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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung reliefartiger Flächenverzierungen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung, die dazu bestimmt sind,
Wandflächen beliebiger Art, beispielsweise aus Stein, Kunststein, Holz oder Metallblech,
mit reliefartigen Mustern zu versehen, ähnlich wie. sie bei den sogenannten Linkrustatapeten
bekannt sind. Bisher wurden derartige Muster durch gravierte oder ähnliche Formen
erzeugt, die entweder absatzweise nebeneinander eingepreßt wurden oder als Walzen
ausgebildet waren. Die Herstellung dieser Formen ist aber ziemlich teuer, wobei
noch ins Gewicht fällt, daß jede Form nur für ein einziges Muster verwendet werden
kann, so daß man eine große Anzahl der teuren Formen vorrätig halten muß. Vielfach
bleibt auch in den vertieften Stellen der Walzen o. dgl. ein Teil der plastischen
Masse hängen, wodurch das erzeugte Muster naturgemäß leidet.
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Bei einem etwas abgeänderten Verfahren hat man zur Erzeugung des Musters
glatte Walzen verwendet, an denen einzelne Teile der plastischen Masse haftenbleiben,
wodurch sie aus dem Zusammenhang der Oberfläche herausgerissen werden. Auf diese
Art entsteht ein unregelmäßiges Muster, auf dessen Gestalt man jedoch keinen Einfluß
ausüben kann, so daß es z. B. nicht möglich ist, auf diese Art die Wände von zwei
Zimmern einer Wohnung verschiedenartig zu mustern.
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Gemäß der Erfindung wird es ermöglicht, eine große Zahl verschiedenartiger
Muster mit Hilfe eines einfachen und billigen Werkzeuges herzustellen. Die Erfindung
besteht im wesentlichen darin, daß man zur Herstellung der Muster eine Walze verwendet,
die aus einzelnen, von einer gemeinsamen Achse getragenen Scheiben zusammengesetzt
ist. Dadurch, daß man Scheiben verschiedener Form in zahlreichen, verschiedenen
Arten miteinander kombinieren kann, läßt sich mit einer verhältnismäßig kleinen
Anzahl verschiedener Musterscheiben eine große Zahl verschiedener Muster erzeugen.
Diese Zahl wird noch dadurch vergrößert, daß man auch die seitlichen Abstände zwischen
den Scheiben beliebig und gegebenenfalls zwischen verschiedenen Scheiben verschieden
wählen kann. Eine Verbilligung gegenüber der Anwendung gravierter Formen ergibt
sich-auch insbesondere dadurch, daß zur Erzeugung eines belebten Musters die Musterung
der einzelnen Scheiben keineswegs kompliziert zu sein braucht; man kann vielmehr
einfache Kreisscheiben verwenden, deren Umfang durch Lücken in Zähne unterteilt
ist. Solche Kreisscheiben können ohne Schwierigkeit als Guß-oder Preßstücke oder
auch aus runden Scheiben durch Stoßen o. dgl. erzeugt werden.
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Beim Bedrucken von Flächen ist es bekannt, Scheiben ähnlicher Form,
jedoch aus saugfähigem Stoff unter Zwischenfügung von Abstandsstücken auf einer
Welle aufgereiht
als Druckform zu verwenden, welche Druckfarbe von
einer Farbwalze auf eine Druckfläche überträgt, um dieser ein gewebeähnliches Aussehen
zu geben. Hierbei handelt es sich aber nicht um die Bearbeitung einer plastischen
Schicht. Außerdem würde jede Form nur aus untereinander gleichartigen Druckscheiben
zusammengestellt, so daß gemäß der Erfindung eine erheblich größere Mannigfaltigkeit
von Mustern erzeugt werden kann.
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Zur Erzeugung von Tiefporen in Holz ist es ferner bekannt, mehrere
gezahnte Messerscheiben auf einer Welle pendelnd zu lagern. Die Anwendung einer
ähnlichen Einrichtung zur Bearbeitung plastischen Wandbelages ist aber bisher nicht
vorgeschlagen worden, obgleich bei den hohen Kosten gravierter Formen zweifellos
ein Bedürfnis besteht, die Herstellung linkrustaartiger Wandbekleidungen zu verbilligen.
Im übrigen ist hierfür die pendelnde Lagerung der Scheiben auch ungeeignet, weil
man die Gestaltung des Musters zuwenig in der Hand hat und es insbesondere mit pendelnden
Scheiben kaum möglich wäre, beim Ausbessern einer Stelle die Musterung beiderseits
lückenlos an das vorhandene Muster anzuschließen.
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Damit man gemäß der Erfindung bei gleicher Zusammenstellung der Scheiben
und Zwischenstücke immer wieder genau das gleiche Muster erhält und so insbesondere
früher hergestellte Flächen unauffällig ausbessern kann, werden erfindungsgemäß
die einzelnen Scheiben verdrehungssicher miteinander verbunden. Dies kann in einfacher
und zweckmäßiger Weise so geschehen, daß die Scheiben auf einer drehbaren Welle
oder, was häufig einfacher ist, auf einer über einen stillstehenden Bolzen gezogenen
drehbaren Hülse angeordnet sind, auf der sie durch Feder und Nut o. dgl. gegen Verdrehung
gesichert sind. Die Abstände zwischen den einzelnen Scheiben werden in bekannter
Art durch; Abstandshülsen festgelegt. Man kann so jedes Muster durch die verwendeten
Musterscheiben und Abstandsstücke eindeutig bestimmen und jederzeit nach Belieben
wiederholen.
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Auf die beschriebene Art entstehen zunächst verhältnismäßig scharfkantige
Musterungen; dieselben können aber durch nachträgliche Anwendung einer glatten Walze
nach Belieben abgeplattet werden.
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Auf der Zeichnung ist eine zur Ausführung des Verfahrens geeignete
Vorrichtung dargestellt, und zwar zeigen Abb. z die zusammengestellte Vorrichtung,
Abb. 2 und 3 Abstandshülsen verschiedener Länge, Abb. 4 bis 9 verschiedene Musterscheiben.
Ein vorzugsweise zweiteiliger Bügel a, der in eine Höhlung k eines Handgriffes
1 eingesetzt ist, trägt einen herausnehmbaren Bolzen b. Auf diesen Bolzen
ist eine Hülse c aufgeschoben, die mit einem Federkeil d in beliebiger Weise verbunden
ist. Nach Herausziehen des Bolzens b läßt sich. die Hülse c aus dem Bügel a herausnehmen,
so daß man auf sie in beliebigem Wechsel die Musterscheiben e1 .... e5 und
Abstandshülsen f, g aufsetzen kann. Die Scheiben e1 .... e5 und Abstandshülsen
f, g enthalten. Nuten i, in welche der Federkeil d eingreift, so daß
die einzelnen Teile sich gemeinsam mit der Hülse c drehen müssen und ihre gegenseitige
Stellung eindeutig festgelegt ist.
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Wie die Abb.4 bis 9 zeigen, können die einzelnen Scheiben von äußerst
einfacher Gestalt sein. So zeigt Abb.4 eine einfache Kreisscheibe, in Abb.5 ist
eine ähnliche Scheibe gezeigt, bei der an. einer Stelle ein Teil des Umfanges ausgespart
ist, während der Umfang der Scheiben nach Abb. 6 bis B. in eine größere oder kleinere
Anzahl von Zähnen unterteilt ist. Abb.9 zeigt eine Scheibe, welche in der Querrichtung
gewölbt ist. Diese Scheibe läßt sich natürlich auf Wunsch auch in der gezahnten
Form der Abb. 5 bis 8 herstellen.
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Wenn zur Erzeugung eines bestimmten Musters die Scheiben und Abstandshülse
in der gewünschten Anordnung- auf der Hülse c angebracht sind und diese mit Hilfe
des Bolzens b drehbar im Bügel a gelagert ist, kann die Herstellung der Flächenmusterung
beginnen. Der Apparat wird von Hand über die mit einer geeigneten plastischen Masse
bedeckte Fläche gerollt, und zwar je nach Wunsch entweder nur in senkrechter oder
nur in waagerechter Richtung oder auch in beiden Richtungen abwechselnd, wodurch
sich weitere Variationsmöglichkeiten ergeben.