-
Verfahren zur Kontraststeigerung von Röntgenbildern auf undurchsichtigen
Unterlagen Der Kontrastreichtum eines auf einer undurchsichtigen Unterlage, beispielsweise
Papier, hergestellten Röntgenbildes ist, wie bekannt. geringer als. der eines Röntgenbildes
auf durchsichtigerUnterlage, insbesondere des auf sogenannten Doppelfilmen hergestellten
Röntgenbildes. Dieser Unterschied wird dadurch bedingt, daß- das Papierbild im auffallenden,
das Filmbild im durchfallenden Licht betrachtet wird. Zwar verläuft die Schwärzungskurv
e des Papierbildes, obwohl nur eine Emulsion vorhanden ist, anfangs ähnlich wie
die Schwärzungskurve des Doppelfilms, da an den gesch-%%ärzten Stellen einerseits
eine Schwächung des einfallenden und andererseits eine zweite Schwächung des reflektierten
Lichtes stattfindet. Jedoch tritt die Abflachung der Schwärzungskurv e des Papierbildes
bereits wesentlich früher ein, nämlich schon bei dem Schwärzungswert von o,cg. Dies
bedeutet, daß beim Papierbild im Gebiet der höheren Sch«-ärzung die Kontrastgebung
außerordentlich verringert ist.
-
Diese rasche Abflachung der Schwä rzungskurve bei Papier kommt zustande
durclr die Erscheinung der Oberflächenreflexion. Wie bekannt ist, strahlen auch
die schwärzesten auf Papier erzeugbaren Stellen triemals weniger als etwa 1(_o bis
lho der hellsten Papierstellen zurück, weil das Licht auch von der Oberfläche der
zur Schwärzung verwendeten Substanz (Silber der fotografischen Schicht) zu einem
gewissen Teil reflektiert wird. Im (:regensatt hierzu lassen sich beim Durchsichtsbild
des Doppelfilms auch noch die tiefen Schwärzungsgrade unterscheiden, weil es hier
möglich ist, z. B. das Licht des Schaukastens entsprechend zu steigern.
-
Man hat bereits die Beimischung von Stoffen zur Emulsion vorgeschlagen,
die unter der Einwirkung von Röntgenstrahlen phosplioreszieren, tun hierdurch eine
erhöhte Schwärzung der fotographischen Schicht zu erzielen und damit die Belichtungsdauer
abzukürzen. Auch hat man empfohlen, Diapositive mit phosphoreszierender Leuchtfarbe
zu hinterlegen. Schließlich hat man vorgeschlagen, photographische Bilder mit phosphoreszierenden
Stoffen so zu behandeln, daß die Bilder nach vorheriger Belichtung im Dunkeln in
den betreffenden Farben nachleuchten. Durch diese bekannten Verfahren wird aber
eine Steigerung der Kontrastwirkung, wie sie die vorliegende Erfindung bezweckt,
nicht erzielt.
-
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Kontraststeigerung
von Röntgenbildern auf undurchsichtigen Unterlagen, <las sich dadurch auszeichnet,
daß das Röntgenbild, das auf dem Schichtträger Stoffe enthalt öder bei denn dort
Stoffe zur Einwirkung gebracht werden, die unter dem Einfluß von unsichtbaren ultravioletten
Strahlen ein sichtbares Fluoreszenzlicht aus dem hellen Teil des Spektrums aussenden,
mit ultravioletten Strahlen beleuchtet wird.
-
Diese Lichtausstrahlung erfolgt unter der Wirkung ultravioletter Strahlen,
wie sie sowohl itn Sonnenlicht wie auch bei künstlichen
Lichtquellen,
z. B. der Quecksilberquarzlampe, dem elektrischen Bogenlicht usw., vorhanden sind.
Die sichtbaren Lichtstrahlen werden zweckmäßig durch ein Filter, z. B. aus Dunkel-U-V-Glas,
ausgeschaltet, so daß nur die kurzwelligen ultravioletten Strahlen auf das Bild
treffen. Es treten dann die Erscheinungen auf, die als Fluoreszenz oder Lumineszenz
bekannt sind. Nach der Erfindung enthält der Schichtträger des Röntgenpapiers solche
bei der Beleuchtung mit ultravioletten Strahlen stark fluoreszierenden Stoffe, oder
es werden solche Stoffe auf ihm zur Einwirkung gebracht, so daß beim Betrachten
eines auf einer so behandelten Unterlage erzeugten Bildes unter einer die Lumineszenz
ierregenden Strahlenquelle die sichtbare Lumineszenzstrahlung die Bildschicht durch-,
dringt, bevor sie ins Auge gelangt, und man' demnach die gleiche Wirkung erzielt
wie beim Betrachten eines auf durchsichtiger Unterlage erzeugten Bildes im durchscheinenden
Licht.
-
Bei einem solchen Papierbild findet an den geschwärzten Stellen eine
Schwächung der auffallenden ultravioletten Strahlung und eine Schwächung der erzeugten
Lumineszenzstrahlung statt. Obwohl also nur eine Emulsion vorhanden ist, tritt wie
beim Doppelfilm in Durchsicht eine zweifache Schwächung der Strahlen ein. Dementsprechend
verläuft auch die Gradationskurve eines solchen Lumineszenzpapierbildes wie die
Gradationskurve des doppelt begossenen Films. Da außerdem im Gegensatz zum gewöhnlichen
Papierbild die Oberflächenreflexion fehlt, zeigt die Schw ärzungskurve den gleichen
steilen Verlauf wie die Schwärzungskurve des Doppelfilms bis zu den höheren Schwärzungsgraden.
Demnach erhält man mittels des- Lumineszenzverfahrens auch auf undurchsichtigen
Grundlagen ein Röntgenbild, das dem Röntgenbild auf Doppelfilm entspricht.
-
Es empfiehlt sich, die Unterlage für das Bild mit einer matten, möglichst
wenig reflektierenden Oberfläche zu versehen, damit eine Reflexion der anregenden
ultravioletten Strahlung verhindert wird. Hierdurch wird vermieden, daß ein Verlust
an primärer Strahlung und damit auch ein Helligkeitsverlust der Lumineszenzstrahlung
erfolgt. Andererseits wird verhütet, daß durch die reflektierten ultravioletten
Strahlen eine Fluoreszenz.
-
. der Linse des betrachtenden Auges zustandekommt, was zu einer Verschleierung
des Bildes führen würde.
-
Zur Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung wird das beleuchtete
Bild beispielsweise in einer fluoreszierenden Flüssigkeit, z. B. Fluoreszein oder
Rhodamin, gebadet, und zwar kann dieses Tränkverfahren vor der Entwicklung; zwischen
Entwicklung und Fixage oder nach der Fixage stattfinden. Soll ein besonderer Arbeitsgang
bei der Fertigstellung des Bildes verhindert werden, so können die Fluoreszenzstoffe
dem Schichtträger vor der Belichtung, z. B. während der Herstellung des fotographischen
Papiers, zugefügt werden, so daß der mit einem solchen Papier Arbeitende nur das
gewöhnliche Entwicklungs- und Fixierverfahren zu verfolgen hat.
-
Durch geeignete Mischung verschiedener Stoffe ist .es möglich, eine
fast weiße Fluoreszenzstrahlung zu erzeugen, beispielsweise durch die Mischung des
gelb fluoreszierenden Fluoreszeins und des violett strahlenden naphthionsauren Natrons.
Bei der Verwendung von Gemischen mehrerer Stoffe erweist es sich mitunter als zweckmäßig,
einige oder mehrere Komponenten bereits vor der Belichtung, andere erst nach der
Belichtung auf dem Schichtträger zur Einwirkung zu bringen.