DE60109623T2 - Synthetischer Bordstein und Verfahren zum Gebrauch - Google Patents

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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft synthetische Bordsteine und Verfahren zu ihrer Anwendung. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung synthetische Bordsteine, die sich beim Bau von Straßen, Fußwegen und Bürgersteigen einsetzen lassen.
  • Beim Bau von Straßen und Bürgersteigen ist es derzeit üblich, in den Anfangsstadien der Bauarbeiten Beton-Bordsteine zu verlegen. Typischerweise wird eine Straße verhältnismäßig früh angelegt, um den Zugang zur Baustelle sicher zu stellen. An diesem Punkt werden auch die Unter- und die Tragschicht gelegt, um als Festlage und/oder als Oberfläche zu wirken, auf der Baufahrzeuge die Baustelle erreichen können, die oft schwer mit Baustoffen und/oder Abfall beladen sind. Dadurch können die Beton-Bordsteine brechen oder werden oft irreparabel beschädigt. Sie müssen dann gegen Ende der Bauarbeiten vor dem Legen der Deckschicht ausgetauscht werden, so dass der Baufirma zusätzliche Gemeinkosten entstehen.
  • Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, offenbart die koreanische Patentschrift KR132721Y Stoß dämpfende Gum mi-Bordsteine jeweils mit zwei konischen Löchern, die in einer Reihe beiderseits der Mitte ausgebildet sind, sowie einer um den Rand herum eingeschnittenen Montagenut. Die in der KR132721Y beschriebenen Bordsteine sind für den Einsatz zusammen mit einem Montageelement gedacht, das auf der Straße angeordnet ist und konische Zapfen hat, die in die konischen Löcher eingedrückt werden, wobei der Bordstein selbst in die Montagenut eingedrückt wird, mit der das Bordsteinelement auf der Straße festgelegt wird. Diese Bordsteine sind für die permanente Montage in der Solllage konstruiert. Dieser Ansatz ist jedoch problematisch, da das Montageelement vor dem Setzen zunächst auf die Straße angeordnet werden muss und dass die Bordsteine mit speziellen Montagelöchern und -nuten gefertigt werden müssen, um zu dem Montagelement zu passen. Dieser zweiteilige Aufbau ist in der Fertigung teuer und in der Montage zeitraubend.
  • Weitere Beispiele bekannter Anordnung offenbaren die DE 34 15 937 , die GB 2 298 882 sowie die britische Norm BS7263-3:2001.
  • Ziel der vorliegenden Erfindung sind ein Synthetik-Bordstein und ein Anwendungsverfahren zum Verringern von Schäden an Bordsteinen, indem man das endgültige Legen der Bordsteine bis in die abschließenden Phasen der Bauarbeiten verzögert. Die hier beschriebenen synthetischen Bordsteine aus einem Polymerisat können die Ränder der Straßenoberfläche auf die gleiche Weise abstützen wie herkömmliche Bordsteine, um auch bei laufenden Hochbauarbeiten in der Nähe den Bau und die Verwendung der Straße zuzulassen. Die Bordsteine aus einem Polymerisat lassen sich überfahren, ohne dass das Erscheinungsbild der fertigen Straße Schaden nimmt. Am Ende der Hochbauarbeiten werden die vorläufigen Bord steine aus einem Polymerisat entfernt und durch herkömmliche Bordsteine, die üblicherweise aus Beton oder Stein bestehen, ersetzt. Im Einsatz sind die hier beschriebenen Bordsteine aus einem Polymerisat vorzugsweise mehrfach verwendbar. Alternativ können sie am Montageort belassen werden, so dass man ihren Widerstand gegen Schäden beim Überfahren durch Fahrzeuge ausnutzen kann.
  • Erfindungsgemäß wird ein Bordstein aus einem Polymerisat nach den genauen Maßen eines Halb-Bordsteins ("half-battered kerb") oder Rund-Bordsteins ("bull-nosed kerb") aus Beton nach der Europa-Norm prEN1340 – entsprechend der BS7263-3:2001 – bereitgestellt, wobei zur Gewichtsverringerung Teile eines Bordsteins aus einem Polymerisatwerkstoff niedriger Dichte ausgebildet sind und der Bordstein aus einem Polymerisat mindestens ein durchgehendes Längsloch enthält und insgesamt nicht mehr als 25 kg wiegt.
  • Vorzugsweise sind die Bordsteine aus einem Polymerisat aus einem harten dauerhaften Gummi- oder Polyethylen-Gemisch geringen Gewichts ausgebildet. Teile des Bordsteins werden aus einem Polymerisatwerkstoff niedriger Dichte hergestellt, um das Gewicht zu verringern. Das Gesamtgewicht eines Bordsteins beträgt höchstens 25 kg, so dass der Bordstein die sogen. "One man lift"-Bestimmungen des Vereinigten Königreichs und ähnliche Vorschriften in anderen Ländern erfüllen kann.
  • Die erfindungsgemäßen Bordsteine aus einem Polymerisat werden in den Sollmaßen eines vorhandenen Standard-Halb- oder Rund-Bordsteins aus Beton ausgebildet. Andere Ausführungsformen betreffen abgeschrägte, abgerundete und/oder einwärts aufgeweitete (splayed) Bordsteine.
  • Ein bevorzugtes Zusatzmerkmal jedes Bordsteins ist das Vorliegen von zwei oder mehr Löchern, die in Längsrichtung durch den Halb-Bordstein verlaufen, sowie von einem oder mehr Löchern, die in Längsrichtung durch den Rund-Bordstein verlaufen. Die Längslöcher verbessern die Stoßabsorption und damit die Dauerhaftigkeit des Bordsteins und verringern auch sein Gewicht. In einer bevorzugten Ausführungsform lassen sich die Stirnflächen eines Bordsteins mit ineinander greifenden komplementären Arretierungselementen versehen.
  • Zusätzlich oder alternativ können das eine oder die mehreren Längslöcher, die durch die Bordsteine verlaufen, Dienste wie Gas, Wasser, Strom, Telefon und/oder Abwasser aufnehmen. Das Vorsehen einer bzw. jeder Versorgungsleitung ist von besonderem Nutzen, wenn der Bordstein für die permanente, nicht nur für eine zeitweilige Montage gedacht ist. Für die Versorgungsleitungen lassen sich Zugangslöcher vorsehen. Idealerweise sieht man die Versorgungs- und die Abwasserleitungen unabhängig voneinander vor.
  • Vorzugsweise lassen sich die Stirnflächen des Bordsteins mit Kupplungselementen für eine oder alle Längslöcher ausrüsten. Diese können bspw. die Form einer Muffenverbindung annehmen.
  • In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die Bordsteine mit Löchern versehen, die zum erleichterten Transportieren und Montieren das Einsetzen von Vierteldrehungsschlüsseln ermöglichen.
  • Weiter bevorzugt erhält man die einzusetzende Gummimasse aus Recycling-Gummireifen, wie sie oft als "Re-crumb rubber" (recyceltes Gummigranulat) bezeichnet wird. Andere Kunststoffe lassen sich ebenfalls einsetzen. Das Polyethylen-Produkt wird aus Frisch- oder Recycling Polyethylen hergestellt.
  • In speziellen Ausführungsformen gibt man Farbstoffe oder Pigmente zu, um die Bordsteine nach Bedarf in unterschiedlichen Farben herzustellen. Bevorzugte Farben und Texturen sind an vorhandene Bordsteine angepasst.
  • Die Bordsteine werden vorzugsweise aus einem Werkstoff mit einem Elastizitätsmodul zwischen 4 MPa und 3 GPa hergestellt, wo 4,4 MPa einer IR-Härte von 60 (willkürliche Einheiten) entsprechen.
  • Es wird dafür gehalten, dass der erfindungsgemäße Synthetik-Bordstein mindestens die oben angesprochenen Schwierigkeiten löst. Die Vorteile der vorliegenden Erfindung sind, dass ein Synthetik-Bordstein und ein Anwendungsverfahren bereit gestellt werden, um Schäden an den Bordsteinen zu verringern, indem man das Legen der abschließenden Bordsteine bis in die Endstadien des Bauvorhabens verzögert. Die hier beschriebenen Bordsteine können die Ränder der Straßenoberfläche auf die gleiche Weise abstützen wie herkömmliche Bordsteine, so dass sich Straße auch bei laufenden Hochbauarbeiten in der Nähe bauen und benutzen lässt. Die Bordsteine aus einem Polymerisat lassen sich ohne Schäden an der Erscheinung der fertigen Straße überfahren. Am Ende dieser Hochbauarbeiten werden die vorübergehend gesetzten Bordsteine aus einem Polymerisat entfernt und durch herkömmliche Bordsteine, üblicher Weise aus Beton oder Stein, ersetzt. Im Einsatz sind die beschriebenen Bordsteine aus einem Polymerisat vorzugsweise mehrfach benutzbar. Alternativ kann man die Bordsteine in ihrer Montagelage lassen und ihren Widerstand gegen Schäden durch Überfahren durch Fahrzeuge ausnutzen.
  • Für den Fachmann ist einzusehen, dass an der vorliegenden Erfindung im Rahmen der Ansprüche Variationen möglich sind; es ist in Erwägung gezogen, die Erfindung auch anders als hier speziell beschrieben anzuwenden.
  • Die Erfindung wird nun anhand einer beispielhaften, nicht einschränkenden Ausführungsform unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
  • 1 zeigt eine Perspektivdarstellung der vorliegenden Erfindung, wobei der Bordstein aus einem Polymerisat genau die Maße eines herkömmlichen Halb-Bordsteins hat;
  • 2 zeigt eine Perspektivdarstellung der vorliegenden Erfindung, wobei der Bordstein aus einem Polymerisat genau die Maße eines herkömmlichen Rund-Bordsteins hat.
  • Was nun die Zeichnungen anbetrifft, zeigt die 1 einen erfindungsgemäßen Synthetik-Bordstein. 1 zeigt einen Bordstein aus einem Polymerisat mit genau den Maßen eines herkömmlichen Halb-Bordsteins mit einem Schrägung 1 von entweder 12.5° oder 15°. Ein bevorzugtes Zusatzmerkmal liegt in Form von zwei oder mehr Löchern 2 vor, die in Längsrichtung durch den Bordstein verlaufen. Im Einsatz ermöglichen diese Löcher 2 die Aufnahme von Versorgungsleitungen wie für Gas, Wasser, Strom, Telefon und/oder Abwasser. Diese Löcher 2 sind von besonderem Nutzen, wenn der Bordstein permanent montiert wird.
  • Zum leichteren Transportieren und Montieren sind die Bordsteine in der oberen Abschlussfläche mit zwei Löchern 3 versehen, die das Einsetzen von herausnehmbaren Vierteldrehungsschlüsseln bzw. -griffen (nicht gezeigt) ermöglichen.
  • Die 2 zeigt einen erfindungsgemäßen Bordstein aus einem Polymerisat mit genau den Maßen eines herkömmlichen Rund-Bordsteins und zeigt als Zusatzmerkmal ein oder mehrere Löcher 4, die ebenfalls in Längsrichtung durch den Bordstein verlaufen. Die Öffnungen 3 auf der oberen Abschlussfläche des Bordsteins sind wiederum vorgesehen, um das Einsetzen von herausnehmbaren Vierteldrehungsschlüsseln bzw. -griffen (nicht gezeigt) zu ermöglichen.
  • An der vorliegenden Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich, ohne die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen definiert ist, zu verlassen. Obgleich für bestimmte Ausführungsformen Bezug erwähnt ist, die widerstandsfähigen Bordsteine aus einem Polymerisat am Ende der Bauarbeiten gegen nicht aus Polymerisat bestehende Bordsteine auszutauschen, ist damit keineswegs eine Einschränkung beabsichtigt; vielmehr lässt sich im Einsatz die vorliegende Erfindung auch realisieren, indem man die Bordsteine permanent am Einsatzort belässt und ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schäden beim Überfahren durch Fahrzeuge ausnutzt. Auf diese Weise lassen die in Längsrichtung durch den Bordstein verlaufenden Löcher 2, 4 sich zur Zuführung von Diensten wie Gas, Wasser, Strom, Telefon und/oder Abwasser nutzen.
  • Zusammenfassung (1)
  • Synthetischer Bordstein und Verfahren zu seiner Anwendung für den Bau von Straßen, Fußwegen und Bürgersteigen. Die hier beschriebenen Randsteine sind in der Lage, die Ränder einer Straßenoberflächen auf die gleiche Weise abzustützen wie herkömmliche Randsteine, um den Bau und die Benutzung der Straße bspw, während in der Nähe ablaufender Hochbauarbeiten zu ermöglichen. Die Synthetik-Randsteine sind befahrbar, ohne dass die Erscheinung der fertigen Straße leidet. Am Ende der Bauarbeiten werden die zeitweiligen Synthetik-Randsteine entfernt und durch herkömmliche Randsteine (typischerweise aus Beton oder Stein) ersetzt. Im Einsatz sind die hier beschriebenen Synthetik-Randsteine vorzugsweise mehrfach verwendbar. Alternativ belässt man sie am Montageort und nutzt ihre Beständigkeit gegen Schäden beim befahren durch Fahrzeuge aus. Auf diese Weise lassen die in Längsrichtung durch den Randstein verlaufenden Löcher oder Kanäle 2, 4 dazu dienen, Dienste wie Gas, Wasser, Strom, Telefon und/oder Abwasser zu- bzw. abzuführen.

Claims (9)

  1. Polymerer Bordstein geformt nach den genauen Abmessungen eines halb verjüngten oder abgerundeten Beton Bordstein, definiert durch den europäischen Standart nach prEN1340, dadurch gekennzeichnet, das ein Teil des besagten polymeren Bordsteins, um Gewicht zu sparen, aus einem polymeren Material mit einer geringeren Dichte besteht und wenigstens ein durchlaufendes longitudinales Loch (2, 4) aufweist, und ein Gesamtgewicht von nicht mehr als 25 Kg aufweist.
  2. Polymerer Bordstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der polymere Bordstein aus einem harten leichtgewichtigen, strapazierfähigen Gummi oder einer Polyethylen Mischung hergestellt ist.
  3. Polymerer Bordstein nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem polymeren Bordstein Farbstoffe oder Pigmente zugesetzt werden, um diesen einzufärben.
  4. Polymerer Bordstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder polymere Bordstein zwei oder mehr Löcher (2) umfasst, die longitudinal zu der halb verjüngten Bordsteinkante verlaufen und ferner ein Loch (4) umfasst, dass longitudinal zu der abgerundeten Bordsteinkante verläuft.
  5. Polymerer Bordstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der polymere Bordstein mit Löchern (3) für entfernbare Vierteldreh-Griffe zum einfachen Transport und Installation versehen ist.
  6. Polymerer Bordstein nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die verwendete Gummikomponente von recycelten Gummireifen gewonnen wird.
  7. Polymerer Bordstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der polymere Bordstein mit Endstücken versehen ist, an denen Kupplungselemente vorgesehen sind, die es ermöglichen die besagten longitudinalen Löcher (2, 4) miteinander zu verbinden.
  8. Polymerer Bordstein nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der polymere Bordstein aus Material mit einem Elastizitätsmodul zwischen 4 MPa und 3 GPa hergestellt ist.
  9. Polymerer Bordstein nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein longitudinales loch (2, 4) zur Bereitstellung von Gasleitungen, Wasserleitungen, Stromleitungen, Kommunikationsleitungen und/oder zur Drainage dienen.
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