DE650742C - Verfahren zur Aufarbeitung von Bratsatz - Google Patents

Verfahren zur Aufarbeitung von Bratsatz

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DE650742C
DE650742C DEF78036D DEF0078036D DE650742C DE 650742 C DE650742 C DE 650742C DE F78036 D DEF78036 D DE F78036D DE F0078036 D DEF0078036 D DE F0078036D DE 650742 C DE650742 C DE 650742C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23KFODDER
    • A23K20/00Accessory food factors for animal feeding-stuffs
    • A23K20/10Organic substances
    • A23K20/158Fatty acids; Fats; Products containing oils or fats

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Food Science & Technology (AREA)
  • Fats And Perfumes (AREA)

Description

  • Verfahren zur Aufarbeitung von Bratsatz Beim Braten von Nahrungsmitteln in Öl oder einem Fettgemisch bildet sich durch die abfallenden Nahrungsmittelteilchen ein Niederschlag, der sog. Bratsatz. Ein derartiger Rückstand fällt in besonders großer Menge in den Fischbratereien an. Beim Braten der panierten Heringe, Schellfische usw. sinkt der Bratsatz in dem aus Öl und Hartfett bestehenden Bad zu Bod-n und sammelt sich dort zu einer Schicht, die den Wärmeübergang beeinträchtigt und leicht anbrennt. Dabei entstehen Stoffe, die den Lebensmitteln einen unerwünschten Geschmack erteilen.
  • Dieser Bratsatz wird von Zeit zu Zeit aus den Pfannen entfernt. Er enthält neben den abgefallenen Nahrungsmittelteilchen, Mehl usw. eine große Menge Fett. Man ist deshalb seit langem bestrebt, diesen Rückstand in irgendeiner Weise nutzbar zu machen. Ein Filtrieren führt nicht zu dem gewünschten Erfolg, weil sich die Masse infolge ihrer Konsistenz kaum filtrieren läßt, und das Fett auch derart verunreinigt ist, daß es als Bratmittel höchstens in ganz geringer Menge frischem Fett zugesetzt werden kann< Eine Extraktion des Bratsatzes mit üblichen Fettlösungsmitteln führt ebenfalls nicht zum Ziel. Ein derartiges Verfahren ist auch nicht wirtschaftlich. Bei der heutigen Rohstoffknappheit scheint es jedoch geboten, die Bestandteile des Bratrückstandes einer weiteren Verwertung zuzuführen.
  • Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, den Bratsatz so aufzuarbeiten, daß sämtliche Bestandteile, also sowohl Öl und Hartfett als auch die festen Verunreinigungen, verwertet werden. Sie bedient sich dabei eines Preßvorganges. Dabei wird von der Erkenntnis ausgegangen, daß eine direkte Pressung des Bratsatzes wegen seiner dünnen Konsistenz und schmierigen Beschaffenheit kaum durchführbar ist.
  • Es ist bereits seit langem bekannt, öl-oder fetthaltige Naturerzeugnisse, wie Nüsse, Samen usw., mit fettarmen Stoffen, wie Getreidemehlen, Kreide, Tonerde o. dgl., zusammen zu verpressen. Auf diese Weise gelingt es jedoch nicht, das in dem Naturerzeugnis enthaltene Öl oder Fett als solches zu gewinnen; sondern die pulverförmigen Stoffe nehmen einen Teil des Fettes oder Öles auf, das sich innerhalb der gesamten Masse verteilt. Die Aufgabe der Erfindung, nämlich, den Preßwiderstand zu erhöhen, um das Fett aus dem Bratsatz auspressen zu können, läßt sich mit den bekannten -Zusatzstoffen nicht lösen, denn diese sind zum Teil sogar klebrig. Ihre Einzelteilchen verschieben sich beim Pressen gegeneinander und setzen die ganze Masse unter Bildung eines zusammenhängenden fetthaltigen Kuchens dicht.
  • Die Erfindung schlägt im Gegensatz hierzu vor, zur Erhöhung des Preßwiderstandes und der Ölableitung dem Bratsatz Getreidespreu oder Stroh, insbesondere Gerstenspreu, beizumischen und das Gemisch dann vorzugs--weise zweimal zu pressen. Getreidespreu und Stroh sind nicht wie die bei dem bekannten Verfahren benutzten pulverförmigen Stoffe saugfähig, sie besitzen im Gegenteil eine außerordentlich geringe Saugfähigkeit und erhöhen 'infolge ihrer Elastizität und verhälthismäßig großen langgestreckten Teilchenform den Preßwiderstand, verhindern aber gleichzeitig ein Dichtsetzen der Preßmässe. Im Gegensatz zu den das Fett nur aufsaü@` genden pulverförmigen Stoffen schaffen Ge_r-@
    stengrannen usw., die sich miteinander ve
    haken und eine eigenartige spröde Struktur besitzen, beim Pressen vorzügliche Ablaufkanäle für das C51. Sie haben sich -deshalb als überraschend gut für eine Ölrückgewinnung aus dem Bratsatz geeignet erwiesen.
  • Das aus dem Gemenge von Bratsatz und Getreidespreu oder Stroh beim Pressen abfließende Fett oder Öl wird beim Verfahren gemäß der Erfindung -zu einem Seifenöl oder sonstigen 01 für technische Zwecke verarbeitet, während der Preßrückstand zu einem Futtermittel aufbereitet wird. Hierfür ist der Zusatz von Getreidespreu. oder Stroh ebenfalls sehr vorteilhaft, da diese Stoffe für das Vieh verdaulich sind; gegebenenfalls können sie auch noch in einem späteren Aufschlußverfahren in einen besser verdaulichen Stoff übergeführt werden. Durch die Erfindung wird also gleichzeitig die einen Abfallstoff darstellende Spreu, die bisher nicht verwendbar war und z. B. durch Verbrennen vernichtet wurde, wirtschaftlich verwertet.
  • Zum Abpressen werden beim Verfahren nach der Erfindung vorzugsweise hydraulische Pressen, wie Seiherpressen oder Etagenpressen, benutzt. Nach dem ersten Preßgang ,enthält der Kuchen gewöhnlich noch einen ziemlich großen Prozentsatz Fett. Im allgemeinen empfiehlt sich daher eine zweite Pressung, z. B. mittels Schneckenpressen. Durch die zweimalige Pressung gelingt es, das Preßerzeugnis auf den handelsüblichen Fettgehalt zu entölen. Der vermahlene Rückstand, welcher u. a, auch etwa 2o °/o Fischmehl von zerbröckelten Bratfischen aus dem Bratsatz enthält, stellt ein sehr wertvolles Schweinemastfutter dar.
  • Es ist auch möglich, andere Preßvorrichtungen zu verwenden. Ebenso eignet sich statt Spreu auch zerkleinertes Stroh der verschiedenen Getreidearten als Zusatzmittel. Der Preßrückstand kann einem thermischen oder chemischen Aufschlußverfahren unterworfen werden.
  • Das von den Pressen ablaufende Fettgemisch ist schwarz gefärbt. Im allgemeinen können die Abläufe der ersten, und zweiten Pressung miteinander vereinigt werden. Das schwarze Rohprodukt wird mit Adsorptionsmitteln gebleicht und darauf durch Ausfrieren und Filtrieren in Hartfett und 01 zerlegt. Die beiden Bestandteile werden je nach der Absatzmöglichkeit weiterverarbeitet. Besonders gut eignen sie sich zur Seifenherstellung. '' °Im einzelnen wird bei einer bevorzugten buzehführungsform des Verfahrens der Erl%idung in folgender Weise vorgegangen:
    6 Teile Bratzsatz werden mit i Teil Ger-
    enspreu innig gemischt. Das Gemisch wird
    dann zunächst in einer Seiherpresse bei etwa 5o° abgepreßt. Der Preßkuchen wird vermahlen und einem zweiten Preßvorgang bei etwa 5o° in einer Schneckenpresse unterworfen. Man erhält ein brockenförmiges Preßprodukt, das zerrissen und vermahlen wird, beispielsweise mit einer Exzelsiormühle und im Walzengang. Das fertige Mehl besitzt einen Fettgehalt von etwa 7 °1o.
  • Dem von -den Pressen ablaufenden Fett werden 5 bis 15 °1o Bleicherde zugesetzt. Die Klärung erfolgt dann in üblicher Weise.
  • Bei der weiteren Verarbeitung muß besonders berücksichtigt werden, daß der Bratsatz ein Gemisch von Öl und Hartfett enthält, dessen Mengenverhältnis schwankt. Im Sommer verwenden die Bratereien viel Hartfett, weil der Bratfisch die nötige Steifigkeit behalten soll. ' Ein Fettgemisch mit viel Hartfett ergibt zwar eine feste Schmierseife. Im Winter stört jedoch ein größerer Hartfettgehalt, weil die Seife infolge der-Stearinsäuren trübe wird. Daher empfiehlt es sich, das Hartfett ganz oder teilweise auszuscheiden. Dies geschieht in der Weise, daß die Ölmischung in einem mit Kälteschlangen ausgerüsteten Rührbottich bei etwa io° ausgefroren wird.
  • Man erkennt die Beendigung der Trennung verhältnismäßig leicht schon daran, daß eine dicke Emulsion entsteht. Diese Emulsion wird dann durch Filterpressen gepumpt. Der Filterkuchen enthält das Hartfett, das man zu geeigneter Jahreszeit auf Schmierseife verarbeitet. Das von den Filterpressen ablaufende Öl eignet sich vorzüglich zur Schmierseifenbereitung, kann jedoch ebenfalls anderen Anwendungsgebieten zugeführt werden:

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Aufarbeitung von Bratsatz, insbesondere aus Fischbratereien, dadurch gekennzeichnet, daß dem Bratsatz zur Erhöhung des Preßwiderstandes .und der Ölableitung Getreidespreu oder Stroh, insbesondere Gerstenspreu, beigemischt, das Gemisch vorzugsweise zweimal gepreßt, das abfließende Öl oder Fett zu einem Seifenöl oder sonstigen Öl für technische Zwecke und der Preßrückstand auf Futtermittel weiterverarbeitet wird.
DEF78036D 1934-09-05 1934-09-05 Verfahren zur Aufarbeitung von Bratsatz Expired DE650742C (de)

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