DE593142C - Edelgasgefuellte Entladungsroehre - Google Patents
Edelgasgefuellte EntladungsroehreInfo
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- H01J17/00—Gas-filled discharge tubes with solid cathode
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Landscapes
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine edelgasgefüllte Entladungsröhre mit kalter Kathode
und einer oder mehreren Anoden. Bei den erfindungsgemäß ausgestalteten Röhren bestehen
zumindest die Anodenköpfe aus Thorium. Die Verwendung von Thorium für die Oberflächen
von Elektroden ist an sich für Entladungsröhren bekannt. Weiter ist es bei Entladungsvorrichtungen
mit verdünnter Edelgasfüllung, kalter Kathode und einer oder mehreren Anoden schon bekannt, die Elektroden mit einem Überzug eines elektropositiven Metalls zu versehen,
welches die Zündspannung der Entladungsröhre herabsetzt. Vorzugsweise verwendet man die
Alkali- und Erdalkalimetalle als 'Überzugsmaterial, insbesondere Barium.
Bei den bekannten Röhren wird jedoch das elektropositive Metall unter der Einwirkung der
Entladung bald völlig dampfförmig von den Teilen der Vorrichtung, auf denen es wirksam
sein soll, abgetrieben, so daß, da für eine Erneuerung des Überzuges bzw. seme fortlaufende
Ergänzung keine Sorge getragen ist, die bekannten Entladungsröhren bald, im allgemeinen
schon nach 100 Stunden Brenndauer, ihre vorteilhafte Wirkung verlieren.
Gemäß der Erfindung wird eine Ergänzung des Niederschlages von elektropositivem Metall
auf der Kathode dadurch ermöglicht, daß auf die aus Thorium bestehende Anode ein Vorrat an
elektropositivem Metall in Form eines Salzes des betreffenden Metalls aufgebracht ist,
welches durch die Thoriumanode unter Einwirkung der Entladung zu Metall reduziert wird.
Hierbei erfolgt eine langsame Zerlegung der Verbindung während der ganzen Betriebsdauer
und eine Übertragung des elektropositiven Metalls zur Kathode in solcher Weise, daß es
ständig ergänzt wird; hierdurch wird eine gleichbleibende niedrige Zündspannung der Röhre
über einen ganz erheblich längeren Zeitraum erhalten als bei den bekannten Röhren. Das
elektropositive Metall wird auf der Kathode nur entsprechend dem Bedarf niedergeschlagen, und
es hat sich gezeigt, daß Röhren gemäß der Erfindung nach 16 000 bis 19 000 Stunden Brenndauer
noch in gutem, betriebsfähigem Zustand waren.
Die Erfindung ist im folgenden an Hand der Zeichnungen beschrieben, die zwei Beispiele
von Gleichrichterröhren, die mit einem Vorrat an elektropositivem Metall in Form eines Salzes
des betreffenden Metalls auf der Anode versehen sind, darstellen. In den Zeichnungen ist
Abb. ι ein Aufriß (zum Teil im Schnitt) einer
Entladungsvorrichtung, die als Spannungsregelröhre geeignet ist,
Abb. 2 eine ähnliche Darstellung einer Entladungsvorrichtung,
die als Gleichrichterröhre geeignet ist.
Nach Abb. ι besitzt die Vorrichtung einen ίο Kolben ι mit einer Anode 2, einer Kathode 3
und einer Füllung aus einatomigem Gas, wie Argon, oder einem Gemisch derartiger Gase.
Die Anode 2, die einen aus Thorium bestehenden Kopf 6 aufweist, wird getragen von einem
ig Draht 4 aus Nickel oder sonstigem geeignetem Stoff, der in den Quetschfuß 5 der Vorrichtung
eingeschmolzen ist; gegebenenfalls können Anode 2 und Draht 4 vollständig aus Thorium
bestehen.
Die Kathode 3 besteht aus einem zylindrischen Blech, das konzentrisch zur Anode angeordnet
und vom Quetschfuß aus durch Drähte 7, 8 abgestützt ist. Die Kathode kann in an sich bekannter
Weise entweder aus Eisen oder Molybdän gebildet sein. Eine gewisse Menge 9 des
unter dem Namen Mischmetall bekannten, Gasverunreinigungen absorbierenden Metalls ist
an der Kathode 3 durch Anschweißen befestigt. Das Mischmetall kann aber auch, wie dargestellt,
an der plattenförmigen Elektrode durch einen aus dem Metallblech ausgepreßten Bügel festgehalten
werden. Anode und Kathode weisen Einführungsleiter 11 und 12 auf, die einerseits
mit dem Draht 4 bzw. dem Kathodentragdraht 7 und anderseits mit den Steckkontakten 13,14
des Sockels 15 verbunden sind. Zur Erleichterung der Ingangsetzung der Entladung ragt
ein Vorsprung in Gestalt eines Drahtes 16 von der Kathode 3 aus bis dicht an die Anode 2
heran.
Die Röhre wird zweckmäßig mit Argon bei einem Druck von etwa 5 bis 7 mm Quecksilber
gefüllt. Es können aber auch andere einatomige Gase oder Gasgemische verwendet werden.
Dies hängt von der erstrebten Charakteristik der Röhre ab.
Nach Füllen mit Gas und Zuschmelzen ist es erforderlich, die Vorrichtung, wie üblich, einem
Vorbehandlungsverfahren auszusetzen, um die Anlaß- und Betriebscharakteristiken zu entwickeln.
Die Behandlung besteht vorzugsweise darin, daß man die Vorrichtung an einem
220-Volt-Wechselstrom mit einem Schutzwiderstand in Reihe für etwa 10 bis 20 Minuten behandelt
und dann die Vorrichtung etwa eine halbe Stunde lang an einem iio-Volt-Wechselstrom
reifen läßt. Selbstverständlich kann das Reifungsverfahren innerhalb weiter Grenzen
geändert werden.
Bei der Einrichtung nach Abb. 2 besitzt die Vorrichtung einen Kolben 1 mit einem Paar
Anoden 2' und 3', einer Kathode 4' und einer
Füllung eines einatomigen Gases, wie Helium, Argon oder Neon, bzw. eines Gemisches solcher
Gase. Die Anoden 2' und 3' aus Thorium sitzen auf Tragdrähten 5' aus Nickel 0. dgl. geeignetem
Metall, die an Einführungsleitern 6' und 7' befestigt sind, die sich im Quetschfuß 8' eingeschmolzen
finden. Die Nickeltragdrähte treten in eine Öffnung in der Anode, und die Anode wird um die Stützdrähte so herumgepreßt, daß
eine Reibungsverbindung besteht. Um die Entladung auf die Anoden zu beschränken, sind
die Tragdrähte von sehr feuerfesten Isolierhülsen 9' eingeschlossen, die vorzugsweise aus
natürlichem oder künstlichem Lavastein bestehen. Eine Glasröhre io', die an dem Quetschfuß
angeschmolzen ist, ragt in eine Aussparung ii' im unteren Ende der Isolierhülse g' und
trägt zu ihrer Abstützung bei.
Die Kathode 4' ist zylindrisch und besteht vorzugsweise aus einem schwer schmelzenden
Metall wie Molybdän. Die Anoden 2' und 3' können außerhalb der Kathode angebracht
sein statt, wie dargestellt, in ihrem Innern; aber dadurch, daß man die Kathode um die Anoden
herumlegt, kann sie näher an den Quetschfuß und die an sie angeschweißten Stützdrähte 12'
und 13' herangebracht werden. Der Draht 12'
ist mit einem Einführungsleiter 14' zur Stromzufuhr verbunden. Die Einführungsleiter 6', 7'
und 14' sind mit den Steckern 15' und 16', 17
im Röhrensockel 18 verbunden.
Ein Stück 19 aus Mischmetall oder einem sonstigen Metall der Cergruppe der seltenen
Erdmetalle ist an der Kathode durch einen Bügel 20 befestigt, der an das Äußere der Kathode
angeschweißt ist. Während der Evakuierung wird die Kathode in an sich bekannter Weise durch Hochfrequenzinduktionsströme
zwecks Austreibung okkludierter Gase erhitzt, und während dieser Hitzebehandlung wird das
Mischmetall verdampft und legt sich als dünnes Häutchen auf den Glaskolben auf. Dieser dünne
Niederschlag von Mischmetall hilft zur Reinhaltung der Gasfüllung während der gesamten
Lebensdauer der Vorrichtung.
Die Hülle wird mit einem einatomigen Gas, ζ. B. Helium, bei einem Druck von 5 bis 20 mm
gefüllt.
Nach Fertigstellung sollte die Vorrichtung gereift werden, um die verlangte Anlaß- und
Betriebskennlinie zu entwickeln.
Um den Spannungsabfall bei den beschriebenen und in den Abbildungen gezeigten Entladungsröhren
zu vermindern, wird in.an sich bekannter Weise ein Erdalkali- oder ein Alkalimetall,
ζ. B. Barium, als dünner Überzug auf die Kathode während der Herstellung der Röhre
aufgebracht. Um diesen Überzug während der lao gesamten Lebensdauer der Vorrichtung aufrechtzuerhalten,
ist es wesentlich, eine Vorrats-
quelle derartigen Metalls in der Vorrichtung zu haben und davon ständig zur Kathodenoberfläche
während des Betriebes als Gleichrichter zu liefern. Ein bloßes Überziehen der
Kathode mit derartigem Metall ist, wie schon eingangs gesagt, nicht ausreichend, weil es rasch
abdampft und nicht langer zur Verfügung steht. Um demnach eine Nachschubquelle dieses
Metalls zu haben, werden die Anoden 2 und 3 mit einem Salz des betreffenden Erdalkali- oder
Alkalimetalls behandelt, das verhältnismäßig geringen Dampfdruck aufweist und chemisch
nicht so aktiv ist, wie z. B. mit Bariumnitrat, das während der Reifung wahrscheinlich in
Oxyd verwandelt wird. Das Metallsalz reagiert während des Betriebes der Vorrichtung langsam
mit dem Thorium, so daß Bariummetall frei wird. Dieses Barium wird durch die Entladung
verdampft und ständig der Kathode in einer den Betriebsverhältnissen entsprechenden Menge
zugeführt. Die Reaktion der Verbindung mit Thorium ist langsam, so daß die Verbindung
während der normalen Lebensdauer der Vorrichtung nicht völlig verbraucht wird. Die
Vorrichtung der Abb. 2 ist insbesondere als as Gleichrichter entwickelt worden, der Rundfunkempfängern
Anodenstrom durch die sogenannten batterielosen Apparate liefert.
Claims (2)
1. Edelgasgefüllte Entladungsröhre mit kalter Kathode und einer oder mehreren
Anoden, bei der ein Niederschlag elektropositiven Metalls auf der Kathode vorhanden
ist, dadurch gekennzeichnet, daß auf die aus Thorium bestehende Anode ein Vorrat an elektropositivem Metall für die
Kathode in Form eines Salzes des betreffenden Metalls aufgebracht ist, das durch die
Thoriumanode unter Einwirkung der Entladung reduziert und sodann durch die Entladung
auf die Kathode transportiert wird.
2. Röhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anode mit Bariumnitrat
überzogen ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| US593142XA | 1927-01-03 | 1927-01-03 |
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|---|---|
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| DEW78065D Expired DE593142C (de) | 1927-01-03 | 1927-12-30 | Edelgasgefuellte Entladungsroehre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE593142C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE768116C (de) * | 1934-11-23 | 1955-07-30 | Siemens & Halske A G | Glimmentladungsroehre fuer elektrische Zeitschalter |
-
1927
- 1927-12-30 DE DEW78065D patent/DE593142C/de not_active Expired
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| DE768116C (de) * | 1934-11-23 | 1955-07-30 | Siemens & Halske A G | Glimmentladungsroehre fuer elektrische Zeitschalter |
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