DE674657C - Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen in geschlossenen Raeumen - Google Patents

Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen in geschlossenen Raeumen

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DE674657C DEB168814D DEB0168814D DE674657C DE 674657 C DE674657 C DE 674657C DE B168814 D DEB168814 D DE B168814D DE B0168814 D DEB0168814 D DE B0168814D DE 674657 C DE674657 C DE 674657C
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  • Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen in gdschlossenen Räumen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entseuchung geschlossener Räumlichkeiten von Bettwanzen unter Anwendung von Tetrachloräthan.
  • Es ist bereits vorgeschlagen worden, gechlorte Kohlenwasserstoffe, mit sonstigen insekticid oder fungicid wirkenden Stoffen vermischt, als Mittel zur Bekämpfung tierischer Pflanzenschädlinge zu verwenden. Diese Art Pflanzenschutzmittel wird durch Besprengung usw. unmittelbar auf die von den Schädlingen befallenen Pflanzenteile aufgebracht.
  • Die Verwendung des Hexachloräthans, d. h. der höchstchlorierten, bereits festen Acetylenchlorverbindung, ist insbesondere gegen die Rehlaus, aber auch gegen Motten versucht worden. Auch Chlorderivate der ungesättigten Kohlenwasserstoffe mit ¢ Kohlenstoffatomen vom Typus C4H4C12 hat man zur Bekämpfung tierischer Schädlinge heranzuziehen versucht. Ferner versuchte man sich mit der Antvendung halogenisierter Erdölkohlem%,asserstoffe, wvie der Chlorierungsprodukte des Benzins, Gasolins usw., als insekticider Mittel. Vorschläge zur Verwendung von Chloroform und Tetrachlorkohlenstoff sowie sonstiger Chlorderivate der gesättigten aliphatischen Reihe für den gleichen Zweck sind ebenfalls bekannt. Bekannt ist ferner die Verwendung verschiedener Chlorderivate der Benzolkohlenwasserstoffe u. dgl. insbesondere gegen Motten. Dann hat man auch sonstige als insekticid oder baktericid wirkend bekannte Stoffe, wie Xylol, Chlorxylol, Chlornaphthaline, auch Tetrachlorkohlenstoff usw., mit Trichloräthylen vermischt, wobei letzteres die Rolle eines Verdünnungsmittels innehatte, zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen vorgeschlagen. Auch die insekticide Wirkung des Acetylentetrachlorides ist insofern erkannt worden, als man dieses Mittel in flüssiger Form auf dem Wege urimittelbarer Berührung gegen Holzschädlinge zur Anwendung brachte, indem die Flüssigkeit auf die durch die genannten Schädlinge besäten Stellen aufgerieben oder aufgespritzt wurde.
  • Es ist ferner vorgeschlagen worden, gegen verschiedene 'im Freien lebende Insekten für sich oder im Gemisch mit anderen Stoffen Chlorderivate des Acetylens als Räucherungsmittel zu verwenden. Auch gegen sonstige pflanzenschädigende Insekten, wie sie z. B. in Glashäusern u. dgl. vorkommen, hat man u. a. die Verwendung von Chlorderivaten des Acetylens, z. B. auch des Teträchloräthans, vorgeschlagen. Schließlich war auch das Verhalten mancher Chlorverbindungen des Acetylens im Gemisch mit anderen Stoffen gegen Kleidermotten, Teppichkäfer, Mehlmotten, Mehlkäfer u. dgl. bereits Gegenstand von Untersuchungen.
  • Über die Ergebnisse dieser Versuche ist so viel bekannt, daß diese zur Feststellung gewisser Effektzahlen geführt haben, die sich aber nur auf gegenüber den ausgebildeten Insekten oder sich frei bewegenden Larven erzielte Wirkungen beziehen, während über die Versuchserfahrungen, die hinsichtlich der Einwirkung der genannten Stoffe auf die Eier usw. gemacht worden sind, nicht das geringste berichtet wird.
  • Eine prinzipiell andere Aufgabe stellt die Vertilgung von Bettwanzen in geschlossenen Räumlichkeiten (Wohnungen, Schiffen, Eisenbahnwagen usw.) dar, da die Lebensverhältnisse dieser Tiere ganz anderer Art sind als diejenigen der im Freien lebenden Schädlinge. Außerdem aber müssen die anzuwendenden Bekämpfungsmittel in diesem Falle nicht nur den biologischen Verhältnissen angepaß. t werden, sondern sie müssen Eigenschaften aufweisen, die ihre Verwendung in Wohnhäusern usw. gestatten bzw. erleichtern. Cyanwasserstoff und Äthylenoxyd z. B. weisen zwar eine gute Wirkung auf, ihrer Anwendung sind jedoch wegen ihrer starken Giftwirkung Grenzen gesetzt. Schwefelkohlenstoff, wiewohl physiologisch von zufriedenstellender Wirkung, ist gleichfalls giftig, überdies leicht entzündlich und in Luftgemischen stark explosiv.
  • Es wurde nun gefunden, daß Tetrachloräthan (C2H"C14), im. Gemisch mit einem oder mehreren flüssigen Stoffen von seine eigene übertreffender Dampfspannung, in geschlossenen Räumen, verdampft oder vergast, auch in starker Verdünnung die Bettwanzen abtötet, während es gleichzeitig auf den Menschen oder a:uf Großtiere, insbesondere in den in Frage kommenden Verdünnungen, verhältnismäßig wenig einwirkt. Diese Tetrachloräthangemische zeichnen sich ferner dadurch aus; daß sie nicht brennbar sind und auf Metall, Holz, Textilien und die sonstigen Materialien, aus welchen die häuslichen Gebrauchsgegenstände angefertigt werden, überhaupt nicht einwirken. Auch ihr Diffundiervermögen ist hinreichend, um ein leichtes Eindringen ihrer Dämpfe bis in die feinsten Ritzen des Mauerwerks oder der Gebrauchsgegenstände zu gewährleisten, was insbesondere auf die Gegenwart des oder der flüssigen Zusätze von höherer Dampfspannung als diejenige des Tetrachloräthans zurückzuführen ist. Dank der verhältnismäßig schwachen physiologischen Einwirkung der diese Gemische bildenden Stoffe auf den menschlichen Organismus steht es nicht zu befürchten, daß durch bei der Abdichtung des behandelten Raumes etwa unbeachtet gebliebene Stellen möglicherweise in den Nebenraum hinüberdiffundierende Gase hier Personen geschädigt werden könnten, wie dies bei Verwendung von Cyanwasserstoff, Äthylenoxyd o. dgl. zu manchen Unglücksfällen geführt hat.
  • Es wurde ferner festgestellt, daß Niederschläge auch bei mehrfacher Überschreitung der wirksamen Dampfkonzentration nicht stattfinden.
  • Wiederholt kontrollierte Versuche haben ergeben, daß in einem Raume mit o,oo5 % Gasgehalt die entwickelten Wanzen samt ihren Eiern in i ,-i bis 24 Stünden abgetötet wurden. Aber auch bei einem Gasgehalt von nur 0,003 0,"ö wurden in längstens 24 Stunden nicht nur die entwickelten Tiere, sondern auch ihre Eier und Larven abgetötet.
  • Versuche mit Meerschweinen haben gezeigt, daß diese Tiere in einem Raum mit o,oo5 % Gasgehalt nach etwa io Minuten betäubt werden, jedoch in freier Luft sich in etwa io bis 3o Minuten erholen und gesund bleiben.
  • Versuche hinsichtlich des Diffundiervermögens haben gezeigt, daß vollkommen entwickelte Wanzen in großen, durch 4 cm starke Wattepfropfen abgeschlossenen Glaszylindern, in einem Luftraum mit o,oo3 % Gasgehalt binnen 24 Stunden ebenfalls getötet wurden.
  • Zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens wird in dem zu behandelnden geschlossenen Raum die vorausbestimmte Menge von Tetrachloräthan mit einem anderen flüssigen Stoff von höherer Dampfspannung als seine .eigene, vorteilhaft durch elektrische Heizung, allmählich verdampft.
  • Besonders gute Ergebnisse wurden z. B. mit einer Mischung von 8o % Tetrachloräthan und io % Trichloräthylen erzielt. An Stelle oder neben dem Trichloräthylen können dein: Tetrachloräthan auch geringe Mengen leichtflüchtiger Stoffe, wie z. B. Chloräthan (C2 H5 Cl), organische Ester usw., zugemischt werden, wobei aber sowohl die Art der Zusatzstoffe als auch deren Menge so zu wählen ist, daß die aus dem Flüssigkeitsgemisch erzeugten Dämpfe weder brennbar noch explosiv sein, noch auf vorhandene Immobilien und Gebrauchsgegenstände korrodierend einwirken sollen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen in geschlossenen Räumen mittels für sie giftiger Dämpfe, dadurch gekennzeichnet, daß aus einem Gemisch von Tetrachlorüthan mit einem oder mehreren flüssigen Stoffen von höherer Dampfspannung als die des Tetrachloräthans erzeugte Dämpfe verwendet werden, wobei der bzw. die Zusätze von höherer Tension dem Tetrachloräthan in solchen Mengen zugefügt werden, daß die entstehenden Dämpfe weder brennbar noch explosiv sind, noch auf die in den begasten Räumlichkeiten vorhandenen Gegenstände korr odierend einwirken.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssiger Zusatzstoff mit höherer Dampfspannung Trichloräthylen verwendet wird.
DEB168814D 1934-03-28 1935-02-26 Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen in geschlossenen Raeumen Expired DE674657C (de)

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