DE296394C - - Google Patents

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DE296394C
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vitriol
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/02Material containing basic nitrogen
    • D06P3/04Material containing basic nitrogen containing amide groups
    • D06P3/30Material containing basic nitrogen containing amide groups furs feathers, dead hair, furskins, pelts
    • D06P3/3041Material containing basic nitrogen containing amide groups furs feathers, dead hair, furskins, pelts using vat, sulfur or indigo dyes

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE Sm. GRUPPE
und anderer Waren.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 21. Mai 1916 ab.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Verfahren, um gegerbte naturbraune oder weiße unverarbeitete Haarkalbfelle oder aus ihnen erzeugte Ware, z. B. Tornister, licht-, wasch-, reibecht und ungiftig feldgrau, feldgrün oder drap in helleren oder dunkleren Tönen zu färben.
Erfindungsgemäß werden die zu färbenden Felle, falls sie noch fettig sind, durch Waschen
ίο mit einer io bis 2oprozentigen Sodalösung entfettet, sodann mit einer Beize behandelt, die das Fell nicht beeinflußt, dann überlüftet und die Haare mit einer Alaun- oder Tonerdesulfatlösung abgewaschen. Nach kurzem Liegen-
lassen und Überstreichen der Haare mit konzentriertem Wasserstoffsuperoxyd werden sie getrocknet und gefärbt. Zwecks Fixierung der Farbe und Erzielung eines besseren Glanzes werden die Felle schließlich mit bestimmten Salzen überstrichen.
Entfettete Felle werden mit einer Lösung von Salmiak, wie er im Handel vorkommt, überstrichen und bis zum nächsten Tage liegen gelassen. Hierauf wird mit einer Lösung von Pottasche und Ätzkali so bestrichen, daß die Haare feucht werden, jedoch nicht das Fell. Nach ungefähr 24 Stunden werden die Felle überlüftet, worauf die überstrichenen Haare mit einer Alaun- oder schwefelsauren Tonerdelösung, die so stark gemacht wird, daß sie Gerbkraft gewinnt, gründlich bis aufs Leder abgewaschen werden, damit die etwa geschwundene Gerbung sich erholt. Hierauf läßt man die Felle einige Stunden liegen, überstreicht sie dann mit möglichst stark konzentriertem Wasserstoffsuperoxyd und trocknet. Felle mit dunkleren braunen Haaren werden zwecks besserer Bleichwirkung zweimal mit Wasserstoffsuperoxyd bestrichen und getrocknet.
Das Färben der Haarfelle geschieht durch Überstreichung mit Indigoextrakt oder mit Indigokarmin, welches mit Ameisensäure so weit verdünnt wird, daß es mittels einer Bürste aufgetragen werden kann. Nach schwachem Anstreichen der Fellhaare läßt man die Ware einen Tag liegen. Tiefere Ausfärbung muß öfters gestrichen werden, nach jedem Anstrich aber einige Stunden ruhen. Damit die Farbe besser ausgeglichen wird, überstreicht man sie mit reiner Ameisensäure und läßt sie wieder lagern. Ein nachheriges Uberlüften ist am Platze, jedoch nicht unbedingt erforderlich. Damit die Farbe besser gebunden und von den Haaren nicht aufgenommene Farbe entfernt wird, die Haare einen schönen Glanz und entsprechenden Farbton erhalten, werden die Felle schließlich mit folgenden Salzen behandelt : Bei Feldgrau wird der bläuliche Ton durch Abwaschen mit Kupfervitriol erzielt. Für Feldgrün eignet sich Eisenvitriol, wobei der chemisch reine vorzuziehen ist. Soll das Feldgrün einen gelblichbraungrünen Ton erhalten, dann wird anstatt dieser zwei Salze saures chromsaures Kali genommen. Nach Überstreichung der Haare mit einem oder zwei der erwähnten Salze wird die Ware getrocknet. Um die Haare geschmeidiger zu machen,
kann man sie mit gekochtem Leinöl leicht einfetten. <Bei Färbung von weißhaarigen Kalbfellen kann die Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd wegfallen, obwohl sie die Haare farbaufnahmefähiger macht. Als Grundfarbe gilt für - diese Felle Abkochung von grünen Wallnußschalen oder Galläpfeln. Dann wird Indigo nur so weit aufgetragen, als es für den Farbton nötig erscheint.
ίο Für Behandlung der Felle ist die Nußschalenabkochung vorzuziehen, da sie lichtechter und haltbarer ist und Galläpfelabkochung von Eisenvitriol und Chromkali beeinflußt wird. Besonders für das Färben auf Graubräun und Drap ist die Nußschalenabkochung sehr geeignet.
Die Wahl des Salzes richtet sich auch nach dem Farbton und der Tiefe der Ausfärbung. Die Färbung ist jedoch auch schon vor der Salzbehandlung licht- und waschecht.
Wenn die Felle gleich beim Gerben gefärbt werden, spart man Arbeit, da sie nach dem Alaungerbbade überlüftet werden und vor dem Zurichten nach vorliegendem Verfahren gebeizt und gefärbt werden können.
Das Färben der Haare kann auch anstatt durch Aufbürsten durch Eintauchen geschehen, nur muß die Ätzbeize langer wirken und zweimal nach etwa 12 Stunden Ruhe aufgetragen werden.
Bei Mangel an Ameisensäure kann zum Anrühren der Farben auch verdünnte Essigsäure verwendet werden; die Essigsäure darf jedoch nicht stark sein, da sie sowohl das Leder als auch die Haare angreift.

Claims (3)

.' Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zum Färben von gegerbten Haarkalbfellen oder aus ihnen erzeugter Tornister oder anderer Waren, dadurch gekennzeichnet, daß die Felle nach Entfettung durch Sodalösung stehen gelassen, mit Pottasche und Ätzkalilösung gebeizt, sodann überlüftet und nach Überstreichen mit Alaun- oder Tonerdesulfatlösung mit stark konzentriertem Wasserstoffsuperoxyd bestrichen und getrocknet werden, worauf mit Indigoextrakt oder Indigokarmin durch Aufbürsten oder Eintauchen gefärbt wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für weißhaarige Kalbfelle eine Grundfarbe aus Wallnußschalen- oder Galläpfelabkochung verwendet wird.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Felle nach dem Färben je nach dem gewünschten Farbton mit Salzen, wie Kupfervitriol, Eisenvitriol oder Kaliumbich.romat, bestrichen werden.
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