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Wickelzylinder für Karton, Pappe, Papier o. dgl. Die vorliegende Erfindung
bezieht sich auf einen Wickelzylinder für endlose Bahnen, wie z. B. Karton, Pappe,
Papier o. dgl.
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Bisher wurden für diesen Zweck einfache Holz- oder Papphülsen mit
Vierkantloch (Rollhülsen) verwendet. die den -Nachteil haben, daß man sie bis zur
beendeten Weiterverarbeitung der aufgewickelten Bahn nicht aus dieser entfernen
kann, so daß sie immer in großer Zahl auf Lager gehalten werden müssen und auch
den Versand durch 'Mehrfracht und Rückfrachten ganz wesentlich verteuern. Eine größere
Kartonfabrik ist z. B. zu einer kostspieligen Lagerhaltung von boo bis 7oo Hülsen
gezwungen. Man kennt ferner Rollstangen für Rollenschneidmaschinen oder Umroller,
die aus einer durchgehenden, finit allmählich ansteigenden Kämmen oder Zähnen versehenen
Welle bestehen. auf der entsprechende Sektoren aus Holz ruhen, die durch Umfassungsringe
zusammengehalten werden. Durch Anspannen der Rollstange beim Aufwickeln der Papierbahn
sollen die Sektoren durch die Kämme oder Zähne radial nach außen getrieben werden
'und dadurch den Durchmesser der Rollstange vergrößern. Eine solche Einrichtung
arbeitet wegen der großen Reibung der Sektoren auf der «-elle unsicher: auch ist
das Entspannen unbequem und mit großer Kraftanstrengung verbunden. da hierzu die
äußere Welle zuriickgedreht werden muß.
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Weiterhin sind Rollstangen bekannt, die aus einer inneren, mit mehreren
Kegeln versehenen Welle bestehen, auf der mehrere Sektoren gelagert sind. die aus
hohlkegeligen Ringteilen und hierauf befestigten Zvlindermantelstücken zusammengesetzt
sind. Das Spannen bzw. Entspannen geschieht durch Längsverschiebung der Sektoren
gegen die Welle mittels einer Mutter: auch hierbei bewegen sich die Sektoren radial
nach innen bzw. außen. Die Verstellung der Rollstange ist auch hier finit großer
Kraftanstrengung verbunden, wobei weiter die Gefahr besteht, daß die kegeligen Teile
sich ineinander festfressen und nur unter Zerstörung der ganzen Rollstange gelöst
werden können.
Schließlich kennt man Rollstangen, die aus einer
inneren Welle mit zwei hierauf befestigten Rohrhälften bestehen, die mit der Welle
zu einem untrennbaren Ganzen verbunden sind. Das Anspannen bzw. Entspannen geschieht
durch mehrere über die Länge der Rollstange verteilte Nocken und ist ähnlich wie
bei den anderen Einrichtungen mit großer Kraftanstrengung verbunden. Alle diese
Rollstangen haben weiter den Übelstand, daß sie sehr schwer sind, selbst bei dem
für die Rollenschneidmaschine zulässigen verhältnismäßig gingen Durchmesser.
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Die genannten Übelstände sollen gemäß der Erfindung vermieden «-erden,
und zwar besteht die Erfindung darin, daß bei einem @fickelzvlinder für Karton,
Pappe, Papier o. dgl., dessen 'Mantel seiner Längsrichtung nach in mehrere Sektoren
aufgespalten- ist, die mittels Spreizvorrichtungen radial verschiebbar sind, die
Spreizvorrichtungen in den Endstücken des lose auf eine Vielkantstange aufschiebbaren
Wickelzylinders untergebracht sind und die Zv_ lindersektoren zusammenhalten.
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Dieser Wickelzvlinder ersetzt die bekannten Rollhülsen: er kann sehr
leicht gehalten werden. so daß man ihn schnell und bequem auf die als Welle dienende
Vielkantstange aufschieben kann. Dabei wird er nur so lang bemessen. als es die
Breite der aufzuwickelnden Bahn erfordert. Bei einer Pappenmaschine, die eine 5
m breite Pappenbahn herstellt, kann . man z. B. ohne weiteres zehn derartige Wickelzylinder
am hinteren Maschinenende anordnen und die in zehn Einzelstreifen aufgeschnittene
Pappenbahn in fortlaufendem Betrieb aufrollen. jede Vielkantstange mit der Wickelvorrichtung
ist dabei so leicht. daß sie bequem von zwei Arbeitern in die Maschinenlager eingelegt
und wieder herausgenpmmen werden kann. Dabei kommt man in fortlaufendem Betrieb
mit ungefähr 12 bis i; WikkelzvIindern aus. Bei einer' Maschine. die eine
geringere Zahl von Pappenstreifen erzeugt, braucht die Zahl der für den Betrieb
erforderlichen Wickelzv linder auch nur entsprechend kleiner zu sein.
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Die Zeichnung gibt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wieder, und
zwar zeigt die Abb. i die neue Wickelvorrichtung der Rollhülse im mittleren Längsschnitt
und die Abb. 4. einen Schnitt nach der Linie C@D-E-F der Abb. 2. Die Abb. 2 gibt
den Wickelzylinder in Seitenansicht ohne Abschlußdeckel Wieder; hierbei ist die
@7orrichtung entspannt. Die Abb. ä zeigt die gleiche Ansicht. jedoch mit teilweise
aufgesetzten Abschlußdeckeln und mit gespanntem Zylinder.
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Der Wickelzylinder besteht aus den Endstücken i. 1o. i;, von denen
je zwei durch zylindrisch gebogene Blechstücke 2 mittels der Schrauben 8 verbunden
sind und so j e einen Sektor bilden. Diese Verbindung kann auch durch Schweißung
erfolgen. Die drei Endstücke jeder Seite sind durch eine Ringfeder'3 zusammengehalten,
deren Enden io verbreitert sind. Die Ringfeder liegt in einer Nut 2o der Endstücke.
Die Enden i o der Ringfeder umfassen einen Kulissenstein,4, der die Form eines länglichen
Rechtecks hat und mit einem Vierkantloch 5 zum Einstecken eines Schlüssels versehen
ist. Der Kulissenstein ist mit dem Zapfen 18 in dem Endstück i drehbar gelagert,
aber so gehalten, daß er nicht herausfallen kann. Die Ringfeder und der Kulissenstein
sind nach außen durch aufschraubbare Abchlußdeckel 6 und i9 in ihrer Lage gesichert,
wobei jedes Endstück für sich mit einem Abschlußdeckel versehen ist.
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Im ungespannten Zustand (ebb. 2) liegen die Enden io der Ringfeder
beinahe aneinander, und die Seitenflächen i i der Endstücke berühren sich. Dadurch
nimmt die Hülse ihren kleinsten Außendurchmesser an. Dreht man nun mittels eines
Schlüssels den Kulissenstein q. um 90° in die Lage gemäß Abb. 3, so wird die Ringfeder
stark gespreizt, so daß die Endstücke auseinandergehen und zwischen den Flächen
ii je ein Spalt entsteht. Die Hülse besitzt damit ihren größten Außendurchmesser.
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Die Endstücke sind im Inneren profiliert, daß sie ein Vielkantloch
ergeben, welches dem Profil der Vielkantwelle entspricht. Der Durchmesser des Loches
ist dabei so groß, daß der Wickelzylinder, besonders im gespannten Zustand (Abb.3),
leicht auf die Vielkantwelle aufgeschoben werden kann.
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Der Wickelzylinder wird in der gespannten Stellung auf die''ielkantstange
aufgeschoben und dann in der llaschine z. B. mit Pa-Pier bewickelt. Alsdann wird
die Papierrolle mit dem Zylinder aus der Maschine herausgenommen. Der Zylinder wird
mittels- des Schlüssels entspannt und kann dann leicht aus der Papierrolle herausgezogen
werden.
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Die Erfindung eignet sich nicht nur für das Aufwickeln von Papier,
Pappe, Karton o. dgl., sondern auch für beliebige sndere endlose Bahnen.
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Die Endstücke des Wickelzylinders bestehen zweckmäßig aus Metall,
wie Eisen, Aluminium o. dgl., während man die Zwischenteile 2 sowohl aus Metall
wie auch aus leichteren Stoffen, z. B. Holz, Preßmassen o. dgl., herstellen kann.
In letzterem Falle wird man die Zwischenteile 2 natürlich als Vollkörper ausbilden
und auf eine gute Verbindung mit den Endstücken Bedacht nehmen. Statt der O_uadratform
der Vielkantwelle kann man natürlich ein beliebiges Vieleck verwenden,
auch
kann man die Endstücke nicht nur aus drei, sondern auch aus mehr Teilen, die sich
zusammen zur Kreisform ergänzen, herstellen.