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Aus schalenförmigen Teilen zusammengesetzte Antriebsmutter für Schiffshebewerke
und ähnliche Hubwerke Die Erfindung betrifft eine aus schalenförmigen Teilen zusammengesetzte
Antriebsmutter für Schiffshebewerke und ähnliche Hubwerke. Die Antriebsmuttern für
Schiffshebewerke wurden anfänglich nur einteilig ausgeführt. Uin eine solche Mutter'auf
die mit ihr zusammenwirkende Gewindespindel setzen zu können, mußte an dem einen
Ende der Spindel ein entsprechender Raum frei gelassen werden. Bei einem Auswechseln
oder Ausbessern einer einteiligen Mutter mußten zunächst umfangreiche, kostspielige
und zeitraubende Vorarbeiten geleistet werden.
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Um das Aufsetzen und Entfernen solcher Muttern zu vereinfachen, ist
dann vorgeschlagen worden, die Muttern aus zwei im Querschnitt halbkreisförmigen
Schalen herzustellen. tIierdiirch wird ein seitliches Einsetzen und Abnehmen der
Mutterhälften ermöglicht, so daß der freie Raum vor dem einen Spindelende und auch
ein Ausbauender dem Abnehmen der Mutter hinderlichen Teile der Spindelbefestigung
nicht erforderlich sind. Bei Anwendung des bei Antriebsmuttern dieser Art gebräuchlichen
Flach- oder Trapezgewindes hat sich aber gezeigt, daß bei Überschreiten einer bestimmten
Gewindesteigung Mutter- und Spindelgewinde einander so hintergreifen, daß trotz
der zweiteiligen .Ausführung der Mutter ein seitliches Einsetzen oder Abnehmen der
Mutterhälften nicht mehr möglich ist. Infolgedessen wäre auch bei Verwendung zweiteiliger
Antriebsmuttern mit einem Flach- oder Trapezgewinde großer Steigung ein Ein- und
Ausbau der Antriebsmuttern nur an den Enden der Spindeln möglich, d. h. die Spindeln
wären an einem Ende freizulegen und an diesem Ende ein genügend großer Platz zum
Einbau der Antriebsmuttern vorzusehen. Ein solches Ein- und Ausbauen von Antriebsmuttern
ist jedoch insbesondere bei Schiffshebewerken sehr nachteilig, da bei diesen eine
längere Betriebsunterbrechung beträchtlichen Schaden verursachen und deshalb nur
selten in Kauf genommen werden kann.
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Die Erfindung bezweckt, eine Antriebsinutter so auszubilden, daß sie
auch bei großer Steigung und Anwendung von Flachgewinde von der Seite her mit dem
Spindelgewinde in Eingriff gebracht und von der Spindel entfernt werden kann, und
zwar geschieht dies in einfacher Weise dadurch, daß die Antriebsmutter aus mehr
als zwei schalenförmigen Teilen gebildet wird, so daß also Mutterschalen entstehen,
die bei dreimaliger Unterteilung einen Zentriwinkel von zzo°, bei viermaliger Unterteilung
einen Zentriwinkel von cgo° aufweisen. Wie oft man die Antriebsmutter unterteilt,
hängt von der Art und
Steigung des zur Anwendung kommenden Gewindes
ab. Härtdelt es sich beispielsweise um ein Trapezgewinde mit verhältnismäßig stark
geneigten Gewindeflanken, so wird im allgemeinen eine Dreiteilung der Gewindemutter
ausreichend sein. Handelt es sich dagegen um ein Flachgewinde mit großer Steigung,
so können Mutter- und Spindelgewinde einander so stark hintergreifen, daß erst durch
eine Teilung der Mutter in mehr als drei Teile ein seitliches Einsetzen und Abnehmen
der einzelnen Mutterschalen möglich ist. Selbst bei Spitzgewinden kann u. U. eine
Teilung der Mutter in mehr als zwei Teile erforderlich sein, und zwar ist dies dann
der Fall, wenn die Gewindesteigung größer ist als die Neigung der Ge,#,v indeflanken.
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Auf der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
eine Antriebsmutter für ein Schiffshebewerk dargestellt, und zwar zeigen Abb. 1
einen Längsschnitt durch die Antriebsmutter und Abb. 2 einen Schnitt nach der Linie
A-B in Abb. i.
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In den Abb. 3 bis 6 sind in größerem Maßstabe Teile eines Mutter-
und Spindelgewindes dargestellt, wobei Abb. 3 die Gewindegänge teils im Schnitt
und teils in Ansicht zeigt.
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Abb.4 ist die zu Abb. 3 gehörige Draufsicht, Abb. 5 ein Schnitt nach
der Linie C-D in
Abb. 4, in Richtung des Pfeiles y gesehen, und Abb. 6 ein
Schnitt nach der Linie E-F in Abb. 4, in Richtung des Pfeiles z gesehen. Die Antriebsmutter
ist mit Trapezgewinde versehen und im Querschnitt dreifach unterteilt (vgl. Abb.2).
Zwischen den aus Stahl bestehenden Mantelteilen 1, 2 und 3 sind vier gleichfalls
in je drei 'eile geteilte Gewindebüchsen 4 bis 7 aus Rotguß. oder einem anderen
Lagermetall in entsprechenden Ausnehmungen des Mantels in der Höhenrichtung übereinander
angeordnet. Zwischen j e zwei aufeinanderfolgenden Gewindebüchsen liegt eine ringförmige
Rippe 8, g oder i o. An den Enden der Mutter werden die Büchsen ebenfalls durch
ringförmige Rippen 11 und 12 gehalten.
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Zwischen den Mantelteilen 1, 2 und 3 sind Paßstiickpaare 13 bis 16
vorgesehen, die in die Gewindebüchsen 4 bis 7 eingreifen und dadurch deren Drehung
gegenüber dem Mantel verhindern. Die Mantelteile mit den Gewindebüchsen werden.
durch an den Enden aufgesetzte, durch Nut und Feder mit ihnen verbundene Ringe 17
und 18 zusammengehalten. Zwischen diesen Ringen liegt der die Antriebsmutter tragende
Körper i g, bei Schiffshebewerken also z. B. ein Teil des Troges. Die Ringe 17 und
18 werden durch auf die Mantelteile aufgeschraubte Gewinderinge 20 und 21 gegen
Abgleiten gesichert.
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-Der Antrieb der Mutter erfolgt durch ein auf den Ring 18 aufgesetztes
Zahnrad 22.
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In den Abb. 3 bis 6 ist 23 das Außenge-:ywinde der Spindel und 24
das Innengewinde der Antriebsmutter. Wird bei der vorbeschriebenen dreiteiligen
Ausführung der Mutter bei Anwendung von Trapezgewinde z. B. der mit -, bezeichnete
Mantelteil der Mutter in Richtung des in Abb. 4 angegebenen Pfeiles x von der Spindel
seitlich abgenommen; so behindern die ineinandergreifenden Gewindegänge einander
nicht. Dies ergibt sich aus Abb. 5, die den Schnitt nach der Linie C-D in Abb. 4.
zeigt und in der. die Trennlinie durch den Pfeil a angegeben ist. Da das Einsetzen
und Abnehmen des Mantelteiles 2 parallel zu diesem Schnitt erfolgt, so dürfen, um
überhaupt ein solches Einsetzen und Abnehmen zu ermöglichen, die Gewindegänge 23
und 24 in der senkrechten Schnittebene einander nicht hintergreifen.
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Würde statt der dreiteiligen Ausführung der Mutter diese nur aus zwei
Teilen gebildet, so wäre ein Einsetzen und somit auch ein Abnehmen der Mantelhälften
nicht möglich, wie sich aus Abb. 6 ergibt. Bei zweiteiliger Ausführung müßte nämlich
das Einsetzen und Abnehmen parallel zu dem Schnitt E--r, in Abb. <;. erfolgen.
Abb. 6 zeigt aber, daß in dieser Schnittebene die Gewindegänge 23 und 24 einander
um das Maß b hintergreifen, d. h. das Muttergewinde 24 ragt um dieses Maß über die
durch den Pfeil c angedeutete Trennlinie hinaus. Dieses Hintergreifen findet an
beiden Längskanten der Mantelhälften statt, und zwar greift das Muttergewinde 24
an der einen Kante von unten (s. Abb. 6) und an der anderen Kante vor. oben her
hinter das Spindelgewinde 23. Aus diesem Grunde ließe sich auch durch ein Schrägstellen
der Mutterteile gegenüber der Spindel ein Einsetzen nicht ermöglichen.
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Wie aus Abb. 5 zu ersehen ist, stellt bei dreiteiliger Ausführung
der Antriebsmutter das veranschaulichte Gewinde hinsichtlich seiner Art und Steigung
einen unteren Grenzfall dar. Würden die Flanken des Trapezgewindes flacher liegen
oder die Steigung des Gewindes größer sein, so wäre die Voraussetzung für ein Einsetzen
und Abnehmen der Mutterteile bei dreiteiliger Ausführung nicht mehr gegeben. Um
dies zu erläutern, ist in Abb. 5 in strichpunktierten Linien der Schnitt nach der
Linie C-D in Abb. 4 an einem Gewindegang eingezeichnet, wie er sich unter sonst
gleichen Verhältnissen wie beim Ausführungsbeispiel bei einem Flachgewinde ergeben
würde. Ähnlich würden die
Verhältnisse auch bei einem Trapezgewinde
geringerer Flankenneigung liegen. Es ist aus Abb. 5 zu ersehen, daß dann das Muttergewinde
2.4 um das Maß d hinter das Spindelgewinde 23 greifen würde, woraus zu folgern ist,
daß bei dreiteiliger Ausführung der Mutter ein Einsetzen oder Abnehmen nicht möglich
ist. Erst bei einer vierteiligen Ausführung wird in diesem Falle die Antriebsmutter
seitlich eingesetzt und abgenommen werden können. Es ist denkbar, daß bei Verwendung
von Flachgewinde besonders großer Steigung eine noch weiter gehende Unterteilung
der Mutter erforderlich sein kann.