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Schützenwechsel für Webstühle Es sind Schützenwechseleinrichtungen
für Webstühle bekannt, die mit einem sog. Eintrommelgetriebe arbeiten, d. h. mit
einem Getriebe, bei welchem ineinandergesteckte Exzenter bzw. Exzenterringe zur
Anwendung kommen. Diese Exzenter werden durch von der Wechselkarte gesteuerte Maltesergetriebe
(Mitnehmervorrichtung) so verdreht, daß entsprechend der Summenwirkung ihrer Exzentrizitäten
die Verstellung der Schützenkästen erfolgt.
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Bei dieser Art Schützenwechseleinrichtungen besteht die Schwierigkeit,
die Steuerung des Maltesergetriebes so einzurichten, daß das gleiche Kartenbild
bzw. die gleiche Stelle der Stuhlmusterkartenvorrichtung stets die gleiche Einstellung
der Schützenkästen bewirkt. Soweit es sich nur um zweizellige Schützenwechseleinrichtungen
bzw. um Schützenwechseleinrichtungen handelt, bei denen die Exzenter durch Doppeltrommelanordnung
hin und her gedreht werden, mag diese Aufgabe leicht zu erfüllen sein, ganz abgesehen
davon, daß die insoweit gemachten Vorschläge immer noch baulich und unsicher verwickelt
in der Wirkungsweise sind.
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Weit schwieriger ist aber die Aufgabe bei Einrichtungen zu lösen,
die als Eintrommelgetriebe ausgebildet sind und bei denen es sich um die Einstellung
von drei- und mehrzelligen Schützenkästen handelt. Die insoweit bekanntgewordenen
Einrichtungen arbeiten unzuverlässig und unterliegen einem starten Verschleiß. So
ist eine der bekannten Einrichtungen derart ausgebildet, daß durch ein wechselweise
auf und ab geführtes doppeltes Steuergestänge die Bewegung der Hubexzenter eingeleitet
wird, wodurch erst die Verzahnungen in den Bereich des umlaufenden Zahnsegmentes
gebracht werden. Diese Anordnung hat unter anderen den Nachteil, daß sich die Steuermittel
sehr leicht ausschlagen und abnutzen, so daß der Eingriff der Verzahnungen leicht
in unor.dnungsgernäßer Weise erfolgt, was zu Brüchen o. dgl. Betriebsstörungen führt.
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Bei einer anderen bekannten Einrichtung erfolgt die Steuerung des
die Exzenter verstellenden Maltesergetriebes durch einen Bolzen, der auf die axiale
Verschiebung der Mitnehmertrommel hinwirkt. Dieser Bolzen ist längs verschiebbar
und schwenkbar gelagert und wird einerseits von der Leseeinrichtung und andererseits
von einer mit den Exzentern verbundenen Hubkurve gesteuert. Diese Einrichtung arbeitet
deshalb umzuverlässig, weil der Bolzen nicht nur verhältnismäßig stark beansprucht
wird, so daß Bruchgefahr besteht, sondern durch .den starken Verschleiß schlagen
sich .die entsprechenden Führungen auch sehr schnell aus, so daß ein Verfehlen der
von der Leseeinrichtung gesteuerten und
auf den Bolzen arbeitenden
Stößeleinrichtung unvermeidlich ist, was zu Fehlstellungen der Schützenkästen führt.
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Erfindungsgemäß ist nun ein die Mitnehmervorrichtung steuernder Hebel
vorgeseheiz; der durch die Wechselkarte und die auf der" Hubexzenterwelle sitzende
Hubscheibe so ge=` , steuert wird, daß die Wechselkarte die Endstellung des Steuerhebels
einleitet und durch die Hubscheibe die Auswahl zwischen der Endstellung und der
neutralen Mittelstellung getroffen wird. Auf diese Weise wird eine Einrichtung geschaffen,
die sich einerseits durch fast völlige Verschleißlosigkeit auszeichnet, im übrigen
aber auch bei sehr schnellem Webstuhllauf zuverlässig arbeitet.
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Zweckmäßig ist es, die axiale Verschiebung, der Mitnehmerstifte durch
einen zweiarmigen Hebel erfolgen zu lassen, der einerseits mit einem Verschiebezapfen
in eine Ringnut des an der Mitnehmerscheibe vorgesehenen Bundes eingreift, während
das andere Ende des Hebels einen Gabelhebel trägt, dessen Gelenkzapfen rechtwinklig
zu dem des Doppelarmhebels steht, wobei an dem Gabelhebel ein Gestänge mit elastischem
Zwischenglied nach, der Leseeinrichtung führt und an dem Gabelliebel ein zweites
von einer mit dem Hubrad verbundenen Kurvenscheibe betätigtes Gestänge kraftschlüssig
angreift, durch welches der Gabelhebel je nach Stellung der Kurvenscheibe in eine
neutrale Stellung gelangt oder je nach Betätigung der Leseeinrichtung nach oben
oder unten geschwenkt wird, so daß die an dem unteren oder oberen Ende des Gabelhebels
vorgesehenen Zapfen in den Bereich von an einer Trommel sitzenden Kurven geführt
werden. Dabei können die an dem Gabelhebel vorgesehenen Bolzen mit Rollen versehen
sein, die sich nach ihrem freien Ende zu derart konisch vergrößern, daß die Rollen
innerhalb,der entsprechend schwalbenschwanzförmig profilierten Hubkurven über die
Länge derselben gegen selbsttätiges Lösen gesperrt werden.
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Weiterhin ist es zweckmäßig, sowohl die Sperrscheibe als auch die
an den Hubrädern vorgesehenen, als Anschläge dienenden Vorsprünge an den entsprechenden
Flanken mit Abschrägungen zu versehen, damit beim Eingriff des Mitnehmerbolzens
mit dem zugeordneten Vorsprung letzterer die Sperrscheibe sicher aus seiner Bewegungsebene
herausdrückt. Beim Fehlen dieser Abschrägung würde der Vorsprung beim unvollkommenen
Eingriff auf die Sperrscheibe aufgeschlagen und zu Deformationen im Getriebe Anlaß
geben. Auf diese Weise wird eine durchaus formschlüssige Mitnahme durch die auf
dem Zahnsegment axial verschiebbare Mitnehmerscheibe mit dem Vorsprung am Hubrad
geschaffen: es wird also die Sperrscheibe aus ihrer Bewegungsebene herausgerückt,
wodurch jedwedes Auftreffen der Mitnehmerteile aufeinander und vor allen Dingen
die damit "zusammenhängenden Fehlstellungen vernlieden werden.
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Zur näheren Erläuterung dient das auf der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiel.
Abb. i zeigt einen senkrechten Längsschnitt durch die Steuereinrichtung der Schützenkästen
nach der Linie 1-1 der Abb. 2. Abb. z und 3 zeigen teilweise Draufsichten. Abb.4
zeigt eine Seitenansicht. und zwar in Richtung des in Abb. 2 eingezeichneten Pfeiles
gesehen.
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Abb. 5 zeigt einen Teil der Lesekarte.
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Abb. G zeigt einen Teil der Abbildung im vergrößerten Maßstabe.
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Abb. 7 zeigt dazu eine Draufsicht mit teilweisem waagerechtem Querschnitt.
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Abb. 8 zeigt die Darstellung nach Abb. ; in einer anderen Wirkungsstellung
der Teile. Abb. 9 zeigt eihe Sonderdarstellung.
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Abb. io zeigt einen Ausschnitt der Abb. i, wobei jedoch das Hubrad
um i8o° fortgeschaltet ist. Gleichzeitig ist in dieser. Stellung die Verriegelungsschiene
eingelegt.
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Abb. i i zeigt die verschiebbare Trommel in Wirkungsstellung, wobei
die Verriegelungsschiene noch eingelegt ist.
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Abb. 12 zeigt die gleiche Einrichtung, jedoch mit abgelöster Verriegelungsschiene,
wobei die Verschiebetrommel aus dem Bereich der Wirkungsstellung gekommen ist.
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Die Platinen i sind durch den gemeinsamen Drehzapfen 2 an einem Hebel
3 befestigt, der auf der im Maschinengestell gelagerten Achse 4. befestigt ist.
Auf der Achse .4 sitzt weiterhin der Hebelarm 5, an dessen Ende ein Gestänge 6 angreift,
Das Gestänge 6 wird durch eine nicht mit dargestellte Kurvenscheibe so auf und ab
bewegt, daß der Hebel 3 jeweilig, nachdem der Kartenzylinder 7 seine Schaltbewegung
ausgeführt hat, einmal im Sinne des in Abb. i eingezeichneten Pfeiles ausgeschwungen
wird. über den Kartenzylinder 7 läuft die Papierkarte 8, mit der die in. dem Rahmeng
gefangen gehaltenen Kugeln io zusammenwirken. Findet die Kugel io ein Loch in der
Karte vor, dann sinkt sie in die aus Abb. i ersichtliche Stellung, so daß, wenn
die betreffende Platine i mit ihrer Anlauffläche i' über die Kugel io geführt wird,
die Platine in der gesenkten Stellung verbleibt, so daß ihr hakenförmig ausgebildetes
Ende i" mit einem Stift i i zusammentrifft. Der Stift i i ist an einem Lenker 12
befestigt, der einerseits durch den Drehzapfen 13 mit einem Hebel 1d. in Verbindung
steht. Die Hebel 14, von denen ebensoviel wie Platinen i vorhanden sind, sind auf
der gemeinsamen Achse 15 gelagert.
Andererseits ist jeder der Lenker
12 durch den Drehzapfen 16 mit dem Hebel 17 verbunden, der mit seinem gegabelten
Ende 17' die Stange i8 übergreift. An dem Hebel 12 greift die Zugfeder i9 an, die
bestrebt ist, das Hebelgelenk 12, 16, 17 in die aus Abb. i ersichtliche ausgezogene
Stellung zu schwingen.
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Durch das Zusammentreffen der hakenartig ausgebildeten Nase i" mit
dein Stift i i wird das Handgelenk 12, 16, 17 in die durch strichpunktierte Linien
in Abb. i eingezeichnete Stellung geschwenkt. Dadurch wird aber der Hebel 14 in
die durch strichpunktierte Linien angedeutete Stellung nach oben geschwungen. Jedes
der Enden der Hebel 14 ist durch ein Federgestänge 2o mit einem gegabelten Hebel
21 verbunden. Die Hebel 21, von denen ebenso viele wie Platinen i bzw. Hebel 14
vorhanden sind, sind je durch einen waagerecht liegenden Drehzapfen 2z. mit einem
zweiarmigen Hebel 23 verbunden. Die Hebel 23 sitzen drehbar auf den senkrecht angeordneten
Drehzapfen 2d., die an Lappen des Maschinengestells 25 befestigt sind.
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lin Gestell 25 ist neben der Achse 29 die Welle 30 gelagert.
An zwei Gestellausladern 31 ist schließlich noch die Achse 32 gelagert, auf der
die Kurventrommeln 33 befestigt sind. Die Bewegung der Achse 32 erfolgt von der
Welle 3o aus, die derart in Richtung des in Abb. i eingezeichneten Pfeiles in Umlauf
versetzt wird, daß sie bei jeder Stuhltour um eine Umdrehung gedreht wird. Auf der
Welle 3o sitzt die Hubscheibe 34 (vgl. auch Abb. 4.), in deren Flanke eine Kurvennut
35 eingearbeitet ist. In die Kurvennut 35 greift eine Rolle 36, die an dem einen
Ende des zweiarmigen Hebels 37 vorgesehen ist. Der zweiarmige Hebe137 sitzt auf
dem am Maschinengestell vorgesehenen Achszapfen 38. An dem freien. Ende des Hebels
37 ist mittels des Drehzapfens 39 eine Büchse 40 schwenkbar gelagert. Durch die
axiale Bohrung der Büchse 40 greift die Stange 41, die durch den Drehzapfen 42 mit
einem zweiarmigen Hebel 43 verbunden ist. Der zweiarmige Hebel 43 ist auf der Achse
32 befestigt. Mittels einer auf die Stange 41 aufgeschobenen Druckfeder 44, die
sich einerseits gegen die Muttern 45 abstützt, wird die Büchse 40 gegen die Muttern
46 gedrückt, die der Büchse 4o als Widerlager dienen. Bei der Drehung der Welle
so wird der zweiarmige Hebel 43 so bewegt, daß er während jeder Umdrehung einmal
hin und her geschwungen wird, so daß auch die auf der Achse 32 sitzenden Kurventrommeln
33 einmal hin und her geschwungen werden.
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An dem gegabelten Ende des Hebels 23 sind zwei Zapfen 5o vorgesehen,
die in die Ringnuten 52', 53', 5-#, 55' eingreifen. Jede der Büchsen 52 bis 55 ist
.mit einer teilweise verzahnten Scheibe (halbkreisförmiges Segment) 52", 53"@, 54",
55" auf Mitnahme, aber axial verschiebbar gekuppelt. Die Scheiken 5.,-..,
53", 54.., 55.. sind auf der Welle 30 befestigt. Die Büchsen 52 'bis 55 sind
je mit zwei Ausladern 56 versehen (vgl. auch Abb. 6 bis 8), an denen mittels der
Zapfen 57 Rollen 58 gelagert sind. Zwischen den Scheiben 52" bis 55" und den Büchsen
52 bis 55 sind Druckfedern 59 eingeschaltet, die das Bestreben haben, die Buchsen
in der aus Abb. 2 und 7 ersichtlichen Stellung zu halten. An jeder der Büchsen 52
bis 55 ist noch ein kreisringförmiger Bund 6o vorgesehen, der als Sperrung für die
Teile 61 dient. Die Teile 61 sitzen an Platten 62 und sind mit der Sperrringscheibe
6o entsprechend ausgebildeten konkaven Ausnehmungen 61' versehen. Zu beiden Seiten
der ausladenden Teile 61 sind schlitzförmige Ausnehmungen 63 vorgesehen, deren Weite
dein Durchmesser der Rollen 58 angepaßt ist. Die Platten 62, von denen ebenso viele
vorgesehen sind, als Ringscheiben 6o bzw. Büchsen. 52 bis 55 vorhanden sind, sitzen
drehbar auf der Achse 29. Mit jeder der Platten 62 ist ein Hubrad 64 verbunden,
dessen Verzahnung an den beiden diametral gegenüberliegenden Stellen 64' unterbrochen
ist. Mit jeder Scheibe 62 ist weiterhin durch einen Bund 65 eine Scheibe 28 verbunden.
Wie aus Abb.2 ersichtlich ist, sind je zwei Getriebebeile 61 bis 65 zu einem Aggregat
zusammengeschlossen, indem zwischen den beiden Scheiben 28 je eines Aggregates zwei
aufenanderesteckte Exzenter ;angeordnet sind. Der innere Exzenter 66 ist dabei gleich
an dem einen. Bund 65 bzw. Scheibe 28 angebracht, während der äußere Exzenterring
6; mit einem Zapfen 68 versehen ist, der als Lager für eine Rolle 69 dient. Die
Rolle 69
greift in einen radial gestellten Schlitz 7o der Scheibe 28 des anderen
Bundes 65 ein. Zu dem Zwecke ist die betreffende Scheibe an der entsprechenden Stelle,
wie das aus Abb. 7 ersichtlich ist, mit einer Verstärkung 28' versehet, Der Exzenter
67 wird von dem Auge 71 des Gestänges 72 umgriffen, welches durch den Drehzapfen
73 an einem Hebel 7.4 angreift. Der Hebel 74 ist bei 75 am Maschinengestell gelagert.
An seinem freien Ende 74' greift die Steuerstange für die Schützenkästen an: Mit
dem freien Ende des Hebels 43 ist durch den Drehzapfen ein zügelartiger Lenker 77
verbunden, in dessen schlitzartiges Ende 77' ein Zapfen 78 eingreift. Der Zapfen
78 ist an einem bei 79 gelagerten Hebel 8o angebracht. Dieser Hebel steht unter
dem Zuge der Feder 81, die bestrebt ist, denselben in Richtung des eingezeichneten
Pfeiles (Abb. i)
zu verschwenken. An dem Hebel 8o ist weiterhin
eine Anschlagleiste 82 vorgesehen, die in der ausgeschwungenen Stellung nach Abb.
io des Hebels 8o die ausladenden Teile 26' der Hebel 26 untergreift und dadurch
diese sperrt.
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Die Hebel 26 sind auf dem am Maschinengestell befestigten Zapfen 51
schwenkbar gelagert. Neben jedem Hebel 26 ist ein weiterer zweiarmiger Hebel
--7 gelagert mit an den freien Enden der Hebel 27 gelagerten Rollen 27',
die mit je einer Kurvenscheibe 28 in Eingriff stehen. Da, wie aus Abb. z ersichtlich
ist, vier Kurvenscheiben 28 vorhanden sind, sind auch vier Hebelpaare 26, 27 vorgesehen.
Der Hebel 26 ist mit einem seitlichen Auslader 26" versehen, der in den Bereich
eines am freien Ende des Hebels 27 angebrachten seitlichen Ausladers 27" ragt. In
letzterem ist ein Bolzen 83 befestigt, der durch ein entsprechendes Auge im Auslader
26" hindurchgreift. Durch, eine auf den Bolzen 83 aufgesteckte Feder 84., die sich
einerseits gegen die Muttern 85 stützt, werden die beiden Auslader 26" und 27" federnd
aufeinandergedrückt und dadurch die Hebel 26 und 27
miteinander kraftschlüssig
verbunden.
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Mit jedem der Hebel 26 ist ein gegabelter Hebel 21 durch einen zügelartigen
Lenker :47 verbunden. Diese Lenker 4.7 sind durch Drehzapfen 48 einerseits mit den
Enden der Hebel 26 verbunden; andererseits übergreifen die an den anderen Enden
der Lenker 47 vorgesehenen langiochartigen Ösen 4.<o die an den gegabelten Hebeln
21 angebrachten Zapfen 21'.
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An den beiden. Enden, der gegabelten Hebel 21 sind mittels der Zapfen
86 Rollen 87 gelagert, die in der aus Abb. 1, 9 ersichtlichen Weise konisch profiliert
sind. Jedem dieser gegabelten Hebel 21 ist eine Kurventrommel 33; zugeordnet, die
je zwei Kurvenbahnen 33' und 33" haben. Die Hubkurven, die in auf den Trommeln 33
aufgesetzten Rippen eingearbeitet sind, haben ein den konischen Rollen 87 entsprechendes
Querschnittsprofil.
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Zu bemerken ist noch, daß an den Hebeln 27 je eine Zugfeder 88 (Abb.
i) angreift, die die Rollen 27' mit den Kurven 28 in Eingriff hält.
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An jedem Hebel 17 ist ein Verriegelungshaken 17" angebracht, mit welchem,
soweit das Hebelgelenk 12, 16, 17 in die Strecklage (vgl. strichpunktierte Stellung
nach Abb. i) geführt worden ist, eine Riegelschiene 89 zum Eingriff gelangt. Die
Riegelschiene 89 ist an einem auf der Achse 9o schwenkbar angeordneten zweiarmigen
Hebel 91 befestigt. An dem freien Ende des Hebels 9i greift bei 92 ein Gestänge
an, welches, sobald der Hebel 3 seine linke Endstellung erreicht hat, die Riegelschiene
89 freigibt und bei Beginn der Rückverschiebung des Hebels 3 dieselbe auf kürzestem
Wege in die Wirkungsstellung bringt und so lange in derselben festgehalten wird,
bis der Hebel 3 seine linke Endstellung wieder einnimmt.
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Zu bemerken sei schließlich noch, daß die Endstellungen der Hebelgelenke
12, 16, 17 durch die Bolzen 93, 94., 95 begrenzt werden.
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Die Wirkungsweise _ der Vorrichtung ist folgende: a. Hat die betnefende
Kugel i o mit der Schaltung des Kartenzylinders 7 beispielsweise ein volles Stück
in der Karte 8 vorgefunden, dann wird, sobald die Anlauffläche 1' der Platine i
mit der angehobenen Kugel zusammentrifft, die Platine in die aus Abb. i ersichtliche
und durch strichpunktierte Linien angedeutete Stellung geschwenkt, so daß der stoßhakenartige
-Vorsprung i" der Platine i frei an dein Stift ii vorübergehen kann. Das entsprechende
Gelenk 12, 16, 17 bleibt also in der durchgeknickten Stellung stehen, so daß auch
der Hebel 14. die aus Abb. i ersichtliche, voll ausgezogene Stellung einnimmt. In
diesem Falle bleibt der Gabelhebel 21 in seiner neutralen, aus Abb. i ersichtlichen
Stellung (Mittelstellung) stehen. Bei der nach diesem Lesevorgang einsetzenden Verschwenkung
der Achse 32 von der Hubkurve 35 aus gehen die Kurven 33' und 33" an den Rollen
frei vorbei, so daß auch keine Verschwenkung des Hebels 23 erfolgt. Solange also
die entsprechende Kugel io nach jeder Schaltung des Kartenzylinders 7 ein volles
Stück vorfindet, wird auch der entsprechende Exzenter 66 bzw. Exzenterring 67 in
seiner Stellung weiter verharren.
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b. Sobald aber die betreffende Kugel io nach der Schaltung des Kartenzylinders
7_ ein Loch in der Karte 8 vorfindet, verbleibt bei Verschwenkung des Hebels 3 in
Richtung des in Abb. i eingezeichneten Pfeiles die Platine i in ihrer unteren Lage,
so daß der Haken i" auf den Stift i i auftrifft. Dadurch ist, wenn der Hebel 3 seine
linke Endstellung erreicht hat, das Gelenk 12, 16, 17 in die Strecklage (vgl. strichpunktierte
Stellung nach Abb. i ) geführt worden. Gleich nachdem diese Stellung erreicht ist,
wird der Hebel in der geschilderten Weise derart verschwenkt, daß die Riegelleiste
89 in die aus Abb. i durch strichpunktierte Linien angedeutete Wirkungsstellung
gelangt. Dabei hintergreift die Riegelschiene 89 den hakenartigen Fortsatz 17",
so daß, während der Hebel 3 seine Rückbewegung nach rechts ausführt, das Hebelgelenk
i2, 16, 17 entgegen. der Wirkung der Feder i9 in der gestreckten Stellung gehalten
wird.
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Durch das Überführen des Hebelgelenkes 12, 16, 17 in die gestreckte
Lage ist der zugeordnete Hebel 14 in die strichpunktierte Stellung nach Abb. i nach
oben geschwungen
worden. Gleichzeitig ist aber dabei unter Vermittlung
des Federgestänges 2o der gegabelte Ilebel 2 i nach oben geschwungen worden. Da
bekanntlich die Herbeiführung des Schüt7enwechsels einen größeren Zeitraum beansprucht
(praktisch etwa eine halbe Kurbelwellen-Umdrehung), muß in bekannter Weise eine
Verschieb1,uig zivische n der sog. Wechseleinleitung und der Durchführung des Wechsels
herbeigeführt werden. Wenn der Hebel 1.i die ausgeschwungene Stellung nach oben
einnimmt (vgl. auch Abb.9), dann ist der vorangegangene Wechsel noch keineswegs
beendet. Deshalb legt sich zunächst die untere Rolle des gegabelten Hebels 21 unter
leichter Dehnung des Federgestänges 20 an die untere Kurvenbahn 33' der ausgeschwungenen
Kurventrommel 33 an. Erst wenn die Kurventrommel die durch strichpunktierte Linien
aus Abb. 9 ersichtliche Stellung wieder erreicht, also der vorangegangene Wechsel
vollkommen beendet ist, kann die untere Rolle des Gabelhebels 21 so an die Kurventrommel
heranfedern (vgl. strichpunktierte Stellung nach Abb. 9), daß ihr konisches Profil
vor das entsprechend ausgebildete konische Gegenprofil der Kurvenbahn 33' zu liegen
kommt.
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Bei der hierauf erfolgenden Verschwenkung der Achse 32 von der Hubkurve
35 aus nimmt die entsprechende Kurve 33' die Rolle 87 auf. Die Kurven sind nun so
geführt, daß bei der Schwenkbewegung der Kurventrominel das zugeordnete Hebelpaar
21, 23 eine Verschwenkung um den Achszapfen 24 erfährt. Dadurch wird die zugeordnete
Büchse (beispielsweise die mit 52 bezeichnete, in deren Ringnut 52' die Bolzen 5o
des einerseits gegabelt ausgebildeten Hebels 23 eingreifen) derart verschoben, daß
die an der zugeordneten Mitnehnierscheibe vorgesehenen Zapfen bzw. Rollen 58 in
die Ebene der ausladenden Teile geschoben werden (vgl. Abb. 8). Da gleichzeitig
auch die Sperrscheibe 6o eine entsprechende Mitverschiebung erfahren hat, wird die
entsprechend konkav ausgebildete Stirnfläche 61' freigegeben. Der entsprechende
Bolzen bzw. die entsprechenden Rollen 58 greifen also in die zugeordnete Ausnehmung
63 ein und nehmen dabei das zugeordnete Hubrad 64. etwas in Richtung des in Abb.
6 eingezeichneten Pfeiles mit. Dadurch gelangt seine Verzahnung mit der Verzahnung
des Zahnsegmentes 52" in Eingriff, so daß, während das Zahnsegment 52" eine Umdrehung
ausführt, das mit den Zahnunterbrechungen versehene Hubrad eine halbe LTmdreliung,
also eine Verdrehung um 18o', erfährt. Zu diesem Arbeitsvorgang hat das Zahnsegment
52" etwa die reichliche Hälfte seiner Umdrehungszeit benötigt und steht die übrige
Zeit für die Einleitung und Verschiebung der Mitnehmerscheiben zur Verfügung. Dabei
leitet der zweite Bolzen bzw. die zweite Rolle 58 das Hubrad 64. in eine solche
Stellung über, daß das Hubrad der Zahnunterbrechung der Welle 3o gegenüberstellt
und die Stirnfläche 61' des betreffenden Vorsprunges mit der Stirnfläche der Sperrscheibe6o
zur Deckung gebracht ist. Bekanntlich führt während einer Umdrehung der Welle 3o
der Hebel 37 eine Hinundlierschwenkbewegung aus, die sich auch als eine solche bei
dein Hebel .43 bzw. bei der Achse 3-2 äußert. -Nachdem also das betreffende Hebelpaar
21, 23 bei der Schwenkbewegung der Trommeln 33 in Richtung des in Abb. i eingezeichneten
Pfeiles eine Verschwenkung in dem Sinne erfahren hat, daß die zugeordnete Mitnehmerscheibe
in die Wirkungsstellung (vgl. auch Abb. 8) geführt worden ist, wird während der
Rückschwingung der Trommehi 33 im Uhrzeigersinne das betreffende Hebelpaar 23, 21
wieder ist die Grundstellung zurückgeführt, so daß also die Mitnehmerscheibe wieder
in ihre Ausgangsstellung (vgl. Stellung nach Abb. 7) gelangt. Da in der oben geschilderten
Weise der betreffende Auslader 61 von der Rolle 58 aus in die ordnungsgemäße Endstellung
geführt worden ist, kann auch die Sperrscheibe wieder in ihre Wirkungsstellung gelangen,
in der sie die entsprechende Platte 62 bzw. das entsprechende Hubrad 6.4 gegen Verdrehung
sichert.
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Durch die Verdrehung des Hubrades 64 um 18o° ist,der mit ihm verbundene
Exzenter (im Falle: der Abb. 6 bis 8 der Exzenter 66) ebenfalls um 18o° gedreht
worden, so daß das Gestänge 72 die entsprechende Umstellung erfahren hat, die in
bekannter Weise auf das Schützenkästengestänge übertragen wird. Gleichzeitig ist
aber bei der Verdrehung des betreffenden Hubrades 64. um 18o° auch die mit ihm verbundene
Scheibe 28 um 18o° verdreht worden, so daß nach dem betreffenden Arbeitsgang letztere
die aus Abb. 1o ersichtliche Stellung einnimmt. Dabei ist die Überführung der beiden
Hebel 26 und 27 in die aus Abb. 12 ersichtliche Stellung nacheinander vor sich gegangen,
indem zunächst der Hebel 27 ausgeschwungen wird, solange der Hebel 26 durch die
Riegelschiene 82 an der Mitverschwenkung gehindert wird (vgl. Stellung nach Abb.
1o und i i). Die beiden Hebel 26 und 27 werden also zunächst unter Zusammenpressung
der Feder 84 relativ gegeiieinander bewegt. Erst wenn durch Verschwenkung der Achse
32 in die Stellung nach Abb. 12 bzw. i der Hebel 8o wieder in seine Ausgangslage
zurückgeführt wird, kann auch der, Hebel 26 unter der Wirkung der Feder 84. nach
unten schnappen (vgl. Abb. 12). Dabei wird mittels des lenkerartigen Zügels 47
der
gegabelte Hebel 21 derart freigegeben, daß sich seine obere Rolle 87 auf die Kurventrommel
33 auflegen kann.
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c. Findet die betreffende Kugel i o wiederum ein Loch vor, nachdem
eine Schaltung in der unter b angeführten Weise stattgefunden hat, dann wird das
Hebelgelenk 12, 16, 17, welches nach Freilassen durch die Sperrschiene 89 durch
die Zugfeder i9 in die Knickstellung zurückgeführt worden ist, wieder in die Strecklage
gebracht, so daß der Hebel 14 wieder die nach oben ausgeschwungene Stellung einnimmt.
Dadurch wird der gegabelte Hebel 21 aus der Stellung nach Abb. 12 in die neutrale
bzw. Mittelstellung zurückgezogen.
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Hier ist zu bemerken, daß in diesem Falle gar nicht erst die Stellung
nach Abb. 12 zustande kommt, weil ja der Hebel 1¢ bereits seine Stellung einnimmt,
bevor die Teile in die aus Abb. 4. und 12 ersichtliche Stellung gelangen. Im vorliegenden
Falle würde also, da der Hebel 14 wieder angehoben ist, bevor die besagte Stellung
der Achse 32 nach Abb. i, 4. und 12 erreicht ist, der Gabelhebel 21 gar nicht erst
in die Stellung nach Abb. i2 niedersinken, sondern sogleich in die neutrale Mittelstellung
nach Abb. i gehen. Nimmt der gegabelte Hebel die :Mittelstellung nach Abb. i ein,
dann kann bei der Hinundherbewegung der Kurventrommeln 33 keine der Rollen 8; zum
Eingriff gelangen, und demnach würde also auch keine Einigung des mit ihm verbundenen
Getriebes stattfinden.
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d. Findet dagegen die betreffende Kugel ein volles Kartenstück vor,
nachdem eine Schaltung in der unter b angeführten Weise stattgefunden hat, dann
wird bei der betreffenden Verschwenkung des Hebels -3 in Richtung des in Abb. i
eingezeichneten Pfeiles die Platinennase i" frei an dem Stift i i vorübergehen,
so daß das Hebelgelenk 12, 16, 17 in der Knicklage, in welche es durch die Feder
i 9 gezogen worden ist, verbleibt. Das bedeutet aber, daß der Hebel 1,4 in die in
Abb. i durch ausgezogene Linien angedeutete Stellung geht. Dadurch verbleibt aber
die obere Rolle 87 des gegabelten Hebels 2i im Bereiche der Kurventrommel (Abb.
12). Bei der Verschwenkung der Achse 32 in Richtung des in Abb. i eingezeichneten
Pfeiles von der Hubkurve 35 wird also die betreffende Rolle 87 mit der Kurvenbahn
33" zum Eingriff gelangen. In diesem Falle erfährt aber wiederum das betreffende
Hebelpaar 21, 23 eine Verschwenkung, wie das unter b geschildert wurde, so daß das
zugeordnete Hubrad 64 eine Verdrehung um i8o° erfährt. Das hat zur Folge, daß der
mit dem Hubrad verbundene Exzenter in die entgegengesetzte Hubstellung geführt wird,
so daß durch das Gestänge 7 2 bis 7d. die Umstellung der zugeordneten Schützenkästen
herbeigeführt wird. Kurz vor Beendigung der entsprechenden Schaltbewegung des Hubrades
64 gelangt dabei die Rolle 27' mit dem abfallenden Kurventeil zusammen, so daß der
Hebel 27 wieder in die Stellung nach Abb. i geführt wird. Sobald die Kurventrommeln
wieder die Stellung nach Abb. i erreicht haben, wird unter dem Zuge der Feder 88
und vermittels der Glieder 27, 26, ¢7 der gegabelte Hebel 21 wieder in die Mittelstellung
nach Abb. i zurückgezogen, sofern derselbe nicht durch Hochgehen des Hebels 14.,
welcher diese Umsteuerung durch ein Loch erzielt, mit seiner unteren Rolle 87 in
den Bereich der Kurventrommel 30 für eine darauffolgende Wir-' kungsstellung
gebracht wurde.
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Die Profilierung der Rollen 87 und der Kurvenbahnen 33', 33" sorgen
.dafür, daß das Einführen der Rollen in die Kurvenbahnen bzw. Ausführen /derselben
aus den Kurvenbahnen nur erfolgen kann, wenn die Kurventrommeln die Stellung nach
Abb. i einnehmen. Auf diese Weise wird verhindert, daß die Schalteinrichtung, insbesondere
der Bewegungsvorgang der Hebelpaare 2 i, 23, während der Tour unterbrochen wird,
was selbstverständlich leicht zu Fehlstellungen o. dgl. führen kann.
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. Um zu vermeiden, daß beim unvollständigen Führen der Mitnehmerbüchsen
52 bzw. 53 bzw. 54 bzw. 55 in die Wirkungsstellung, was durch irgendwelche Störungen
in den Getriebeteilen eintreten kann, die Zapfen 57 bzw. Rollen 58 mit den Vorsprüngen
61 zum Eingriff gelangen, während andererseits die Vorsprünge noch von der Scheibe
gesperrt werden, was zu Brüchen o. dgl. Störungen Anlaß geben kann, sind die Auslader
61 und die Sperrscheiben 6o in der aus den Abb. 6 bis 8 ersichtlichen Stellung mit
Abschrägungen 61" bzw. 6o" versehen. Sollte aus irgendeinem Grunde die Verschiebung
der Büchse 52 nicht ordnungsgemäß bis in die aus Abb. 8 ersichtliche Stellung erfolgen,
dann würde durch Auftreffen der betreffenden Fläche 61" und 6o" aufeinander die
endgültige Verschiebung in die Wirkungsstellung zwangläufig herbeigeführt.
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Aus den beschriebenen Steuerungsvorgängen durch die Wechseleinleitung
an der Schaftmaschine für die Schützenkästen, die mit Zuhilfenahme der neutralen
Mittelstellung des Hebels 21 im Wechsel bewirkt wird, ergibt sich, daß nur infolge
dieser Mittelstellung es möglich ist, eine normal geschlagene Wechselkarte zu verwenden.