DE665076C - Verfahren zur Gewinnung von Rotenon und ihm verwandten Insekticiden - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Rotenon und ihm verwandten Insekticiden

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DE665076C
DE665076C DEI53520D DEI0053520D DE665076C DE 665076 C DE665076 C DE 665076C DE I53520 D DEI53520 D DE I53520D DE I0053520 D DEI0053520 D DE I0053520D DE 665076 C DE665076 C DE 665076C
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rotenone
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N65/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing material from algae, lichens, bryophyta, multi-cellular fungi or plants, or extracts thereof

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Rotenon und ihm verwandten Insekticiden Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Rotenon und ihm verwandten Insekticiden aus den natürlichen Ausgangsstoffen, wie Derris- oder Cubewurzeln. Bisher erfolgte die Herstellung der Insekticidstoffe aus den genannten Wurzeln durch deren Extraktion mit einem flüchtigen Lösungsmittel, worauf dann das Lösungsmittel verdampft wurde.
  • Gemäß der Erfindung erfolgt die Herstellung von Rotenon und diesem verwandten Insekticiden aus den erwähnten natürlichen Ausgangsstoffen dadurch, daß diese getrocknet und gemahlen in einem Vakuum unterhalb Zoo" ohne Sieden destilliert, und zwar vorzugsweise einer Kurzwegdestillation unterworfen werden, bei der der Druck zwischen io-2 mm bis io-6 mm O_uecksilbersäule beträgt und die Kondensationsoberfläche im wesentlichen die gleichen Abmessungen wie die Destillationsoberfläche besitzt und dicht an dieser angeordnet ist.
  • Durch das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren läßt .sich ein Produkt herstellen, das hinsichtlich der insekticid wirksamen Stoffe, Rotenon u. dgl., in höchstem Maße konzentriert ist und das in guter, technisch brauchbarer Form anfällt. Es stellt nämlich ein schwachgelbes Pulver dar bzw. einen festen Stoff, der sich leicht in Pulverform überführen läßt und der nach dem Vermischen mit einem geeigneten inerten Verdünnungspulver unmittelbar als staubförmiges Insekticid anwendbar ist. Die Anwendung der Hochvakuumdestillation zur Gewinnung von Rotenon und der ihm beigeordneten Insekticide durch Destillieren derselben aus beispielsweise Derris- oder Cubewurzel gemäß der vorliegenden Erfindung ist weit mehr selektiv als das bekannte Verfahren der Extraktion mit einem flüchtigen Lösungsmittel, denn das Destillationsprodukt ist viel weniger mit insekticid unwirksamen Verunreinigungen vermischt als ein Produkt, das mit Hilfe von. Lösungsmitteln hergestellt ist. Der Unterschied ist besonders merkbar, wenn minderwertige Wurzeln, z. B. Wurzeln mit geringem Gehalt an Rotenon oder anderen wirksamen Stoffen, als Ausgangsstoffe Anwendung finden. Es kommt noch hinzu, daß das Anreicherungsverfahren .. durch Anwendung eines flüchtigen Lösungsmittels verhältnismäßig langsam vonstatten geht. Dies erfordert nämlich eine Behandlung von mehreren Stunden bis zu mehreren Tagen und führt nur zu einem Produkt, welches unbefriedigende technische Eigenschaften besitzt, Ein durch Auszug der gemahlenen Derriswurzel mit Trichloräthylen und nachfolgendem Verdampfen des Lösungsmittels erhaltenes Produkt ist eine dunkelbraune, klebrige, geleeartige Masse, die ohne weitere Reinigung, beispielsweise durch wiederholte Extraktionen; nicht gut anderen Stoffen einverleibt werden kann, um staubförmige Insekticide zu liefern. Infolge des höheren Gehalts an insekticid wirkenden Stoffen ist von dem erfindungsgemäß hergestellten Mittel eine; weit geringere Menge zum Auflösen bzNv.@; Emulgieren erforderlich, um z. B. eine äst' verspritzende insekticid wirksame Flüssig=, keit zu liefern. Es kommt noch hinzu, daß die gesättigten Lösungen des gemäß- der Erfindung hergestellten Produktes in organischen Lösungsmitteln, insbesondere Kohlenwasserstoffölen, von weit höherer Giftigkeit sind als die gesättigten Lösungen eines Produktes, das mit Hilfe eines Lösungsmittels hergestellt worden ist.
  • Der natürliche Ausgangsstoff kann entweder unmittelbar in fein gemahlenem Zustand der Destillation unterworfen werden, wobei beispielsweise eine Vorrichtung angewandt wird, bei der die Verdampfungs- und Kondensationsoberflächen die Form von sich bewegenden Bändern aufweisen, so daß der fein gemahlene zu destillierende Stoff gleichmäßig auf der Verdampfungsoberfläche destilliert werden kann. In der Praxis ist es jedoch zweckmäßig, den Ausgangsstoff in die Destillationsvorrichtung als Mischung mit einem flüssigen Stoff einzubringen, z. B. einem Stoff, der bei der Arbeitstemperatur flüssig ist. In dem letzteren Fall kann eine Flüssigkeit verwendet werden, die ein Lösungsmittel für die wirksame Substanz darstellt, und vor der Destillation wird die Lösung durch Filtrieren oder auf andere Weise von unlöslichen Stoffen befreit. Die angewandte Flüssigkeit wird im allgemeinen eine solche sein, die bei der Arbeitstemperatur nicht flüchtig ist, beispielsweise ein Leinöl-Standöl oder eine Mineralölfraktion, die vorher in einem Hochvakuum behandelt wurde, um die flüchtigen Stoffe bei einer Temperatur zu entfernen, die etwas höher ist als diejenige, welche bei dem vorliegenden Verfahren notwendig ist. Das bei der Destillation entstehende Kondensat wird in geeigneter Weise von der Kondensationsoberfläche durch Schmelzen, Abkratzen oder Bespülen mit einem Lösungsmittel entfernt. In gewissen Fällen kann jedoch eine flüchtige oder teilweise flüchtige Trägerflüssigkeit angewandt werden, insbesondere wenn es erwünscht ist, bei der Destillation unmittelbar eine Lösung oder Mischung als Kondensat zu erhalten, die ohne weiteres, erforderlichenfalls unter weiterer Verdünnung, als Insektenvertilgungsmittel anwendbar ist. Hierfür kommen z. B. Mineralöle oder deren Fraktionen in Betracht.
  • Das als Kondensat entstehende Produkt enthält im wesentlichen sämtliches Rotenon und die ihm verwandten Stoffe des Roh-Materials, die eine insektenvertilgende Wirkung aufweisen. Durch eine nochmalige Destillation oder durch Auffangen geeigneter Fraktionen ist es möglich, praktisch reines :@ötenon zu erhalten. Wenn das Produkt als flektenvertilgungsmittel angewandt wird, t- diese Reinigung jedoch im allgemeinen nicht wünschenswert, weil die mit dem Rotenon zusammen vorkommenden und ihm vorwandten Stoffe anscheinend selbst die insektenvernichtenden Eigenschaften des Produktes günstig beeinflussen.
  • In den folgenden Beispielen sind einige Ausführungsformen der Erfindung angegeben, worin die Teile Gewichtsteile sind.
  • Beispiel 1 5o Teile der trockenen gemahlenen Derriswurzel werden mit ioo Teilen Leinöl-Standöl gemischt, das vorher im Hochvakuum bei 220' behandelt wurde, um flüchtige Stoffe zu entfernen. Die Mischung der Derriswurzel und des Öls wird einer erhitzten Oberfläche oder Oberflächen zugeleitet, die auf ungefähr 1200 gehalten werden und die sich in der Nähe einer kalten Kondensationsoberfläche befinden. Die ganze Vorrichtung wird auf ungefähr to-4mm Ouecksilbersäule evakuiert. Es entsteht so ein schwach gelbes Kondensat, das die Reaktionen des Rotenons aufweist und im wesentlichen sämtliche aktiven Stoffe enthält, die in dem Ausgangsstoff zugegen sind.
  • Beispiel a Die hierbei angewandte, unter einem Hochvakuum arbeitendeKurzwegdestillationsanlage ist eine solche, bei der die Verdampfungs-und Kondensationsoberflächen aus dünnen, biegsamen, sich kontinuierlich bewegenden Metallbändern bestehen, wobei die wirksamen Teile dieser Bänder in waagerechten Ebenen liegen und die Verdampfungsfläche unterhalb der Kondensationsoberfläche liegt. Diese Bänder bewegen sich dicht an entsprechenden Heiz- bzw. Kühlkörpern vorbei. Die fein gemahlene und getrocknete Derriswurzel wird auf die Verdampfungsoberfläche aufgebracht, die auf eine Temperatur von 15o bis 16o0 erhitzt wird. Der Druck in der Destillationsvorrichtung überschreitet nicht io-smm Quecksilbersäule. Das Kondensationsprodukt ist ein glänzender, gelber, wachsartiger, fester Stoff, der mit einer Messerkante von der sich weiterbewegenden Kondensationsoberfläche abgekratzt werden kann und den man dann in einen geeigneten Behälter fallen läßt.
  • Beispiel 3 1 Gewichtsteil der trockenen gepulverten Derriswurzel wird mit 2 Teilen eines inerten Kohlernvasserstofföls gemischt, das bei Temperaturen bis zu zoob einen zu vernachlässigenden Dampfdruck besitzt. Die Mischung wird 30 Minuten lang bei 8o° gehalten und dann warm filtriert. Das Filtrat wird auf die Verdampfungsoberfläche einer mit Hochvakuum arbeitenden Xurzwegdestillationsanlage aufgebracht und die Temperatur der Verdampfungsoberfläche auf i65° erhöht. Der Druck innerhalb der Vorrichtung beträgt ungefähr io-4mm Ouecksilbersäule. Rotenon und die mit ihm verwandten Stoffe kondensieren an der Kondensationsoberfläche als gelber, fester Stoff, der durch Abkratzen oder Schmelzen entfernt «-erden kann. Die Rückstandsflüssigkeit an der Verdampfungsoberfläche kann zum Behandeln weiterer Mengen der Derriswurzel verwendet werden.
  • In jedem der vorhergehenden Beispiele kann auch trockene gepulverte Cubewurzel an Stelle der dort beschriebenen Derriswurzel angewandt werden, wobei genau die gleichen Ergebnisse erzielt werden.
  • Als geeignete Trägerflüssigkeiten wurden Leinöl-Standöl und flüchtige oder nichtflüchtige inerte Kohlenwasserstofföle genannt. Es können auch andere Trägerflüssigkeiten angewandt werden, wie beispielsweise Triglyceridöle, die vorher von freien Fettsäuren befreit wurden, beispielsweise Baumwollsamenöl und Olivenöl. Sowohl Baumwollsamenöl als auch Olivenöl sind Lösungsmittel für Rotenon und die übrigen aktiven Stoffe, welche in der Cube- und Derriswurzel enthalten sind. Diese Öle können an Stelle des im Beispiel 3 angegebenen Kohlenwasserstofföles verwendet werden.
  • Wenn eine Lösung der aktiven Stoffe als Destillat erhalten werden soll, wird die trockene gepulverte Derriswurzel oder Cubewurzel mit einer Trägerflüssigkeit gemischt, die entweder bei den angewandten Temperaturen und Drucken destillierbar ist oder einen destillierbaren Teil enthält. So kann beispielsweise eine Mischung von flüchtigen und nichtflüchtigen inerten Kohlenwasserstoffölen verwendet werden. Die aktiven Stoffe destillieren zusammen mit dem einen dieser Kohlenwasserstofföle über und lassen eine Suspension oder Lösung des Rückstandes in dem anderen zurück. Das Destillat, das eine mehr oder weniger konzentrierte Lösung des Rotenons und der übrigen aktiven Stoffe in dem Kohlenwasserstofföl darstellt, wobei die Konzentration durch Änderung der Mengen des flüchtigen Üles geregelt «-erden kann, ist nach Verdünnung mit Leuchtöl (Leuchtpetroleum) oder einem anderen Mineralöl zum Verspritzen als insektenvertilgendes Mittel verwendbar. Wenn die Trägerflüssigkeit ein Lösungsmittel ist, das vollständig destilliert, wird eine älznliclie Lösung des Rotenons und der anderen aktiven Stoffe als Destillat erhalten, und ein fester Rückstand bleibt auf der Destillationsoberfläche.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Rotenon und ihm verwandten Insekticiden aus den natürlichen Ausgangsstoffen, wie Derris- oder Cubewurzeln, dadurch gekennzeichnet, daß diese Ausgangsstoffe getrocknet und gemahlen in einem Hochvakuum unterhalb zoo° ohne Sieden destilliert, und zwar vorzugsweise einer Kurzwegdestillation unterworfen werden, bei der der Druck zwischen io-' und iö--6 mm Quecksilbersäule beträgt und die Kondensationsoberfläche im wesentlichen die gleichen Abmessungen wie die Destillationsoberfläche besitzt und dicht an dieser angeordnet ist. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangsstoffe mit einer bei den angewandten Temperaturen und Drucken flüchtigen oder nichtflüchtigen Trägerflüssigkeit gemischt der Destillation unterworfen werden. 3. Verfahren nach Anspruch i und a, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangsstoffe mit einem Lösungsmittel für Rotenon, z. B. einer unter den gegebenen Bedingungen flüchtigen Fraktion eines schweren Mineralöls gemischt der Destillation unterworfen werden.
DEI53520D 1934-10-29 1935-10-29 Verfahren zur Gewinnung von Rotenon und ihm verwandten Insekticiden Expired DE665076C (de)

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