DE60840C - Vorrichtung zur Uebertragung von Reliefs auf gröfsere Entfernungen mittelst des elektrischen Stromes - Google Patents
Vorrichtung zur Uebertragung von Reliefs auf gröfsere Entfernungen mittelst des elektrischen StromesInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
t»
Stromes.
Die den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Vorrichtung wird dazu be-'
nutzt, Reliefs auf gröfsere Entfernungen und ■ mit Zuhülfenahme des elektrischen Stromes zu
übertragen.
Auf beiliegender Zeichnung ist:
Fig. ι der Lä'ngenschnitt des Senders,
Fig. 2 der Längenschnitt des Empfängers.
Fig. 3 veranschaulicht, wie die Hin- und Herbewegung des das Modell tragenden
Schlittens des Senders bewirkt wird, während
Fig. 4 die gleiche Anordnung beim Empfänger wiedergiebt.
Fig. 5 stellt schaubildlich die Umsteuerung dar.
Sowohl bei dem Sender wie bei dem Empfänger ist das Gestell A mit einem Prisma a
versehen, auf dem sich der Schlitten B mittelst Zahnstange b und Zahnrad £>' hin- und herbewegen
läfst. Auf dem Schlitten B befindet sich ein Kreuz - Stützlager D, welches in bekannter
Weise durch die Spindel -D1 weiter geschoben wird. Die Drehung dieser Spindel
erfolgt ruckweise, und zwar jedes Mal, wenn der Schlitten B einen Hin- und Hergang beendet
hat. Auf dem Stützlager -D ist mittelst der Klemmen d die Platte E festgespannt, auf
welcher sich das Reliefmodell F befindet. Während die bisher genannten Theile sowohl
bei dem Sender wie bei dem Empfänger dieselben sind, wird bei letzterem das Modell F
durch eine Platte aus plastischer Masse ersetzt. Die Platte des Senders trägt zwei sehr hohe,
parallele Rippen e, welche in noch zu beschreibender Weise die Umsteuerung des
Schlittens B veranlassen.
Bei der Hin- und Herbewegung des Schlittens B wird das Modell F beständig unter dem
Tasterstift h1 hin- und herbewegt, welcher an
dem schwingenden Hebel H befestigt ist. Letzterer steckt in einer Hülse h, in der er sich
verstellen läfst, und die sich ihrerseits mit zwei Zapfen in dem Gestell G dreht, welches auf
dem Prisma α verschöben werden kann. Der eine Arm des Hebels wird von dem an die
Feder h2 aufgehängten Ringe ha getragen. Die
Feder ft2 ist nur sehr schwach und mit ihrem
oberen Ende an dem Arm g des Gestelles G befestigt. Durch die Spannung der Feder /z2
wird der Taster hl beständig auf das Modell F
niedergedrückt.
Um zu bewirken, dafs in dem Mafse, wie sich der Taster hl durch die verschiedenen
Höhen des Modelles F bei dessen Hin- und Herbewegung . mehr oder weniger hebt, das
Messer h* an dem Hebel H1 des Empfängers mehr oder weniger tief in die plastische Masse F
eindringt, ist folgende Einrichtung getroffen. Die Antriebsvorrichtungen für die beiden Schlitten
B und die beiden Kreuz-Stützlager D sind gleich, und ist es daher nur erforderlich, die
beiden Wellen i>2 der Zahnräder b1 durch Kraftmaschinen
von gleicher Geschwindigkeit an-
zutreiben, um vollkommen gleichartige Bewegungen des Modelles F und der entsprechenden
plastischen Platte E zu erzielen. Auch die Umsteuerung der Bewegung der Schlitten B
wird unter Benutzung der beiden Gontacte g·1 g2 am Hebel H gleichzeitig bewirkt, wie
noch näher erläutert wird. Zum Heben und Senken des das Messer /i4 tragenden Hebels H1
wird ein Solenoidkern benutzt, welcher von den Spulen L und L1 (Fig. 2) beeinflufst wird.
Die Windungen dieser Spulen, von denen die eine anziehend, die andere abstofsend wirkt,
werden von dem Strom einer Batterie K durchflossen, deren Strom auch durch den Hebel H
des Senders geleitet ist. An dem Hebel H befinden sich ferner mehrere Stromschlufsschrauben
k, welche federnden Stromschlufsstiften k]
gegenüberstehen. An jeden dieser Stifte kl schliefst sich eine Widerstandsspule k2 an. Die
Drähte sämmtlicher Spulen, deren Zahl im vorliegenden Falle fünf beträgt, sind durch eine
gemeinschaftliche Polklemme mit den Leitungsdrähten der Batterie verbunden.
Die Widerstände dieser fünf Spulen A2 sind
in ihrer Stärke abgestuft, und zwar so, dafs bei einer Schwingung des Hebels H zuerst der
Strom nur durch die Spule /c2 geleitet wird,
welche den gröfsten Widerstand besitzt. Schwingt der Hebel H etwas stärker, so kann
der Strom schon eine Spule k2 von etwas geringem Widerstände durchlaufen, und so fort,
so dafs, wenn der Hebel H infolge einer besonders grofsen Erhöhung des Modelles F seine
gröfste Schwingung macht, die letzte Spule k2
mit dem geringsten Widerstände Anschlufs erhält, die Wirkung des Stromes demzufolge in
den Spulen LL1 die stärkste. ist, der Hebel H
also auch am stärksten bewegt wird, und das Messer /z4, welches durch die Feder h6 in. das
plastische Material eingedrückt wird, am kräftigsten von letzterem abgehoben wird. Die
tiefsten Einschnitte durch das Messer fr4 erfolgen,
wenn der Hebel H nur eine ganz kleine Schwingung macht, und der Strom seinen Weg
durch die erste Spule /c2, die vom gröfsten
Widerstände, nehmen mufs. Die Anziehung der Spulen LL1 wirkt dann nur sehr wenig
der Feder h6 entgegen. Die Schiene M, auf der sich die federnden Stromschlufsstifte k1 befinden,
kann nach Bedarf durch Schraube und Mutter verstellt werden.
Treffen die Rippen e, welche höher sind als die höchste Stelle des Modelies F, gegen den
Taster h\ so werden zwei auf dem äufsersten Ende des Hebels H befindliche Stromschlufsstücke
g1 und g2 in Berührung gebracht,
welche dazu dienen, die Bewegung der Welle b2 und damit des Schlittens B umzusteuern. Das
äufsere Stromschlufsstück g\ welches vollständig isolirt ist, befindet sich in einem besonderen
Stromkreise, durch den die elektrische Kraftmaschine, der die Spindel des Senders treibt,
umgesteuert wird. Gleichzeitig mit der Schliefsung des Stromes bei g1 wird derjenige zwischen g2
und /t1 hergestellt, so dafs der volle Batteriestrom
durch den Elektromagneten strömt und der Hebel H1 besonders stark ausschlägt, wobei
an der Stromschlufsschraube /i5 ein besonderer Stromkreis, mittelst dessen die Kraftmaschine
des Empfängers umgesteuert wird, geschlossen wird.
Aufserhalb des Gestelles A steckt auf der Welle b2 ein Zahnrad. M, in welches ein
zweites, von den Rädern ι, 2 angetriebenes Zahnrad eingreift. Beide Zahnräder 1,2 sitzen
• an einem, eine Armatur bildenden Hebel, welcher durch eine Feder 3 an den einen oder
den anderen von zwei Elektromagneten angedrückt wird. Auf der Kraftmaschinenwelle
sitzt ein Zahntrieb 5 (Fig. 5), welcher in einen mit dem Zahnrade 2 verbundenen Trieb 4 eingreift.
Je nachdem nun der Ankerhebel, welcher die Räder 1,2,4 und 5 trägt, von dem
einen oder dem anderen Elektromagneten angezogen wird, befindet sich das Rad 1 oder
aber das Rad 2 im Eingriff mit dem grofsen, auf die Welle b2 einwirkenden Zahnrade, so
dafs der Schlitten B nach rechts oder nach 'links bewegt wird. Bei den Schwingungen
des Ankerhebels dreht sich also der Trieb 4 um den Trieb 5, welcher auf der Welle der·
Kraftmaschine, wie bereits erwähnt, angeordnet ist.
Nimmt man also an, dafs in Fig. 1 der Taster hl auf die rechte Rippe e gehoben ist,
so wird bei dem Stromschlufsstück gl der Strom geschlossen und hierdurch das Zahnrad
ι in Eingriff mit dem Rädervorgelege der Welle b2 gebracht. Hierdurch wird die Bewegung
umgekehrt, und das Zahnrad bl bewegt die Zahnstange b und mit dieser den
Schlitten B zurück. Steigt nun der Taster Ä1
auf die linke Rippe e, so wird wiederum durch das Stromschlufsstück g1 der Strom geschlossen,
der Ankerhebel auf die andere Seite gezogen und das Zahnrad 2 in Eingriff mit dem Rädervorgelege
der Welle b2 gebracht. Auf diese Weise wird ein beständiges Hin- und Herbewegen
des Schlittens B . hervorgerufen, welcher in der von Werkzeugmaschinen bekannten
Weise am Ende seines Hubes der Schraubenspindel άΛ eine kleine Drehung giebl·, so dafs
das Kreuz-Stützlager D etwas weiter rückt. Infolge dessen führt das Messer /z4 dicht liegende
parallele Schnitte aus, welche in bereits beschriebener Weise für verschiedene Tiefen abgestuft
werden, und es bildet sich so in der plastischen Platte E eine getreue Wiedergabe
des Modelles F (Fig. 1).
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Apparat zur Uebertragung von Reliefs mittelst des elektrischen Stromes, gekennzeichnet durch zwei bei dem Sender wie bei dem Empfänger gleichartig bewegte Kreuz - Stützlager und einen federnd auf dem Modell ruhenden Tasthebel H, der je nach dem Grade seiner Schwingung Stromkreise von verschiedenem Widerstände schliefst und hierdurch den den Anker eines Elektromagneten bildenden, das durch die Feder h® in plastische Masse eingedrückte Messer /z4 tragenden Arbeitshebel H1 zum Ansteigen in abgestuftem Grade veranlafst.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.S»
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE60840T | 1891-03-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE60840C true DE60840C (de) | 1892-02-03 |
Family
ID=34484263
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189160840D Expired DE60840C (de) | 1891-03-18 | 1891-03-18 | Vorrichtung zur Uebertragung von Reliefs auf gröfsere Entfernungen mittelst des elektrischen Stromes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE60840C (de) |
-
1891
- 1891-03-18 DE DE189160840D patent/DE60840C/de not_active Expired
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