DE673860C - Verwendung und Herstellung von Blei-Natrium-Legierungen - Google Patents

Verwendung und Herstellung von Blei-Natrium-Legierungen

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DE673860C
DE673860C DEP72182D DEP0072182D DE673860C DE 673860 C DE673860 C DE 673860C DE P72182 D DEP72182 D DE P72182D DE P0072182 D DEP0072182 D DE P0072182D DE 673860 C DE673860 C DE 673860C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22CALLOYS
    • C22C11/00Alloys based on lead
    • C22C11/02Alloys based on lead with an alkali or an alkaline earth metal as the next major constituent
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F7/00Compounds containing elements of Groups 4 or 14 of the Periodic Table
    • C07F7/24Lead compounds

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Description

  • Verwendung und Herstellung von Blei-Natrium-Legierungen Bei der bisher üblichen Herstellungsweise organischer Bleiverbindungen, insbesondere von Alkylbleiverbindungen, läßt man ein Alkylhalogenid auf eine äquimolekulare Mengen von Blei und Natrium enthaltenden Blei-Natrium-Legierung in einem Autoklaven bei anfänglichen Temperaturen von etwa 3o bis q.0° einwirken. Die hierbei verwendete Blei-Natrium-Legierung wurde bisher gewöhnlich in der Weise hergestellt, daß man äquimolekulare Mengen von Blei und Natrium zusammen schmilzt, die Legierung sodann in Formen gießt, abkühlen läßt und schließlich mahlt. Die Körpergröße einer derart hergestellten Legierung schwankt zwischen etwa 1,25 cm im Durchmesser und mehr mit beträchtlichen Mengen der Legierung in Staubform.
  • Wenngleich bei diesem Herstellungsverfahren der Blei-Natrium-Legierung verhältnismäßig hohe Ausbeuten an Alkylbleiverbin-Jungen erhältlich sind, so sind die Ausbeuten doch immer noch nicht völlig befriedigend, und die Reaktion verläuft dabei nicht so glatt, wie das wünschenswert ist. Die vorliegende Erfindung gründet sich auf die Beobachtung, daß die Ausbeute an Alkylbleiverbindungen entsprechend der Körpergröße und dein physikalischen Zustand der Blei-Natrium-Legierung sowie auch der Gegenwart oder Abwesenheit erheblicher Mengen der Legierung in Staubform schwankt. Beim Vermahlen einer äquimolekulare Mengen von Blei und Natrium enthaltenden Blei-Natrium-Legierung wird in jedem Falle eine erhebliche Menge zu Staub zermahlen, der infolge seiner außerordentlich großen Oberfläche überaus empfindlich gegen die Einwirkung des Sauerstoffs und der Feuchtigkeit der Luft ist, wobei sich u. a. auch Ätznatron bildet. Infolgedessen wird ein erheblicher Teil der sehr fein verteilten Legierung zersetzt und geht damit für die Reaktion verloren: gleichzeitig aber hat das in die aus der Blei-Natrium-Legierung und Äthylchlorid bestehende Reaktionsmasse eingeführte Ätznatron einen deutlich verschlechternden Einfluß auf die Reaktion. Fein verteilte oder staubförmige Blei-Natrium-Legierung scheint sich bei Berührung mit der Atmosphäre mit Zersetzungsprodukten zu überziehen, die eine innige Berührung des Äthylchlorids mit der im Innern der Teilchen vorhandenen reinen Blei-Natriuin-Legierung verhindern. Infolgedessen reagieren diese mit einem Überzug versehenen Teilchen sehr langsam, wenn überhaupt. Wahrscheinlich werden auch die größeren Teilchen mit den Zersetzungsprodukten der kleineren Teilchen überzogen, wodurch die Wirksamkeit der Berührung auch zwischen den größeren Teilchen und dem Äthylchlorid beeinträchtigt wird. Hingegen ist Blei-Natrium-Staub, wenn nicht mit Zersetzungsprodukten überzogen, ungewöhnlich reaktionsfähig; infolgedessen die Reaktion mit dem Äthylchlorid so stürmisch verläuft, daß es nur sehr schwer möglich ist, die Temperatur der Reaktionsmasse in den gewünschten Grenzen zu halten. Andererseits weisen große Stücke der Legierung nur eine kleine Berührungsfläche für das Äthvlchlorid auf und setzen sich daher nur sehr langsam und träge mit diesem um.
  • Erfindungsgemäß wird nun zur Herstellung organischer Bleiverbindungen durch Einwirkenlassen einer organischen Halogenverbindung, z. B. von Äthylchlorid, auf eine Blei-Natrium-Legierung eine äquimolekuläre Mengen von Blei und Natrium enthaltende, aus im wesentlichen gleichförmigen Körnern von vorzugsweise oktaedrischer Kristallstruktur mit abgerundeten und gut polierten Oberflächen von etwa 0,8 bis 3,2 mm Durchmesser bestehende Blei-Natrium-Legierung verwendet. Eine solche Legierung ist weit beständiger gegen Einflüsse der Luft als Legierungsstaub und reagiert mit Äthylchlorid o. dgl. in glatterer Weise mit einer besseren Ausbeute an Alkylbleiverbindungen und ermöglicht auch eine gute Regelung der Temperaturen. Diese gleichförmig gestalteten Legierungsteilchen setzen den Verlust an Legierung herab und verhindern die Einführung von Verunreinigungen in den Alkylbleiautoklaven.
  • Derart gleichförmig gestaltete Teilchen können zwar auch durch Absieben der in gewöhnlicher Weise gemahlenen Legierung erhalten werden, indessen ist dies Verfahren sowohl kostspielig als auch schwierig durchzuführen, da es eine Reihe von Arbeitsmaßnahmen bedingt, wie Gießen, Mahlen und Sieben. Dabei ist es praktisch unmöglich, während des Mahlens und Siebens den Zutritt von Luft und damit einen Verlust an Legierung durch Zersetzung derselben zu verhindern. Auch muß dann ein großer Teil der Legierung von neuem geschmolzen, gemahlen und gesiebt werden.
  • Erfindungsgemäß werden nun staubfreie, gleichförmig gestaltete Körner von vorzugsweise oktaedrischer Kristallstruktur mit abgerundeten und gut polierten Oberflächen, die einen Durchmesser von etwa o,8 bis 3,2 mm aufweisen, in einfacherer Weise ohne die mit einem Mahlen und Absieben verbundenen Nachteile in der Weise hergestellt, daß man eine geschmolzene, äquimolekulare Mengen von Blei und Natrium enthaltende Blei-Natrium-Legierung unter Rühren und in Ab-Wesenheit von Feuchtigkeit und Sauerstoff auf eine Temperatur abkühlt, bei der die Teilchen der Legierung nicht mehr zusammenbacken, z. B. auf etwa :275'. Bei dieser Arbeitsweise nimmt die Legierung die Form gl"eicliiiiiißig gestalteter Kristalle von oktaedrischer Struktur oder gut polierter Teilchen von etwa der Größe und Gestalt von Reiskörnern,an.
  • Dieses Ergebnis ist aus dem Grunde besonders überraschend, weil man eigentlich hätte erwarten müssen, daß dabei der Rührer einfrieren würde. Wider Erwarten hat sich aber gezeigt; daß dies nicht der Fall ist. Im Gegenteil bildet die Legierung, wenn eine geschmolzene, äquimolekulare Mengen von Blei und Natrium enthaltende Blei-Natrium-Legierung während ihres Abkühlens auf unter 300° mit einer sehr geringen Geschwindigkeit gerührt wird, Teilchen von überwiegend vollkommen gleichmäßig ausgebildeten Kristallen oktaedrischer Struktur. Unter einer sehr geringen Rührgeschwindigkeit ist eine solche zu verstehen, daß der Rührer dabei sich gerade noch bewegt. Ein solches Rühren kann von Hand oder auch durch mechanischeMittel ausgeführt werden.
  • Rührt man rascher, so werden die Ecken der Kristalle in dem Maße, wie sie gebildet werden; durch Reibung abgerundet mit dem Ergebnis, daß an Stelle von Kristallen oktaedrischer Struktur polierte Legierungsteilchen in Förriz und Größe von Reiskörnern erhalten werden. Eine auf Bliese Weise durch rascheres 7Rühren der Schmelze hergestellte Legierung wird im folgenden als gekörnte Legierung bezeichnet. Unter rascherem Rühren wird ein etwa to- bis 3omal so rasches Rühren als das vorbeschriebene langsame Rühren verstanden. Beim Arbeiten mit Stoffen dieser Art besteht notwendigerweise eine bestimmte mechanische Grenze für die Rührgeschwindigkeit, die im übrigen entsprechend dem jeweils verwendeten Gefäß und Rührer sowie der Größe der behandelten Charge verschieden sein kann. Beispielsweise läßt man den Rührer in einem üblichen Kristallisierkessel etwa z @ Umdrehungen in der Minute machen. Eine solche Rührgeschwindigkeit hat sich als geeignet zur Herstellung der gekörnten Legierung erwiesen.
  • Da die heiße Legierung eine sehr große Affinität für Feuchtigkeit hat, so soll sie während des Kühlens und Rührens in einer Atmosphäre eines trockenen, sauerstofffreien inerten Gases gehalten werden. Aus Sicherheits- und wirtschaftlichen Gründen empfiehlt sich hierfür Stickstoff, doch können gegebenenfalls auch andere inerte Gase, wie Wasserstoff, Helium u. dgl., dazu verwendet werden.
  • Die Legierung erstarrt bei etwa 37i°. Kristalle werden beim Abkühlen der Schmelze unter Rühren auf nur wenige Grade unter dem Erstarrungspunkt gebildet. Diese Kristalle haben ein nasses Aussehen und neigen, wenn das Rühren bei diesem Punkt unterbrochen wird, dazu, aneinanderzuhaften und zusammenzubacken, und sind dann nur schwer, wenn überhaupt, wieder voneinander zu trennen, bilden vielmehr ein Konglomerat, das keine Vorteile gegenüber gewöhnlicher großstückiger Legierung aufweist. Setzt man jedoch das Rühren fort, bis die Temperatur der Legierung etwa 300° oder weniger erreicht hat, so haben die Teilchen ein trockenes Aussehen und kleben nicht mehr aneinander. Demnach kann das Rühren unterbrochen werden, sobald die Legierung etwa 3oo° erreicht, oder wenn sie ein trockenes Aussehen erlangt hat. Indessen wird das Rühren, um ganz sicher zu gehen, zweckmäßig noch weiter fortgesetzt, bis die Legierung eine Temperatur von z75° oder weniger erreicht hat. Ein noch länger fortgesetztes Rühren ergibt keine merklichen Vorteile, sondern führt nur zu einer stärkeren Abrundung der Kristallecken.
  • Die Vorteile, die durch Verwendung einer erfindungsgemäß hergestellten kleinkörnigen Blei-Natrium-Legierung erzielt werden, werden durch nachstehende Vergleichsversuche näher veranschaulicht: Eine äquimolekulare Mengen von Blei und Natrium enthaltende Blei-Natrium-Legierung wurde in folgenden vier Formen hergestellt: A. Gegossene Legierung, zu Teilchen von 6,3 mm und weniger Größe vermahlen.
  • B. Gemahlene Legierung, durch ein .4o-M,aschen-Siieb gesiebt.
  • C. Legierung in einem einzigen festen Stück.
  • D. Gekörnte Legierung von gleichmäßiger, 2,4 bis .4 mm betragender Korngröße, erhalten durch rasches Rühren der geschmolzenen und dann bis auf etwa z75° abgekühlten Legierung.
  • Je ioo g der vorbeschriebenen Legierungen A, B, C und D wurden mit je 5o ccm Äthylchlorid in einem Autoklaven unter den gleichen Bedingungen, wie solche gewöhnlich für diese Reaktion angewendet werden, zur Reaktion gebracht. Die Legierung und das Äthylchlorid wurden miteinander in Berührung gehalten, bis die Reaktion beendet war. Die mit der Legierung D erhaltene Ausbeute an Tetraäthylblei war um mehrere Prozent höher als die mit einer der anderen Legierungen erzielte.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Die Verwendung einer äquimolekulare Mengen von Blei und Natrium enthaltenden, aus im wesentlichen gleichförmigen Körnern von vorzugsweise oktaedrischer Kristallstruktur mit abgerundeten und gut polierten Oberflächen von etwa o,8 bis 3,2 mm Durchmesser bestehenden Blei-Natrium-Legierung zur Herstellung organischer Bleiverbindungen durch Einwirkenlassen einer organischen Halogenverbindung, z. B. von Äthylchlorid, auf die Blei-Natrium-Legierung. z. Verfahren zur Herstellung einer Blei-Natrium-Legierung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Schmelze einer entsprechende Mengen von Blei und Natrium enthaltenden Legierung unter ständigem Rühren und in Abwesenheit von Feuchtigkeit oder Sauerstoff auf eine Temperatur unter derjenigen. abkühlt, bei der die Teilchen der Legierung noch die Neigung haben, aneinanderzuhaften, . z. B. auf eine Temperatur von etwa z750. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das Abkühlen und Rühren in einer Atmosphäre von trockenem Stickstoff vornimmt. q.. Verfahren nach Anspruch z und 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Masse rasch, beispielsweise mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 Umdrehungen des Rührers in der Minute,, rührt.
DEP72182D 1935-11-22 1935-11-22 Verwendung und Herstellung von Blei-Natrium-Legierungen Expired DE673860C (de)

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