DE59376C - Röhrenpneumatik für Orgeln - Google Patents
Röhrenpneumatik für OrgelnInfo
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- G—PHYSICS
- G10—MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
- G10B—ORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
- G10B3/00—Details or accessories
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE Bl: Musikalische Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. Mai 1890 ab.
Bei der vorliegenden Röhrenpneumatik wird sowohl Druck- als Saugwind verwendet. Die
Vorrichtung zur Erzeugung desselben ist in Fig. ι der beiliegenden Zeichnung zur Darstellung
gebracht.
Der Magazinbalg α α ist für Druckwind bestimmt,
der darüber liegende Balg b b für den Saugwind. Die Schöpf bälge cl und c2 stehen
durch die Kanäle k1 k2, welche durch Einlafsventile
p4 und p5 bedeckt sind, mit dem
Magazinbalg α α in Verbindung, durch den
Kanal kB kl k5 aber auch mit dem Saugwindbalg
b b. In den Kanal k 3 k 4 k 6 münden die
Ventile der Schöpfbälge plp2\ aufserdem liegt
in diesem Kanal das Saugventil ρ 3. Werden
nun die Schöpf bälge c1 und c2 in Bewegung
gesetzt, so ziehen dieselben beim Aufgang durch die Saugventile ρ1 und ρ 2 und durch
das Ventil pz vermittelst des Kanals k3 #4 k5 den
Wind aus dem Magazinbalg b b, und zwar so lange, bis dasselbe entleert ist, worauf vermittelst
der Welle d das Ventil ν geöffnet und der Wind für das Druckwihdmagazin eingelassen
wird. Das Saugventil ρ3 hält jetzt den Magazinbalg b b vom Kanal so lange abgeschlossen,
bis sich das Ventil ν wieder schliefst.
Beim Zusammengehen der Schöpf bälge c1 c2
füllt sich nun durch die Kanäle k1 k2 der
Magazinbalg a a mit Druckwind.
Bei gröfseren Orgelwerken, wo der Bälgetreter nicht noch mit Entleerung des Saugwindbalges
beschwert werden soll, findet der in Fig. 3 dargestellte selbstthätige Saugwinderzeuger
Verwendung. Derselbe besteht aus den vier kleinen, nach Bedarf des Saugwindes für das Werk berechneten Laternenbälgen α1«2
und bl b2. Die unteren beiden Bälge a1 und a2
sind mit Windkästen w1 und w2 versehen, in
welchen die Einlafsventile v1 und i>2 liegen.
Aufserhalb der Windkästen liegen an jedem Balge ein Ausläfsventil v3 und vA. Die Aus-
und Einlafsventile eines jeden Balges sind durch die doppelarmigen Hebel el und e2 verbunden,
welche luftdicht durch die Rückseite der Windkästen gehen.
Jeder der beiden Bälgen1 und λ2 hat auf
der Mitte der Oberplatte eine Lauf leiste g x und g2. Diese Lauf leisten bewegen sich in
einer Oeffnung der Holzplatte x. Jede der beiden Laufleisten ist mit einer aufliegenden
Leiste/1 und f2 und mit hervorragenden Randleisten versehen, so dafs sich Vertiefungen von
in der Zeichnung dargestellter Form um die Leisten fl und/2 bilden. In diese Vertiefungen
greifen die Rollen hl und /z2, welche sich am
unteren Schenkel der beiden Winkelhebel i1
und P befinden. Die anderen Schenkel dieser Winkelhebel stehen mit dem Ventilhebel e1
und e2 durch die Wellen d1 und d2 derart in
Verbindung, dafs der zu a1 gehörige Winkelhebel
mit Hebel e2 des Balges a2 und der zu a2 gehörige mit Hebel e1 in Verbindung steht.
Der Balg α J steht durch den zweiarmigen
Hebelj-'1 mit dem oberen Balge b2, der Balg a2
durch y2 mit b1 in Verbindung. Die oberen
Bälge ö1 und b2 haben jeder, wie die unteren,
zwei Ventile. Davon sind Vs und ve Auslafsventile
und v7 und Vs Saugventile. Letztere
befinden sich beide in dem Kanäle k6 und Ar7,
welcher die beiden Bälge verbindet und zu den Windladen und dem Winddruckvertheiler führt.
Sobald nun Druckwind in die Windkästen der Bälge a1 und α2 eintritt, steigen beide
Oberplatten derselben, weil die Einlassventile vl
und v2 durch die Federn der Auslafsventile
vermittelst der Hebel e1 und e2 geöffnet gehalten
werden. Die auf der Laufleiste g2 des Balges α2 liegende Leiste/2 erreicht jedoch mit
der nach rechts gehenden Abschrägung die Rolle des Winkelhebels i2 zuerst, wodurch
sein senkrechter Schenkel nach rechts geschoben wird. Infolge dessen öffnet sich durch
Herabdrücken des Hebels e1 vermittelst der
Wellenverbindung das Auslafsventil vs und der Balg α1 fällt wieder zurück, während a1 weiter
steigt. Ist letzterer so hoch gestiegen, dafs die Rolle des Winkelhebels i2 die rechte Seite der
Leiste/2 abgelaufen ist, so kehrt der Winkelhebel durch Abgleiten von der Leiste/2 wieder
in seine ursprüngliche Lage zurück, durch denselben aber auch die Ventile des Balges λ1,
so dafs dieser wieder steigt und auf dieselbe Weise den Balg α1· wieder zum Fallen bringt,
so dafs stets einer von den beiden Bälgen arbeitet. Die oberen Bälge bl und b2 machen
aber diese Bewegung der unteren Bälge mit
und ziehen dadurch den Wind aus dem Kanal k6 k1. Der eingezogene Wind entweicht
beim Zurückgehen der Bälge . aus den Ventilen vB und v6.
Die Windlade ist in Fig. 2 zur Darstellung gebracht. In dem Raum w derselben sind
kleine Laternenbälglein g (die Ventilöffner) angeordnet, welche mit den Ventilhaltern n1 durch
Schrauben q in einstellbarer Verbindung stehen. Letztere werden durch die mit Einschnitten
versehenen Leisten / umfafst. An jeder Schraube befindet sich über dem Einschnitte der Leisten
eine Holzmutter tt. Die Leisten Z sind durch Drahtstiele, welche zwischen den Ventilöffnern
hindurchgehen, an den Deckeln der Registerbälge r befestigt. Letztere sind so lang, als
die Reihe der Ventilöffner, unter welcher sie liegen. Die Deckel der Registerbälge werden
durch spannbare Schraubenfedern s hochgedrückt.
dr sind Schraubendrähte, welche den Ventilabzug regeln. \ ist die pneumatische Cancelle,
mit welcher die Ventilöffner g durch die Bohrungen bei j einerseits und mit der Zelle /
andererseits in Verbindung stehen. In der Zelle/ liegt das an einem Hebel befestigte, die Oeffnung
0l schliefsende Relaisventil. Die Oeffnung
0* führt zum Saugwindkanal e. Die Oeffnung 0 des Druckwindkanals d wird durch
ein Hängeventil verschlossen. Der Relaisbalg bh steht durch einen Schraubendraht mit
dem Relaisventil in Verbindung. In den Relaisbalg mündet bei m die Tracturröhre n,
welche nach dem Winddruckvertheiler (Fig. 6) führt. Derselbe besteht aus den Cancellen /s
und den Windkästen o2 und «, von denen der obere o2 Druck- und der untere u Saugwind
enthält. Zwischen beiden liegt das mit der Taste verbundene, den Wechsel erzeugende
Ventil V9. Der untere Windkasten des Winddruckvertheilers
steht durch das Rohr r2 mit dem Kanal des selbstthätigen Apparates (Fig. 3)
in Verbindung, der obere mit dem Windkasten der Windladen. Dadurch ist in der Zelle des
Winddruckvertheilers und infolge dessen in der nach dem Relaisbalg b, Fig. 2, führenden
Röhre η η Zugwind enthalten, wodurch der Relaisbalg zusammengehalten wird, so dafs
das daranhängende Ventil in Zelle/ die Oeffnung o1 des Saugwindkastens e fest verschliefst,
während das Hängeventil vor der Oeffnung ο des Druckwindkastens d den Zutritt des Druckwindes
in die pneumatische Cancelle \ gestattet.
Wird nun das Ventil V9 durch die Taste
nach unten gedrückt, so schliefst es den Windkasten u und öffnet dagegen o2. Somit wird
der Saugwind abgesperrt und Druckwind in
die Röhre η gelassen. Dadurch wird der -Relaisbalg Z>, Fig. 2, aufgetrieben, durch das
damit verbundene Relaisventil in / der Windkasten e, worin Saugwind steht, geöffnet und
das Hängeventil vor d festgedrückt, also d geschlossen. Dies hat zur Folge, dafs in der
Cancelle \ statt Druck-, plötzlich Saugwind ist, so dafs der Druck im Windladenraume w
doppeltes Uebergewicht auf die Ventilöffner g
bekommt und letztere mit einem Druck, welcher gleich der Summe beider Winddichten
(70 bis 80 mm Druck- und 60 bis 70 mm Saugwirkung, also mit 130 bis 150 mm Druck)
zusammengedrückt werden.
Die durch die Schrauben q mit den Ventilöffnern verbundenen Ventilhalter η ] werden
nebst den Ventilen dadurch so weit abgezogen, als es die Stellschrauben df gestatten. Das
Dichtenverhältnifs kann beliebig geändert werden. Soll nun eine Reihe der Ventilöffner
beim Druck auf die Tasten in Ruhe bleiben, so wird aus dem betreffenden Registerbalge r
der darin enthaltende Saugwind ausgelassen und Druckwind hinein, wodurch sich der
Deckel mit den Drahtstielen und Leiste Z hebt und an der Holzmutter 11 die zugehörigen
Ventilöffner festhält. Die zugehörige Pfeife schweigt alsdann.
In Fig. 4 ist der Querschnitt einer Röhrenlade dargestellt: η>λ wx ist der Windkästen zu
den Registerröhren, w r sind die Windröhren zu den Registern (Registerröhren), g1 die Ventilöffner
u. s. w; An letzteren sind die Ventile, die Pfeifenlöcher, angeordnet, die durch die
Federn s beeinflufst werden. Dieselben drücken
die Ventile gegen die Löcher und tragen zugleich die Ventilöffner. Die pneumatische Cancelle
\λ steht mit den Ventilöffnern und mit
Zelle/4 in Verbindung. In letzterer sind auch die beiden Ventile o2 und o3 angebracht. An
dieser Lade (Fig. 4) lä'fst das Hängeventil o2
die atmosphärische Luft ein, so dafs alsdann in der Cancelle \λ weder Druck- noch Saugwind
vorhanden ist. Die Federn s* müssen daher so stark sein, dafs sie dem Druckwind,
welcher zum Erklingen der Stimmen in die Registerröhren n>
r hineingelassen wird, das Uebergewicht halten. Der Relaisbalg fc* dieser
Lade steht ebenfalls durch Rohre η mit Winddruckvertheiler
(Fig. 6) in Verbindung. Wird zu dieser Lade die Taste gedrückt, so öffnet der Relaisbalg wie oben den Windkasten e3,
welcher Saugwind enthält, und drückt das Hängeventil fest. Die Cancelle ^1 erhält dadurch
Saugwind und die Ventilöffner ziehen, zusammengedrückt durch einen Druck, welcher
der Verdünnung des Zugwindes gleich ist (60 bis 70 mm), die Ventile ab. Beide Windladenconstructionen
gestatten mit Hülfe des Wechselwindes beliebige Winddichten zum Erklingen
der Pfeifen. Fig. 5 stellt eine Röhrenlade mit Gewichtsventilen dar.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche: ■ ;Eine Röhrenpneumatik für Orgeln, bei welcher der Winddruckvertheiler und die Windladenrelais mit doppelten Windkästen eingerichtet sind, aus welchen die Windladen abwechselnd durch Ventile mit Druck- und Saug wind versehen werden, zur Erzeugung vollkommener Präcision der Ventilbewegung.Eine Vorrichtung zur Erzeugung von Druck- und Saugwind für die unter 1. angegebene Röhrenpneumatik, bei welcher der Saugwind durch ein mit den Schöpf bälgen des Hauptgebläses verbundenes und mit Auslösung versehenes Saugwindmagazin erzeugt wird, 'oder vier kleinere Bälge, von welchen zwei, zur Repetition sich gegenseitig auslösend, durch Zug auf die anderen beiden Saugwind erzeugend wirken, ohne durch ihre Wirkung die Druckwindgebläse zu beschweren.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE59376C true DE59376C (de) |
Family
ID=333594
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT59376D Expired - Lifetime DE59376C (de) | Röhrenpneumatik für Orgeln |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE59376C (de) |
-
0
- DE DENDAT59376D patent/DE59376C/de not_active Expired - Lifetime
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