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Vorrichtung zur Anzeige des Staubgehaltes von in Rohrleitungen strömenden
Gasen In Rohrleitungen, insbesondere in der Gichtgasabführung an Hochöfen, ist die
fortlaufende Aufzeichnung des Staubgehaltes der durchströmenden Gase häufig von
ausschlaggebender Bedeutung. So kann z. B. beim Hochofenbetrieb trotz gleichen Staubgehaltes
des Möllers, .trotz gleicher Schütthöhe und gleicher Betriebsgeschwindigkeit die
-Menge des entfallenden Gichtstaubes große Schwankungen aufweisen, und ebenso kann
trotz guter Stückigkeit des Möllers der entstehende Staubentfall ein verhältnismäßig
hoher sein. Da solche Fälle regelwidriger Verstaubung schwankende Roheisenheschaffenheit
und ungünstige Betriebsergebnisse zur Folge haben, muß der H.ochofenmann der Möllerverstaubüng
seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden.
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Die früher bei der Überwachung staubhaltiger Gase in Rohrleitungen
übliche, täglich ein-oder zweimal stattfindende Staubverwiegung gab. nur einen summarisichen
Anhalt für die in diesem Zeitraum stattgehabte Verstaubung. Sie gestattet also nur
das `Erkennen eines Endergebnisses, ebenso wie , die photographische oder die Absaugungsmethode
nur Stichproben übler den Staubgehalt des grob gereinigten Gases nach der Staubsackreinigung
ermöglichen. Hiierzu gehört auch der bekanntgewordene Vorschlag, in einer Rohrleitung
mittels von Zeit zu Zeit eingesetzter Filter, die vor und nach dem Einsatz gewogen
werden, , stichprobenweise den Staubgehalt des durchströmenden Gasvolumens zu bestimmen:
Auch Abwägevorrichtungen als solche sind bekannt, die es .ermöglichen, Schüttgut
in gewissen Mengen selbsttätig abzuwiegen und an einem Zählwerk die Wägung bekanntzugeb:en.
Es kommt aber darauf an, in jedemAugenblick den: jeweiligen Staubgehalt des Gasstromes;
zu erfassen und fortlaufend durch Aufzeichnen sichtbar zu machen, so daß eine fortlaufende
Versinnbildlichung des Staubstromes, z. B. der Gichtgase oder anderen Ofengase,
möglich ist, wobei schaubildmäßig der Verlauf der sich ständig ändernden Möllerverstaubung
o. dgl. in ihren einzelnen Phasen erkennbar wird, damit man imstande ist, Regellvi;drigl@eiten
schon bei ihrem Entstehen zu erkennen und Gegenmittel zu ergreifen.
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Eine Vorrichtung zur Anzeige .des Staubgehaltes von in Rohrleitungen
strömenden. Gasen, insbesondere der Gichtgase von Hochöfen, die diese umfassende
Aufgabe erfüllt, bildet den Gegenstand der vorliegenden Erfindung. hach der Erfindung
ist in der staubführenden Leitung ein mit einer Wägevo.rrichtung verbundenes Kippgefäß
angeordnet, das im Ausmaß des Staubgehaltes des. Gasstromes ständig Staub aufnimmt
und dessen: Gewichtszunahme und selbsttätig eintretende Entleerung nach Erreichung
eines bestimmten - Gewichtes auf einer Schreibtrommel o. dgl. laufend aufgezeichnet
wird. Vorzugsweise erfolgt die Staubentnahme in dem Querschnittsteil mittlerer Gasgeschwindigkeit
und damit in der Regel jeweils mittleren Staubgehaltes
mit Hilfe
eines Rohres, dessen Querschnitt in einem festzulegenden Ve rhältnEs zu dem Querschnitt
des Gasabzugsrohres. steht. Aus dem Rohr gelangt der Staub in das mit einer Wägevorrichtung
verbundene Kippgefäß, dessen selbsttätig oder durch äußeren Impuls eintretende Entleerung
nach Erreichung eines bestimmten Gewichtes erfolgt und, wie bereits erläutert, auf
einer Schreibtrommel oder Bandeinrichtung laufend aufgezeichnet wird. Aus dem Verlauf
des hierbei entstehenden Linienzuges kann der Grad und zeitliche Ablauf der Verstaubu.ng
des Gasstromes in seinen einzelnen Phasen abgelesen werden, wobei eine quantitative
Bestimmung des Gesamtstaubanfalles nach entsprechender Eichung des Apparates ohne
weiteres gegeben ist.
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Kippgefäße, die in ihren Schwenkachsen durch einen Boden in zwei gleiche
Teile eingeteilt sind, sind zwar bekannt in Verbindung mit selbsttätiger Wägeeinrichtung,
jedoch dienen diese zum Abwiegen bestimmter Mengen Schüttgutes und zum Abfüllen
desselben in Säcke o. dgl.
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Die Zeichnung veranschaulicht den. Gegenstand der Erfindung in Abb.
i in seiner beispielsweisen . Anordnung an einer Rohrleitung in teilweisem Längsschnitt
und in Abb.2 in der Draufsicht und im Schnitt nach B-B in Abb. i.
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In dem Gasabzugsrohr A ist an geeigneter Stelle ein Rohr i angeordnet,
welches aus dem Gasstrom einen Teil des mitgeführten Staubes abfängt und einer registrierenden
Abwägevorrichtung o. dgI. zuleitet. Der durch das Rohr i abgeleitete Staub fällt
hierbei in das Kippgefäß 2, welches auf einem vorzugsweise gabelartig ausgebildeten
Hebel 3 gelagert ist. Das Kippgefäß 2 ist durch einen Querboden q. in vorzugsweise
gleiche Teile zerlegt und um die Achse 5 drehbar. Die Lagerung des Kippgefäßes ist
so gehalten, daß bei einer gewissen Statibfüllung der jeweilige Oberteil des Kippgefäßes
das übergewicht bekommt, um die Achse 5 nach unten schwingt und sich entleert. Ein
Anschlag 8, der in entsprechende Ausnehmungen am. Hebelgestänge 3 eingreift, hält
das Kippgefäß in einer Endstellung fest und verhindert ein Hin- und Herpendeln.
Das Halten, des Kippgefäßes während der Füllung und die Kippbewegung können durch
gegebenenfalls in einer geschlossenen Hülse 6 laufende Beschwerungskugeln 7 -unterstützt
werden, wobei während der Kippbewegung des Kippgefäßes die Kugeln 7 aus dem früher
unten befindlichen Teil der Umlaufhülse 6 in den oberen Teil gelangen, den vorher
üben stehenden Kippgefäßteil nach unten ziehen und festhalten, bis der nunmehr oben
stehende Kippgefäßteil wieder so weit mit Staub angefüllt ist, daß er das Übergewicht
1.)ckommt und nach unten schwenkt im wiederholten Spiel.
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Der gegabelte Hebel 3 zum Tragen des Kippgefäßes 2 setzt sich in den
um d'c Achse 9 schwingenden Hebelarm iö fort. Durch eine Feder, Gegengewicht i i
oder andere dem Kippgefäß die Waage lialtenck@ Einrichtungen kann das Kippen des
Gefä(k#s bei jeder gewünschten Staubbelasttnig des Kippgefäßes veranlaßt werden.
Das Gewicht des letzteren entspricht einer bestimmten Stellung des Hebelarmes i
o, die durch eine an sich beliebige und bekannte Schreibvorrichtung 12 auf der umlaufenden
Trommel 1 aufgezeichnet wird. Die jeweils abgewogene und registrierte Staubmenge
aus dem Kippgefäß 2 wird zweckm-ißig durch einen Tri,cliter 1¢ einem Rohr 15 und
dem Staub- bzw. Gababzug wieder zugeführt.
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Die durch die jeweilige Staubbelastung des Kippgefäßes hervorgerufene
Bewegung des Hebelmechanismus kann auch auf elektrischem oder pneumatischem Wege
auf eine entfernt stehende Schreibtrommel oder beim Hochofen auch auf die Schreibtrommel
der Gichtsondenbewegung übertragen werden. In letzterem Falle kann man- mit einem
Blick Ofengang, Schüttung. Schütthöhe und Verstaubung des Möllers miteinander vergleichen.