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Aus einzelnen verstellbaren Meßbändern zusammengesetztes Schneidermeßgerät
Die Erfindung betrifft ein aus einzelnen verstellbaren Meßbändern zusammengesetztes
Schneidermeßgerät, das am Körper angelegt wird und nach Feststellung der Körpermaße
zum Aufzeichnen der Schnitte dient. Derartige Geräte sind bereits bekanntgeworden.
Es ist auch bereits bekannt, einzelne Verbindungen der Meßschienen lösbar zu gestalten.
Demgegenüber besteht .das Wesen der Erfindung darin, daß die in jeder der lösbar
miteinander verbundenen rechten und linken Vorder- und Rückenabteilungen des Gerätes
oberhalb des BrustuMfangsbandes angeordneten Meßbänder unter sich teils starr, teils
gelenkig, mit dem Brustunrfangsband dagegen an wenigstens einer Stelle lösbar derart
verbunden sind, daß auch der oberhalb des Brustumfanges liegende Teil des Gerätes
unter Beibehaltung der Länge der einzelnen Meßbänder flach in die Schnittebene gelegt
werden kann, wobei zur Festlegung der Hauptpunkte des Armloches a@n Ende unter sich
nicht verbundene, bis an die Armlochlinie. reichende einstellbare Taster vorgesehen
sind.
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Diese Anordnung gestattet eine genaue und einfache Festlegung und
Aufzeichnung der oberhalb des Brustumfangsbandes liegenden Teile des Schnittes,
wobei durch die mit den unter sich teils starr, teils gelenkig, mit dem Brustumfangsband
dagegen an wenigstens einer Stelle lösbar verbundenen oberen Meßschienen, welche
unter sich nicht verbundene, bis an die. Armlochlinie reichende einstellbare Taster
tragen, eine besonders zweckmäßige Ausbreitung und Aufzeichnung dieser Schnittteile
einschließlich der Armlochlinie erreicht wird.
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Das Gerät gestattet, jede Unsymmetrie des Körpers in einfacher Weise
zu berücksichtigen. Ein einziges Gerät dient für den Mann ünd die Frau.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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. Fig. i stellt den linken Teil des Gerätes bei der Messung des Rumpfes
dar.
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Die Fig. a stellt die rechte Seite des Gerätes in der Stellung zum
Abzeichnen des Schnittes auf einem Papierbogen o. dgl. dar.
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Fig. i und z stellen in ihrer Gesamtheit das vollständige Schneidermeßgerät
dar, das für die Maße des Rumpfes bestimmt ist und vier gleiche Abteile
A, B, C, D umfaßt, die den vier Vierteln entsprechen, in welche die Person
zur Anfertigung der Kleidungsstücke geteilt zu denken .ist.
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Diese Abteile A, B, C, D entsprechen der
rechten
Hälfte des Rückens und der rechten Hälfte der Brust bzw. der linken Hälfte der -Brust
und der linken Hälfte des Rückens.
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Die Abteile A und D sind unter sich symmetrisch. Die
Abteile der Brust und die des Rückens sind beinahe symmetrisch, doch ist ein Unterschied
vorhanden, der später noch erläutert wird. Außerdem sind die Abteile B und C, die
der Brust entsprechen (welche ja immer mehr entwickelt ist), weiter als die Teile
A und D, um die größeren Querausdehnungen messen zu können.
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In .der Beschreibung und in den Zeichnungen werden ähnliche Teile
der verschiedenen Abteile mit denselben Bezugsziffern bezeichnet, ausgenommen dann,
wenn genau auf das Abteil oder die Abteile hinzuweisen ist; denen sie angehören.
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Die einzelnen Teile des Gerätes. können unter sich durch Druckknöpfe
oder mit anderen Mitteln, wie durch Reißverschluß, verbunden werden.
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Des leichteren Verständnisses halber sei zunächst bemerkt, daß im
allgemeinen die Schienen, ausgenommen die senkrechten Schienen, an den seitlichen
Rändern eines jeden Abteils und einige andere in der Länge verändert werden können.
Es handelt sich in der Regel um Streifen oder Schienen, die aus zwei Stücken bestehen
und gegeneinander verschiebbar sind. Die Schienen weisen Zentimeter- oder Zollteilung
auf.
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Die bevorzugten verschiebbaren Verbindungen sind folgendermaßen angeordnet:
In dem einen der beiden Stücke der Schienen befindet sich ein langer Schlitz, während
am anderen Teil des Schienenstückes ein verschiebbarer, mit Gewinde versehener Stift
befestigt ist, der durch den Schlitz des anderen Teiles hindurchragt. Der Stift
kann an beliebigen Punkten des Schlitzes durch Festschrauben mittels Knopfes oder
gerändelten Würfels festgestellt werden.
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Wenngleich die Erfindung nicht an ein bestimmtes Material gebunden
ist, so werden die Schienen doch vorzugsweise aus feinem Stahlband hergestellt.
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Jedes Abteil besteht aus seitlichen, senkrechten Schienen i, i', welche
mit der Mittellinie und der Seitenlinie des Körpers zusammenfallen.
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Die Schienen i sind mit langen Schlitzen 2, 3 und die Schienen i'
entsprechend mit langen Sehlitzen 2', 3' versehen. An den beiden. senkrechten Schienen
i, i' sind in unveränderlich rechtem Winkel Schienen 4 befestigt, welche in der
Länge verstellbar sind und zur. Messung des Brustumfanges dienen.
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Zwei andere waagerechte Schienen 5 und 6 sind mit ihren äußeren, gleitbaren
Teilen in unveränderlich rechtem Winkel in den Schlitzen 2, 2' und 3, 3' befestigt,
so daß diese. Querschienen, abgesehen davon, daß sie in der Länge, verstellbar sind,
auch in beliebiger Höhe der Person, beispielsweise längs der Gürtel- oder Hüftweite,
angesetzt werden können.
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Es können auch noch mehr waagerechte Schienen angeordnet sein, jedoch
ist dies nicht unbedingt notwendig, da die wichtigsten Umfangslinien diejenigen
des Oberkörpers, der Taille und des Beckens sind.
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Die Längsschienen 1A und iD sind nach oben durch eine Schiene 7 verlängert,
die in der Mittellinie des Rückens aufgesetzt werden muß.
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Vom vorderen Mittelpunkt des Brustumfanges bis zum Halsansatz ist
für jedes der Abteile B und C eine Schiene $ mittels eines Druckknopfes 9 o. dgl.
befestigt.
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Die Schienen 7 sind mit gebogenen Schienen io am Hals fest verbunden,
während die Schienen 8 um einen Bolzen i i o. dgl. beweglich mit der Halsschiene
io vereinigt sind. Der Halsansatz wird von .den gebogenen Schienen io gebildet,
von@denen eine jede eine kurze Schiene 12 hat, die mit der zugehörigen Halsschiene
io einen festen Winkel bildet. etwa wie es in der Zeichnung dargestellt ist.
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Bei jeder der Schienen io und 12 ist mit Stift 13 eine Schulterschiene
14 drehbar eingefügt, welche sich an der höchsten Stelle der Schulter befinden muß.
Die Schienen 14, welche für jegliche Schulterlänge passend lang sein müssen, sind
mit einem Schlitz 15 versehen, um für den äußersten Schulterpunkt ein Zeichen oder
eine Marke 16 zu befestigen. An jeder Schulterschiene 14 ist an einem Stift i8 o.
d-1. eine Zwischenschiene i9 mit einem Schlitz 2o angelenkt, in welchem ein Stift
21 gleitet, der am Teil 12 mittels des üblichen Schraubwürfels befestigt werden
kann.
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An den Rückenabteilen A und D ist an dem äußersten Punkt
12' des Anhanges 12 eine verschiebbare Schiene 22 drehbar angelenkt, deren äußerster-
Punkt mittels eines Druckknopfes 23 mit .der Querschiene 4 verbunden wird.
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Als Gegenstück ist an den Teilen B und C der Brust eine Schiene 22
vorgesehen, die an einem Ende am Stift 21 und am anderen Ende 24 an der Brustumfangsschiene.4
angelenkt ist.
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Im Punkt 25 der Schiene 22 der Abteile A und D ist eine längs verstellbare
Schiene 26 angelenkt, deren anderes Ende 27 an der Verlängerungsschiene 7 -drehbar
angebracht ist. 25 ist-ein besonders ausgebildeter Stift, der -mit seinem unteren
Teil den Drehpunkt für die Glieder 22 und 26 darstellt, während der obere Teil als
Feststellschraube dient. Auf
dem oberen _ Teil des Stiftes 25 ist
ein mit einem Führungsschlitz versehener Arm 28 verschiebbar, .der am obersten Ende
ein Formstück 29 trägt, das die Grenze des Armloches . hezeichnet.
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Auf der Schiene 22' eines jeden Abteiles B lind C ist ein Stift3o,
der ähnlich wie der Stift 25 wirkt, angeordnet. Auf dem unteren Teil des Stiftes
3o sind zwei Schienen 26' und 31 von einstellbarer Länge angelenkt. Die Schiene
26' der Teile B und C ist zur Schiene 26 -der Abteile A und D symmetrisch,
während die Schiene 31 an der Brustschiene q. in -der Nähe der Längsschiene i' angelenkt
ist.
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Der obere Teil des Stiftes 3o sitzt im Schlitz eines Armes 28 ähnlich
dem eben beschriebenen für die Abteile A und D.
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Die Schienen iA' und 1°' tragen einen Schiebearm 28' mit Kopf 29',
der das Armloch begrenzt, wenn die Umfangslinie des Brustkorbes unterhalb des Armloches
liegt.
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Für die Vereinigung der verschiedenen Abteile unter sich sind die
Druckknöpfe 32 vorgesehen.
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Das Gerät wird wie folgt benutzt: Das 'Gerät wird der Person angelegt.
Die einzelnen Abteile werden mittels der Druckknöpfe 9, 23, 32 zusammengefügt. Die
Querschiene q. wird längs des äußersten Brustumfanges angezogen, indem genau darauf
geachtet wird, daß die einzelnen elastischen Schienen q. waagerecht liegen, was
durch Einstellung der Schienen 7, 8, 22, 22' erreicht wird. Daraufhin werden die
Schienen 5 und 6 angezogen, nachdem sie in geeigneter Weise, d. h. längs der Taille
und Beckenweite, auf die Person gelegt sind; es muß darauf geachtet werden, daß
die Schienen i und i' genau auf der Mittellinie bzw. Seitenlinie des Körpers liegen.
Darauf wird am Halsansatz die Bo--genschiene io befestigt, worauf die anderen oberen
Schienen von selbst ihren Platz finden. Die Armschieber 28, 29 und 28', 29' werden
auf das Armloch eingestellt, während dieEndanschläge 16 auf den äußersten Punkt
der Schulter eingestellt werden. Nachdem dies geschehen ist, werden alle Feststellschrauben
der veränderlichen Verbindungen angezogen. Da sämtliche Teile mit Einteilungen versehen
sind, können alle Maße abgelesen werden.
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Nun wird das Gerät von der Person abgenommen, indem die zugehörigen
Druckknöpfe geöffnet werden. Die verschiedenen Längen zwischen den Schienen 5 und
6 eines jeden Abteiles und die Längen der Schienen q. werden aufgeschrieben. Dann
werden die Stellschrauben der Schienen 5 und 6 gelöst, wobei die Schienen 5 und
6 alle auf die Länge der Schienenteile q. gebracht werden. Auf diese Weise wird
für den unteren Teil jedes Abteiles ein Rechteck erhalten,. dessen kurzes Seitenstück
die Schiene q. und dessen Längsseiten die Schienen i und i' bilden.
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Um das obere Teil über der Brustlinie auf die Fläche zu bringen, wird
für das Abteil A und D die Schiene 22 von der Schiene q, und für das Abteil B und
C die Schiene 8 von der Schiene q. gelöst, wie in Fig. 2 gezeigt. Ohne dieses Auseinandernehmen
könnte der obere Teil nicht auf die Fläche gebracht werden. Die Schiene 7 legt sich
von selbst genau in die gerade Verlängerung. der Längsschiene i. Die anderen beweglichen
Teile können ihre Winkelstellung ändern, während die festen ihre Winkelstellung
beibehalten. Schließlich entfernt sich das untere Ende der Schiene 22 vom Befestigungspunkt
der Querschiene q.. Die gerade Linie, die durch die Schienen i und 7 gebildet wird,
dient als Basis für die hinteren Viertel und muß auf den geraden Faden des Stoffes
gebracht werden, um die Streifen oder sonstigen Musterungen zu berücksichtigen.
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Auf der Person läuft der Teil 22 quer über den Rücken. Wenn, wie gesagt,
der Teil auf der Fläche entwickelt wird, entfernt sich dass untere Stück des Teiles
22 von der Linie q. des Brustkorbes nach oben oder nach unten je nach Körperfigur.
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Für die Brustteile B und C dagegen behält die Schiene 22' ihren Winkel
zur Querschiene q. infolge Unverschiebbarkeit des entstandenen Dreiecks 2q., 31,
22. Wenn der obere Teil der genannten Abteile auf die Fläche gebracht wird, entfernt
sich jedoch der untere Teil der Schiene 8 vom äußersten oberen Ende der danebenliegenden
Schiene i, indem er sich je nach der Körperform nach oben oder unten verschiebt.
Die Größe der Verschiebung des gelösten unteren Endes der Schienen von ihrem Befestigungspunkte
ist ein Maß für die Größe und Stellung der vorspringenden Partien.
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Dies gilt für die Brust wie für den Rücken, so daß die Größe der Verschiebung
die Menge des zuzugebenden Stoffes kennzeichnet, während die Richtung der Verschiebung
anzeigt, ob eine Zugabe zur Schulter oder zur Brust hin notwendig ist. Dieses Ergebnis
kann von, keinem anderen Meß- oder Schnittmustergerät gegeben werden, und da bisher
der größte Teil der Fehler von der falschen Einschätzung der vorspringenden Partien
des Rückens und der Brust herrührten, wird nunmehr mit diesem Gerät jeder Fehler
behoben.
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Ohne den Rahmen der Erfindung zu überschreiten, können die Rückenteile
auch svmmetrisch zu den Brustteilen gemacht werden.
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Wie gesagt, bildet das untere Teil eines jeden Abteils ein Rechteck,
das sich je nach den durch die Stellschienen 5 und 6 gegebenen Quermassen ändert.
Der Längenunterschied
der Schienen 5 und 6 und der entsprechenden
Schiene 4 wird leicht von der Seite, von der Mitte oder mittels Abnäher je nach
der Art des Kleides und je nach der Mode ausgeglichen.
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Das Aufzeichnen des Schnittmusters ist, wie dargelegt, von größter
Einfachheit, denn es genügt, den einzelnen Schienen zu folgen mit einem zusätzlichen
beliebigen Rand, abgesehen von den Stellen für Abnäher oder Falten. Das Armloch
ergibt sich durch die Stellung der beiden oberen Zeiger 16 und die Anschlagkanten
29 und 29'.
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Da die Aufzeichnung des Schnittes einfach ist, ist es leicht und es
lohnt sich, von jedem Viertel eine Zeichnung für sich zu machen, wenn die Unregelmäßigkeiten
der Person berücksichtigt werden sollen. Das Gerät gibt aueh die Maße des Gürtels
und des Beckens an, die für die Ausführung eines Beinkleides oder Rockes erforderlich
sind.
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Falls der Umfang des Gerätes für starke Personen nicht reichen sollte,
können, statt unmittelbar den Teil A auf den Teil B und den Teil C auf den Teil
D zu legen, noch Stücke eingeschoben werden, die dann die nötige Weite ergeben.