DE668642C - Vorrichtung zum Mischen von Kohle mit fluessigen Kohlenwasserstoffen vor der Verkokung in der Retorte - Google Patents
Vorrichtung zum Mischen von Kohle mit fluessigen Kohlenwasserstoffen vor der Verkokung in der RetorteInfo
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Description
- Vorrichtung zum Mischen von Kohle mit flüssigen Kohlenwasserstoffen vor der Verkokung _ in der Retorte Es sind Retortenöfen bekannt, in denen Kohle und flüssige Kohlenwasserstoffe zur Gewinnung von Treibstoffen verschwelt werden und wobei die flüssigen Kohlenwasserstoffe als Anpastemittel für die Kohle dienen. Die flüssigen Kohlenwasserstoffe werden hierbei in der Regel vor Einführung in die Retorte einer Druckwärmebehandlung unterzogen und gelangen somit in erhitzter, zum Teil in Dampfform in die Retorte oder die Vorrichtung zum Anpasten der Kohle. Da die Anpastemittel und die Kohle zusammen in die Retorte kamen, so war eine Mischung der flüchtigen Teile der. Kohle und flüssigen Kohlenwasserstoffe unvermeidlich. Auch bedurfte es für die Mischung eigener Mischgefäße, die eine besondere Anordnung außerhalb der eigentlichen Verarbeitungsstelle notwendig machte. Bei einem bekannten Verfahren werden flüssige Kohlenwasserstoffe wärmevorbehandelt und darnach zum Anpasten der Feinkohle verwendet, wobei die durch die Wärmebehandlung der Kohlenwasserstoffe gewonnenen wertvolleren, leichteren flüchtigen Bestandteile nicht mit zum Anpasten herangezogen, sondern gesondert abgeführt und verarbeitet werden.. Ferner ist in Limberg (Die Praxis des wirtschaftlichen Verschwelens und Vergasens) ein Ofen erläutert, der in drei Stufen eingeteilt ist und mit Stein-und Braunkohle gemischt beschickt werden soll. Hierbei soll es zwar möglich gemacht sein, durch verschieden hohe Erwärmung der Stufen aus dem Kohlegemisch verschiedenartige flüssige und flüchtige Bestandteile je Zone auszutreiben. Abgesehen davon, daß hiernach mangels eines gegenseitigen Abschlusses der Ofenzonen eine Vermischung der ausgetriebenen Anteile möglich war, wurde auch ein Anpasten der Kohleteilchen mit flüssigen Kohlenwasserstoffen nicht möglich. Für eine notwendige Mischung der Stein.- mit der Braunkohle ist jedoch ein besonderer Mischplatz notwendig, der natürlich für das Mischen von Steinkohle und Braunkohle sehr einfach sein kann. Das ist anders beim Mischen von Kohle mit flüssigen Kohlenwasserstoffen, wo zudem beim Überführen von der Mischstelle zur Retorte Verdampfungs- und Abtropiverluste eintreten.
- Alle diese Übelstände und Nachteile werden vermieden, indem das Mischgefäß unmittelbar über der Retorte angeordnet und von der Retorte durch einen Ausklapp- oder verschiebbaren Boden zeitlich getrennt ist. Das Mischgefäß besitzt zudem an seinem oberen Teil Öffnungen zum Auffangen der durch die Heizung des Mischgefäßes austretenden flüchtigen Dämpfe. Hierbei werden diese Dämpfe getrennt von den aus der Verkokung und Verschwelung stammenden Gasen und Dämpfen abgeführt. Die als Verschlußmittel dienende Bodenklappe verhindert dabei ein nichtgewolltes Übertreten von Kohle oder Anpastmittel in die Reto:te. Diese Klappe wird vielmehr nur von Zeit zu Zeit geöffnet, wenn die Destillations- oder Spaltdämpfe aus den flüssigen Kohlenwasserstoffern; des Anpastemittels nach der Anpastung alf; gezogen sind.
- Die Dampfaustrittsöffnungen am Misch- ode Anpastegefäß gestatten das Abziehen bei den Temperaturei, in der Wärmevorbehandlung und in der Anpastekammer gebildeter flüchtiger Bestandteile. Die in der Retorte gebildeten Schweldämpfe und -gase verlassen die Retorte getrennt an den Öffnungen im oberen Teil des Mischgefäßes abseits .von der Zuführung der anzupastenden Kohle in einen das Mischgefäß an. den Austrittsöffnungen umgebenden Mantel und den Abzugsöffnungen am Misch- und Anpastegefäß.
- Die Zuführung der Kohle erfolgt z. B. bei einer Schrägretorte an deren oberen Ende, und es wird dann das Anpaste- oder Mischgefäß über dieser Stelle angeordnet, wobei über dem Mischgefäß der Kohlevorratsbunker mit einer Kohleaufgabevorrichtung sich befindet, die als Zellenrad oder eine sonst bekannte Einrichtung, z. B. auch schleusenartig ausgebildet sein kann. Vom Misch- oder Anpastegefäß aus gelangt die angepastete Kohle chargenweise in die Retorte, indem die Verschlußklappe des Bodens des Mischgefäßes geöffnet wird.
- Die in das Mischgefäß eintretenden erhitzten Kohlenwasserstoffe verdampfen bis auf einen flüssigen Rückstand, der zurrt Anfeuchten und Anpasten der Kohle benutzt wird. Die Dampf-und gasförmigen Kohlenwasserstoffe, deren Mengen sich nach der Art des angewandten Materials und der Temperatur sowie nach dem angewandten Druck im Vorerhitzer richtet, verlassen durch die genannten Austrittsöffnungen das Mischgefäß. -Der Sammelraum für diese Dämpfe und Gase hat keine Verbindung mit der Retorte und ist durch eine Rohrleitung zweckmäßig mit einer Fraktionierkolonne verbunden, in der die Dämpfe einer Fraktionierung unterworfen werden, und zwar beispielsweise so, daß ein schwereres Öl, ein Mittelöl und leichtsiedende Kohlenwasserstoffe neben Gas erhalten, werden.
- Die Zeichnung läßt im Längsschnitt an einer Retorte andeutungsweise den Gegenstand der Erfindung ersehen.
- Es ist h der Bunker für die Kohle, die gegebenenfalls vor ihrer Aufgabe in das Misch- oder Anpastegefäß f gewaschen und entwässert wurde und die in das Misch- oder Anpastegefäß f durch ein Zellenrad g oder eine sonst bekannte Einrichtung gelangt. Aus dem Rohr d gelangen die flüssigen Kohlenwasserstoffe, die einer Druckwärmevorbehandlung oder Vorerhitzung unterworfen worden sind, über das Ventil e, das im Falle einer Druckwärmevorbehandlung als Entspannungsventil dient, in das Misch- oder Anpastegefäß f für die Benetzung der Kohle, wobei das Rohr d vorzugsweise in das obere Drittel des Gefäßes eingeführt wird. Das Mischgefäß f te innige Mischung zw1Schen1Kohle und@Öl zu @.nöglichen und darnach das 0l-Kohle-Gemisch u@rch die Klappe c in die Ver schwelungs- oder Verkokungsretorte i zu fördern. Aus einer weiteren Leitung m können Rückstände aus der oder den nichtgezeichneten Fraktionierkolonnen zur nochmaligen. Verwendung rückgeführt werden. Das Ventil n ermöglicht einen Abschluß oder eine Druckverminderung des Rücklaufes aus den Rückständen.
- Im Misch- oder Anpastegefäß f sind erfindungsgemäß Schlitze oder Öffnungen i vorgesehen, die ein Abziehen der aus den flüssigen Kohlenwasserstoffen gebildeten Mittelöle und Benzindämpfe oder im Mischgefäß bei der Berührung der erhitzten Kohlenwasserstoffe mit der Kohle entstehenden flüchtigen Anteile der letzteren gestatten. Aus den Öffnungen i gelangen die Gase und Dämpfe.in einen beispielsweise das Gefäß konzentrisch umgebenden Raum h, von wo die Gase und Dämpfe durch die Rohrleitung q einer oder mehreren nichtgezeichneten Fraktionierkolonnen zugeleitet werden.
- Die Retorte i, die eine an sich beliebige Form haben kann, wird in bekannter Weise mit Öl, Gas oder/und Kohle beheizt. Am zweckmäßigsten ist die Strahlungsheizung auf den Boden, der Retorte i, -während ihre Seitenwände durch Konvektion erhitzt werden. Zur Ausbringung des Kokses können an. sich bekannte Förderbänder oder eine Ausstoßvorrichtung o benutzt werden. Es kann auch der Boden der Retorte als drehbare Scheibe ausgebildet sein, wodurch gleichzeitig auch die Verkokungszeit, d. h. die Ausgarung des Kokses reguliert werden kann.
- Die in der Retorte eingebrachte Kohle-Öl-Paste wird verkokt oder verschwelt. Die sich dabei entwickelten Destillationsdämpfe oder/und Spaltdämpfe gelangen in ein auf der Retorte i angebrachtes Abzugsrohr p. Dieses Dämpfe-und Gasabzugsrohr p hat eine oder mehrere Abzugsleitungen, die in eine oder mehrere nichtgezeichnete Fraktionierkolonnen münden. Die Rauchgase der Retortenbeheizung werden durch den beispielsweise um oder innerhalb des Dampf-und Gasabzugsrohres angeordneten Abzugskanal r geführt, um die in P aufsteigenden Dämpfe zur weiteren Spaltung noch Wärme zuführen zu können. Um diese den Dämpfen in, P guzuführenden Wärmemengen regulieren zu können, ist Frischluftzufuhr durch eine Klappes oder auch eine Zusatzfeuerung t möglich. Die in der Kolonne abgetrennten Leichtdämpfe und Gase werden abgeleitet und gegebenenfalls in an sich bekannter Weise aus dem Prozeß entfernt.
Claims (1)
- PATrNTANSPRUC13: Vorrichtung zum Mischen von Kohle mit flüssigen Kohlenwasserstoffen vor der Ver-. kokung in der Retorte, dadurch gekenü zeichnet, daß das unmittelbar über der Retorte angeordnete Mischgefäß an seinem oberen Teil mit Öffnungen versehen ist, die zum Auffangen der austretenden flüchtigen Dämpfe von einem Mantel umgeben sind, ,und einen ausklapp- oder verschiebbaren Boden besitzt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG89115D DE668642C (de) | 1934-11-06 | 1934-11-06 | Vorrichtung zum Mischen von Kohle mit fluessigen Kohlenwasserstoffen vor der Verkokung in der Retorte |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEG89115D DE668642C (de) | 1934-11-06 | 1934-11-06 | Vorrichtung zum Mischen von Kohle mit fluessigen Kohlenwasserstoffen vor der Verkokung in der Retorte |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE668642C true DE668642C (de) | 1938-12-07 |
Family
ID=7138973
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG89115D Expired DE668642C (de) | 1934-11-06 | 1934-11-06 | Vorrichtung zum Mischen von Kohle mit fluessigen Kohlenwasserstoffen vor der Verkokung in der Retorte |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE668642C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1105379B (de) * | 1953-08-10 | 1961-04-27 | Bergwerksverband Ges Mit Besch | Verfahren zur Herstellung von Formkoks |
| DE1162807B (de) * | 1956-09-10 | 1964-02-13 | Allied Chem | Verfahren zum Betrieb von Koksoefen und Einrichtung zu seiner Durchfuehrung |
-
1934
- 1934-11-06 DE DEG89115D patent/DE668642C/de not_active Expired
Cited By (2)
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| DE1105379B (de) * | 1953-08-10 | 1961-04-27 | Bergwerksverband Ges Mit Besch | Verfahren zur Herstellung von Formkoks |
| DE1162807B (de) * | 1956-09-10 | 1964-02-13 | Allied Chem | Verfahren zum Betrieb von Koksoefen und Einrichtung zu seiner Durchfuehrung |
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