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Mit Druckgebläse u. dgl. betriebene Schiffskesselanlage, insbesondere
mit Ölfeuerung Die Erfindung bezieht sich auf eine mit Druckgebläse u. dgl. betriebene
Schiffskesselanlage, insbesondere mit Ölfeuerung.
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Bei bekannten Schiffskesselanlagen dieser Art stehen die Heizräume
in offener Verbindung mit dem Druckgebläse, so daß die in dem Heizraum befindlichen
Bedienungsleute den Betriebsdruck der Anlage auszuhalten haben. Eine derartige Betriebsweise
ist für die Bedienungsleute erträglich, solange es sich um verhältnismäßig geringe
Drücke handelt; sie muß aber zu Gesundheitsschädigungen und Ermüdungserscheinungen
der Heizer führen, wenn die Drücke erheblich steigen.
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Es sind auch Kesselanlagen mit einem Umschlußgehäuse bekannt. Das
Umschlußgehäuse dient dazu, die Verbrennungsluft so zu führen, daß sie durch die
Feuerungsgase vorgewärmt wird. Es ist auch bekannt, das Umschlußgehäuse an eine
Druckluftquelle anzuschließen; diese hat aber nur die Aufgabe, die Verbrennungsluft
mit Sicherheit durch das Umschlußgehäuse hindurch zu fördern, damit das gewünschte
Ziel der Vorwärmung der Luft erreicht wird: Nach der Erfindung ist die Kesselanlage
der eingangs genannten Art in einem Umschlußgehäuse untergebracht, das mit dem Druckgebläse
unmittelbar und mit dem Heizraum absperrbar in Verbindung steht.
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Dadurch ist es möglich, die Bedienungsmannschaft im Heizraum in Luft
unter gewöhnlichen Druckverhältnissen arbeiten zu lassen, während das Gebläse die
Verbrennungsluft mit wesentlich höherem Druck fördert. -Andererseits kann eine Durchlüftung
des Heizraumes durch Druckluft erfolgen. Eine weitere Annehmlichkeit besteht darin,
daß der zwischen der Feuerungsanlage und dem Gehäuse gebildete Luftraum gleichsam
wärmedämmend wirkt, so daß die Temperatur des Heizraumes sich von den üblichen Temperaturen
kaum unterscheidet.
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Auch im Falle von Gasangriffen ist die Anlage gemäß der Erfindung
durchaus brauchbar; es ist dann nur notwendig, die mit der Außenluft in Verbindung
stehenden Öffnungen mit Hilfe von Verschlußgliedern o. dgl. abzuschließen. Der Kesselbetrieb
geht ungestört weiter. Die Heizer arbeiten dann für die Zeit des Gasangriffes .in
einem gegen das Eindringen von Gasen dicht abgeschlossenen Raum. Gegebenenfalls
kann für diese Zeit durch besonders aufgestellte Sauerstoffflaschen o. dgl. für
frische Sauerstoffzufuhr gesorgt werden. Falls bei Kampfhandlungen oder durch Geschoßeinschläge
Risse in der äußeren Wand des Umschlußgehäuses auftreten, so entsteht dadurch keine
Gefahr. Ein Teil der in dem Gehäuse befindlichen kalten Luft tritt dann nur in den
Heizraum über, ,in dem ein geringerer Druck herrscht, und strömt ab.
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Der-Erfindungsgegenstand bietet ferner die Möglichkeit, mit geschlossenem
Heizraum zu fahren. Zu diesem Zweck sind im oberen Teil des Heizraumes durch Klappen
absperrbare Öffnungen nach der Außenluft vorgesehen.
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Ferner sind erfindungsgemäß am unteren
und oberen
Teil des Umschlußgehäuses durch Klappen absperrbare Öffnungen nach dem Heizraum
vorgesehen. Diese Einstellmittel ermöglichen im übrigen die Einstellung der verschiedensten
Zwischenstufen. Ist der Betrieb beispielsweise so eingestellt, daß mit geschlossenem
Heizraum gefahren wird, so da$ die Bedienungsmannschaft dem Einfluß des Druckes
ausgesetzt ist, mit dem die Verbrennungsluft eingeführt wird, so erweist sich auch
in diesem Falle die Bauart gemäß der Erfindung als genügend sicher gegenüber etwaigen
Vorkommnissen während eines Gefechtes. Angenommen, es wird während eines solchen
Betriebes die äußere und innere Wandung des Gehäuses beschädigt, so tritt die den
Heizraum anfüllende Druckluft von außen in das Innere des Gehäuses ein, weil der
Druck innerhalb des Gehäuses geringer ist als außen. Eine Gefährdung der Bedienungsmannschaft
durch Rauch- und Verbrennungsgase ist dadurch vermieden.
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Damit bei Schiffskesselanlagen mit Ölfeuerung eine Überwachung bzw.
Auswechslung der für die Feuerungsanlage benutzten Brenner in allen Betriebsstufen
durchführbar ist, sind die Brenner herausnehmbar angeordnet. Des weiteren ist im
Brennergehäuse eine selbsttätige Verschlußeinrichtung vorgesehen, die wirksam wird,
sobald der Brenner herausgezogen ist. Verschlüsse, die selbsttätig bei Entfernung
der Brenner wirksam Werden, sind an sich bekannt. Für den Erfindungsgegenstand sind
derartige Anordnungen aber wesentlich, weil durch die verschiedenartigen Druckverhältnisse'innerhalb
des Heizraumes Sicherungsvorkehrungen geboten erscheinen.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigen: Abb. z eine Schiffskesselanlage in einer Schnittansicht
und Abb. 2 ein Brennergehäuse in vergrößertem Maßstab.
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Der Röhrenkessel a setzt sich aus der Brennkammer b mit den im Zwangumlauf
wasserführenden Rohren c, d und e sowie den Brennern f und einem Gehäuse g zusammen.
Das Gehäuse g steht über einen Ringkanal hl und einen Kanal h mit einem Gebläse
i in Verbindung.
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Es sei zunächst angenommen, daß die Einstellklappen r, t, s in der
Abschlußstellung, die an 'der Decke des Heizraumes n, angedeuteten Abschlußklappen
p dagegen etwas zur Lüftung in der Offenstellung sind. Dann strömt die Luft in Richtung
des Pfeiles j in das Gehäuse g ein und tritt bei k in der Nähe des Brenners, beispielsweise
eines Ölbrenners, über. Die Verbrennungsgase strömen dann tim die Wasserrohre in
Richtung des Pfeiles na ab: . Der die Feuerungsanlage a umgebende Heizraum n steht
mit der Außenluft durch den Schornsteinmantel o in Verbindung. Die Lüftung des Heizraumes
wird je nach Erfcirdernis durch geringes Öffnen der Klappe r erreicht. Es entsteht
aber kein Druck im Heizraun-1" weil diese geringe Zuluftmenge durch die Klappe p
abzieht. Bei einem solchen Betriebe arbeitet die Bedienungsmannschaft unter gewöhnlichen
Druckbedingungen.
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Soll ein Brenner ausgewechselt tverden, so muß verhindert werden,
daß die in der Brennkammer unter erhöhtem Druck vorhandenen Feuergase in den unter
einem wesentlich geringeren Druck stehenden Heizraum als Flamme herausschlagen.
Das ist erreicht durch die in der Abb. 2 dargestellte selbsttätige Verschlußeinrichtung.
Diese besteht aus einer Schwenkklappe q, die sich bei eingeschobenem Brenner über
diesen legt, wie die Abb. z erkennen läßt, und durch ihr Eigengewicht und die Einwirkung
des in dem Gehäuse herrschenden Druckes beim Herausziehen des Brenners in die Abschlußstellung
bewegt. Letzteres erfolgt so schnell, daß die Gefahr des Austrittes von Feuergasen
in den Heizraum völlig vermieden ist.
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Wird die innere Wand des Umschlußgehäuses oder der Rauchfang durchschlagen,
dann ist die Klappe r ganz zu öffnen, so daß der Luftdruck im Heizraum n entsprechend
höher wird als der im Kesselinnern. Durch die Risse der Ummantelung bzw. des Rauchfanges
wird Luft in den Kessel hineingedrückt Lind das Heraustreten von Feuergasen in den
Heizraum sicher verhindert.
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Die Klappe p hat hauptsächlich den Zweck, einen möglichst raschen
Abschluß des Heizraumes nach außen zu ermöglichen, was beispielsweise bei Luftangriffen
notwendig. werden kann. Die Bedienungsmannschaft arbeitet in einem solchen Falle
unter den gleichen Bedingungen wie vorher, lediglich mit dem Unterschied, daß für
die in der Regel kurze Zeit des Gasangriffes die Zufuhr von Frischluft fehlt. Dem
läßt sich durch Aufstellung von besonderen Sauerstofferzeugern abhelfen.
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Die Anordnung gemäß der Erfindung läßt durch Einbau von einigen einstellbaren
Verschlußgliedern ohne Schwierigkeiten auch die Umstellung auf einen Betrieb mit
geschlossenem Heizraum bzw. auf einen gemischten Betrieb zu. Soll mit geschlossenem
Heizraum gefahren werden, so wird die Klapper in die gestrichelte Stellung bewegt.
Das gleiche gilt von den Klappen t. Ferner werden auch die Klappen p an der Decke
des Heizraumes geschlossen. Der Betrieb vollzieht sich dann so, daß die Druckluft
durch die Öffnung, die durch die Klappe r freigelegt ist, in den Heizraum übertritt
und von dem Heizraum an den
Öffnungsstellen t über den Ringkanal
1a1 in das Umschlußgehäuse eintritt. Die Druckluft gelangt dann wiederum in die
Nähe des Brenners, und die Verbrennungsgase strömen in Richtung des Pfeiles
na ab. Der Druck innerhalb des Gehäuses wird infolge der Widerstandsverluste,
die innerhalb des Gehäuses auftreten, etwas geringer sein als der Druck in dem Heizraum,
so daß, falls bei einer Gefechtshandlung die Gehäusewand beschädigt wird, kein Gas
austritt, sondern etwas Luft aus dem Heizraum in das Gehäuse eintritt.
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Zwischen den beiden beschriebenen Betriebsweisen mit offenem und geschlossenem
Heizraum lassen sich durch entsprechende Einstellung der Regelglieder beliebige
Zwischenstufen ermöglichen. So kann durch Drosselung der Luftzufuhr vom Gebläsekanal
1a in den Heizraum n, durch teilweises Schließen der Klappe r und durch entsprechend
weites Öffnen der Klappe p für die Abluft sich stufenweise jeder beliebige Druck
im Heizraum einstellen und die Lüftung regeln.
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Die unterhalb des Brenners angebrachte Klappe s ermöglicht das Anfahren
des Kessels mit natürlichem Zug. In diesem Falle sind die Klappen t und
p geschlossen. Die Klappe r ist zweckmäßig für selbsttätig hereinströmende
Frischluft geöffnet, das Gebläse ist dabei nicht angestellt. Die Verbrennungsluft
tritt dann bei der Klappe s ein und strömt durch das Feuerungsgeschränk k in die
Brennkammer b. Die Heizgase geben in üblicher Weise Wärme an die Rohrgruppen e,
d und e
ab und entweichen durch den Schornstein ins Freie.