DE432985C - Verfahren zur Herstellung von Schmieroel aus Steinkohlenteeroel - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Schmieroel aus SteinkohlenteeroelInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10G—CRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
- C10G53/00—Treatment of hydrocarbon oils, in the absence of hydrogen, by two or more refining processes
- C10G53/02—Treatment of hydrocarbon oils, in the absence of hydrogen, by two or more refining processes plural serial stages only
- C10G53/12—Treatment of hydrocarbon oils, in the absence of hydrogen, by two or more refining processes plural serial stages only including at least one alkaline treatment step
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C10G21/00—Refining of hydrocarbon oils, in the absence of hydrogen, by extraction with selective solvents
- C10G21/06—Refining of hydrocarbon oils, in the absence of hydrogen, by extraction with selective solvents characterised by the solvent used
- C10G21/08—Inorganic compounds only
- C10G21/10—Sulfur dioxide
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Schmieröl aus Steinkohlenteeröl. Die bisher aus Kokereiteer hergestellten und im Handel befindlichen Schmieröle haben alle die Nachteile, daß sie üblen Geruch besitzen, von dunkler Farbe sind und eine mehr oder weniger große Menge Asphalte oder asphaltbildender Stoffe enthalten, weshalb ihre Verwendungsmöglichkeit eine beschränkte ist. Es gibt heute nur noch wenige Betriebe; die Schmieröle aus Kokereiteer benutzen. Wo sie in Gebrauch sind, dienen sie nur zum Schmieren von groben Lägern.
- Um die an sich geringe Viskosität der Teerschmieröle zu erhöhen, sind zahlreiche Verfahren vorgeschlagen worden, welche fast alle 'därauf beruhen, durch. Einblasen von Luft oder durch Behandlungen mit anderen oxydierenden Mitteln oder durch Dehydrierung mit Schwefel oder durch andere Operationen und Zusätze die öle zu verdicken. Hierbei entstehen aber gerade aus den asphaltbildenden Stoffen die so gefürchteten Asphalte.
- Ferner haben die bisherigen Teerschmieröle noch den Nachteil, daß sie oft in nicht unbeträchtlichen Mengen Abscheidungen von Anthracen und sonstiger fester Teerbestandteile aufweisen.
- ts wurde nun gefunden, daß man aus Kokereiteer in weit besserer Ausbeute als bisher asphaltfreie Schmieröle von ausgezeichneter Qualität erhalten kann, wenn man in folgender Weise verfährt: Der rohe Kokereiteer wird bei gewöhnlichem oder auch vermindertem Druck bis auf Koks abgetrieben. Zur Schmierölherstellung wird der bei gewöhnlichem Druck von 27o bis etwa q.20° C siedende Anteil des Teerdestillats verwertet. Dieser wird durch Abkühlung und Filtration von der Hauptmenge der festen Ausscheidungen befreit und dann mit der gleichen Menge eines indifferenten, leicht siedenden Lösungsmittels, wie z. B. Benzin, Benzol, Solvent-Naphtha usw., verdünnt und nacheinander erschöpfend mit Natronlauge und verdünnter Schwefelsäure von etwa 4o bis 5o Prozent H,S04 -Gehalt gewaschen. Durch die Natronlauge werden die leicht asphaltbildenden Phenole, durch die Säure die Basen und leicht verharzenden Bestandteile aufgenommen. Die Säure muß im verdünnten Zustand angewendet werden, weil sonst durch zu starke Sulfurierung der Waschverlust zu groß wird. Letzterer beträgt im allgemeinen etwa 4 bis 5 Prozent vom Teer. Die geringe Menge der im Waschgut verbliebenen freien Säure und Reste von Sulfosäuren werden mit etwas verdünnter Sodalösung oder anderen alkalisch wirkenden Mitteln neutralisiert, worauf mit Wasser nachgewaschen wird. Nach dem Abdestillieren des Lösungsmittels erfolgt die Destillation des öles im Vakuum. Bei einem Unte'rdruck von etwa r6 mm .Quecksilbersäule wird in folgender Weise abgenommen: Die bis 2-oo° C übergehenden Anteile gelten als Vorlauf und können als Imprägnieröle oder Benzolwaschöl oder auch nach weiterer Fraktionierung als leicht viskose Schmieröle verwertet werden. Das Schmieröl selbst wird nur im Temperaturintervall Zoo bis 270° evtl. 28o° C abgenommen (bei obigem Vakuum> und von da an die Vorlage gewechselt bzw. die Destillation unterbrochen, weil von dieser Temperatur ab das Destillat dunkelrot gefärbt ist und ausgesprochenen Harzcharakter hat, also für Schmieröle nicht geeignet ist. Aus dem Öl kristallisieren bei Zimmertemperatur größere Mengen, Anthracen, Chrysen usw. aus. Man filtriert, kühlt das Filtrat weiter ab und filtriert von neuen Ausscheidungen nochmals. Eine fraktionierte Abkühlung ist unbedingt erforderlich, weil sonst das ganze Destillat zu einem dicken Kristallbrei erstarrt, der sich nicht oder nur mit sehr großen Ölverlusten filtrieren bzw. abpressen läßt. Das fertige 01 ist durchscheinend, grün fluoreszierend und bleibt satzfrei. Die Viskosität beträgt 3,5° Engler bei 5o° C, der Flammpunkt - i8o° C, der Stockpunkt - - 5°. Die Ausbeute an Schmieröl beträgt etwa io bis 12, Prozent des Rohteers. Das 01 hat keinen Teergeruch mehr und kann ohne Bedenken selbst zum Schmieren stark beanspruchter Lager dienen.
- An Stelle der Schwefelsäure läßt sich für die kaffination auch vorteilhaft flüssige schweflige Säure verwenden. Als Verdünnungsmittel nimmt man bei dieser Ausführungsart zweckmäßig Benzin, weil die anderen Lösungsmittel, wie Benzol oder Solvent-Naphtha, sich mit der schwefligen Säure mischen und keine Scheidung ergeben. Das in Benzin gelöste, mit Natronlauge entphenolierte Öl wird mit etwa 5 Prozent flüssiger schwefliger Säure in geschlossener Apparatur verrührt und dann die rotbraun gefärbte schweflige Säure von der überstehenden Benzinlösung getrennt. N ach dem Verdampfen der schwefligen Säure hinterbleiben die gelösten Bestandteile als zähe, rotbraun gefärbte Harze in einer Menge von etwa 3 Prozent des Teeres. Da diese Harzstoffe an sich unverändert sind und weiter verwendet werden können, so ist in diesem Falle der Waschverlust in Wirklichkeit gar nicht vorhanden und kann außer Rechnung gesetzt «erden.
- Auch nach diesem Verfahren wird ein Öl von etwa denselben Eigenschaften, wie oben beschrieben, von ebenfalls io bis 12, Prozent Ausbeute, auf Teer bezogen, erhalten.
- Als weitere Verbesserungen bzw. beträchtliche Erleichterungen des Verfahrens kann man an beliebiger Stelle, vor oder nach der Raffination, das noch mit Lösungsmitteln verdünnte Schmieröl durch Tiefkühlung mit Eis oder Kühlsolen in weitestgehendem Maße von festen Bestandteilen befreien. Es ergibt sich der sehr große Vorteil, daß das mit dem Lösungsmittel verdünnte Öl sich hierbei sehr leicht filtrieren läßt und die sonst erheblichen Ölverluste, welche durch Anhaften des Öles am Kristallbrei bedingt sind, vermieden werden. Durch Nachwaschen mit etwas Lösungsmittel kann man sogar die Ölverluste praktisch völlig aufheben.
- Fernerhin kann man, falls das eine oder andere Verdünnungsmittel selbst noch zu viel der festen Ausscheidungen in Lösungen zu halten vermag, dieses teilweise abtreiben und dann abkühlen.
- Es sind natürlich, ohne das Wesen des Verfahrens zu ändern, noch mancherlei Variationen möglich, so kann man beispielsweise an Stelle eines Lösungs- bzw. Verdiinnungsmittels mehrere gleichzeitig anwenden. Da die Teere oft wechselnde Zusammensetzung haben, wird man von Fall zu Fall zu entscheiden haben, ob die für einen bei der Verkokung von Gasflammkohle des Ruhrgebiets erhaltenen Teer gemachten Angaben in betreif Temperaturen usw. in gewissen Grenzen zu ändern sind.
- Ferner kann man das ganze zur Schmierölherstellung verwendete Destillat, ohne die Ausscheidungen zu entfernen, direkt in Benzol, Benzin usw. lösen und vor oder nach der Raffination durch Tiefkühlung die festen Bestandteile zur Abscheidung bringen.
Claims (6)
- PATENT-ANsPRÜcHE: i. Verfahren zur Herstellung von Schmieröl aus Steinkohlenteer, dadurch gekennzeichnet, daß man den Teer bis auf Koks destilliert, das ab etwa 27o° bei gewöhnlichem Druck bis zum Ende der Destillation übergehende Teerdestillat nach evtl. Abtrennung der festen Ausscheidungen mit dergleichen oder auch größeren Menge eines indifferenten, niedrig siedenden organischen Lösungsmittels verdünnt, dann nacheinander mit Lauge und einer verdünnten Schwefelsäure raffiniert, worauf nach Entfernung etwaiger Säurereste das Lösungsmittel abgetrieben und das zurückbleibende Öl im Vakuum destilliert wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zur Raffination statt Schwefelsäure flüssige schweflige Säure verwendet wird, mit der Maßnahme, daß hierbei ein mit schwefliger Säure sich nicht mischendes Lösungsmittel zur Anwendung gelangt.
- 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Vakuumdestillation des Öles der innerhalb Zoo bis 270° C übergehende Anteil (bei gewöhnlichem Druck 3oo bis 37o° C) gesondert aufgefangen und nach Entfernung von durch Abkühlung erfolgter Ausscheidungen als Schmieröl verwendet wird. q..
- Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abkühlung des destillierten Öles zwecks Entfernung fester Teile fraktioniert vorgenommen wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch i bis q., dadurch gekennzeichnet, daB ohne oder nach Entfernung -der festen Ausscheidungen das ursprüngliche Teerdestillat in Verdünnung mit einem organischen Lösungsmittel gemäß Anspruch i und 2 raffiniert und vor der Abtreibung des Lösungsmittels oder nach teilweiser Abtreibung des Lösungsmittels durch Tiefkühlung von festen Ausscheidungen befreit wird, worauf dann nach völliger Abtreibung des Lösungsmittels das Öl gemäß Anspruch 3 im Vakuum destilliert wird.
- 6. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das ursprüngliche Teerdestillat direkt mit dem organischen Lösungsmittel verdünnt, tief gekühlt, von allen Ausscheidungen abfiltriert und das Filtrat gemäß Anspruch i bis 3 weiterverarbeitet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEZ15241D DE432985C (de) | 1925-04-12 | 1925-04-12 | Verfahren zur Herstellung von Schmieroel aus Steinkohlenteeroel |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEZ15241D DE432985C (de) | 1925-04-12 | 1925-04-12 | Verfahren zur Herstellung von Schmieroel aus Steinkohlenteeroel |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE432985C true DE432985C (de) | 1926-08-18 |
Family
ID=7623746
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEZ15241D Expired DE432985C (de) | 1925-04-12 | 1925-04-12 | Verfahren zur Herstellung von Schmieroel aus Steinkohlenteeroel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE432985C (de) |
-
1925
- 1925-04-12 DE DEZ15241D patent/DE432985C/de not_active Expired
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