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Sterilisiervorrichtung Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung
zum Sterilisieren mittels über Siedetemperatur erhitzter Flüssigkeit, die aus einem
zur Aufnahme des Sterilisiergutes dienenden Behälter und einem unmittelbar hierunter
angeordneten Wasserspeicher besteht, welcher mit ersterem durch Rohrleitungen verbunden
ist und unter Dampfdruck gesetzt werden kann.
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Es sind bereits Vorrichtungen der vorliegenden Art bekannt, die die
Sterilisierung des jeweiligen Sterilisiergutes im Kochraum durch eine mittels wechselnden
Dampfdrucks zum Umlauf genötigte heiße antiseptische Flüssigkeit bewirken (vgl.
die deutsche Patentschrift 56t54 der Klasse 30). Hierbei ist jedoch ,das
Auswechseln des Sterilisiergutes mit einem verhältnismäßig großen Wärme- und Zeitverlust
verbunden. Denn zur Unterbrechung jeder Sterilisierperiode bzw. des Umlaufs der
Sterilisierflüssigkeit muß vor allem der Dampfdruck im Kochkessel gesenkt werden,
was hier durch Ablassen des Dampfes geschieht, von anderen Hilfsmaßnahmen ganz abgesehen.
Die Wiederaufnahme des Betriebes erfordert also eine erneute Dampferzeugung.
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Weiter sind Sterilisiervorrichtungen nicht mehr neu, die die Verringerung
solcher und ähnlicher Betriebsstörungen beimAuswechseln des Sterilisiergutes als
Ziel haben. So zeigt eine andere Ausführung eine aus Erhitzungs-und darüberliegendem
Kochraum bestehende Vorrichtung,' bei der beide Räume durch Rohrstutzen verbunden
sind, die von der Bodenwand des Kochraumes abwärts tief in den Erhitzungsraum hineinragen.
Die dort unter Druck gesetzte Kochflüssigkeit steigt alsbald durch die Rohrstutzen
in den Kochraum, um nach Beendigung des Kochens, also Unterbrechung der Dampfbildung,
sofort wieder selbsttätig in den Erhitzungsraum zurückzutreten, so daß der Kochraum
beim öffnen des Deckels zum Auswechseln des Sterilisiergutes mehr, oder weniger
dampffrei ist. Tritt auch hier der Verlust an Wärme infolge des Zurückfließens der
heißen Kochflüssigkeit in den Erhitzungsraum nicht in demselben Maße in Erscheinung
wie im vorstehend geschilderten Fall, so macht er sich gleichwohl bei jeder zur
Auswechslung des Sterilisiergutes vorgenommenenUnterbrechung der Dampferzeugung
mehr oder weniger empfindlich bemerkbar.
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Ferner beschreibt die deutsche Patentschrift 43o 64o der Klasse 3o
i- auf Seite 2, Zeilen 74 bis 9o, eine aus einem stehenden und liegenden zylindrischen
Behälter bestehende Sterilisiervorrichtung, die, abgesehen von entsprechenden, nach
Bedarf absperrbaren Rohrverbindungen, durch ein Winkelstück so miteinander verbunden
sind, daß umschichtig bald
der eine, bald der andere Behälter als
Kochraum dient, während der jeweils fieie -1khälter zum Beschicken mit neuem Sterilisiergut
benutzt wird. Es soll hierdurch eine Art Dauerbetrieb unter besonderer Schonung
der Kochflüssigkeit erreicht werden; .ein gewisser Vorteil, dem der Nachteil der
äußerst umständlichen Bau- und Bedienungsweise scharf gegenübersteht.
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Bei allen diesen Vorrichtungen macht sich hiernach der Übelstand bemerkbar,
daß sie die Durchführung eines regelrechten praktischen Dauerbetriebes ohne wesentliche
Wärme-und Zeitverluste nicht gestatten.
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Im Gegensatz hierzu ist durch den Erfindungsgegenstand eine Sterilisiervorrichtung
geschaffen, die die erwähnten Mängel nach Möglichkeit vermeidet. Zu diesem Zweck
ist der zur Aufnahme des Sterilisiergutes dienende Behälter mit dem unter Dampfdruck
zu setzenden Wasserspeicher durch eine Rohrleitung derart verbunden, daß man es
mittels in ihr vorgesehener Sperrorgane nach Inbetriebsetzung der Vorrichtung jederzeit
in der Hand hat, den Behälter unmittelbar vom Wasserspeicher aus zu füllen und ihn
zur Aufnahme neuen Sterilisiergutes ohne nennenswerte Unterbrechung des Betriebes
und ohne wesentliche Wärmeverluste ebenso unmittelbar zurück in den Speicher zu
entleeren. Und =rar geschieht das in der Weise, daß je eine in an sich bekannter
Weise durch eine Sperrvorrichtung nach Wahl zu öffnende oder zu schließende Rohrleitung
einerseits den Boden des vorzugsweise in den Wasserspeicher hineingesenkten Sterilisierbehälters
mit deni Tiefstwasserrautn des Wasserspeichers, andererseits die Dampfräume der
beiden Behälter miteinander verbinden.
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Eine Ausführungsform der Vorrichtung ist auf der Zeichnung in senkrechtem
Schnitt dargestellt.
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Das als Wasserspeicher vorgesehene -Gefäß i, dient gleichzeitig als
mittelbarer Träger des SterilisierbehäIters 6, und zwar unter Einschaltung eines
besonderen Trägerstückes 7, auf dessen Flansch 8 der nach außen abgebogene Rand
des Behälters fest und dicht aufruht. Der Zustrom zum Wasserspeicher i erfolgt durch
eine Leitung 2, wobei der niedrigste Wasserstand durch einen Schwimmer 3 konstant
gehalten wird. Zur Erhitzung des Speichers dient der Brenner 4 und zur Temperaturregelung
ein Thermoregler 5 bekannter Art.
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Vom Boden des Behälters 6 zweigt nun eine Leitung g ab, welche, die
Wandung des Gefäßes i durchsetzend, nach außen führt, dort mit einem Hahn oder einem
sonstigen Sperrorganro versehen ist und unterhalb des Niveaus N. W. in das Gefäß
i einmündet. Von dem Gefäß i geht oben eine Leitung ri ab, die mit einem Hahn i2
versehen ist und über ein zu einem Sicherheitsventil 13 und zu einem Manometer i
¢ führendes Zweigrohr i i' mit einer Leitung 15 in Verbindung steht, die
nächst dem Scheitel des Behälters 6 In diesen einmündet und . mit einem AbschluPyorgan
16 ausgestattet ist. Vom Behälter 6 führt ein Rohr i 7 nach außen zu einem Probierhahn
18 und zu einer mit einem Steuerventil 2o versehenen Abzugsleitung i g, mit
der auch der Boden des Gefäßes i mittels der Leitung 21 in Verbindung steht, die
durch einen Hahn 22 abschließbar ist. Der Behälter 6 wird durch einen dampf- und
druckdicht aufsetzbaren,. nach innen zu eingesenkten Deckel 23 abgeschlossen.
Das Gefäß i ist mit einem Mantel 24 zur Führung der Heizgase entlang der lotrechten
Gefäßwandung versehen. Vom Mantel führt ein Stutzen 25 zur Abzugsleitung für die
Verbrennungsprodukte. Ein Wasserstandsanzeiger 26 dient zur Feststellung der Füllungsmenge
des Gefäßes i, dessen Fassungsraum derart bemessen ist, daß nach Entleerung des
Behälterinhalts 6 in den Speicher i das Niveau vom Stand N. W. bis zum Stand H.
W. angestiegen ist.
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Zum Betriebe der neuen Vorrichtung wird durch die Leitung 2 und bei
offenem Hahn 12 das Gefäß i bis zum Stand N. W. mit Wasser gefüllt; bei geschlossenem
Hahn ro wird der Behälter 6 vollgefüllt und sein Inhalt durch öffnen des Hahnes
i o in das Gefäß i abgelassen; das Wasserniveau darin steigt dadurch auf die Höhe
H. W. Man kann das Auffüllen des Gefäßes i auch durch die Leitung i i und bei offenem
Hahn 12 bewerkstelligen.
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Hierauf wird das - Gefäß i durch Schließen der Hähne i o und 12 abgeschlossen
und das Wasser auf. die gewünschte Temperatur, etwa 120' C, mit Hilfe des Brenners
4 erhitzt. Hierbei wird durch den entwickelten. Dampf ein Druck im Gefäß i erzeugt.
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Soll die Sterilisation von Instrumenten o. dgl. durchgeführt werden,
so werden. diese nach Abnahme des Deckels a3 in den Behälter 6 eingebracht; hierauf
wird der Deckel 23 dicht aufgesetzt und alsdann der Hahn i8 der Leitung 17 sowie
der Hahn i o der Leitung 9 geöffnet. Infolge des Dampfdruckes steigt das Wasser
aus dem Gefäß i durch die Leitung 9 in den Behälteir 6 empor. Dessen Füllung ist
am Probierhahn 18 erkennbar, weil dort alsdann ein Wasser-Dampf-Gemisch austritt,
während anfänglich nur Luft und Dampf abströmt. Wenn das Ausströmen von Dampf durch
den Hahn 18 unerwünscht ist, kann dieser Dampf etwa durch einen in die Leitung
i9 eingebauten Strahlsauger oder auf andere Weise abgeführt werden. Sobald der
Behälter
6 gefüllt ist, wird der Hahn 18, gegebenenfalls der etwa geöffnete Hahn 2o und der
Hahn io geschlossen. Die im Gefäß i verbliebene Wassermenge wird durch den Bren-,
ner 4. weiter erwärmt und das Wasser im Behälter 6 durch den ihn umgebenden Dampfmantel,
stammend vom Gefäß i, auf der gewünschten Temperatur erhalten. Ist der Behälter
6 nicht im Gefäß i versenkt angeordnet, so kann durch irgendeine Heizung die erwünschte
Wassertemperatur im Behälter 6 aufrechterhalten werden.
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Sollen die Instrumente dem Behälter 6 entnommen werden, so wird dessen
Scheitel durch Offnen des Hahnes 16 in Verbindung mit dem Gefäß i gebracht
und der Hahn io geöffnet. Der Dampf aus dem Gefäß i strömt durch die Rohre i i,
i i' und 15 in den Behälter 6. Es stellt sich Druckgleichgewicht ein, und
der Wasserinhalt des Behälters 6 sinkt durch die Leitung 9 in das Gefäß i zurück.
Das früher vom Schwimmer 3 auf der Höhe N. W. gehaltene Wasserniveau steigt bis
zum Stande H. W. Ist der Behälter 6 .vom Wasser gänzlich entleert, so werden die
Hähne 1o und 16 geschlossen und durch Öffnen des Hahnes 18 bzw. des Hahnes 2ö kann
die in dem Behälter 6 befindliche Dampfmenge zum Abströmen gebracht, abgesaugt oder
kondensiert werden, worauf der Deckel geöffnet und die Instrumente herausgenommen
werden können. Sind die Instrumente nicht für den sofortigen Gebrauch bestimmt,
sondern sollen sie auf Vorrat sterilisiert werden, so können nach Abzug des Dampfes
. aus dem Behälter die Instrumente trocknen, was durch die Wärmeabgabe des Dampfes
im Gefäß i an den Behälter 6 unterstützt wird. Falls es erwünscht ist, kann der
Behälter 6 auch nur mit Dämpf gefüllt werden; dann eist auch eine Sterilisation
von Instrumenten oder anderen Gegenständen nur mit Dampf und ohne Wasser mit nachfolgendem
Trocknen möglich.
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Durch den Umstand, daß die Wärme des im Gefäß i entwickelten Dampfes
zum Teil zur Aufrechterhaltung «der Wassertemperatur im Behälter 6 nutzbar gemacht
wir'd, ist der Verbrauch an Heizmaterial geringer als bei Einrichtungen, bei welchen
der Sterilisationsbehälter-unmittelbar beheizt wird. Eine weitere Ersparnis an Heizmaterial
wird durch die teilweise Rückgewinnung der Wärmemenge des im Behälter 6 ausgenutzten
Wassers bei dessen Rückleitung in das Gefäß i erzielt.