DE590779C - Verfahren zum Betrieb von Rueckkuehlanlagen - Google Patents
Verfahren zum Betrieb von RueckkuehlanlagenInfo
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- DE590779C DE590779C DEI42698D DEI0042698D DE590779C DE 590779 C DE590779 C DE 590779C DE I42698 D DEI42698 D DE I42698D DE I0042698 D DEI0042698 D DE I0042698D DE 590779 C DE590779 C DE 590779C
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Description
Bei Rückkühlanlagen, insbesondere Oberflächenkondensationsanlagen u. dgl., tritt häufig
die unangenehme Erscheinung auf, daß die Rückkühlwerke für das Kühlwasser durch
Algenbildung stark verschmutzen und deshalb, namentlich in der warmen Jahreszeit, öfters
außer Betrieb genommen und gereinigt werden müssen. Es ist bekannt, daß sich durch Zusatz
von Kupfersulfat eine algenabtötende und die Algenbildung verhindernde Wirkung erzielen
läßt. Dieses Verfahren besitzt jedoch den Nachteil, daß es bei größeren Anlagen zu kostspielig
ist. Auch ist bekannt, daß in Wasser eingelegte blanke Kupferplatten eine ähnliche
Wirkung hervorrufen. Die Wirksamkeit dieser Platten läßt jedoch bald nach, weil die Oberflächen
der Platten rasch verschmutzen und durch chemische Angriffe eine unwirksame Schutzschicht erhalten. Es wurde ferner bereits
vorgeschlagen, bei der Wasserreinigung mittels Chlorwassers einen Teil des letzteren vor der
Verwendung zur Wasserreinigung über Kupfer zu leiten. Man hat auch schon die Algenbildung
in Kondensatoranlagen durch einen regulier-
2g baren und periodischen Zusatz geringer Chlormengen
zu verhindern versucht. Zur Durchführung dieses Verfahrens ist jedoch eine komplizierte
und leicht Störungen 'ausgesetzte Apparatur erforderlich. Da ferner nur sehr geringe
Mengen Chlor zur Anwendung kommen, ist die durch den Chlorzusatz bewirkte Verminderung
des Carbonatgeh altes des Wassers dabei nur sehr gering und spielt eine untergeordnete Rolle.
Es wurde nun gefunden, daß man bei Rückkühlanlagen in sehr vorteilhafter Weise gleichzeitig
mit der Entfernung der schwerlöslichen Carbonate eine sehr wirksame Algenbeseitigung
erreicht, wenn man den für die Entfernung der schwerlöslichen Carbonate des Kühlwassers bekannten
Zusatz einer Säure, z. B. Schwefelsäure, mit der Verwendung von Kupfer salzen zur Algentötung
vereinigt; dies geschieht erfindungsgemäß in der Weise, daß die gesamte zur Entfernung
der Carbonate bestimmte Säure derart mit Kupferabfällen in Berührung gebracht wird,
daß nur ein Teil der Säure zum Lösen des Kupfers verbraucht wird. Es handelt sich dabei
nicht schlechthin um die Herstellung des zur Bekämpfung der Algen dienenden Kupfersalzes
aus Säure und Kupferabfällen, sondern es ist wesentlich, daß die Säure in solchen Mengen
vorhanden ist, daß auch die schwerlöslichen Carbonate des Rückkühlwassers entfernt werden.
Zur Durchführung des Verfahrens ordnet man die Kupferabfälle unterhalb der VerteilungssteEe
des zugeführten Wassers an und führt die Säure so zu, daß sie vor ihrer restlosen Umsetzung
mit den Carbonaten auf das Kupfer einwirkt. Es bilden sich dabei dauernd geringe
Mengen Kupfersalze, wodurch die Kupferabfälle blank bleiben und ihre Oberfläche dauernd
aktiv bleibt.
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Kurt Oschatz in Leuna, Kr. Merseburg.
Da zur Verhinderung der Algenbildung schon kleine Mengen Kupfersalze ausreichen,
kann das vorliegende Verfahren auch da angewandt werden, wo infolge der geringen Härte
des Wassers nur geringe Säuremengen zugegeben werden. In diesem Falle ist es vorteilhaft,
die Säure vor ihrer Zuführung zu der Verteilungsstelle zu verdünnen, so daß sie mit den
Kupferabfällen an allen Stellen in ausreichende ίο Berührung kommt.
Zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens genügt ein einmaliges Einbringen der
KupferabfäJle in den Kühlraum, während im übrigen die zur Enthärtung durch Säurezugabe
bereits vorhandenen Einrichtungen benutzt werden. Der Mehrverbrauch an Säure ist dabei
so gering, daß er praktisch nicht ins Gewicht fällt. Es läßt sich somit nach dem vorliegenden
Verfahren mit den einfachsten Mitteln eine erhebliche Verringerung der Betriebskosten von
Rückkühlwerken erzielen. So konnte ein Betonrückkühlwerk, das infolge Algenverschmutzung
seither in den Sommermonaten alle vier Wochen außer Betrieb genommen und einer gründlichen
Reinigung unterzogen werden mußte, nach dem vorliegenden Verfahren bei einem kaum merklichen Säuremehrverbrauch und bei ganz geringem
Kupferverbrauch dauernd algenfrei gehalten werden.
Das vorliegende Verfahren hat mit einem bekannten Reinigungsverfahren zur Beseitigung
von Verkrustungen durch kalkhaltige Stoffe oder von Verschmutzungen durch andere Stoffe,
insbesondere durch Fette, nichts Wesentliches gemeinsam; nach diesem bekannten Verfahren 35
werden abgeschlossene Apparaturen, z. B. Kondensatoren, Radiatoren u. dgl., in der WTeise
gereinigt, daß die Apparatur entleert und hierauf mit der Reinigungslösung, z. B. geringen
Mengen Kupfersulfat enthaltender Säure, ge- 40 füllt wird. Die Reinigungslösung wird nach der
durchgeführten Reinigung wieder entfernt. Demgegenüber bezieht sich das vorliegende Verfahren
auf die Reinigung von Rückkühlanlagen von schwerlöslichen Carbonaten und auf die 45
Vermeidung der Algenbildung in kontinuierlichem Betrieb.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Betrieb von Rückkühlanlagen unter Umwandlung der schwer löslichen Carbonate des Kühlwassers durch Zusatz einer Säure, z. B. Schwefelsäure, und unter Verwendung von aus Kupferabfällen und darüber geleiteter Säure erzeugten Kupfersalzen zur Algenabtötung, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte zur Entfernung der Carbonate bestimmte Säure derart mit den Kupferabfällen in Berührung gebracht wird, daß nur ein Teil der Säure zum Lösen von Kupfer verbraucht wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEI42698D DE590779C (de) | 1931-10-02 | 1931-10-02 | Verfahren zum Betrieb von Rueckkuehlanlagen |
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Publications (1)
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|---|---|
| DE590779C true DE590779C (de) | 1934-01-09 |
Family
ID=7190840
Family Applications (1)
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| DEI42698D Expired DE590779C (de) | 1931-10-02 | 1931-10-02 | Verfahren zum Betrieb von Rueckkuehlanlagen |
Country Status (1)
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1931
- 1931-10-02 DE DEI42698D patent/DE590779C/de not_active Expired
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