DE62804C - Verfahren zum Färben bezw. Schwär-! zen von Leder - Google Patents

Verfahren zum Färben bezw. Schwär-! zen von Leder

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DE62804C
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F. SLOTOSCH in Königshütte j O./Schl
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/02Material containing basic nitrogen
    • D06P3/04Material containing basic nitrogen containing amide groups
    • D06P3/32Material containing basic nitrogen containing amide groups leather skins

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 28: Gerberei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. August 1891 ab.
Durch das nachstehend beschriebene Verfahren soll dem Leder eine schöne schwarze Farbe gegeben werden, welche nicht, wie es nach den bisherigen Schwärzverfahren geschieht, in kurzer Zeit grau und unansehnlich wird, sondern dauernd ihre Schwärze behalt.
Bisher wurde das Leder den Sattlern in garem Zustande, aber ungefärbt geliefert und mufste von denselben selbst geschwärzt werden, was mit grofsem Zeitaufwande und vieler Mühe verknüpft war. Es wurde dabei, um eine einigermafsen gute und haltbare Farbe zu erlangen, eine Schwärze angewendet, welche sehr scharf war und das Leder unnöthiger Weise angriff. Um diesen grofsen Uebelstand zu beseitigen, sind schon viele Versuche gemacht worden, welche aber sämmtlich nicht den gewünschten Erfolg erzielten, da bei denselben dem eigentlichen Grund, .weshalb die Farbe auf dem bis jetzt in den Handel gebrachten Leder nicht haften wollte, nicht nachgeforscht worden war. Dem Erfinder des vorliegenden Verfahrens ist es nun durch vielfache Versuche gelungen, den wahren Grund dieses Uebelstandes zu entdecken, welcher darin besteht, dafs das Leder, wenn es sich schon in garem Zustande befindet, die Schwärze nur sehr schlecht annimmt, dagegen, wenn es in ungarem Zustande in die Schwärze gebracht wird, diese leicht annimmt; die, Farbe erhält hierdurch ein schönes Aussehen und wird dauernd haltbar.
Bisher bestand das Verfahren zum Färben bezw. Schwärzen von solchem weifsgaren Leder darin, dafs dasselbe erst nach der durch Alaun- und Kochsalzlösung bewirkten Gerbung zum Zwecke des Färbens verschiedene Operationen durchmachen mufste, und zwar 1. eine Waschung und 2. eine darauf folgende Beizung zum Zwecke der Annahme des Farbstoffes (siehe Wiener, Lederfärberei 1881, Wien, Hart leb en's Verlag). Hierauf erst wurde das Leder durch Auftragen der Farbflüssigkeit gefärbt.
Das vorliegende Verfahren besteht nun darin, dafs die Farben bezw. die Schwärze spfort nach dem Enthaaren und Schwellen unter Vermeidung der bisher zum Färben nöthigen Vorbereitungen auf das ungegerbte Leder aufgetragen bezw. die ungegerbten Leder in der Farboder Schwärzelösung 24 Stunden lang gelassen werden. Die Farblösungen können, was die schwarze Farbe anbelangt, aus einer Abkochung von Blauholz und Soda, und zwar in folgender Zusammensetzung bestehen: 10 1 Wasser werden mit 1 kg Blauholzspänen und 80 g Soda ins Kochen gebracht, darauf filtrirt und mit 100 g Eisenvitriol versetzt. In diese Lösung kommen die Felle nach dem Enthaaren bezw. Schwellen. Der Zusatz von Eisenvitriol wirkt auf die ungegerbten Felle beizend ein.
Das Verhalten der Farblösung gegenüber dem Alaun als Gerbmittel ist folgendes: Die ungegerbte Thierfaser saugt aus der Farblösung den Farbstoff ein, was der Eisenvitriol, indem er als Beize wirkt, unterstützt. Der Procefs des Gerbens durch Alaun aber hat wiederum die Wirkung, dafs die mit der Färb- bezw. Schwärzelösung schon getränkten, durch das Schwellen mit Wasser gefüllten und aufgetriebenen Fasern des Leders mit dem infolge Flächenanziehung auf ihnen sich ausscheiden-

Claims (1)

  1. den gerbend wirkenden Stoffen aus dem Alaun umhüllt werden, und hierdurch wird die Farbe bezw. Schwärze der Lederfaser mit umhüllt und, so lange gerbend wirkende Stoffe vorhanden sind, vor allen äufseren Einflüssen (Luft, Licht, Regen) geschützt.
    Durch dieses neue Verfahren des Färbens vor der Gerbung bezw. vor dem Garmachen des Leders werden die bisher zum Färben nöthigen Operationen, als da, sind: Waschen des Leders, Beizen und nochmaliges Nahrunggeben zur Wiedererlangung der durch die Waschoperation eingebüfsten Geschmeidigkeit entbehrlich, wodurch an Zeit und Kosten gespart wird.
    • Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zum Färben bezw. Schwärzen von Leder, darin bestehend, dafs das Leder vor dem Garmachen in eine Färb- bezw. Schwärzelösung gebracht wird,' in welcher es ca,. 24 Stunden liegen bleibt und dann mittels einer Alaun- und Salzlösung gar gemacht wird.
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