DE593186C - Verfahren zur Schwimmaufbereitung von bituminoesem Kupferschiefer - Google Patents
Verfahren zur Schwimmaufbereitung von bituminoesem KupferschieferInfo
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Description
Die Mansfelder Kupferlagerstätte ist bekannt als ein Kupferschiefervorkommen, in dem die
metallischen Kupferträger, wie beispielsweise Kupferkies, Kupferglanz und Buntkupfer, in
bituminösem Kupferschiefer eingesprengt vorliegen. Der durchschnittliche Kupfergehalt
dieser Lagerstätte bewegt sich über größere Erzhorizonte hinweg um 2,7% Cu. Außerdem
führt diese Lagerstätte einen nicht unbeträchtliehen Silbergehalt, der zwischen 100 bis 200 g/t
schwankt. Als Edelmetallträger dürften in dieser Hinsicht gediegen Silber, Silberglanz und
mit Buntkupferkies vergesellschaftetes Silber in Frage kommen. Die bisherige Gewinnung
des Kupfers und des Silbers' aus den zu Tage geförderten bituminösen Kupferschiefern geht
derart vor sich, daß das Fördergut von Hand in Haltiges und Unhaltiges geschieden und dann
ohne besondere naßmechanische Aufbereitung oder Schwimmaufbereitung unmittelbar verhüttet
wird. Versuche, die zu verhüttende Erzmenge durch naßmechanische Aufbereitung oder
durch Einführung von Schwimmverfahren einzuengen und dadurch den Kupfergehalt ohne
bedeutende Verluste um ein beträchtliches anzureichern, sind in großer Zahl durchgeführt
worden, ohne jedoch zu einem praktischen und wirtschaftlichen Erfolg zu führen.
Bei den bisher bekanntgewordenen Schaumschwimmverfahren für die Aufbereitung bituminöser
Kupferschiefer vom Charakter der Mansfelder Kupferschiefer wird das Rohgut in der
üblichen Weise geschwommen, wobei die im Aufbereitungsgang anfallenden Mittelprodukte
ohne besondere Zwischenbehandlung zur Aufspaltung in den Flotationskreislauf zurückgegeben
werden. Die Anwendung derartiger Verfahren hat gezeigt, daß infolge wechselnder Entstehungsbedingungen der einzelnen Mineralbestandteile
der Lagerstätte eine Anreicherung im Konzentrat, z. B. über 15 °/o Kupfer hinaus,
bei genügend hohem Ausbringen nur in seltenen Fällen erzielt werden konnte.
Chemische und mikroskopische Untersuchungen bituminöser Mansfelder · Kupferschiefer
haben ergeben, daß dieses abweichende Verhalten insbesondere auf ein verringertes
Schwimmvermögen eines Teiles der vorhandenen Kupfersulfide, ferner aber auch auf ein erhöhtes
Schwimmvermögen der im Erz ■ enthaltenen Silicate zurückzuführen ist. Je nach
den wechselnden Entstehungsbedingungen der einzelnen Mineralbestandteile der Lagerstätte
haben die Kupfersulfide ihre sonst bekanntlich hohe Schwimmfähigkeit unter dem Einfluß
organochemischer, thermischer oder auch tektonischer Umbildungserscheinungen mehr oder
weniger stark eingebüßt; der Grad ihrer Wasserbenetzbarkeit stimmt zum Teil mit dem der
vorhandenen Gangmineralien, insbesondere der ebenfalls unter diesen geochemischen Bedingungen
veränderten Silicate überein, wodurch ein getrenntes Aufschwimmen der Kupfersulfide
wesentlich erschwert wurde.
Die Schwimmfähigkeit der erwähnten Silicate nähert sich um so mehr der in diesem Falle
außergewöhnlich geringen Schwimmfähigkeit einesTeiles der Kupfersulfide, als die Silicate mit
einem bituminösen Häutchen überzogen sind, das sich auch nachträglich bei der Zerkleinerung
durch Freilegen der bituminösen Bestandteile des Roherzes bilden kann. Aus diesem Ver-
halten, das bisher unbekannt und unberücksichtigt geblieben ist, erklärt sich die vorstehend
erwähnte Erscheinung, daß eine Anreicherung, z. B. über 15 °/0 Kupfer im Fertigkonzentrat, bei
wirtschaftlichem Ausbringen nur mit Schwierigkeiten erzielt werden konnte.
Die Erfindung besteht nun darin, daß die bei der Flotation anfallenden Mittelprodukte, statt
in dem Kreislauf der Flotation zurückgegeben zu werden, einem Säurebehandlungsverfahren
unter Verwendung einer konzentrierten Schwefelsäure unterworfen und alsdann die so behandelten
Produkte nochmals geschwommen werden. Durch die Verwendung des konzentrierten Säurebades erhalten die sich bei der
Flotation sehr träge verhaltenden Kupferträger ihre alte gute Schwimmfähigkeit wieder, während
die mit bituminösen Häutchen überzogenen Silicate wieder hydrophyle Eigenschaften
annehmen. Durch die Verstärkung in der hydrophoben Richtung einerseits und in der hydrophylen
Richtung andererseits wird erst die Möglichkeit gegeben, den Rest der in der Trübe verbliebenen
Kupfersulfide durch Flotation erfolgreich zu gewinnen.
Es handelt sich hiernach also nicht um ein differentielles Verfahren zur Gewinnung zweier
verschiedener Erze, sondern nur darum, aus einem Erzgemisch einen Teil der durch Flotation
nicht ohne weiteres gewinnbaren Sulfide vorzubehandeln, also um die Aufbereitung eines
Erzgemisches von sulfidischen Mineralien, von denen der eine Teil durch Flotation leicht gewinnbar,
der andere Teil dagegen nicht ohne weiteres der Flotation zugänglich ist, obwohl
beide Teile gleichen mineralogisch-chemischen Charakter haben.
Das auf etwa 0,102 bis 0,120 mm zerkleinerte
Röhgut wird, wie üblich, flotiert, wobei ein Konzentrat, das die leicht schwimmbaren Sulfide
enthält, anfällt und außerdem ein Mittelprodukt, in dem ein Teil der unnatürlich leicht
schwimmbaren Gangart und die schwer schwimmbaren Kupfersulfide enthalten sind.
Dieses Mittelprodukt wird dann dem erwähnten Säurebehandlungsverfahren unterworfen, um
die vorhandenen, jedoch außergewöhnlich hohen
| a | Produkt | . Unter Verwendung von | Cu O/ 4 O |
bitumenreichem Erz | Ag "(O |
Ag- Ausbringen |
| 55 Bitumenkonzentrat Gesamt-Cu-Konzen- trat Berge Aufgabe |
Gewichts ausbringen |
4,2 22,0 0,3 |
Cu- Ausbringen |
0,021 0,133 |
28,52 7148 |
|
| 27,85 10,99 6l,l6 |
3.78 | 31,29 63,90 4,8l |
0,O2 | 100,00 | ||
| 100,00 | 100,00 |
hydrophylen Eigenschaften der Metallsulfide in hydrophobe und gleichzeitig die meist nachträglich,
z. B. bei der Vermahlung, entstandenen hydrophoben Eigenschaften der Silicate in
hydrophyle überzuführen.
Das im ersten Gang anfallende Mittelprodukt wird unabhängig von dem Schaumschwimmverfahren
einer sehr wirksamen Behandlung mit konzentrierter Schwefelsäure ausgesetzt. Infolge
der Einwirkung der Schwefelsäure auf die Sulfide und die ganz oder teilweise mit Bitumen
überzogenen Nebengesteinsteilchen werden die den Kupfersulfiden und dem Nebengestein eigenen,
von Natur aus zustehenden Oberflächeneigenschaftt η wiederhergestellt, und zwar dadurch,
daß der das Nebengestein umgebende Bitumenfilm zerstört und die Oberfläche der Kupfersulfide durch die Säurebehandlung
einer chemischen Umwandlung unterzogen wird.
Nach dieser Säurebehandlung werden die Mittelprodukte entweder in den Kreislauf der
Flotation zurückgeführt oder getrennt für sich nachverarbeitet, gegebenenfalls nach einer erforderlichen
Neutralisation und entsprechender Änderung der Trübedichte. Falls in dem Gemisch
bereits Neutralisierungsmittel, wie Kalk oder Mergel, vorhanden sind, erübrigt oder verringert
sich die Zugabe weiterer Mittel dieser Art. Die in diesem Mittelprodukt vorhandenen
und nachbehandelten Kupfersulfide werden bej.
dem nachfolgenden Schwimmverfahren unter Verwendung bekannter einfacher und billiger
Zusatzmittel und Öle leicht unter Trennung von der Gangart herausgeschwommen, während bei
anderen bekannten Verfahren eine erfolgreiche Flotation des Mansfelder Kupferschiefers die
Verwendung spezifisch wirkender teurer öle und Reagenzien bedingte. Je 'nach Art des
Metallwertes können nach dem Verfahren gemäß der Erfindung die vorliegenden Kupfersulfide
auf einfachste Weise entsprechend hoch im Konzentrat bei wirtschaftlichem Ausbringen
angereichert werden.
Durch Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung sind z. B. folgende Ergebnisse erzielt
worden:
b. Unter Verwendung von bitumenärmerem Erz
| Produkt 5 |
Gewichts ausbringen |
Cu | Cu- Ausbringen |
Ag | Ag- Ausbringen |
| Bitamenkonzentrat Gesamt-Cu-Konzen- ίο trat Berge |
17,45 13,82 68,73 |
21,4 0,27 |
14,68 80,27 5,05 |
0,019 0,130 |
15,50 84,50 |
| Aufgabe | 100,00 | 3,68 | 100,00 | 0,021 | 100,00 |
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Aufbereitung von bituminösem Kupferschiefer, dadurch gekennzeichnet, daß die bei der Flotation anfallenden Mittelprodukte einem Säurebehandlungsverfahren unter Verwendung einer konzentrierten Schwefelsäure unterworfen unddann durch Schwimmaufbereitung weiterbehandelt werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelprodukte, falls nicht bereits neutralisierend wirkende Mittel im Gemisch vorhanden sind, unmittelbar nach der Säurebehandlung durch Zugabe geeigneter Neutralisierungsmittel neutralisiert werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK119904D DE593186C (de) | 1931-04-10 | 1931-04-10 | Verfahren zur Schwimmaufbereitung von bituminoesem Kupferschiefer |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK119904D DE593186C (de) | 1931-04-10 | 1931-04-10 | Verfahren zur Schwimmaufbereitung von bituminoesem Kupferschiefer |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE593186C true DE593186C (de) | 1934-02-23 |
Family
ID=7244451
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK119904D Expired DE593186C (de) | 1931-04-10 | 1931-04-10 | Verfahren zur Schwimmaufbereitung von bituminoesem Kupferschiefer |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE593186C (de) |
-
1931
- 1931-04-10 DE DEK119904D patent/DE593186C/de not_active Expired
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