-
Vorrichtung mit umlaufenden Nocken zum selbsttätigen Regeln des Preßdruckes
bei Teerollmaschinen Die Erfindung bezieht sich auf Teerollmaschinen, bei denen
der Preßdruck durch eine iortsfest gelagerte drehbare Mutter mittels einer den Preßdeckel
tragenden Schraubenspindel erzeugt :und die Mutter vom Antrieb des Rolltisches mittels
eines Wendegetrilebes ,angetrieben wird.
-
Die Teerollmaschinen werden zweckmäßig in der Weise betrieben, daß
die Teeblätter eine Zeitlang unter Druck gerollt werden, wobei sie sich erhitzen
und dann der Druck aufgehoben wird, damit die Blätter belüftet werden und sich ausdehnen
und abkühlen können. Um dieses abwechselnde Ausüben und Aufheben des Druckes. herbeizuführen,
sind bereits selbsttätig wirkende Regelvorrichtungen mit umlaufenden Nocken bekannt.
Diese Regelvorrichtungen, bei denen zwar Ausübung und Aufhebung des Druckes selbsttätig
erfolgen, sind insofern unvollkommen, als entweder die Dauer des Druckes und der
drucklosen Arbeit stets von Hand geregelt werden mußoder aber die Dauer der einen
Arbeitszeit von der Dauer der anderen Arbeitszeit abhängig- ist, die Dauer der Anwendung
des Druckes also nicht geändert werden kann, ohne auch gleichzeitig die Dauer der
Arbeitszeit zu ändern, in der die Blätter ohne Druck behandelt werden. Gegenstand
der Erfindung ist eine Vorrichtung mit umlaufenden Nocken zum selbsttätigen Regeln
dies Preßdruckes in Teerollmaschirnen, bei welcher der erwähnte übelstand beseitigt
ist. Erfindungsgemäß erfolgt das Umschalten des Wendegetriebes durch zwei vom Antrieb
für den Rolltisch angetriebene Nockenscheiben, die gegeneinander drehbar und in
jeder Stellung zueinander feststellbar sind, die in bekannter Weise aus zwei gegeneinander
verstellbaren Teilen bestehen und von denen die eine zum Ausübten und die andere
zum Aufheben des Preßdruckes dient. Durch Einstellung dieser getrennten, gegeneinander
sowie in sich in der Wirkung veränderlichen Nockenscheiben ist es möglich, die Dauer
' der Ausübung des Druckes und der Arbeit ohne Druck sowie die zwischen diesen Arbeitsstufen
liegenden Zeitabschnitte unabhängig voneinander zu ändern.
-
Bei den angegebenen Regelvorrichtungen ist @es bekannt, in das Wendegetriebe
eine verschiebbare doppelte Klauenkupplungeinzuschalten. Wird diese Anordnung auch
bei der Regelvorrichtung gemäß der Erfindung getroffen, so erfolgt die Bew egungsübertragung
auf die Kupplung in der Weise, daß beide Nockenscheiben auf Rollen tragende Hebel
einwirken, welche auf :einer gemein-
Samen Welle befestigt sind,
an die mittels eines Hebels eine Zugkraft (Gewicht oder Feder) angreift, und welche
durch einen Hebel, ein Gestänge und ein Getriebe mitder verschiebbaren Klauenkupplung
verbun, den sind.
-
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Nockensteuerung
gemäß der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt Abb. i einen senkrechten Längsschnitt
durch das Nockengetriebe und dessen Antrieb, Abb.2 eine Stirnansicht des Getriebegehäuses
unter Weglassung des Gehäusedeckels" Abb.3 einen waagerechten Schnitt nach der Linie
.-1-B der Abb. 2, Abb. ¢ die schaubildliche Ansicht einer Teerollmaschiiie, an welcher
eine N ockensteuerung gemäß der Erfindung vorgesehen ist, und Abb.5 eine Ansicht
des Wendegetriebes für die Ge«-indespindel des Preßdeckels.
-
i bezeichnet das obere Ende einer der Kurbelwellen, durch deren Kurbel
der Rolltisch in üblicher Weise in kreisende Bewegung versetzt wird. Die Kurbel
i dreht sich in einem Lager 2, auf dem ein Gehäuse 3 befestigt ist, welches in zwei
Kammern und 5 geteilt ist. Die Kammer 4. enthält das Getriebe, mittels dessen die
Nockenscheiben von der Kurbel i gedreht werden, während die Kammer 5 die N ockenscheiben
und die von diesen bewegten Hebel enthält. Die beiden Kammern 4 und 5 haben abnehmbare
Deckel 6, 7 und 8, durch welche das Innere des Gehäuses zwecks Ausbesserung
oder Auswechselung von Teilen zugänglich ist.
-
Das zwischen Antriebkurbel i und Nockengetri.ebe geschaltete Getriebe
besteht aus ,einem auf dem Ende der Kurbel i sitzenden Schneckenrad 9, welches in
ein Schneckenrad i o eingreift, das auf einer Welle i i befestigt ist, die ein zweites
Schneckenrad 12 trägt, welches mit einem weiteren Schneckenrad 13 in Eingriff steht.
Letzteres ist auf einer Nockenwelle 1 4. befestigt, die in Lagern 15 und 16 der
Deckel 6 bzw. 8 und in einem Zwischenlager 17 der die beiden Kammern 4 und 5 voneinander
trennenden Wandung 18 gelagert ist. Durch das doppelte Schnekkengetriebe ist es
möglich, eine sehr langsame Geschwindigkeit für die Nockenwelle 1.1 zu erhalten.
Die Geschwindigkeit ist derart, daß die Welle bei einem vollen Rollvorgang eine
Umdrehung macht.
-
Innerhalb der Kammer 5 ist auf der Welle 14. ein Nockenträger ig befestigt,
der aus einer Büchse mit einem Ringflansch 2o besteht, an welchem die Nockenscheiben
durch Bolzen 2i verstellbar befestigt sind. Eine der Nockenscheiben besteht aus
zwei Teilen 22 gleicher Form. Jeder Teil hat einen kreisförmigen Teil mit an einander
gegenüberlieg,enden Punkten vorgesehenen Vorsprüngen 23, welche, wie aus Abb. 2
ersichtlich ist, zusämmen die Nocken bilden. Die andere Nokkenscheibe 'besteht aus
zwei kreisförmigen Teilen 24, die an einander gegenüberliegenden Stellen am Umfang
mit Ausschnitten 25 versehen sind, wie aus Abb.2 ersichtlich ist. Die Bolzen 21,
durch welche die Nockenscheiben an ihrem Träger i g befestigt sind, gehen durch
bogenförmige Schlitze der Teile der Nockenscheiben. Hierdurch ist es möglich, die
Nockenscheibe 22 zur Nockenscheibe 24 zu verstellen !und dadurch die Lage der Kokken
23 zu den Ausschnitten 25 zu ändern. Außerdem ermöglichen es die Schlitze, die Scheibenteile
22 gegeneinander zu verdrehen, um die wirksame Länge jedes Nockens 23 zu ändern.
In gleicher Weise ist eine Verdrehung der Scheibenteile 24 gegeneinander möglich,
um die Größe der Ausschnitte 25 zu ändern. Die beiden N ockenscheiben wirken auf
Rollen 27, welche in Hebeln 28 gelagert sind, die auf einer Welle 29 befestigt sind.
Die letztere ist in dem Decke18 und in der Zwischenwand 18 des Gehäuses gelagert.
Die Welle 29 steht mit einem Ende aus dem Gehäuse vor und trägt einen Hebel 3o,
der durch einen Bolzen 32 mit dem gegabelten Ende einer Schubstange 31 verbunden
ist. Diese Stange 31 wirkt auf ein Wendegetriebe, durch welches die Druckspindel
zum Heben und Senken des Preßdeckels der Teerollmaschine angetriebenwird.
-
Die sich drehende Kurbelwelle i erteilt der Nockenwelle 14 eine langsame
Drehung. Durch die auf der Welle 14 sitzenden Nokkenscheiben bzw. deren Nocken 23
und A@usschnitte 25 werden der Hebel 3o und die Stange 31 so bewegt, daß mittels
des für die Preßdeckelspindel vorgesehenen Getriebes der während des Rollvorganges
erforderliche Druck auf die Teeblätter ausgeübt oder aufgehoben wird. Die Welle
29 trägt noch einen Arm 33, an dessen freies Ende ein Gewicht oder eine Feder angreift,
durch welches die Rollen 27 mit dem Umfang der Norkenscheibe in Berührung gehalten
werden. Durch den Arm 33 können die Rollen, falls ge-
wünscht, auch von den
Nockenscheiben abgehoben werden. An Stelle des Armes 33 können auch andere Mittel
vorgesehen werden, welche die Rollen 27 in Eingriff mit den Nockenscheiben halten.
-
Die Anordnung der beschriebenen Nockensteuerung an einer Toerollmaschine
und ihre regelnde Wirkung auf das die Druckspindel des Preßdeckels auf oder nieder
bewegende Wendegetriebe ergibt sich aus den Abb.4
und 5. In diesen
ist 36 der in dem Füllrumpf 37 auf und ab bewegbare Preßdeckel. Der Rumpf ist, wie
üblich, über dem Rolltisch der Maschine angebracht, und der Rumpf und Tischerhalten
ihre kreisende Bewegung durch die Kurbeln der Kurbelwel-. len i. Das Heben und Senken
des Preßdeckels 36 zur Ausübung oder zur Aufhebung des Druckes auf die Teeblätter
erfolgt in bekannter Weise mittels der Spind.-138, die mit ihrem Gewinde in seiner
Mutter 39 geführt ist, welche ortsfest in seinem Querhaupt 40 gelagert ist. Auf
der Mutter 39 sitzt ein Kettenrad 41, welches durch seine Kette mit einem Kettenrad
42 verbunden ist, das am oberen Ende einer Hohlwelle 43 sitzt, die eine der Stützen
des Querhauptes 40 umgibt. Am unteren Ende der Hohlwelle 43 sitzt ein Kettenrad
44, welches mittels Kette von einem kleineren Kettenrad 45 getrieben werden kann,
das durch eine -Kupplung 46 (Abt. 5) mit einer Welle 47 gekuppelt ist. Auf letzterer
sitzt ein Kegelrad 48, das seinerseits mit einem Kegelrad 49 in Eingriff steht,
das am Ende einer teilweise vierkantig ausgebildeten Welle 5o sitzt. Diese Welle
wird von der Kurbiel i in der folgenden Weise angetrieben: Das ,obere Ende der Kurbelwelle
trägt ein Zahnrad 51, welches in ein Zahnrad 52 einer Welle 53 reingreift, die außerdem
ein Kegelrad 54 trägt, in welches Kegelräder 55 und 56 :eingreifen, welche frei.
drehbar auf der Welle 5o sitzen. Das eine oder andere der Kegelräder 55, 56 kann,
wie bekannt, durch eine verschiebbare doppelte' Klauenkupplung 57 mit der Welle
5o gekuppelt werden. Zwecks Eingriffs in die Kupplung haben die Kegelräder 55 und
56 Kupplungszähne 58 bzw. 59. Die Bew egung der Kupplung 57 erfolgt durch den Arm
6o einer Welle 61, die ein Zahnrad 62 trägt, in welches ein Zahnsegment 63 reingreift,
das in der einen oder anderen Richtung durch die Schubstange 31 gedreht werden kann,
welche ihre Bewegung durch die Nockensteuerung gemäß der Erfindung erhält. Je nachdem
@ob. die Stange P i in der einen oder anderen Richtung bewegt wird, erfolgt seine
Kupplung des Rades 55oder 56 mit der Welle 5o und dadurch seine Bewegung der Spindel
38 des Preßdeckels 36 nach oben Moder unten. Um den Deckel auch von Hand reinstellen
zu können, ist am freien Ende der Welle 5o eine Handkurbel 64 vorgesehen.