DE595546C - Schuhwerk mit besonderer Beweglichkeit und Leisten zu seiner Herstellung - Google Patents
Schuhwerk mit besonderer Beweglichkeit und Leisten zu seiner HerstellungInfo
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Classifications
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Description
Die Erfindung betrifft einen Schuh für Kinder und Erwachsene mit einer für den Fuß
besonders günstigen und wichtigen Beweglichkeit.
Für schwache Füße werden durchweg Schuhe gebaut, welche den Füßen eine Stützung
der Gewölbe geben sollen. Hierbei wird für den Fuß die Herausarbeitung einer Brücke
von der Ferse zur Ballenpartie und zweitens eines Gewölbes zwischen Großzehenballen und
Kleinzehenballen angestrebt. Die Gelenke der Schuhe werden durch besondere Maßnahmen,
Stahleinlagen usw., versteift.
Bei dem Schuh und Leisten nach der Erfindung dagegen finden Stützungen und Versteifungen
nicht statt. Der Fuß tritt in ihm beim Stand mit der ganzen Ballenpartie, mit der ganzen Kleinzehenseite und mit der Fersenpartie
plan auf (Abb. 1, 2, 3). Daraus ergibt sich der Vorteil, daß beim Stand an
Stelle von drei Stützpunkten der Fuß mit allen durch rötlichgelbe Färbung gekennzeichneten
Teilen der Sohle fest zum Erdboden steht und daß sieben Punkte des Skeletts, nämlich die Ferse, die Mittelfußknochenwurzel
des kleinen Zehs und die Spitzen alleiv fünf Mittelfußknochen, den menschlichen
Körper stützen.
In den Zeichnungen zeigt
Abb. ι das Fußskelett von oben. Die sieben Stützpunkte des Skeletts beim stehenden Fuß
sind schwarz markiert. Die Sohlenumrißlinie ist eingezeichnet.
Abb. 2 zeigt das Fußskelett von unten mit Sohlenumrißlinie,
Abb. 3 Seitenansicht des Fußskeletts. Großzehensprungbeinteil, vorn fußend, hinten gehoben,
in weißen Flächen; Kleinzehenfersenbeinteil, vorn, in der Mitte und hinten fußend,
schraffiert, Abb. 4 Leisten von der Innenseite,
Abb. 5 Leisten von oben,
Abb. 6 Leisten von unten,
Abb.7 Schuh von unten,
Abb. 8 Schuh von oben, Abb. 9 Stiefel von der Innenseite.
Bei allen Zeichnungen sind die Querschnittlinien bestimmt: ax-a durch den Ballen des
großen Zehs, b±-b durch die Kleinzehenmittelfußknochenwurzel,
C1-C durch den inwendigen Fersenhöcker. Die Punkte a, b, c liegen auf
der Außenseite des Fußes, alt bt, c± auf der
Innenseite des Fußes. F mit Pfeil kennzeichnet die Richtungslinie des Fersenbeinteils,
S mit Pfeil kennzeichnet die Richtungslinie des Sprungbeinteils.
Dagegen ist der Schuhboden im Gelenk an der Innenseite bis zu der Fuge zwischen dem
dritten und vierten Mittelfußknochen ausgeschnitten (Abb. 2 und 7). Die innere Sohlenlinie
verläuft von hier unter dem Würfelbein hinweg bis zur Fußinnenseite des unteren hinteren Höckers des Fersenbeines und greift
hier um diesen Höcker herum. Dadurch können die Mittelfußknochen des ersten bis vierten
Zehs in ihren oberen Teilen frei hochge-
hoben werden, und es bildet sich beim Fuß ein hoch aufgezogenes Innengewölbe (Abb. 3).
Der Leisten (Abb. 4, 5, 6) ist der Form des auf den sieben Skelettstützpunkten aufgebauten
Fußes entsprechend in der Partie des Innengewölbes sehr stark gehöhlt (Abb. 6) und
in der Fersen- und Gelenkpartie schmal und hoch aufgebaut (Abb. 5 und 4).
Der Schuh selbst (Abb. 7, 8, 9) besteht, abgesehen vom Absatz, nur aus der in der beschriebenen
Form geschnittenen, nirgends versteiften Sohlenpartie und dem nach der Leistenform geschnittenen Oberbau.
Dieser Schnitt ermöglicht Bewegungsablaufe, welche bei anderem Schuhwerk nicht
durchführbar sind.
1. Der Fuß kann leicht, wie folgt, abrollen. Erst hebt sich die Ferse und mit ihr der von
Sprungbein, Kahnbein, Keilbeinen und den Wurzeln der Mittelfußknochen des ersten bis
dritten Zehs gebildete Teil des Fußes und im weiteren Verlauf auch die Mittelfußknochenwurzel
des vierten Zehs, während die besonders stark gebaute Wurzel des Kleinzehenmittelfußknochens
den Stützpunkt oder die Schaukel beim ersten Abfußen bildet. Erst beim weiteren Fußabhub wird dann auch dieser
Teil des Fußes von der Erde abgezogen. Das ist nicht möglich bei den Schuhen mit
versteiften und aufgewölbten Gelenken, bei welchen alle Mittelfußknochen zusammen angehoben
werden müssen.
2. Der Fuß ist um das Würfelbein drehbar. Während der Vorderfuß mit der Ballenpartie
und den Zehen fest aufsteht (zehn Stützpunkte), können Mittelfuß und Absatz Drehungen
auf die Außenkante oder nach einwärts ausführen. Die Drehung um das Würfelbein ist unmöglich bei allen Schuhen
mit breitem Gelenkbau, auch wenn sie nicht versteift sind, da hier der Drehpunkt zu stark
zur Fußmitte liegt. Auch die Turnschuhe lassen trotz ihrer weichen Sohlen solche Drehungen
infolge des kurz und beinahe geradlinig gehaltenen Schnittes auf der Fußinnenseite
nicht zu.
3. Die vom Hüftgelenk, Oberschenkel und Unterschenkel aus geführte Ferse kann durch
Abbiegung des Fußes im Mittelfußgelenk ihre Richtung gegen den Vorfuß verändern. Das
ist notwendig, weil das Becken während des Ganges, und während der Vorfuß des Standbeines,
d. h. Ballen und Zehen, fest auf dem Boden ist, seine Einstellung zur Gangrichtung
verändert und weil dadurch die Beine, sowohl das Standbein wie auch das Schwungbein, in
ihrer Richtung gegen die Vorfüße umgestellt werden. Diese Bewegungen lassen bisher
überhaupt keine Schuhe zu.
Die Form des Absatzes (Abb. 7) ergibt sich aus dem Sohlenschnitt. Die Sohle verlangt
einen auf der Innenseite stark verkürzten Absatz, der mit seiner Mittellinie auf die
Frontrichtung des Fersenbeinteiles F des Fußes mit seiner Vorderkante quer zur Frontrichtung
des Sprungbeinteiles 5 des Fußes eingestellt ist.
Der Fortschritt des Schuhwerks liegt darin,
daß die für einen guten Gang und für die gesunde Entwicklung des Fußes notwendigen
Bewegungen unbehindert ausgeführt werden können und daß damit die Gefahr der aus
Muskeluntätigkeit und Muskelschwäche entstehenden Knickfuß-, Senkfuß- und Plattfußbildung
aufgehoben wird. Damit wird auch, abgesehen von Fällen schwerer Fußerkrankungen,
die Maßnahme hinfällig, Füße durch Stützen korrigieren zu müssen, welche infolge
der Ausschaltung der von der Natur gewollten Bewegungen und Stützungen nicht die
Kraft aufbringen können, den menschlichen Körper zu tragen.
Der Schuhschnitt ist von Bedeutung für jede Art von Fußbekleidung, ob absatzlose
Turn-, Gymnastik-, Tennis-, Haus-, Badeschuhe oder Sandalen, Straßen- und Luxusschuhe
und Stiefel mit Absatz, entsprechend auch Überschuhe usw. Ganz besonders wichtig
ist seine Einführung für den Kinder- und Kleinkindschuh.
Claims (2)
1. Schuhwerk mit besonderer Beweglichkeit, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schuhboden im Gelenk nach einer Linie verläuft, welche in Richtung der Fuge zwischen dem dritten und vierten Mittelfußknochen
unter dem Würfelbein hinweg zur Fußinnenseite dicht an den Fersenhocker
führt.
2. Leisten zur Herstellung von Schuhwerk nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet,
daß er für einen mit Ferse, Kleinzehenseite und gesamtem Ballen plan
aufsetzenden Fuß mit hohem Fußinnengewölbe, hoher medialer, zum zweiten Zeh weisender Sprungbeinlage (Kammlage)
sowie mit einer auf das Würfelbein hinweisenden Fersenbeinrichtung gebaut ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
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| DEB153740D DE595546C (de) | 1932-01-05 | 1932-01-05 | Schuhwerk mit besonderer Beweglichkeit und Leisten zu seiner Herstellung |
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Publications (1)
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| DE595546C true DE595546C (de) | 1934-04-13 |
Family
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEB153740D Expired DE595546C (de) | 1932-01-05 | 1932-01-05 | Schuhwerk mit besonderer Beweglichkeit und Leisten zu seiner Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE595546C (de) |
-
1932
- 1932-01-05 DE DEB153740D patent/DE595546C/de not_active Expired
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