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Schlagstock Die Schlagstöcke für mechanische Webstühle unterliegen
einem erhöhten Verschleiß und müssen infolgedessen häufig ausgewechselt werden,
was .mit Zeitverlust und Kosten verknüpft ist. Es ist daher schon. sehr vieles versucht
worden, um die Schlagstöcke in der Schlagzone widerstandsfähiger zu machen. Die
Beschädigungen der Stöcke sind dreierlei Art: Reißen in der Längsrichtung des Stockes,
Ausfressen der Schlagzone und Zonenbruch. Gegen das Reißen werden gelegentlich Metallringe,
geben das Ausfressen Schutzhüllen und gegen den-Zonenbruch beides venvandt.
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Abgesehen davon, -daß die empfohlenen Behelfe, wenn sie einigermaßen
brauchbar sein sollen, recht kostspielig sind, hat man merkwürdigerweise gerade
bei den besseren Lösungen de Holzfaser der Schlagzone durch Ausnehmen oder Verpressen
mehr Moder minder geschwächt. Auf diesem Wege ist kein Schlagstock mit den Mitteln
des eigenen Betriebes zu erzielen, der allen Anforderungen genügt. Es finden sich
daher auch schon Vorschläge, die Stöcke in fremder Werk= statt auf ziemlich umständlichem
Wege mit eingepr:eßten Hüllen geringer Schichtdicke zu versehen, die verhältnismäßig
gute Ergebnisse zeitigten, jedoch den eigenen Betrieb hinsichtlich der Nachlieferungen
und natürlich auch hinsichtlich des zu bewilligenden Preises von Fremdbetrieben
abhängig machen.
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Auch Vorschläge dahingehend, den Schlagstock an den dem Verschleiß
besonders ausgesetzten bzw. gefährdeten Stellen mit einer Lederschnur zu umwickeln,
konnten nicht zum gewünschten Ziele führen, .da die Befestigung der Schnurenden
entweder den Anforderungen des Betriebes nicht standhielt oder aber eine Schwächung
des Schlagstockes zur Voraussetzung hatte. Ähnlich verhält @es sich auch mit den
bekannten Metallhülsen, die über den Schlagstock geschoben und .durch Nieten oder
Einpressungen mit ihm verbunden -werden, da hierfür Bedingung ist, daß die Hülsen
vollkommen genau auf die Schlagstöcke passen, durch die Art der Befestigung der
Schlagstock geschwächt wird. und die Kosten ziemlich: hoch sind, .da, die Herstellung
derartig-er Hülsen, deren Aufpassen und Befestigen im eigenen Betriebe kaum möglich
erscheint.
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Der Zweck der Erfindung ist es daher, einen Schlagstock zu . schaffen,
der in der Schlagzone besonders widerstandsfähig, gegen Zonenbruch gesichert ist
und sich mit den in jeder Weberei vorhandenen Mitteln herstellen läßt. Dies wird
erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Aufschlagstellen. des Schlagstockes, ohne
deren Querschnitt durch Ausnehmungen, Einpressungen oder sonstige Deformierungen
der Holzfasern zu schwächen, durch sperrholzartig aufgeleimte Schichten au-s einem
homogenien, harten, --elastischen, nicht absplitternden Werkstoff, beispielsweise
Vulkanfiber, verstärkt sind. Vort-eilhaft paßt man die Verstärkungsschicht in Form
von Platten auf .den fertig bearbeiteten Schlagstock auf und verbindet beides mit
Hilfe
eines geeigneten Klebstoffes unter gleichzeitiger Anwendung
von Druck. Die Kanten der so gebildeten Verstärkung werden hinterher leicht nachgearbeitet
und verbrochen, so daß ein die Schlagzone schützender geschlossener Ring entsteht.
Hierbei ist wesentlich, daß der Querschnitt des Stockes in oder neben der Schlagzone
weder durch Spanablie'oung noch durch Pressen oder sonstiges Deformieren der Holzfasern
geschwächt ist. Das Widerstandsmoment verändert sich also nicht, wird vielmehr durch
die Verstärkung erhöht, wozu noch kommt, daß durch die Wahl des Baustoffs und die
sperrholzartige Verbindung mit dem Material des Stockes Absplitterungen, also Schwächungen
in der Schlagzone, auch bei beliebig langem Gebrauch vermieden werden. Dies zeitigt
den Vorteil, daß das Widerstandsmoment gegen-
über demjenigen der bekannten
Schläger nicht nur vergrößert wird, sondern auch gleichbleibt. Da das sperrholzartige
Aufbringen der Platten unter Verwendung von neuzeitlichen Kunstleimen in jeder Weberei
vorgenommen «erden kann und auch die Nachbearbeitung der Kanten eine leichte ist,
so stellt sich die Herstellung der neuen Schlagstöcke außerordentlich billig. Diese
Tatsache zusammen mit der wesentlich erhöhten Lebensdauer des Schlagstockes läßt
den erzielten technischen Fortschritt ohne weiteres erkennen, wozu noch der volkswirtschaftlich
wichtige hinzutritt, daß an der Einfuhr ausländischer Hölzer wesentlich gespart
wird, nachdem die erfindungsgemäß hergerichteten Schlagstöcke, wie die Erfahrung
gezeigt hat, die zehn- und mehrfache Lebensdauer gegenüber den üblichen Schlagstöcken
ohne merkbare Kostenerhöhung aufweisen.
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Auf .der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfiladungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigen: Fig. i und 2 einen Schlagstock in zwei Ansichten und
Fig. 3 den Schnitt gemäß III-III der Fig. 2 in gröP3rerem Maßstab.
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Der aus Holz hergestellte Schlagstock q. hat die übliche, für mechanische
Webstühle geeignete Formgebung und besitzt Löcher 5 zur Befestigung. Im oberen Teil,
und zwar in der Schlagzone, ist der Stock q. durch aufgelegte Platten 6, .7 verstärkt.
Als Baustoff für diese Platten 6,7 kommt ein möglichst homogenes, hartes
Material ohne Maserung in Frage, das trotz der großen Härte genügend elastisch ist,
um die hohe Beanspruchung auszuhalten. In erster Linie eignet sich hierzu Vulkanfiber,
die sich unter Verwendung neuzeitlicher Kunstleime gewissermaßen. organisch mit
dem Holz des Schlagstockes verbinden läßt trotz ihrer Härte, die diejenige des Holzes
um das 8- bis iofache übersteigt, eine genügende Elastizität besitzt, um nicht abzusplittern,
in ihrer Struktur homogen ist und sich außerordentlich leicht bearbeiten läßt. Hierzu
kommt noch die außerordentlich grolle Billigkeit des Baustoffes, die wohl kaum von
einem anderen ähnlichen übertroffen wird. Selbstverständlich aber ist die Erfindung
nicht auf die Verwendung von Vulkanfiber beschränkt, vielmehr können alle ähnlichen
Stoffe verwendet werden, die in erster Linie die Aufgabe erfüllen, den Schlagstock
in der Schlagzone sperrholzartig zu verstärken, ohne hierbei, und das ist unter
allen Umständen wesoentlich, den Querschnitt durch Ausnehmungen, Einpressungen oder
andere Deformierungen der Holzfasern zu schwächen.
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Bci de.- 1Iers.ellu @g der Verstärkungen geht man so vor sich,
daß der Stock an der betreffenden Stelle möglichst geglättet wird, um dann die zugeschnittenen
Platten 6, 6 bzw. 7, 7 unter Verwendung eines geeigneten Klebstoffes und unter Anwendung
eines entsprechenden Druckes fest mit dem Stock zu verbinden. Ist dies geschehen,
dann werden die Kantet verbrochen bzw. abgerundet und die ganze Verstärkung geglättet.