich ferner dazu, auch
im normalen Betrieb-, also nach Beendigung des Anheizens, eine Abstimmung der Gangheizung
gegenüber der Abteilheizung vorzunehmen. Dies geschieht durch Öffnen des Ventils
in der Umganpleitung, was zur Folge hat, daß ein Teil des Rückdampfes der Abteilheizung
unter Umgehung der Gangheizung zum Einlaßregler zurückkehrt, so däß der Gangheizkörper
mit einer geringeren Dampf-Luft-Gemischmenge versorgt wird als die Abteilheizkörper.
Durch entsprechende Drosselung des Ventils in der Umgangsleitung kann also die Verteilung
der Gesamtheizleistung auf die Abteile und den Gang beliebig eingestellt werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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Die Heizung besteht aus dem Hauptregelventil3, 4, dem der Frischdampf
aus der längs des Zuges verlaufenden Hauptleitung i durch den Stutzen 2 zugeführt
wird. Das aus dem Frischdampf und dem durch das Ausdehnungsrohr i i angesaugten
rückkehrenden Dampf-Luft-Gemisch gebildete Gemisch strömt im normalen Betrieb durch
die Leitung 5 zu der Vorlaufleitung 6 und der Rücklaufleitung 7, an welche die Heizkörper
8 angeschlossen sind. Diese sind mit den Absperrventilen 9 versehen, die von Hand
oder durch Raumthermostaten gesteuert werden. Aus der Rücklaufleitung strömt das
Dampf-Luft-Gemisch durch die Leitung 45 zur Entwässerungseinrichtung 46 und von
hier nach Abscheiden des Niederschlagswassers durch die Leitung 47 zu dem als Rohr
ausgebildeten, zur Beheizung des Ganges eines Durchgangswagens dienenden Heizkörper
48. Nach Durchströmen desselben wird das Dampf-Luft-Gemisch durch die Leitung 49
zur Entwässerungseinrichtung 46 geführt; wo das Niederschlagswasser ausgeschieden
und ein Teil des Dampf-Luft-Gemisches wieder in Umlauf gesetzt wird, während der
andere Teil durch die Leitung 36 zum Ausdehnungsrohr i i und zum Hauptregelventil3,
4 strömt.
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Zwischen der vom Einlaßreglerventil3, 4 zum Verlauf 6 führenden Leitung
5 und der vom Rücklauf 7 der Abteilheizung zur. Entwässerungseinrichtung 46 führenden
Leitung 45 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine Verbindung hergestellt,
die durch eine von der Leitung 5 abzweigende und in die Leitung 45 mündende Dose
5o gebildet ist. Durch diese Düse tritt ein Teil des vom Einlaßreglerventil3, 4
kommenden Dampfes in die Leitung 45 über und saugt hierbei das aus den Abteilheizkörpern
8 und der Rücklaufleitung 6 kommende und Niederschlagswasser mit sich führende Dampf-Luft-Geinisch
an.
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Die das Ausdehnungsrohr i i umgehende Leitung 41 ist einerseits an
den Raum 2o des Einlaßreglerventils, andererseits an die von der Rücklaufleitung
7 der Abteilheizkörper 8 zur Entwässerungseinrichtung 46 führenden Leitung 45, und-
zwar hinter der Einmündung der Düse 5o, angeschlossen und enthält das Venti137,
das von Hand oder auch durch einen der Raum- oder Außentemperatur ausgesetzten Thermostaten
gesteuert werden kann. Wird das Ventil 37 von Hand gesteuert, so wird es
so angeordnet, daß es vom Wageninnern aus zugänglich ist, wobei die Leitung 41 so
zuführen ist, daß Wassersäcke, die der Gefahr des Einfrierens ausgesetzt sind, vermieden
werden.
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Während des Anheizens wird das Ventil 37
von Hand oder von einem
Thermostaten geöffnet. Unter dem Einfluß des Saugens des durch das Ventil
3, 4 eintretenden Frischdampfes strömt der größte Teil des durch die Leitung
45 aus der Abteilheizung 6 bis 8
kommenden Dampf-Luft-Gemisches
durch die Umgangsleitung 4i zum Einlaßregler zurück, wo er erneut in Umlauf versetzt
wird. Nur ein geringer Teil des Rückdampfes der Abteilheizung 6 bis 8 gelangt über
die Düsen der Entwässerungseinrichtung und die Leitung 47 zum Gangheizkörper 48
und weiter durch Leitung 49 über die Entwässerungseinrichtung, 46 und die Leitung
36 und endlich das Ausdehnungsrohr ii zurück zum Einlaßreglerventil. Diese geringe
Dampf-Luft-Gemischmenge wird in dem Heizkörper 48 stark abgekühlt, so daß das Ausdehnungsrohr
i i das Einlaßreglerventi13, 4 nur unwesentlich abdrosselt. Durch das weit geöffnete
Einlaßreglerventil 3, 4 strömt eine große Frischdampfmenge zu, die, solange das
Ventil37 des Umlaufes 41 geöffnet ist, ihre Wärme fast ausschließlich den Abteilen
und nur zu einem geringen Teil dem Gang zuführt.
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Steigt infolgedessen die Temperatur in den Abteilen und demzufolge
die Temperatur des aus der Abteilheizung 6 bis 8 kommenden Dampf-Luft-Gemisches
an, so erhöht sich allmählich auch die Temperatur des den nachgeschalteten Heizkörper
durchströmendenund hierauf das Ausdehnungsrohr i i beaufschlagenden Teilstromes,
so daß nunmehr das Ausdehnungsrohr ,anfängt, das Einlaßreglerventi13, 4 stärker
abzudrosseln, und so der Heizung nur so viel Dampf zugeführt wird, wie in ihr verarbeitet
werden kann. Immer bleibt aber der Anteil der Beaufschlagung der Abteilheizkörper
8 größer als im normalen Betrieb, bei dem das Venti137 geschlossen ist, weil bis
dahin ein großer Teil des vom Einlaßreglerventil3, 4 kommenden Dampf-Luft-Gemisches
den Weg durch die Leitungen 5 und 6, die Heizkörper 8, die Leitungen 7 und 45, über
die Leitung 4 i zurück zum Ventilraum 2o zweimal durchfließt. Nach Beendigung des
Anheizens wird durch Schließen des Ventils 37 der normale Betriebszustand hergestellt,
in dem auch der nachgeschaltete Heizkörper 48 vom gesamten umlaufenden Dampf-Luft-Gemisch
durchströmt wird.
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Diese Regelung der Frischdampfzu-fuhr in Abhängigkeit von der Rückdampftemperatur
des während des Anheizens nur von einem geringen Teilstrom des Rückdampfes der
Ab-
t eilli-eizung 6 bis 8 durchflossenen nachgeschalteten Heizkörpers 48
bewirkt also eine Verzögerung der Drosselung der Frischdampfzufuhr und damit die
gewünschte Verkürzung der Anheizzeit gegenüber den bekannten Einlaßreglern. Da jedoch
während des Anheizens die Regelung nicht, wie bei der Einrichtung nach dem Hauptpatent,
vollständig unterbrochen wird, sondern eine Regelung der Frischdampfzufuhr nach
der Temperatur des aus dem nachgeschalteten Heizkörper 48 kommenden Rückdampfteilstromes
erfolgt und demgemäß der Heizung niemals mehr Dampf zugeführt werden kann, als tatsächlich
verbraucht wird, werden Verluste durch austretenden Dampf mit Sicherheit vermieden.
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Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Leitung 4 1 mit dem Ventil
37 ist es auch möglich, durch Öffnen des Ventils 37 die Beheizung der Abteile auch
während des normalen Betriebes gegenüber der Beheizung des Seitenganges zu verstärken.
Die Einrichtung gestattet also eine Abstimmung der Leistung der Seitengangheizung
gegenüber der der Abteilheizung vorzunehmen.