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Druckkocher zum Sterilisieren von gefüllten Konservendosen Die Erfindung
betrifft einen Druckkocher zum Sterilisieren von gefüllten Konservendosen durch
eine unter Druck stehende mittels Dampf erhitzte Flüssigkeit, insbesondere Wasser.
In einem solchen Kocher steigt während der Kochung der Druck in den Konservendosen
beträchtlich an. Aus diesem Grunde muß von außen her auf die Konservendosen ein
erhöhter Druck ausgeübt werden; dessen Höhe regelbar sein muß. Um zu vermeiden,
daß das Kondensationswasser des Dampfes, der während des Sterilisierens zum Zwecke
der Heizung in die Kochflüssigkeit eingeleitet wird, seinen Druck in unzulässiger
Weise erhöht, mu ß ferner eine selbsttätige Regeleinrichtung vorgesehen sein, die
den Kochdruck nicht über eine bestimmte Höhe steigen läßt.
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Es ist bekannt, Druckkocher mit einem Drucklüftbehälter zu verwenden
und so mit Hilfe der Druckluft einen regelbaren Drück im Kocher sicherzustellen.
Dieses Vorgehen erfordert aber besondere Druckluftquellen, die in älteren Anlagen
nicht zur Verfügung stehen und für deren Aufstellung häufig auch keine Möglichkeit
besteht. Um nun auch vorhandene Kocher nachträglich als Druckköcher verwenden zu
können; wird erfindungsgemäß
der Raum unterhalb des Deckels durch
eine Leitung mit einem Gefäß zur Aufnahme von beim Füllen verdrängter Luft verbunden
und zur Rückführung von Luft in den Drucklocher zwecks Druckerhöhung das Gefäß an
eine Druckwasserleitung angeschlossen. Hierbei ist nur ein als Druckflasche dienender
Behälter erforderlich, während als Druckquelle die stets vorhandene Kaltwasserleitung
dient.
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Um den Druck während der Kochung zu begrenzen, ist ferner erfindungsgemäß
mit dem Behälter zur Aufnahme der verdrängten Luft, der im folgenden als Druckflasche
bezeichnet ist, bzw. mit der Verbindungsleitung zur Wasserleitung ein selbsttätiges
Ventil verbunden, das bei Überschreiten eines bestimmten Druckes Wasser aus der
Druckflasche austreten läßt.
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Die Abbildung zeigt in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
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Hiernach besteht die erfindungsgemäße Anordnung aus dem Kochbehälter
i, dem Luftbehälter oder der Druckflasche 15 und dem Speicherbehälter 13. Der Kochbehälter
i weist an seinem Boden einen Anschluß B und in seinem oberen Teil dicht unterhalb
des Deckelflansches einen Anschluß A auf. Dieser Anschluß A ist im Inneren des Speicherbehälters
i, wie aus Fig. 2 hervorgeht, mit einer Tasche 25 versehen, die unmittelbar an der
Oberkante des Deckelflansches des Speicherbehälters i endet. Von einer Kaltdruckwasserquelle,
beispielsweise einer Pumpe oder einem Hochbehälter, wird kaltes Druckwasser über
eine Leitung 26, in die ein Ventil ig eingeschaltet ist. dem unteren Teil des Speicherbehälters
13 zugeführt. Vordem Ventil 19
zweigt von der Leitung 26 eine Leitung 27 mit
einem Absperrventil 17 ab, die zum unteren Teil der Druckflasche oder des Luft-Behälters
15 führt. Zwischen dem Ventil 17 und dem Anschluß der Leitung 27 an die Druckflasche
15 ist ein automatisch in Abhängigkeit von einem Druck arbeitendes Regelventil 12
und eine zum Ablauf führende Leitung28 mit einem Absperrventil 18 vorgesehen.
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Von einem Heizkessel führt eine Leitung 29. in die ein Absperrventil
2o eingeschaltet ist, zu einer Düsenrohreinrichtung 30, über die in feiner Verteilung
der Heizdampf der im Inneren des Speicherbehälters 13 vorhandenen 1 Flüssigkeit
zugeführt werden kann. Von der Leitung 29 zweigt vor dem Ventil 2o eine Leitung
D mit einem Absperrventil 2i ab, die im oberen Teil des Speicherbehälters 13 mündet.
Von diesem oberen Teil aus führt auch eine Entlüftungsleitung 31 mit einem Absperrventil
14 ins Freie. Eine weitere Heizdanipfleitung 32 mit einem Ventil 6 führt zti einer
Düsenrohreinrichtung oder einer Heizschlange 2, die im Inneren des Koch-Behälters
i in der Nähe seines Bodens- angeordnet ist.
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@, Sowohl die Druckflasche 15 als auch der Speicherbehälter sind mit
einem Flüssigkeitsanzeiger versehen, der bei der Druckflasche t das Bezugszeichen
16 und bei dem Speicherbehälter das Bezugszeichen 33 hat. Der obere Teil der Druckflasche
15 ist über eine Leitun- C. in die ein Manometer d. eingeschaltet ist, mit dem Flüssigkeitsraum
des Kochbehälters i unterhalb seines Deckelflansches verbunden.
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Von dein unteren Stutzen B des Kochbehälters führt eine mit einem
Absperrventil 7 versehene Leitung 34 zum Ablauf. In ähnlicher Weise führt von diesem
Stutzen eine mit einem Absperrventil 5 versehene Leitung 35 zum unteren Teil des
Heißwasserspeichers 13. Von der Kaltwasserdruekleitung26 führen eine mit einem Absperrventil
9 versehene Leitung zu dem oberen Anschlußstutzen <-f und eine mit einem Absperrventil
8 versehene Leitung 37 zu dem unteren Anschlußstutzen R des Kochbehälters. Von der
Leitung 36 zweigt zwischen dem Anschlußstutzen A -und dem Absperrventil 9 eine mit
einem Absperrventil i i versehene Leitung 38 ab, die hinter dem Ventil 7 in die
Ablaufleitung 3.4 mündet. In ähnlicher Weise zweigt von der Leitung 36 zwischen
dem Anschlußstutzen A und dem Absperrventil 9 eine mit einem _'@bsperrventil i o
versehene Leitung ab, die hinter dem Ventil 5 in die Leitung 35 mündet. Zwischen
dem Ventil io und dem Anschlußstutzen A ist ein Sicherheitsventil 24 vorgesehen.
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Am Kochbehälter i ist außerdem eineThermometertasche 23 mit einem
Thermometer 22 angeordnet.
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Die erfindungsgemäße Einrichtung arbeitet auf folgende `'eise: Am
Anfang sind alle Absperreinrichtungen geschlossen. Der Speicherbehälter 13 wird
nunmehr durch öffnen derAbsperreinrichtung ig mit Kaltwasser bis etwa 31i seiner
Höhe angefüllt. Danach wird dieses kalte Wasser durch Öffnen des Ventils 2o auf
Kochtemperatur gebracht. Nachdem der Kochbehälter oder Autoklav i mit Konservendosen
bis zum :1,utoklavrand gefüllt worden ist, wird der Deckel geschlossen und fest
verschraubt. Nach Erreichen der Kochtemperatur im Speicherbehälter 13 wird das Ventil
2o geschlossen; danach wird durch Öffnen des Ventils 5 und gleichzeitiges Öffnen
des Ventils 21 der Kochbehälter von unten her unter Druck mit Heißwasser angefüllt.
Dadurch, daß das heiße Wasser im Kochbehälter i ansteigt, wird die Luft in ihm und
in der Druckflasche 15 unter
Druck gesetzt und verdichtet. Wenn
das in die Verbindungsleitung C eingeschaltete Manometer q. einen Druck von etwa
1,5 atü anzeigt, läßt man durch das geöffnete Ventil i i so lange Druckluft ab,
bis Wasser durch den Ablauf abläuft. Dies zeigt an, daß der Kochbehälter bis zum
Oberrande der Tasche 25 mit heißem Wasser gLngefüllt ist. Nun werden das Ablaufventil
i i, das Heißwasserventil 5 und das Heizdampfventil 21 geschlossen.
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Durch Öffnen des in die Leitung 32 eingeschalteten Heizdampfventils
6 wird das Wasserbad im Autoklav i nunmehr wieder auf Kochtemperatur erhitzt; durchDrosselung
des zuströmenden Dampfes mit Hilfe des Ventils 6 wird die Kochtemperatur konstant
gehalten. Da zum Zwecke der Beheizung der Heizdampf unmittelbar der Kochflüssigkeit
zugeführt wird, erhöht sich bei dem Nachheizen der Druck im Autoklav durch das anfallende
Kondensat des Heizdampfes. Wenn diese Druckerhöhung nicht. ausreicht, wenn also
der Druck, der für die zu sterilisierenden Dosen - es wird vor allem an Aluminiumdosen
gedacht - für erforderlich gehalten wird, nicht erreicht wird, erhöht man den Druck
durch Öffnen des Ventils 17. Auf diese Weise kann nunmehr Kaltdruckwasser in den
unteren Raum der Druckluftflasche 15 eintreten und die dort schon verdichtete Luft
weiter zusammenpressen. Hierbei zeigt das Wasserständsglas 16 an, wie weit die Druckflasche
mit Wasser gefüllt ist. Wenn der erforderliche Druck bei der Kochung erreicht ist,
kann das Ventil 17 wieder geschlossen werden. Der Druck hat jedoch das Bestreben,
bei dem Fortgang infolge der Erwärmung der Luft und durch Anfallen weiteren Kondensats
anzusteigen, eine Druckerhöhung wird jedoch durch das automatisch arbeitende Druckminderventil
12 vermieden, das zwecks Konstanthaltung des Druckes eine. gewisse Menge von Kaltwasser
zum Ablauf selbsttätig ableitet.
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Nach Beendigung der Kochung werden alle Ventile geschlossen. Danach
werden das Ventil 8 und das Ventil io geöffnet, so daß nunmehr von unten her kaltes
Druckwasser in den Autoklav eintritt und das unter Druck stehende heiße Wasser über
die Leitung 39
und die Leitung 35 zum Heißwasserspeicher 13 zurückgedrückt
wird. Das Ventil 14 in der Entlüftungsleitung muß hierbei ebenfalls etwas geöffnet
werden. Nach Füllung des Heißwasserspeichers wird das Ventil io in dem Maße. geschlossen,
wie nunmehr das Ventil i i geöffnet wird. Die beiden Ventile müssen hierbei derart
in- Abhängigkeit voneinander bewegt werden, daß derDruck innerhalb des Autoklaven
bei weitergeöffnetem Kaltwasserventi18 konstantbleibt. DasKaltwasser drückt jetzt
das nur noch mäßig erwärmte Wasser über das geöffnete Ventil i i so lange in den
Ablauf, bis das austretende Wasser eine Temperatur von etwa 15° C aufweist. Jetzt
wird das Ventil geschlossen, so daß der Druck im Autoklaven fällt, da ja kein kaltes
Wasser mehr eintreten kann.
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Durch Öffnen des Ventils 18 wird nunmehr das Druckwasser aus der Druckflasche
15 abgelassen. Der Deckel des Autoklaven kann jetzt geöffnet werden. Danach wird
zweckmäßigerweise nochmals das Ventil 8 geöffnet, damit das jetzt eintretende kalte
Wasser den Wasserspiegel hebt, wodurch jeglicher Fettschlamm über den Autoklavrand
abfließen kann.
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Nach Schließen des Ventils können die Käfige mit den sauberen, fertig
gekochten und abgekühlten Konservendosen aus dem Autoklaven herausgenommen werden.
Erst jetzt wird das kalte Wasser durch Öffnen des Ventils 7 aus dem Autoklaven zum
Ablauf abgelassen. Nun können die Ventile 7, 11 und 18 wieder ,geschlossen werden.
Die Anlage ist von neuem betriebsfertig.