DE59267C - Verfahren zur Herstellung biegsamer Plättchen für photographische Zwecke - Google Patents

Verfahren zur Herstellung biegsamer Plättchen für photographische Zwecke

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DE59267C
DE59267C DENDAT59267D DE59267DC DE59267C DE 59267 C DE59267 C DE 59267C DE NDAT59267 D DENDAT59267 D DE NDAT59267D DE 59267D C DE59267D C DE 59267DC DE 59267 C DE59267 C DE 59267C
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DENDAT59267D
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The Eastman Dry Plate & film Company in London
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE S7: Photographs.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von biegsamen Plättchen für photographische Zwecke, welches den bisher bekannt gewordenen gegenüber besonders dadurch sich auszeichnen soll, dafs die erzeugten Plättchen in ■ ihrer ganzen Ausdehnung gleichmäfsig dick und frei von Rissen · sind.
Als Material für die biegsamen Plättchen wird der vorliegenden Erfindung gemäfs Kampher und Nitrocellulose benutzt, welche in Methylalkohol gelöst sind, indem zuerst die "Nitrocellulose in den Methylalkohol gethan und der Kampher in körnigem Zustande hinzugefügt wird, nachdem die Lösung des.ersteren . sich vollzogen hat. Man verwendet am besten ein geschlossenes Gefäfs, welches gelinde erhitzt wird, wobei man die Mischung umrührt, so dafs die Wirkung des Methylalkohols beschleunigt wird. Um alle unzersetzten Stoffe zu entfernen und die letzteren zu klären, wird alsdann eine Filtrirung vorgenommen, wozu man am besten feines Baumwollengewebe verwendet.
Die in dieser Weise hergestellte Lösung wird in gleichmäfsiger Stärke auf eine ebene, glatte Fläche aufgetragen, wobei man sich mit Vortheil des auf der beiliegenden Zeichnung dargestellten und des Weiteren in der Patentschrift No. 54214 beschriebenen Apparates bedient.
Ein solcher Apparat, von welchem die Fig. ι und 3 der beiliegenden Zeichnung Seitenansichten, die Fig. 2 einen Längsschnitt und die Fig. 4 einen Grundrifs darstellt, besteht im wesentlichen aus einer feststehenden Bodenplatten! aus Glas, einer parallel zu derselben beweglichen Auftragevorrichtung B, einer Abdeckplatte C, einer Absaugevorrichtung C1C? und einer Aufwickelvorrichtung jD, von welchen diejenigen Theile B, C und D jeder für sich auf die Bodenplatte A gestellt werden. Die Auftragevorrichtung, Fig. i, setzt sich aus einem Behälter B1' für die Lösung und einem zweiten Behälter -B3 zusammen, welch letzterer mit einem Spalt bn von veränderlicher Weite und selbstthätig an die Bodenplatte herangeprefsten Streichplatten B4 ausgerüstet ist. Der Abstand der beiden letzteren von einander wird durch Unterlegstreifen g geregelt, welche gelenkig mit dem Behälter B3 verbunden sind und — in senkrechter Richtung gemessen — ebenso stark sind wie die herzustellenden Plättchen. Da diese Unterlegstreifen g nach hinten zu in einer Spitze auslaufen, so wird ein Häutchen hergestellt, welches über die ganze Breite, der Bodenplatte A reicht. . ' .
Damit das Häutchen auf dieser Bodenplatte A ohne Risse trocknet, kann man ■ der Lösung von Kampher und Nitrocellulose vor dem Auftragen eine geringe Menge von Klauenfett zusetzen; die beabsichtigte Wirkung kann noch dadurch erhöht werden, dafs man etwas Amylacetat hinzufügt. . . .
Anscheinend hat das Klauenfett das Bestreben, den Kampher während des Verdunstens der flüchtigen Theile in Lösung zu erhalten und die Verdickung der flüssigen Lösungsmittel zu verzögern und gleichmäfsiger zu gestalten, so dafs das Unterhäutchen, wenn dasselbe getrocknet ist, noch die Glätte der
ebenen Oberfläche hat, welche entsteht, wenn die flüssige Lösung auf die Oberfläche der Bodenplatte aufgetragen wird. Das Amylacetat scheint, falls dasselbe benutzt wird, die Wirkung des Klauenfettes zu erhöhen, indem dasselbe die Glätte der Oberfläche des Unterhäutchens erhält und die Bildung von Löchern oder geringen Vertiefungen während des Trocknens des Unterhäutchens verhindert.
Die besten Resultate sollen mit einer Lösung erzielt werden, die man in der folgenden "Weise herstellt:
Ungefähr 7,89 kg Nitrocellulose und 3,91 kg Kampher werden in ca. 3,15 kg Methylalkohol gelöst und der Lösung ca. 0,8 kg Klauenfett und 0,2 kg Amylacetat zugesetzt. Die Trocknung des auf der Bodenplatte A befindlichen Häutchens wird dadurch beschleunigt, dafs man dasselbe mittelst eines Deckels C, Fig. 2, gegen die freie Atmosphäre absperrt und aus dem in dieser Weise gebildeten Hohlraum, in welchen eine mit dem Gebläse C2 in Verbindung stehende Leitung C1 mündet, die infolge des Verdunstens sich bildenden Gase absaugen läfst. Hierdurch wird aufser dem Schutz des Häutchens vor Staub und dergleichen ermöglicht, die sich verflüchtigenden Theile der Lösung wieder zu gewinnen, indem man z. B. den vom Gebläse erzeugten Luftstrom durch Wasser streichen läfst.
Anstatt des Klauenfettes kann auch mit Vortheil Amylalkohol (Fuselöl) verwendet werden, welcher ebenfalls dem Methylalkohol gegenüber einen verhältnismäfsig hohen Siedepunkt besitzt und beim Verdunsten des auf die Glasplatte aufgetragenen zähen Häutchens zurückbleibt und demnach ein Rissigwerden des letzteren verhindert.
Sobald das Häutchen getrocknet ist, wird der Deckel C entfernt und die Aufwickelvorrichtung D, Fig. 3 und 4, auf die Bodenplatte A gestellt, derart, dafs die Messer desselben dem Häutchen zugekehrt sind. Alsdann verschiebt man diese Aufwickelvorrichtung D soweit, dafs die Messer das Häutchen in Streifen zerlegen, welche genügend lang sind, um von Hand an den einzelnen Walzen -D1 befestigt werden zu können. Da diese Walzen in. verschiedenen Ebenen angeordnet sind, ziehen dieselben die Streifen in verschiedenem Winkel von der Bodenplatte A ab, indem die Spannung geregelt wird. Der eine Theil dieser Streifen wird früher abgezogen als der andere und deshalb wird der Streifen in seiner ganzen Breite gleichmäfsig angespannt, und da die Walze gleichzeitig vorgeschoben und in Drehung versetzt wird, so kann das Häutchen oder biegsame Plättchen in Streifen von der Bodenplatte abgezogen werden, ohne Gefahr, dafs dasselbe zerknittert, zerrissen oder sonstwie beschädigt wird.
Es hat sich herausgestellt, dafs das Häutchen unter Umständen so fest an der Bodenplatte A anhaftet, dafs dasselbe nur mit Aufbietung einer bedeutenden Kraft von derselben entfernt werden kann, wobei häufig ein Zerreifseri des Häutchens und ungleichmäfsiges Ausdehnen desselben veranlafst wird,, welches ein Welligwerden zur Folge hat und die Benutzung von Rollenhaltern und Verwendung für Negativplatten unmöglich macht. Dieser Uebelstand kann dadurch beseitigt werden, dafs man vor dem Auftragen des Häutchens die Bodenplatte A mit einer schwachen Lösung von mineralischem Wachs in Benzin oder einem anderen geeigneten Lösemittel oder auch mit Bienenwachs überzieht, einreibt oder abwäscht. Man kann hierzu auch einen ähnlichen Stoff benutzen, welcher so beschaffen ist, dafs derselbe das Anhaften des Unterhäutchens an der Bodenplatte abschwächt.
Anstatt das Häutchen aus Nitrocellulose- und Kampherlösung von der Bodenplatte abzuziehen, nachdem dasselbe getrocknet ist, kann man auch mittelst der Auftragevorrichtung B auf dasselbe ein zweites Häutchen aus Gelatinesilberlösung auftragen, trocknen und endlich beide Häutchen mit einander von der Bodenplatte abziehen. Damit das zuletzt aufgetragene Häutchen in seiner ganzen Ausdehnung auf dem Unterhäutchen haftet, also die lästigen Blasen vermieden werden, kann man vor dem Auftragen des oberen Häutchens das untere Häutchen mit reinem Wasser abwaschen, welchem man 2 bis 3 pCt. eines Bindemittels, wie z. B. kieselsaures Kali oder kieselsaures Natron, zugesetzt hat. Nachdem die Oberfläche des Unterhäutchens wieder getrocknet ist, kann auf dieselbe die Schicht aus' Gelatinesilberlösung aufgetragen werden, welche alsdann, gleichmäfsig an derselben haftet, weil die Fettschicht auf der Oberfläche des Unterhäutchens entfernt ist.
Die Vorzüge dieses Verfahrens vor ähnlichen sind nach Ansicht des Erfinders folgende: Die Lösung des Pyroxylins und Kamphers wird nicht durch einen schwer flüchtigen, sondern durch einen leicht flüchtigen Körper bewirkt und das mit diesem Lösungsmittel aufgetragene Häutchen nicht durch langsames Verdunsten zum Erstarren gebracht, sondern im . Gegentheil durch . Darüberleiten eines starken Luftstromes oder durch Absauge'n eine möglichst schnelle Verflüchtigung des Lösungsmittels und Erstarrung des Pyroxylinhäutchens herbeigeführt. Um nun trotz dieser schnellen Verdunstung ein gleichmäfsiges und rifsfreies Eintrocknen des Häutchens zu bewirken, wird dem Pyroxylin eine zur Lösung desselben nicht hinreichende Menge eines zweiten zähflüssigen, schwer verdampfbaren Körpers zugesetzt, welcher beim Absaugen des leicht fluch -
tigen Lösungsmittels bezw. beim Darüberleiten des Luftstromes nicht verdunstet, sondern mit der Nitrocellulose auf der Unterlage zurückbleibt und mit derselben gleichzeitig zu einer zähen, rifsfreieh Masse erstarrt.
Während also bei dem früheren Verfahren das schwerflüchtige Mittel gleichzeitig zum Auflösen und zur Herbeiführung des rifsfreien Eintrocknens bestimmt war, kommen der vorliegenden Erfindung gemäfs zwei verschiedene Flüssigkeiten in Anwendung, von denen die eine, leicht flüchtige, im Ueberschufs angewendet wird und als Lösungsmittel dient, während die andere, schwer flüchtige,'nur in verhältnifsmäfsig geringer Menge angewendet wird und nach dem Verdunsten der ersteren Flüssigkeit zusammen mit dem Pyroxylin eine.zähe, zusammenhängende, biegsame und abnehmbare Schicht bildet. Hierdurch wird das Herstellungsverfahren der Plättchen eben wegen der schnellen Verdampfung des Lösungsmittels bedeutend beschleunigt und hierin soll der Hauptvortheil und das eigentlich Neue der vorliegenden Erfindung liegen.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von biegsamen Plättchen für photographische Zwecke, darin bestehend, dafs Pyroxylin und Kampher in Methylalkohol aufgelöst und unter Zusatz von Amylalkohol oder Klauenfett in einer gleichförmigen Schicht auf eine Unterlage (Glasplatte etc.) aufgetragen" wird, worauf das Ganze behufs vollständiger Verdampfung des Lösungsmittels in einem luftverdünnten Räume untergebracht oder der Wirkung eines verdunstenden Luftströmes' ausgesetzt wird.
2. Bei Anordnung einer zweiten, das unter i. erwähnte Häutchen überdeckenden lichtempfindlichen Schicht: die Vereinigung dieser beiden Häutchen in der Weise, dafs man die Oberfläche der unteren Schicht vor dem Auftragen der zweiten Schicht von Gelatinesilberemulsion sorgfällig abwäscht und mit einer Lösung von kieselsaurem Kali oder Natron behandelt.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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