DE6074C - Verfahren und Apparat zum Herstellen künstlicher Gebisse - Google Patents

Verfahren und Apparat zum Herstellen künstlicher Gebisse

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DE6074C
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muffle
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DENDAT6074D
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Original Assignee
Dr. L. N. Winderling & Sohn in Mailand
Publication of DE6074C publication Critical patent/DE6074C/de
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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61CDENTISTRY; APPARATUS OR METHODS FOR ORAL OR DENTAL HYGIENE
    • A61C13/00Dental prostheses; Making same
    • A61C13/20Methods or devices for soldering, casting, moulding or melting

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Dentistry (AREA)
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  • General Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Dental Prosthetics (AREA)

Description

1879.
Klasse 30.
LOUIS NOEL WINDERLING & SOHN in MAILAND. Verfahren und Apparat zum Herstellen künstlicher Gebisse.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. Januar 1879 ab.
Nachdem das Einfassungsstück der Zähne (der eigentliche Träger des Gebisses) auf bekannte Weise aus Wachs hergestellt ist, setzt man es in eine Muffel geeigneter Construction ein.
Die Feststellung in dieser gewöhnlich aus Metall bestehenden Muffel erfolgt mit Hülfe kleiner wächserner Cylinder, die an verschiedenen Orten durch die Wände der Muffel hindurchgehen. Nunmehr wird in die Muffel ein Gypsbrei oder irgend eine andere Masse, welche fähig ist, alle leeren Räume sicher auszufüllen, eingegossen und dieser wird den gesammten Zwischenraum zwischen dem hier als Modell dienenden Gebisse und den Muffelwänden vollständig erfüllen.
Nach Verlauf einer gewissen Zeit wird der Gyps fest und umgiebt das Gebifs von allen Seiten sowie auch die kleinen Wachscylinder. Erhitzt man hierauf die Muffel, so werden sämmtliche Wachstheile schmelzen und das flüssige Wachs durch die den mehrerwähnten Cylindern entsprechenden Löcher oder kurzen Kanäle austreten; die Zähne, welche vorher in richtiger gegenseitiger Lage durch das wächserne Einfassungsstück gehalten wurden, werden nunmehr in ihrer Lage durch die sie von allen Seiten, welche vorher frei standen, umgebende Gypsmasse gesichert. Es ist somit alles vorbereitet, um das Wachs durch diejenige Masse zu ersetzen, welche endgültig bestimmt ist, als Material des Einfassungsstückes der Zähne zu dienen und die Zahne unter genauer Innehaltung der gegenseitigen Abstände sicher festzuhalten.
Soll jene das Wachs ersetzende Masse eine plastische sein, etwa Kautschuk oder Celluloid, so ist nur nöthig, dieselbe mit Hülfe einer geeigneten Vorrichtung durch eines der in der Wand der Muffel vorhandenen Löcher in das Innere der vom Gyps gebildeten Form einzudrücken. Ist dagegen die anzuwendende Masse der Gebifseinfassung löslich oder durch Schmelzen in flüssigen Zustand zu bringen, oder ist sie endlich in einer Flüssigkeit verdünnt und erhärtet beim Erkalten durch Verdunstung oder dergl, so giefst man sie einfach durch ein Loch in die Gypsform ein.
Zu seiner Vollendung bedarf das aus der Form herausgenommene Gebifs nun nur noch der Reinigung von dem anhängenden Gyps und des Polirens.
Die zur Ausübung des hiermit dargelegten Verfahrens benutzten Geräthe und Apparate können, wie weiter oben erwähnt, verschiedenartig construirt sein, d. h, lassen sich in Hinsicht auf Form, Dimensionen und Material auf verschiedene Weise zusammenstellen.
In der Folge geben wir eine Beschreibung desjenigen Apparates, dessen sich die Erfinder bedienen und welchem sie den Vorzug einräumen.
Fig. i, 2 und 3 Seitenansicht, Vorderansicht mit theilweisem Schnitt und Grundrifs des Apparates;
Fig. 4 Schnitt durch die Muffel;
Fig. 5 senkrecher Schnitt durch den Apparat nach der Linie A-B in Fig. 2; Fig. 6 Horizontalschnitt nach C-D in Fig. 2.
Eine starke Platte α, aus einem Stück mit dem Bock b bestehend (oder auch durch Schrauben mit letzterem verbunden), giebt die Grundlage der Muffel c ab. Diese Muffel besteht aus einer Bodenpfanne d, einem Körper e und einem Deckel /, wie Fig. 4 zeigt. An den Körper e ist das Mündungsstück g angeschlossen, welches eine kurze Röhre h behufs Aufnahme der Kugel eines Thermometers I1 besitzt, und für einen Kolben i den Cylinder abgiebt. Die Vor- und Rückwärtsbewegung des Kolbens i wird mittelst Schwungrades j bezw. einer Schraubenspindel k bewirkt, deren Muttergewinde sich in der Büchse eines Gabelstückes / vorfindet. Dieser gegabelte Arm / ist drehbar um die Axe EF, Fig. 2 und 3, gelagert; mit Hülfe einer Schraube m, enthalten im Träger 11, kann er stets in horizontale Lage eingestellt und in dieser erhalten werden.
Eine zweite Schraubenspindel ο, Fig. 2 und 5, deren Muttergewinde im Obertheile des Bockes b ist, gestattet die Ausübung eines starken Druckes auf den Deckel / der Muffel c und somit eines genügend grofsen Widerstandes gegenüber dem im Innern der Muffel herrschenden und durch den Kolben i hervorgerufenen Druck.
Der Boden d der Muffel steht mittelst zweier Vorsprünge p und q, deren ersterer deutlich in Fig. 5 ersichtlich ist, mit dem Körper e im Zusammenhang. „Vier Löcher r s t O1 befinden sich in erwähntem Muffelkörper; die ersten drei.
können nach Befinden mit Hülfe von Bolzen (Pfropfen), die sich in Oesen uvz, Fig. 2, 5 und 6, einstecken lassen, geschlossen werden, das vierte, O1 , führt nach dem Innern des Mündungsstückes g.
Durch eine Spirituslampe a' erfolgt die Erwärmung der Muffel nebst der Mündung g.
Ueber den Gebrauch des Apparates ist weiter hinzuzufügen:
Nach Herausnahme der Muffel aus dem Bocke b und nach Lösung des Mündungsstückes entfernt man den Deckel / und bringt das aus Wachs gefertigte Einfassungsstück der Zähne (die Grundlage oder Platte derselben) in die Mitte des Körpers e, es darin durch kleine Wachsstücke, die durch die Löcher rst und O1 hindurchgehen, feststellend. Nachdem nun weiter der Gypsbrei in die Muffel gegossen worden, schliefst man dieselbe mit ihrem Deckel / und läfst die Gypsmasse erhärten.
Ist die Erhärtung eingetreten, so wird die Muffel in einen Behälter gebracht, welcher mit kochendem Wasser angefüllt ist. Nach Verlauf einiger Zeit wird das im Gyps eingeschlossene Wachs schmelzen, durch die Löcher r s t O1 hindurchtreten und auf der Wasseroberfläche zum Vorschein kommen. Die ehedem im Wachs ruhenden Zähne sind nun mit Ausnahme derjenigen Stellen, welche anfänglich in Berührung mit dem Wachs waren, vom Gyps umgeben und werden von diesem sicher in ihrer Lage gehalten.
Hierauf geschieht das Ansetzen der Mündung g an die Muffel und das Einsetzen der letzteren in ihren Ort auf dem Bocke b der Platte a.
Dabei ist darauf zu sehen, dafs sich die Mündung g genau dem Kolben i gegenüber befinde und ein bequemes Heraus- und Hineinführen des letzteren gestatte. Ferner wird unter Benutzung der Schraube 0 ein gewisser Druck auf den Deckel / ausgeübt.
In die Mündung g, welche einer Erwärmung unterzogen wird, legt man nunmehr einen Cylinder von Celluloid oder derjenigen plastischen Masse, welche statt dessen angewendet werden soll, ein. Gedachte Masse wird mit Hülfe des Schraubmechanismus kj und Kolbens i in die Muffel eingeprefst und wird in ihr alle diejenigen Räume, welche vordem vom Wachs eingenommen waren, genau ausfüllen.
Das in den Rohrstutzen h eingesetzte Thermometer I1 dient zur Temperaturanzeige; gewisse Temperaturen sind bekanntlich für die Einführung der plastischen Masse besonders vortheilhaft. Die Löcher r s t zeigen dem Arbeiter die Thatsache vollendeter Ausfüllung sämmtlicher leeren Räume der Form an. Beginnt während der Arbeit die plastische Masse durch eines der Löcher auszutreten, so verschliefst er dasselbe mit dem betreffenden Pfropfen, welcher in die Oese eingepafst ist. Fängt die Masse dagegen gleichzeitig in allen drei Löchern an, emporzusteigen, so bedarf es einer Verstopfung nicht, da alsdann die Arbeit vollendet ist.
Ueber die Vortheile dieses Verfahrens ist zu bemerken:
Es wird dadurch ermöglicht, zur Herstellung selbst der complicirtesten Gebisse Celluloid zu benutzen, was seither deshalb nicht geschehen konnte, weil man sich an den Gebrauch bestimmter Platten, Formen und Dimensionen halten mufste.
Ferner ist man im Stande, das Celluloid so zu behandeln, dafs es in Gegenstände der beliebigsten Art geformt werden kann.
Die nach diesem Verfahren aus Kautschuk hergestellten Gebifseinfassungen zeichnen sich durch grofse Festigkeit . und Dauerhaftigkeit aus; es ist nicht wohl möglich, dafs sich im Innern der Masse derartige fehlerhafte Stellen bilden, wie sie nicht selten in den auf gewöhnliche Weise erzeugten Gebifsstücken vorkommen.
Den erzielten Fabrikaten ist grofse Genauigkeit eigen, die Fabrikation selbst eine wenig Zeit in Anspruch nehmende.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Das vorstehend dargelegte Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebisse, im wesentlichen dadurch charakterisirt, dafs mittelst eines Wachsmodelles eine ein Ganzes bildende Form aus Gyps oder sonst geeignetem Stoffe hergestellt, und dafs die Muffel, welche die Form aufnimmt, während des ganzen Verlaufes der Operation deren letzter Theil sich auf Einführung der plastischen Masse oder deren Substitut bezieht,, niemals geöffnet wird.
2. Für die Zwecke gedachten Verfahrens die Anwendung einer aus zwei oder drei Theilen bestehenden Muffel, deren Wände mit Oeffnungen bezw. Kanälen versehen sind, wie erläutert.
3. In Verbindung mit der Muffel ein Mundstück und ein in dasselbe passender, irgendwie gestalteter Kolben, welcher letztere die plastische Masse in die Muffel einprefst und zwingt, sich zum Einfassungsstück der Zähne zu gestalten, d. h. das Wachs oder die andere Substanz, welche als vorläufige Gebifsplatte (oder -Einfassung) diente, zu ersetzen.
4. Die Presse (oder der Injector) zur Herstellung künstlicher Gebisse, sich im wesentlichen zusammensetzend aus einer die Form enthaltenden Muffel, einer Vorrichtung zur Einpressung der Masse in die Form und einem Apparat zur Erwärmung der Theile, wie erläutert.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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