DE596803C - Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von konzentrierten Calciumchloratloesungen und niederen Hydraten des Calciumchlorids - Google Patents
Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von konzentrierten Calciumchloratloesungen und niederen Hydraten des CalciumchloridsInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
- Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von konzentrierten Calciumchloratlösungen und niederen Hydraten des. Calciumchlorids 'Bei der Herstellung der Chlorate nach dem Liebigverfahren hat man sich von. jeher darum bemüht, möglichst hohe Konzentrationen an Chlorat zu erhalten. So hat man z. B. bei der Chlorierung wäßriger Suspensionen von Ätzkalk nach und; nach weitere Mengen des festen Hydrats in die Flüssigkeit eingetragen und so schließlich Lösungen mit einem Gehalt von 7 bis- 8 % Calciumchlorat gewonnen, die gleichzeitig r Mol Chlorat, 5 bis 6 Mole Caldumchlorid enthielten. Man hat auch bereits vorgeschlagen, die so erhältlichen Lösungen durch Eindampfen auf 48°B6 und darauffolgendes Abkühlen auf ro° noch weiter an Chlorat anzureichern, wobei sich gleichzeitig ein erheblicher Teil des Chlorcaldums als Hexahydrat aus der Flüssigkeit abscheidet und durch Zentrifugieren von. derselben getrennt wird. Auf diesem Wege gelang es, Lösungen zu erhalten, die bis zu 66og Calciumchlorat im Liter enthielten. Dieses Verfahren ist jedoch mit einer Reihe von technischen Schwierigkeiten verknüpft. Das Abschleudern des bei der niederen Temperatur von i o', die nur durch Zuhilfenahme künstlicher Kühlung erreichbar ist, in besonders fein kristallisierter Form sich abscheidenden; Hexahydrats ist technisch recht lästig und schwer durchführbar. Auch hält dieses feinkörnige, schon bei einer Temperatur von etwa a9° schmelzende Calciumchloridhexahydrat viel Mutterlauge zurück, wodurch Chloratverluste entstehen. Andererseits ist die Herstellung von entwässertem Calciumchlorid aus diesem Produkt infolge des merklichen Chloratgehaltes technisch schwierig. Weiterhin. ist auch die Schmelztemperatur von etwa z9°, besonders im Sommer, recht lästig.
- Durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung werden diese Nachteile vermieden. Dieses Verfahren ,besteht darin, daß man die Lösung beider Salze, wie sie bei dem Liebigverfahren anfällt, in an sich bekannter Weise eindampft, jedoch nicht nur bis zu einer Konzentration von 48°B6, sondern wesentlich höher, und auch die Trennung der auskristallisierten Hydrate .des Chlorcalciums von der Chloratlauge bei Temperaturen oberhalb von i o' vornimmt. Es war nicht vorauszusehen, daß sich eine so weit konzentrierte Calciumchloratchloridlösung durch Kristallisation einer Komponente allein in technisch befriedigender Weise so glatt verarbeiten ließ, und daß man gleichzeitig die im Hinblick auf die Gewinnung des höherwertigen entwässerten Chlorcalciums besonders wertvollen niederen Hydrate dieses Salzes in einer günstigen Abscheidungsform und nahezu frei von Chlorat erhielt. Die niederen Hydrate haben außerdem einen höheren Schmelzpunkt als das Hexahydrat, das Tetrahydrat z. B. einen solchen von etwa 45°.
- Ohne das Verfahren auf die folgenden mitgeteilten Zahlenamgaben zu beschränken, soll durch ein Ausführungsbeispiel die Arbeitsweise näher erläutert werden. Als besonders vorteilhaft hat sich folgende Arbeitsweise erwiesen: Man dampft die Anfangslösung in Aluminiumapparaten auf eine Konzentration von 58 bis 6o° B6 ein, kühlt zunächst auf eine Temperatur von 3o bis 35° ab und schleudert das auskristallisierte Salz aus. Das Filtrat scheidet bei weiterer Kühlung z: B. auf 2o bis 25° eine zweite Kristallisation aus, die ebenso wie die erste im wesentlichen aus Calciumchloridtetrahydrat besteht, mithin 58 bis 6o % Chlorcalcium enthält. Würde man gemäß dem älteren Vorschlag nur bis auf 48'B6 .eindampfen und bis auf i0° abkühlen, so erhält man ausschließlich das Cal--ciumchloridhexa:hydrat mit einem Gehalt von 48 % Chlorcalcium. Es wurde weiterhin gefunden, daß man die Abscheidung und Trennung des Calriumchlorids auch bei noch höherer Temperatur bewirken kann, beispielsweise bei 6o bis 8o°; in diesem Falle erhält man das Chlorcalcium im wesentlichen in Form seines Dihydrats.
- Die nach wiederholtem Abschleudern erhaltene Chloratlauge (spez. Gewicht etwa i,5o) enthält annähernd 5309 Calciumchlorat und 430- Caleiumchlorid im Liter. Will man die Chloratkonzentration dieser Lösung noch weiter erhöhen-, so kann man vorteilhaft diese von .einem großen Teil des Calciumchlorids bereits befreite Lauge mit der Anfangslösung zusammen nochmals auf Beine Konzentration von 58 bis 60° B6 eindampfen. Alsdann: scheidet man durch Kühlung auf Temperaturen über 20° in der vorhin geschilderten Weise, z. B. bei 30° und 21'C, ein-oder mehrmals die niederen Hydrate des Calciumchlorids durch Kristallisation ab und erhält auf diesem Wege Chloratlaugen mit einem Gehalt von über 700 9 im Liter neben 43o g. Calciumchlorid.
- Der technische Fortschritt des Verfahrens besteht also darin, daß man. einerseits die künstliche Kühlung erspart und anderseits ein chlorat- und wasserärmeres Chlorcalcium erhält, das sich in wirtschaftlicherer Weise als das Hexahydrat auf das höherwertige entwässerte Salz verarbeiten läßt. Weiterhin bietet es den Vorteil, daß man durch doppelte Umsetzung der hochkonzentrierten Chloratlauge mit Salzen der Alkalien, Erdalkalien usw. daraus andere Chlorate mit geringeren Stoffverlusten, also in wirtschaftlicherer Weise, herzustellen vermag. Auch zur Unkrautvertilgung eignet sich diese Lösung infolge ihres hohen Gehaltes an wirksamem Pflanzengift besonders gut, wobei ihr der gleichzeitige Gehalt an Calciumchlorid als hygroskopisch wirkendes Salz sehr zustatten kommt.
Claims (2)
- PATI:NTANSI'R()CltE: i. Verfahren zur gleichzeitigen Gewinnung von hochprozentigen Calciumchloratlösungen und den niederen Hydraten des Calciumchlorids durch Konzentrieren der Rohlauge und Auskristallisierenlassen von Chlorcalcium, darin bestehend, daß man die Lösung beider Salze auf Konzentrationen von über 48'B6 .eindampft und bei einer über 20° liegenden Temperatur die sich abscheidenden Hydrate des Calciumchlorids gegebenenfalls stufenweise von der Calciumchloratlösimg trennt.
- 2. Verfahren zur Erhöhung der Konzentration der gemäß Anspruch i erhaltenen Calciumchloratlauge, darin bestehend, daß man dieselbe im Gemisch mit der Anfangslösung dem in Anspruch i geschilderten Verfahren nochmals unterwirft.
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1932
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