DE650325C - Anlage mit einer gasgefuellten elektrischen Entladungsroehre - Google Patents
Anlage mit einer gasgefuellten elektrischen EntladungsroehreInfo
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Description
Gasgefüllte elektrische Entladungsröhren werden zuweilen mit selbsttätigen Zündvorrichtungen
kombiniert. So ist es z. B. bekannt, eine derartige Röhre in Reihe mit einer Drosselspule zu schalten und parallel zur
Röhre einen die Röhre kurzschließenden Stromzweig anzuordnen, in dem ein elektromagnetischer
Schalter liegt, der von der Reihendrosselspule betätigt wird. Bei der Inbetriebsetzung der Entladungsröhre ist dieser
Schalter geschlossen, so daß bei der Einschaltung der Stromquelle der parallel zur
Röhre liegende Stromzweig sowie die Drosselspule vom Strom durchflossen werden, wodurch
sich der Schalter öffnet. Es wird infolge dieser Stromunterbrechung in der
Drosselspule ein Spannungsstoß erzeugt, der die Entladungsröhre zünden soll. Findet
diese Zündung tatsächlich statt, so fließt der Entladungsstrom durch die Drosselspule, so
daß der Schalter geöffnet gehalten wird. Zündet die Entladungsröhre jedoch nicht, so
schließt sich der Schalter wieder, wodurch die Entladungsröhre aufs neue kurzgeschlossen
wird und das gleiche Spiel sich wiederholt. Ist die Entladungsröhre schadhaft, so
daß sie nicht gezündet werden kann, so bleibt die Zündvorrichtung ununterbrochen in Tätigkeit,
was zu einer Beschädigung dieser Vorrichtung, z. B: dem Zusammenbacken des Schalters, und zu sonstigen Störungen, z. B.
Radiostörungen, führen kann.
Auf ähnliche Übelstände stößt man auch bei anderen selbsttätigen Zündvorrichtungen,
z. B. bei denjenigen, die bei Entladungsröhren mit flüssigen Ouecksilberelektroden
verwendet werden und diese Röhren durch eine Kippbewegung zünden, durch welche die
Elektroden zeitweise miteinander in Berührung kommen. Bei derartigen Einrichtungen
hat man versucht, den Ubelstand der ununterbrochenen Tätigkeit der Zündvorrichtung bei
dem Nichtarbeiten der Entladungsröhre dadurch zu beseitigen, daß die Zündvorrichtung
mit einem Bimetallschalter versehen wird, der, wenn die Zündvorrichtung arbeitet, von
Strom durchflossen und erhitzt wird. Arbeitet nun die Zündvorrichtung während einiger
Zeit vergeblich, so wird der Bimetallschalter so heiß, daß er den Stromkreis der Zündvorrichtung
unterbricht und letztere außer Betrieb setzt.
Ein derartiger Schutz mit Hilfe eines Bimetallschalters ist jedoch ziemlich kostspielig,
da dieser Schalter nicht nur die Anschaffungskosten der Anlage erhöht, sondern auch
eine Arretiervorrichtung vorzusehen ist, die den Bimetallschalter geöffnet hält, nach-
*) Von dem Patentsitcher ist als der Erfinder angegeben worden:
• Eduard Gerardus Dorgelo in Eindhoven, Holland.
dem die Zündvorrichtung· außer Betrieb gesetzt worden ist. Wäre diese Arretiefvorrichtung
nicht vorhanden, so würde nach der Abkühlung des Bimetalles die Zündvorrichtung
wieder in Tätigkeit gesetzt werden.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anlage mit einer gasgefüllten elektrischen, insbesondere
zum Aussenden von Strahlen bestimmten Entladungsröhre und einer Zündvorrichtung,
die selbsttätig wiederholt betätigt wird, solange die Zündung der Entladungsröhre
nicht erfolgt ist, und sie hat den Zweck, auf einfache, wenig kostspielige Weise
den Nachteil zu vermeiden, der mit dem ununterbrochenen Arbeiten der Zündvorrichtung
beim Nichtfunktionieren der Entladungsröhre verbunden ist.
Erfindungsgemäß, ist in dem Betätigungskreis dieser Zündvorrichtung eine Schmelzsicherung
mit hohem positivem Temperaturkoeffizienten ' des elektrischen Widerstandes vorgesehen, in solcher Schaltung, daß sie nur
während der Tätigkeit der Zündvorrichtung von Strom durchflossen ist, beim Durchschmelzen
aber diese Vorrichtung außer Tätigkeit setzt, und in solcher Bemessung, daß
sie nach einer bestimmten Anzahl vergeblicher Zündversuche durchschmilzt. Wird die
Anlage in Betrieb gesetzt und fängt die Zündvorrichtung zu arbeiten an, so hat die
Schmelzsicherung noch eine niedrige Temperatur, so daß ihr Widerstand gering ist
und sie nur wenig erhitzt wird. Bei längerem Arbeiten der Zündvorrichtung erhält die
Schmelzsicherung eine höhere Temperatur sowie einen höheren Widerstand, so daß sie
immer stärker erhitzt wird und schließlich, nachdem die Zündvorrichtung einige Zeit
lang gearbeitet hat, durchschmilzt und diese Vorrichtung außer Tätigkeit setzt. Es hat
sich ergeben, daß auf diese Weise ein genau
eingestellter Schutz der Zündvorrichtung erhalten werden kann, was nicht der Fall ist
bei Verwendung einer gewöhnlichen Schmelzsicherung mit einem Temperaturkoeffizienten,
der praktisch gleich Null ist.
Als Schmelzsicherung kann z. B. ein in einer Wasserstoffatmosphäre oder in der Luft
angeordneter Eisendraht verwendet werden. Derartige Widerstände sind in der Technik
allgemein bekannt. Die in der Anlage gemäß der Erfindung als Schmelzsicherung verwendeten
Widerstände können sehr geringe Ausmaße aufweisen.
Unter gasgefüllten Entladungsröhren sind hier nicht nur Röhren mit einer aus einem
oder mehreren Gasen bestehenden Füllung, sondern auch Entladungsröhren mit einer
Füllung von Dampf oder von Gas und Dampf zu verstehen.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher erläutert, in der eine Anlage gemäß der
Erfindung beispielsweise schematisch dargestellt ist.
Diese Anlage weist eine Entladungsröhre 1 auf, die von bekannter Bauart sein kann und
z. B. aus einer Natriumdampfentladungsröhre zu Beleuchtungszwecken besteht. Die Röhre 1
ist in Reihe mit der Vorschaltdrosselspule 2 an eine Wechselstromquelle 3 angeschlossen.
Parallel zu der Röhre 1 liegt der Stromzweig 4, in dem sich ein Schalter 5 und eine
Schmelzsicherung 6 mit hohem positivem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstandes
befinden. Diese Sicherung besteht aus einem mit Wasserstoff oder Luft gefüllten Glaskolben, in dem ein, Eisendraht ausgespannt
ist. Der Schalter 5 ist als elektromagnetischer Schalter ausgebildet und wird
von der Spule 2 betätigt. Wird diese Spule nicht von Strom durchflossen, so ist der
Schalter 5 !geschlossen. Er wird geöffnet, wenn durch die Spule 2 ein Strom hinreichender
Stärke fließt. Bei der Inbetriebsetzung der Anlage wird der Hauptschalter 7 geschlossen.
Da die Röhre 1 durch den Schalter 5 kurzgeschlossen ist, fließt durch die
Drosselspule 2, den Schalter 5 und die Sicherung
6 ein Strom. Durch das Magnetfeld der Drosselspule2 öffnet sich der Schalters,
was zur Folge hat, daß in der Drosselspule ein Spannungsstoß erzeugt wird, der die Entladungsröhre
ι zu zünden versucht. Wenn dies gelingt, so bleibt der Schalter 5 unter
dem Einfluß des die Drosselspule 2 durchfließenden Entladungsstroms geöffnet. Findet
die Zündung der Entladungsröhre nicht statt, so schließt sich der Schalters wieder, so daß
das Spiel der Zündung von neuem anfangen kann. Findet auch bei wiederholten Versuchen
die Zündung nicht statt, so bleibt die Zündvorrichtung nur so lange in Tätigkeit, bis der
Widerstand 6 von dem während des Betriebes der Zündvorrichtung durch den Stromzweig 4
fließenden Strom so stark erhitzt wird, daß er durchschmilzt, was zur Folge hat, daß die
Zündvorrichtung nicht mehr arbeiten kann. Der Widerstand 6 ist nun zu ersetzen und
gleichzeitig kann dem Defekt an der Entladungsröhre abgeholfen werden.
Claims (1)
- Patentansprüche:i. Anlage mit einer gasgefüllten elektrischen, insbesondere zum Aussenden von Strahlen bestimmten Entladungsröhre und mit einer Zündvorrichtung, die selbsttätig wiederholt betätigt wird, solange die Zündung der Entladungsröhre nicht erfolgt ist, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Betätigungsstromkreis dieser Zündvorrichtung eine Schmelzsicherung mit ho-hem positivem Temperaturkoeffizienten des elektrischen Widerstandes vorgesehen ist, in solcher Schaltung, daß sie nur während der Tätigkeit der Zündvorrichtung von Strom durchflossen ist, beim Durchschmelzen aber diese Vorrichtung außer Tätigkeit setzt, und in solcher Bemessung, daß sie nach einer bestimmten Anzahl vergeblicher Zündversuche durchschmilzt. 2.. Anlage nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelzsicherung aus einem in einer Atmosphäre von Wasserstoff oder Luft angeordneten Eisendraht besteht.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEN38383D DE650325C (de) | 1935-07-20 | 1935-07-20 | Anlage mit einer gasgefuellten elektrischen Entladungsroehre |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEN38383D DE650325C (de) | 1935-07-20 | 1935-07-20 | Anlage mit einer gasgefuellten elektrischen Entladungsroehre |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE650325C true DE650325C (de) | 1937-09-22 |
Family
ID=7347783
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEN38383D Expired DE650325C (de) | 1935-07-20 | 1935-07-20 | Anlage mit einer gasgefuellten elektrischen Entladungsroehre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE650325C (de) |
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1935
- 1935-07-20 DE DEN38383D patent/DE650325C/de not_active Expired
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