DE655685C - Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Steinkohlenurteeren und Braunkohlenteeren - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Steinkohlenurteeren und Braunkohlenteeren

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DE655685C
DE655685C DE1930655685D DE655685DD DE655685C DE 655685 C DE655685 C DE 655685C DE 1930655685 D DE1930655685 D DE 1930655685D DE 655685D D DE655685D D DE 655685DD DE 655685 C DE655685 C DE 655685C
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FRITZ HOFMANN DR
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C37/00Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring
    • C07C37/005Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring by obtaining phenols from products, waste products or side-products of processes, not directed to the production of phenols, by conversion or working-up
    • C07C37/007Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring by obtaining phenols from products, waste products or side-products of processes, not directed to the production of phenols, by conversion or working-up from the tar industry

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Steinkohlenurteeren und Braunkohlenteeren Es ist bisher üblich, die Phenole aus Steinkohlenurteeren, Braunkohlenteeren und deren Destillationsprodukten dadurch zu gewinnen, daß man die betreffenden Öle mit verdünnten Alkalien schüttelt, die alkalisch-wässerige Phenolatlösung abtrennt und daraus mit Säuren, besonders Kohlendioxyd, die Phenole wieder abscheidet. Das angewendete Alkali regeneriert man mit Calciumhydroxyd, was zwar durchführbar, aber verteuernd ist.
  • Ein anderes Verfahren, bei dem die kreosothaltigen Öle mit Alkohol behandelt werden, erzielt zwar eine gute Abtrennung bei Braunkohlenteeren, die bis zu 15 °Jo Phenole enthalten, ist aber auf Urteere mit z5 0%o und mehr Phenolgehalt nicht anwendbar, da der Alkohol dabei wesentliche Mengen von Kohlenwasserstoffen löst.
  • Weiterhin ist vorgeschlagen worden, die Zerlegung der erwähnten Teere mit Natriumcarbonatlösung, Ammoniakwasser, älkoholischer Arnnioniaklösung, Ameisensäure, -Petroläther-Methylalkohol, Natriumsulfidiösung, überhitztem Wasserdampf und .anderen Mitteln vorzunehmen.
  • Man hat auch verflüssigtes Ammoniak schon zur Entfernung von Asphaltstoffen, harzartigen Körpern u. dgl. .aus Kohlehydrierungsprodukten verwendet -und schon zur Entphenolierung von Urteeren vorgeschlagen. Nach einem dieser Vorschläge wird das Ammoniak --auf Teer kondensiert und 8 Tage lang -einwirken gelassen. Eine' Trennung der Schichten wird .dadurch be-, werkstelligt, daß das Gemisch in flüssiger Luft zum Erstarren gebracht wird, danach die Oberschicht aufgetaut und von der noch festen Unterschicht abgegossen wird. Eine Anreicherung oder Verminderung der Phenole in den einzelnen Schichten ist dadurch nicht erzielt worden.
  • Gegenstand eines älteren Patents ist die Trennung der sauren und basischen von den neutralen Bestandteilen des Urteers oder anderer Gemische dadurch, daß man das verflüssigte Ammoniak mit den zu behandelnden Erzeugnissen, innig mischt und dann zur Trennung der Schichten von der Verschiedenheit ihres Erstarrungspunktes Gebrauch macht. So trennt man z. B. die Schichten nach Abkühlung des Gemisches auf - 33° durch Abgießen des bei - 33° flüssigen Anteils von dem bei dieser Temperatur erstarrten oder pastenförmigen- Rückstand, der aus Neutralöl besteht. Dabei muß- das Teer-Ammoniak-Gemisch vor Trennung der Schichten erst tief gekühlt werden. Ferner ist durch das Abgießen des flüssigen Anteils vom festen Rückstand und Entfernen dieses Rückstandes aus dem Mischgefäß das Verfahren nicht kontinuierlich zu gestalten.
  • Es wurde nun gefunden, daß die in einem Druckgefäß nach Mischung des verflüssigten Ammoniaks mit den Schwelteeren entstandenen Schichten sich gut bei den für die Mischung geeigneten Temperaturen in flüssigem Zustande trennen lassen. Die Abkühlung der Teer-Ammoniak-Mischung auf - 33°
    wird dadurch überflüssig. Das Verfahren,
    das leicht kontinuierlich gestaltet werden
    kann, wird am besten so ausgeführt, daß d ,,
    untere, das Neutralöl enthaltende Scbibt
    durch ein geeignetes Ventil am Boden `e' '`
    Mischgefäßes abgezogen wird und die A
    moniak-Phenol-Schicht durch einen Überlau
    in einen Verdampfapparat geleitet wird, in dem das Ammoniak zwecks Wiedergewinnung von den phenolhaltigen Ölen abdestilliert wird. So gelingt es z. B., auch Braunkohlenparaffinma.ssen, die erst über 2o° flüssig werden, von den sauren Bestandteilen bei Temperaturen von 25' mittels des verflüssigten Ammoniaks zu befreien, und ebenso kann man U rteerfraktionen, deren neutrale Bestandteile erst bei - 5o° stocken, ohne die Mischung bis zu dieser Temperatur abkühlen zu müssen, bei o° z. B. bereits zerlegen. ' Beispiel i Ein Steinkohlenurteerdestillat, Kp,5 8o bis 15o', bestehend-aus 52"/0 Phenolen, 4"/0 Basen und 44"/0 Neutralöl, wird mit verflüssigtem Ammoniak unter Rühren in einem Druckgefäß bei -io' behandelt. Es bilden sich zwei Schichten, deren untere hell urid deren obere- dunkel gefärbt ist. Bei -1o' wird die flüssige Unterschicht abgezogen, die nach dem Verdampfen der geringen Mengen Ammoniak, die sie enthält, aus 99 "/0 Neutralöl, o,8 "/0 Phenolen und Spuren von Basen besteht. Die Oberschicht setzt sich nach Entfernung des Ammoniaks aus 8511/0 Phenolen, 60/0 Basen und 901, Neutralöl zusammen.
  • Beispiel 2 In einem Druckgefäß wird ein Steinkohlenurteerdestillat, K% 15o bis 25o°, bestehend aus 55"/0 neutralen, q.1"10 sauren und 4"/0 basischen Bestandteilen, mit verflüssigtem Ammoniak bei +15' geschüttelt und absitzen gelassen. Die gebildete Unterschicht wird abgezogen. Sie entaält 9q."/0 neutrale, 2"/0 basische und 4"10 saure Anteile, während die vom Ammoniak befreite Oberschicht sich aus 83% sauren, i i "/0 neutralen und 60/, basischen :Anteilen zusammensetzt. Beispiel 3 yJA, roher, wasserhaltiger Steinkohlenurteer einem Druckgefäß mit verflüssigtem `@ rfmiak bei. -E- 25' behandelt. Die Ober-'4chcht wird vom Ammoniak befreit, destil-@liert und gibt ein Rohphenol von 9o% Reinheitsgrad.
  • Beispiel 4 Ein Gewichtsteil eines Braunkohlenteeröls, Kp15 8o bis i 5o', bestehend aus 86 °/0 -reutralen, 12,5"/" sauren und 1,50/0 basischen Anteilen, wird in einem Druckgefäß mit o,6 Gewichtsteilen verflüssigtem Ammoniak bei +r5' behandelt. Die bei +15' abgezogene Unterschicht, 78,5 "/0 der angewendeten Menge, enthält nur noch il)/, . saure und Spuren basischer Bestandteile. Das Rohkreosot, 2r,5"/0 der angewendeten.Menge, enthält 550/, Reinkreosot und 6"/0 Basen.
  • Beispiel 5 Ein Braunkohlenteeröl, hp15 15o bis 25o', das 870/, neutrale, 12'/, saure und i11/0 basische Bestandteile enthält, wird mit verflüssigtem Ammoniak in einem Druckgefäß bei ' 20° geschüttelt und absitzen gelassen. 83% der angewendeten Menge bilden die flüssig abgezogene Unterschicht, die noch 1,2 "/0 Phenole enthält; 17 "/0 bilden das Rohkreosot mit einem Gehalt von 740h, Reinkreösot.
  • Beispiel 6 Das Gesamtdestillat eines Braunkohlenteeres wird in einem Druckgefäß bei o° mit verflüssigtem Ammoniak behandelt. Das abgetrennte Rohkreosot hat einen Reinheitsgrad von 85"/.
  • 0

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Steinkohlenurteeren und Braunkohlenteeren oder deren Destillationsprodukten unter Verwendung von verflüssigtem Ammoniak als Lösungsmittel, das man unter Druck mit den Teeren mischt, dadurch gekennzeichnet, daß man die entstandenen Schichten in flüssigem Zustande voneinander trennt.
DE1930655685D 1930-07-23 1930-07-23 Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Steinkohlenurteeren und Braunkohlenteeren Expired DE655685C (de)

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DE1930655685D Expired DE655685C (de) 1930-07-23 1930-07-23 Verfahren zur Gewinnung von Phenolen aus Steinkohlenurteeren und Braunkohlenteeren

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