DE672268C - Verfahren zur Herstellung opaker, emailaehnlicher Schutzschichten auf Aluminium und dessen Legierungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung opaker, emailaehnlicher Schutzschichten auf Aluminium und dessen LegierungenInfo
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- C25D11/02—Anodisation
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Description
Bibüo&eek
But. Ind. Sgendom
-8 MET. 1939 '
AUSGEGEBEN AM
24. FEBRUAR 1939
24. FEBRUAR 1939
Das Hauptpatent 655 700 bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung opaker, emailähnlicher
Schutzschichten auf Aluminium und dessen Legierungen, welches sich dadurch kennzeichnet, daß man Aluminium tind dessen
Legierungen in einem Bad, welches Titanoder Titanylsalze enthält, mit Wechselstrom
oder anodisch mit Gleichstrom behandelt.
Es hat sich nun gezeigt, daß man in dem Bad das Titan- oder Titanylsalz teilweise oder
ganz durch ein Salz eines höheren Atomhomologen des Titans, also des Thoriums
oder Zirkoniums, ersetzen kann, um opake Schutzschichten von gleichem Aussehen und
'5 gleicher physikalischer Beschaffenheit sowie gleichem chemischem Verhalten gegenüber
korrodierenden Einflüssen zu erhalten.
Diese neue Feststellung wird zum Gegenstand des vorliegenden Zusatzpatentes gcmacht,
welches darin besteht, daß man das elektrolytisch^ Bad mit einem Salz eines höheren
Atomhomologen des Titans oder einem Gemisch solcher Salze unter sich oder mit . einem Titan- oder Titanylsalz ansetzt. Unter
den höheren Atomhomologen des Titans sind diejenigen Elemente gemeint, welche in derselben
Untergruppe des periodischen Systems der Elemente stehen und ein höheres Atomgewicht
als jenes aufweisen; es sind dies die Elemente: Zirkonium, Hafnium und Thorium. Die elektrolytische Behandlung kann auch hier
entweder mit Wechselstrom oder anodisch mit Gleichstrom erfolgen. Bei geeigneter Badzusammensetzung
ergibt sich in Ausübung des verbesserten Verfahrens die Tatsache, daß sich während des elektrolytischcn. Filmbildungsvorgangs
unter den in und unmittelbar auf der Schicht bestehenden physikalischen und
chemischen Umständen ein weißes, unlösliches Pigment (Hydrat des Zirkon-, Hafnium- oder
Thoriumoxyds) niederschlägt, das der Schicht ein gedecktes weißes Aussehen verleiht. Diese
hydrolysebedingte Einschließung eines weißen Farbkörpers in der wachsenden Aluminiumoxydschicht
ist weitgehend abhängig von der Wasserstoi'fioncnkonzcntration des Elektrolyts.
Per günstigste Bereich liegt zwischen pn gleich 1 und 4. Damit aber ein solches
«72268
Pigment deckt, wird es gegenüber dem Aluminiumoxyd
einen verschiedenen Brechungsindex aufweisen müssen, eine Forderung,
welche z. B. das Thorium- und Zirkoniumoxyd im. Sinne der vorliegenden Erfindung restlos
erfüllen.
Als Anioncn eignen sich mit Ausnahme der starken Mineralsäuren, wie Halogenwasserstoffe,
Salpeter- und Schwefelsäure, sowohl
ίο anorganische als auch organische Säuren. Als
anorganische Säuren kommen in Betracht:" Phosphorsäure, Arsensäure, Borsäure, Chromsäure,
Übermangansäurc xind andere sowie deren saure oder deren neutrale Salze mit
Alkalimetallen, Ammonium oder organischen Basen; als organische Säuren vorzugsweise
Dicarbonsäuren, Oxycarbonsäuren oder deren saure oder neutrale Salze mit Alkalimetall,
Ammonium oder organischen Basen, also z. B.
Oxalsäure, Malonsäure, Bernsteinsäure. GIykolsäurc.
Milchsäure, Glukonsäure, Weinsäure, Citronensäure und andere. Der Zusatz von
Säuren oder Salzen zum elektrolytischcn Bad ist für die Einstellung der richtigen Wasscrstoffionenkonzcntration
auf den zur Bildung der gewünschten Undurchsichtigkeit des Films
gegebenen pu-Bereich notwendig; hierbei kann durch geeignete Wahl und Zusammenstellung
dieser Zusätze eine weitgehende Pufferung erzielt werden, was zur Konstanthaltung des
pn-Wertes von Bedeutung ist.
Das Bad kann ferner noch wasserlösliche Polyalkohole und Kohlehydrate enthalten, wie
z. B. Glycerin, GlykoL Polyvinylalkohol, Mannit,
Glucose, Rohrzucker, Dimcthylcellulose, Dextrine und andere. Der Pigmcntcinschließungsvorgangim
wachsenden Film, beruht teils auf kolloidchemischen Erscheinungen. Die dem
Bad zugesetzten Polyalkohole oder löslichen Kohlehydrate üben einen Schutz auf die im
AluminiumoxydfUrn niedergeschlagenen Oxydhydrate des Zirkoniums usw. vor dem weiteren
Angriff der im Bad vorhandenen Säuren aus und wirken anderseits fällungshind-ernd,
so daß die zum Teil leicht spaltbaren Salze des Zirkoniums usw. nicht durch die Erhöhung
der Temperatur oder durch andere Einflüsse im Elektrolyt schon hydrolysieren.
Einzelne der Zusätze, wie z. B. Säuren,, werden mit der Zeit durch sich lösendes Metall
verbraucht und können deshalb während des Betriebes in den notwendigen Mengen wieder
ersetzt werden.
Die Temperatur des Bades während der Behandlung kann je nach dessen Säuregrad
und der zu erzielenden Wirkung und des Gehaltes an Zusätzen und der jeweiligen Betriebsspannung
zwischen 10 1UiId 95° C betragen.
Sie kann durch entsprechende Rühr- und Kühlvorrichtungen im Bade homogenisiert
und konstant gehalten werden.
Die Gegenstände werden zweckmäßig vor der Behandlung gut entfettet, z.B. mit Petroleum
oder Benzin oder Sprit, und hernach einer sorgfältigen Beizung unterworfen. Die Beize kann alkalisch, z. B. Natronlauge, Soda
oder basische Phosphate, oder sauer, z. B. Salpetersäure oder Flußsäurc, sein.
Die nach vorliegender Erfindung erhaltene weiße, gut deckende Schutzschicht, welche in
der Hauptsache aus Aluminiumoxydhydrat besteht,
enthält die Oxyde bzw. die Säurehydratc j der im Bad verwendeten vicrwertigcn Metalle,
also Zirkonoxydhydrat oder Thoroxydhydrat, in sehr fester Bindung. Die Schutzschicht
ergibt wie im Falle des Verfahrens des Hauptpatents gleiche, zum Teil aber bedeutend
höhere Korrosionsbeständigkeit als ein reiner Aluminiurnoxydiilm und schützt das Untcrlagsmetall
ausgezeichnet.
Es wurde weiterhin gefunden, daß man Aluminium und seine Legierungen, deren
Oberfläche bereits nach irgendeinem Vorgang mit einem festhaftenden Aluminiumoxydnlm
überzogen ist, ebenfalls nach dem vorliegenden Verfahren weiterbchandeln kann.
Der Film kann in an sich bekannter Weise mit organischen Farbstoffen in wäßrige oder
organische Löstmgsmittcl enthaltender Farbflotte oder durch irgendwelches Auftragen 9'~
oder Überziehen mit gefärbten Ölen, Metallscifcn oder Lacken gefärbt werden. Zur Herstellung
rein weißen Aussehens kann eine Nachbehandlung erfolgen, welche darin besteht, daß mau die behandelten Gegenstände
oder Flächen einige Zeit mit Lösungen von Titan-, Zirkon- oder Thoriumsalzen behandelt
und die in der Schicht festgehaltenen Salze durch Erhitzen oder mittels chemischer Agenzien
hydrolysiert.
Je nach der Vorbehandlung der Oberfläche
vor dem Elektrolysiercn nach vorliegendem Verfahren (polierte, sandgcstrahlte, gebeizte,
geriffelte Oberfläche) können emailglänzende oder halb- bis ganzmatte Wirkungen erzielt
werden.
Durch Nachbehandlung mit Fettsäuren oder deren Salzen mit Alkali oder starken Basen
oder mit sulfuricrtcn Ölen kann die opake Schutzschicht in an sich bekannter Weise
wasserabweisend gemacht werden; oder die Schicht kann nachträglich mit geeigneten
Lacken oder Einbrcnnharzcn überzogen werden, was an sich bei der Herstellung · von
Oxydschichten auf Aluminium ebenfalls schon bekannt ist.
Die aus dem Elektrolysierbad kommenden Gegenstände oder Flächen werden zweckmäßig
zunächst mit Wasser oder verdünntem Ammoniak oder verdünnter Sodalösung oder 12c
anderen alkalischen Flüssigkeiten gewaschen, dann gefärbt usw. und schließlich getrocknet.
Das Trocknen erfolgt vorteilhaft bei höherer Temperatur im Ofen, z. B. bei ioo bis 1500 C,
und je nach Größe und Beschaffenheit der Oberfläche während %/ί bis 3/4 Stunden. Durch
diese Trocknung wird die Schicht härter.
1. Als Bad wird eine Lösung von 16 kg technischem Zirkonnatriumoxalat
[Zr (C2OJ2. 3 Na2C2O4-H2C2O1. S H2O],
16 kg technischer Borsäure, 16 kg kristallisiertem
Borax und 4 kg Dextrin in 800 1 filtriertem Kondenswasser verwendet. Es wird
mit Gleichstrom von 120 Volt bei einer Temperatur von 720C elektrolysiert mit Stromdichten
von 6 Amp./qdm Oberfläche, und zwar so lange, bis die Stromdichte bei voller
Spaiinung auf Y2 des normalen Betrages· gesunken
ist.
2. Als Bad wird eine Lösung von 12 kg Thoriumammoniumoxalat
[Th2(C2OJ5. (NH4)J- 7 H2O],
1S kg Citronensäure, 15 kg kristallisiertem
Borax, 20 kg Glycerin in 800 1 filtriertem Kondenswasser verwendet. Es wird mit
Gleichstrom von 120 Volt bei einer Temperatur von 68° C elektrolysiert mit einer Stromdichte
von 3,5 Amp./qdm, und zwar so lange, bis die Stromdichte bei voller Spannung auf
1J2 des anfänglichen Betrages gesunken ist.
Claims (7)
- Patentansprüche:ι. Verfahren zur Herstellung opaker, emailähnlicher Schutzschichten auf Aluminium und dessen ' Legierungen nach Patent 655 700, dadurch gekennzeichnet, daß man statt des Titan,- oder Titanylsal'zbades ein Bad verwendet, welches ein Salz eines höheren Atomhomologen des Titans, wie z. B. des Zirkoniums oder Thoriums, oder ein Gemisch solcher Salze unter sich oder mit einem Titan- oder Titanylsalz sowie noch anorganische oder organische Säuren oder deren lösliche Salze enthält, mit Ausnahme derjenigen der starken anorganischen Säuren, wie Halogenwasserstoffe, Salpeter- und Schwefelsäure.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bad noch einen löslichen Polyalkohol oder ein wasserlösliches Kohlehydrat enthält.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschicht durch Eintauchen in eine Farbflotte gefärbt wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschicht mit einem hydrolysierharen Titansalz, Zirkoniumsalz oder Thoriumsalz nachbehandelt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschicht bei erhöhten Temperataren getrocknet und gehärtet wird.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Aluminium und seine Legierungen vor der Behändlung beizt.
- 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man dasselbe auf bereits mit einem Aluminiumoxydfilm überzogenes Aluminium und dessen Legierungen anwendet.
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